Habe den Verdacht, dass eine Freundin von mir kaufsüchtig ist. Wenn ich sie treffe, ist sie nur am Shoppen und oft erzählt sie nebenbei noch, was sie bei ebay alles ersteigert hat. Am Monatsende hat sie mich auch schon angepumpt. Wie kann man feststellen, ob das schon krankhaft ist?

Hab schon die gleiche Erfahrung mit ner Freundin gehabt. Du siehst das z.B., wenn bei ihr daheim sich schon das Zeug stapelt und wenn sie Dinge kauft, die sie schon X-Mal zuhause hat. Sprich sie mal darauf an... wenn sie gereizt auf das Thema reagiert und alles abstreitet, dann ist das schonmal sehr verdächtig.

Schätze deine Freudin ein: wenn sie folgende Eigenschaften besitzt, ist sie Kaufsüchtig und benötigt dringend HILFE: bitte lies es genau:
Wird die Kranke an der Kaufhandlung gehindert, entwickelt sie Entzugserscheinungen, z.B. vegetative Erregung. Meist wird eine bestimmte Warengruppe (z.B. Schuhe) bevorzugt. Die weit über den Bedarf hinaus gekauften Gegenstände werden oft unausgepackt in der Wohnung gelagert oder gar weggeworfen. Man kauft Sachen die man eigentlich nicht braucht, und ist sich dessen auch bewusst. Es zählt nicht der Besitz der Ware sondern nur die Handlung des Kaufens im Geschäft.
Hallo,
ich denke, man kann jemanden als kaufsüchtig einstufen, wenn er sich durch sein Konsumverhalten in ernsthafte (finanzielle und/oder soziale) Probleme manövriert. Ein weiteres kennzeichen für eine Sucht ist am Anfang eine fehlende Einsicht bezüglich der Probleme.
Hab mal gehört, dass der normale Schnitt für Shopping bei 20% des Nettoeinkommens liegt.Hatte auch so einen Fall im Bekanntenkreis, deshalb blieb mir das in Erinnerung (sie hat dann übrigens Therapie gemacht und zwar erfolgreich). Beste Grüße!
Kriterien: Abhängigkeit oder Abhängigkeit von Substanzen ist in der Internationalen Klassifikation von Krankheiten im Kapitel 5 (ICD 10, V) definiert (Im amerikanischen Raum ist das DSM IV verbreitet, die Definition ist allerdings ähnlich). ICD 10 Kapitel V Nummer F1x.2 definiert das Abhängigkeitssyndrom wie folgt:
Es liegt ein starkes Verlangen oder eine Art Zwang vor, die Substanz zu konsumieren. Kontrollverlust: Es liegt eine verminderte Kontrolle über den Substanzgebrauch vor, also Kontrollverlust über Beginn, Beendigung oder Menge oder Konsum über einen längeren Zeitraum als geplant, oder erfolglose Versuche, den Konsum zu verringern oder zu kontrollieren. körperliches Entzugssyndrom: Körperliche Symptome treten auf, wenn die Substanz reduziert oder abgesetzt wird (beispielsweise Zittern, Halluzinationen, Kreislaufkollaps bei Alkohol, oder grippeähnliche Symptome, Erbrechen, Krampfanfälle bei Opiaten). Körperliche Abhängigkeit gibt es praktisch nur bei Alkohol, Opiaten und Benzodiazepinen. Toleranzentwicklung: Für Intoxikationen (Vergiftungen) oder um den gewünschten Effekt zu erreichen, müssen deutlich größere Mengen konsumiert werden, oder bei dem Konsum derselben Menge treten deutlich geringere Effekte auf: Wer mit 1,6‰ noch PKW fahren kann, hat mit Sicherheit eine Toleranzentwicklung. Diese Toleranzentwicklung bezieht sich auf die meisten Rauschmittel (einschließlich Alkohol), nicht nur auf Substanzen, die körperlich abhängig machen. Einengung auf den Substanzgebrauch: Es werden andere wichtige Interessen, Vergnügen, Arbeit, Beziehungen vernachlässigt, oder es wird viel Zeit darauf verwandt, sich die Substanz zu beschaffen, zu konsumieren oder sich von den Auswirkungen des Konsums zu erholen. Anhaltender Konsum trotz eindeutig schädlicher Folgen (körperlich, psychisch, sozial): Fortgesetzter Konsum, obwohl sich der/die Betreffende über die Art und das Ausmaß der Schädigung bewusst war oder hätte bewusst sein können (selbstschädigendes Verhalten).
Die oben genannten Kriterien müssen mindestens einen Monat lang bestehen oder in zwölf Monaten wiederholt bestanden haben. Wenn drei der oben genannten Kriterien erfüllt sind, kann die Diagnose Abhängigkeit gestellt werden.
Der ICD 10 kennt auch die Diagnose schädlicher Gebrauch, diese ist wie folgt definiert:
Deutlicher Nachweis, dass der Substanzkonsum für psychische oder physische Probleme verantwortlich ist. Dazu gehört auch eingeschränkte Urteilsfähigkeit, gestörtes Verhalten, dass evtl. zu negativen Konsequenzen und Behinderung von zwischenmenschlichen Beziehungen führt. Die Art der Schädigung kann klar beschrieben werden. (Beispiele: Gewalt unter Alkoholeinfluss, Interessenverlust an Partnerschaft, PKW-Fahren unter Drogeneinfluss). Der Konsum muss mindestens einen Monat lang oder wiederholt innerhalb von zwölf Monaten aufgetreten sein. Es dürfen zur gleichen Zeit keine anderen psychischen oder Verhaltensstörungen vorliegen (außer akuter Intoxikation mit Substanzen).
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Sucht#Sucht)