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Ab wann gilt eine philosophische Lehre als Metaphysik ?

Frage von MaNic22 MaNic22

... oder auch eine Aussage/ Theorie als metaphysisch ?

Dem Namen nach ist es die Welt hinter oder nach dem Physischen, also wahrscheinlich der Transzendenz, dem was wir nicht mit den Sinnen wahrnehmen können, gleichzusetzen.

Doch scheint es mir so, als würde keine Philosophie (ebenso wenig wie andere Geisteswissenschaften, wie Soziologie, Psychologie oder Ökonomie) sich bloß an physischen Formeln orientieren, dennoch gelten nicht alle als metaphysisch. Ist nicht schon der abstrakte Begriff "Gesellschaft" metaphysisch? Muss nicht eine jede Ethik metaphysisch sein? Ist nicht jeder Mensch, der kein absoluter Materialist ist, Metaphysiker?

Ab wann gilt etwas als metaphysisch?

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Antworten (10)

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    RatgeberHelden Antwort von Albrecht Albrecht

    1) Die Bezeichnung Metaphysik ist zuerst für ein Werk des Philosophen Aristoteles, in dem es um die die allgemeinen Prinzipien ging (von Aristoteles unter anderem πρώτη φιλοσοφία [„Erste Philosophie“] genannt [lateinisch prima philosophia]) verwendet worden - τὰ μετὰ τὰ φυσικά [ta meta ta physika], „das nach der Physik/dem Physischen“. Aristoteles untersucht das Allgemeine, das dem Seienden als Seiendem zukommt, und das Seiende im Ganzen.

    Metaphysik beschäftigt sich mit den ersten und grundlegendsten Dingen, den ersten Ursachen und den letzen (höchsten) Zielen. Sie überlegt, was das Sein und das Seiende als solches überhaupt sind. Ihr Gegenstand sind grundlegende Voraussetzungen, erste Ursachen, allgemeinste Strukturen und Prinzipien, ein letzter Sinn.

    Metaphysische Gedanken gehen über Sinneswahrnehmung und Erfahrung hinaus. Metaphysik ist in der geschichtlichen Entwicklung der Philosophie vielfältig gewesen, Bei René Descartes richtet sich z. B. das metaphysische Denken besonders darauf, eine Grundlage für sichere Erkenntnis aufzeigen zu können.

    Nach einer anscheinend auf Christian Wolff (1679–1754) zurückgehenden Unterscheidung ist Ontologie als allgemeine Metaphysik ein (zentrales) Teilgebiet der Metaphysik. Daneben wird eine spezielle Metaphysik gestellt. Ihre Teilgebiete sind 1) Theologie (Frage nach etwas Göttlichem und seiner Beweisbarkeit), 2) Psychologie/Geistesphilosophie (Frage nach Geist/Seele/ihrer Unsterblichkeit und der Willensfreiheit) und 3) Kosmologie/Naturphilosophie (Frage nach dem Zusammenhalt der materiellen Dinge, ihrem Ursprung, der Zeit und der Kausalität).

    Immanuel Kant hat Metaphysik als kritische Transzendentalphilosophie betrieben. Diese untersucht die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis. Diese Metaphysik ist eine Theorie der Erfahrung, keine den Bereich der Erfahrung übersteigende Wissenschaft. Eine Untersuchung über die Welt als Ding, das Absolute und Unbedingte, hält Kant dagegen für spekulatives Denken, bei dem keiner Sicherheit erreichbar ist, was gültig ist.

    Darüber, was Metaphysik genau ist, besteht keine allgemeine Übereinstimmung unter Philosoph(inn)en.

    Vermutungen und Hypothesen kommen in Einzelwissenschaften auch vor, in der Metaphysik sind sie aber grundsätzlich einer Überprüfbarkeit mit eindeutiger Entscheidung aufgrund von Erfahrung (empirische Nachweise) entzogen (in der Geschichtswissenschaft können z. B. Quellen fehlen, um eine Vermutung belegen zu können, die Vermutung ist aber nicht metaphysisch, solange empirische Quellen – sofern sie existierten – eine Überprüfung zuließen). Darüber, ob dies wissenschaftlich ist oder nicht, hat in der Philosophie keine allgemeine Übereinstimmung bestanden, die Frage der Wissenschaftlichkeit ist also nicht unstrittig (Methoden rationaler Argumentation können ja als Forderung aufgestellt werden). Metaphysik kann von Erfahrungen ihren Ausgangspunkt nehmen. Sie geht aber dann auch darüber hinaus und fragt nach dem, was der erfahrbaren Wirklichkeit zugrundliegt. Metaphysik bleibt bei Fragestellungen nicht nach einem Teil der Strecke stehen (Einzelwissenschaften behandeln gemachte Voraussetzungen wie z. B. Axiome als gegeben und nicht im Rahmen der Einzelwissenschaft zu begründen) , sondern ist auf einen Gesamtzusammenhang ausgerichtet und sucht zu letzen Voraussetzungen und Bedingungen zu kommen (dies ist ein allgemeines Merkmal der Philosophie). Eine philosophische Lehre mit Thesen über die allgemeine und grundlegende Beschaffenheit der Wirklichkeit, die nicht Gegenstand von Erfahrung ist, ist Metaphysik. Ab wann genau konkret etwas als Metaphysik gilt, kann etwas kontrovers sein, weil nicht unbedingt alle den gleichen Metaphysikbegriff haben.

    2) Allgemeinbegriffe kommen auch in Einzelwissenschaften, darunter den Naturwissenschaften vor (in der Physik gibt es z. B. abstrakte Begriffe wie Körper und Bewegung). Der Begriff „Gesellschaft“ ist in der Soziologie zentral und diese ist eine empirisch ausgerichtete Sozialwissenschaft, auch wenn es Theoriemodelle gibt. Gesellschaften sind Gegenstand von Erfahrung. Die Verwendung von Allgemeinbegriffen ist ein geistiger Zugriff, aber Metaphysik ergibt sich erst mit zusätzlichen Gedanken.

    3) Bei der Ethik gibt es auch Beschreibung (deskriptive Ethik ; nicht spezifisch philosophisch) und Metaethik. Bei der normativen Ethik gibt es auch andere Auffassungen als die, sie müsse metaphysisch sein. Vom Geltungsanspruch her ist aber die These, jede normative Ethik müsse metaphysisch sein, mit gewichtigen Argumenten vertretbar. Wenn die Urteile einer normativen Ethik wahr sein wollen, ist eine Begründung erforderlich, warum etwas gut oder schlecht ist, sein soll oder nicht sein soll.

    Kommentar von Albrecht AlbrechtAlbrecht

    Bei einem Begründungsversuch mit Intuitionen tritt die kaum zu überwindende Schwierigkeit auf, intersubjektiv Nachvollziehen und Übereinstimmung zu erreichen und ein zuverlässiges und lückenloses Auftreten derartiger Intuitionen nachzuweisen.

    Ohne eine Begründung vom Seienden her ist etwas kaum als objektiv gut zu begründen. Dabei ist allerdings die Gefahr eines sein-Sollens-Fehlschlusses zu vermeiden (Sollsätze können nicht einfach aus Istsätzen angeleitet werden). Empirisch ist kein stichhaltiger Begründungsansatz möglich. Ein bloßes faktisches Sein reicht nicht aus. Irgendeine Art ideellen Seiendes wird benötigt, wenn der Geltung eine Grundlage erhalten soll. Dies führt zu ontologischer Theorie, als Metaphysik.

    4) Wer philosophiert und Thesen über die Beschaffenheit der Wirklichkeit überhaupt, über den Bereich des Empirischen hinaus, vertritt, betreibt Metaphysik. Materialismus, die grundsätzliche Auffassung, die ganze Wirklichkeit sei (letztlich) Materie bzw. alles beruhe auf Materie als alleinigem Prinzip, ist eine metaphysische Theorie. Empirisch (durch Beobachtung) kann die Frage nicht entschieden werden.

    Metaphysik ist auch von Metaphysikkritik begleitet und philosophische Richtungen haben sich gegen Metaphysik gerichtet, wobei geschichtlich teilweise eine bestimmte (traditionelle) Art von Metaphysik gemeint war. Es wird inzwischen von einem nachmetaphysischem Zeitalter gesprochen und Jürgen Habermas hat einem Buch den Titel „Nachmetaphysisches Denken“ gegeben. Manche philosophische Richtungen sind ihrem Selbstverständnis nach nicht metaphysisch, enthalten aber zumindest implizit Metaphysik.

    Metaphysik ist seit dem 19. Jahrhundert verstärkt etwas, das in einem schlechten Ruf steht. Richtungen wie der Positivismus und der logische Empirismus versuchten eine Überwindung der Metaphysik. Metaphysik galt als etwas, das nur Scheinprobleme aufstellt. Naturwissenschaften, Logik und Mathematik galten als die einzigen Bereiche sinnvoller wissenschaftlicher Aussagen. Metaphysikverdacht wurde zum Vorwurf.

    Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Wer denkt abstrakt (1807): „Denken? Abstrakt? – Sauve qui peut! Rette sich wer kann! - So höre ich schon einen vom Feinde erkauften Verräter ausrufen, der diesen Aufsatz dafür ausschreit, daß hier von Metaphysik die Rede sein werde. Denn Metaphysik ist das Wort, wie Abstrakt und beinahe auch Denken das Wort ist, vor dem jeder, mehr oder minder, wie vor einem mit der Pest behafteten davonläuft.“

    Gnädiges Auftreten enthielt die Feststellung, der Metaphysiker werde nicht mehr als Krimineller behandelt, sondern als Patient.
    Alfred Jules Ayer, Editor's Introduction. In: Logical positivism. Edited by Alfred Jules Ayer. New York : Free Press, 1959; S. 8: „The metaphysician is treated no longer as a criminal but as a patient: there may be good reasons why he says the strange things that he does.”

    Metaphysik ist aber ein grundlegender Bereich der Philosophie, sozusagen Fundamentalphilosophie. Metaphysikfreies Philosophieren ist nur durch Unterlassen von Theorien mit eigenen Thesen über die Beschaffenheit in philosophischen Kernbereichen möglich, sozusagen durch Ausklammerung. Erkenntnistheorie ohne positive Thesen, formale logische Analyse, Sprachkritik z. B. in Form von Warnungen, auf eigene Begriffsdichtungen hereinzufallen, Metaethik sind möglich. Entweder kommt es zu einer starken Einschränkung oder Metaphysik tritt mehr oder weniger verborgen doch auf.

    Die Auseinandersetzung mit metaphysischen Fragen ist nicht unberechtigt. Ratsam ist, sie mit rationalen Argumenten durchzuführen und nicht für eine sichere und unumstößliche Erkenntnis zu erklären, was kaum zweifelsfrei abschließend entschieden werden kann.

    Überblick zur Bedeutung des Begriffs Metaphysik:
    Ludger Oeing-Hanhoff/Theo Kobusch/Tilman Borsche, Metaphysik. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 5: L-Mn. Basel ; Stuttgart : Schwabe, 1980, Spalte 1186-1279

    Kommentar von MaNic22 MaNic22MaNic22

    Danke für diesen historischen Hintergrund. Ich persönlich stehe dieser modernen Metaphysik-Feindschaft noch unentschlossen gegenüber. Irgendwo verstehe ich, dass der immense naturwissenschaftliche Fortschritt die Leute zu so einem Denken verleitet, aber andererseits ist Naturwissenschaft auch aus der Philosophie entstanden, und damit fußt es nicht auf unwiderlegbaren Tatsachen. Bis weit in die Neuzeit hinein wurde schließlich noch nicht von Naturwissenschaft, sondern Naturphilosophie gesprochen.

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    RatgeberHelden Antwort von berkersheim berkersheim

    Laut Wikipedia ist Metaphysik: "Gegenstände der Metaphysik sind dabei, so der klassische Erklärungsanspruch, nicht durch empirische Einzeluntersuchungen zugängliche, sondern diesen zugrundeliegende Bereiche der Wirklichkeit." Das ist gar keine so schlechte Abgrenzung. Das heißt also, alles, was wir mutmaßen, ohne es wirklich mit wissenschaftlichen Methoden belegen zu können, und was nicht logisch im Konflik steht mit anderen Erfahrungen, die wir haben, kann als Metaphysik bezeichnet werden.

    Mit Kant gesprochen: Alles was Teil unserer erfahrbaren Welt ist und darin beschrieben und erklärt werden kann, gehört nicht zur Metaphysik. Dass es z.B. GEIST gibt, ein wenig abhängig davon, wie dieser definiert ist, ist eigentlich ein beschreibbarer Tatbestand. Nicht aber, ob die Welt ursprünglich GEIST IST. Diese Aussage ist eine Spekulation, die über einen erfahrbaren und beschreibbaren Tatbestand hinausgeht. Kategorisierende Begriffe wie GESELLSCHAFT gehören nicht in die Metaphysik. Sie sind z.B. in der Soziologie definierte "Schubladen", Begriffe für Gesamtheiten. Viele Erscheinungen z.B. im Erkenntnisprozess waren früher Metaphysik, sind aber inzwischen durch neue Forschungsergebnisse wissenschaftlich beschreibbar. Ein sich ausbreitender wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn gräbt sozusagen der Metaphysik das Wasser ab. Wenn Luther zu seiner Zeit die Wirkung von Wasserstrudeln dem Wirken von Wassergeistern zugeschrieben hat, war das Metaphysik, die zu seiner Zeit nicht widerlegbar war. Heute zählt diese Einstellung unter Aberglaube.

    Solange wir also mit unseren Aussagen in der erfahrbaren Welt bleiben (das muss nicht nur materielle Dinge betreffen, das kann z.B. auch immaterielle Beziehungen einschließen, Wertungen und Sollensaussagen) sind wir im Bereich erfahrungsvermittelter Erkenntnismöglichkeit. Ein Satz jedoch, dass "alles Materie ist", geht in seiner grundsätzlichen Aussage darüber hinaus und kann wie die Aussage, ob es einen Gott gibt, nicht entschieden werden. Solche Aussagen sollten nach Kant jedoch immer in sich widerspruchsfrei sein, weil sonst jeder Unsinn beanspruchen kann, dass er ernsthaft diskutiert wird. Bei Aussagen z.B. zum Sinn des Lebens kommt es darauf an, welcher Geltungsanspruch damit verbunden ist.

    Da Philosophie mit metaphysischen Fragen begonnen hat und viele davon nach wie vor auf großes Interesse stoßen, gibt es keinen Grund, diese nicht mit Ernst und guten Gründen zu beantworten, immer allerdings mit der Einschränkung, dass sie letztlich nicht entschieden werden können. Allerdings muss sich jeder gefallen lassen, dass sich seine Theorie auch an seiner Praxis messen lassen muss. Umgekehrt sollte bei der Einschätzung einer philosophischen Theorie oder Lehre nicht aus dem Auge verloren werden, welche metaphysischen Grundannahmen dahinter stecken. Gelassenheit bedeutet z.B. bei der Stoa etwas ganz anderes als bei Epikur, weil beide eine gegensätzliche Metaphsik haben. Oder der Theologie des Augustinus liegt eine andere Metaphysik zugrunde als dem Neuplatonismus eines Plotin oder Proklos.

    Kommentar von rolfmengert rolfmengertrolfmengert

    Man kann es kaum besser und verständlicher sagen. Große Anerkennung! rolfmengert

    Kommentar von MaNic22 MaNic22MaNic22

    Wirklich anschaulich mit guten Beispielen. Am meisten hat mir die unbeweisbare Behauptung "alles sei Materie" zu Denken gegeben. Wenn man es so betrachtet ist Physik doch auch eine Metaphysik, da sie von einer solchen Prämisse (vielleicht etwas abgewandelt "alles ist Energie") ausgeht...

    Kommentar von berkersheim berkersheimberkersheim

    Physik und Wissenschaft bewegen sich in der erkennbaren Welt (Kant). Das ist noch keine Metaphysik. Es ist erst Metaphysik, wenn der Wissenschaftler den Standpunkt vertritt, dass die erkennbare Welt die einzig wahre sei und Materie ihr Stoff. Es gibt ja auch "gläubige Wissenschaftler" und große Physiker haben immer wieder Deutungen versucht, die ihre Erkenntnisse in der erkennbaren Welt über diese hinaus transzendieren. Diese Versuche sind dann aber nicht mehr Physik sondern Metaphysik.

    Kommentar von MaNic22 MaNic22MaNic22

    Stimmt, das habe ich nicht bedacht.

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    Antwort von Enki40 Enki40

    Ich persönlich trenne Philosophie und Metaphysik. Philosophie ist eine Theorie, während Metaphysik eine Wissenschaft ist, die erforscht werden kann, die auf Gesetzen beruht, die außerhalb der physikalischen Gesetze stehen. Bedingt durch die Kirchen wurde dieser Wissenschaftszweig in die Ecke des reinen Glaubens gestellt und zu wenig erforscht, weshalb wir dort noch ganz am Anfang stehen. Doch sollte man das meiner Ansicht nach nicht mit philosophischen Theorien gleichsetzen, obwohl man natürlich bereits diese meine Äußerung streng genommen als philosophische Theorie ansehen kann, ich es jedoch gerne als wissenschaftliche Theorie sehen möchte.

    Kommentar von MaNic22 MaNic22MaNic22

    Das ist aber wirklich gewagt. Eigentlich ist die Metaphysik ein Teilgebiet der Philosophie. Wenn eine (Geistes)wissenschaft metaphysisch ist, dann ja wohl die Philosophie. Wie kommst du zu der Annahme, sie getrennt zu betrachten?

    Kommentar von Enki40 Enki40Enki40

    Aufgrund meiner jahrelangen metaphysischen Forschungen trenne ich das strikt. Metaphysik ist für mich ein Wissenschaftszweig, der mit bestimmten Begabungen oder Geräten, entwickelten oder noch nicht entwickelten - erforscht werden kann. Philosophie sind theoretische Annahmen, deren Auswirkungen sich in der Praxis beweisen können.

    Hier ist die Frage, wie man es deutet. Meta-Physik und Phylo-Sophia sind nach meiner Ansicht ein großer Unterschied. Obwohl natürlich Metaphysik zu Philosophie werden kann und umgekehrt, müssen sie das vom Ursprung her nicht sein.

    Kommentar von MaNic22 MaNic22MaNic22

    Interessant, wie wissenschaftlich du Metaphysik betrachtest. Inwiefern kann man dort überhaupt Forschungen betreiben, wenn nicht philosophische?

    PS: Der Ursprung der Metaphysik, ist der Philosoph Aristoteles gewesen. Insofern wäre es schwierig sie diesbezüglich strikt getrennt zu betrachten.

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    Antwort von Odysseus247 Odysseus247

    Wenn ich das ganze von Aristoteles her aufrolle, wäre Metaphysik dasjenige, was irgendwie nicht so recht eingeordnet werden kann. Ein Notbehelfsbegriff, der eigentlich sagt: --Keine Ahnung, was das sein soll, nennen wir es mal "Metaphysik"-- .

    Kommentar von MaNic22 MaNic22MaNic22

    :D Nicht schlecht beschrieben ^^

    Wirklich hilfreich ist es leider nicht.

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    Antwort von freezyderfrosch freezyderfrosch

    Metaphysik ist wenn ich etwas unmöglich erfahren kann, wie zum Beispiel, ob es einen Gott gibt. Da ist der Rationalist zu wenig rational um dies durch seine Vernunft wissen zu können und der Empiriker zu wenig empirisch um das wissen zu können. Wenn wir uns fragen, was gut und was böse ist, dann haben wir irgendwo auch eine Erfahrung im Leben gemacht, die uns zu einer Erkenntnis führen könnte. Anders, als bei Fragen, gibt es Gott oder ist das Universum unendlich? Metaphysik ist also der Raum für Spekulationen.

    Kommentar von MaNic22 MaNic22MaNic22

    Du hast nun das krasseste Beispiel genommen, das es gibt. Daher hilft es mir nicht wirklich weiter, wenn ich den Übergang vom nicht-metaphysischen zum metaphysischen suche - zudem dem Skeptizismus nach z.B. alle Aussagen Spekulationen sind.

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    Antwort von etalii etalii

    Erst mal muss ich doch klarstellen, dass für mich als Psychologen, mein Fach klar den Anspruch hat eine Naturwissenschaft zu sein. ;)

    Sonst würde ich es mit Poppers Demarkationskriterium der Falsifizierbarkeit halten um empirisches von metaphysischem zu trennen.

    So ist es auch bei der Gesellschaft. Man kann das Konstrukt Gesellschaft beispielsweise als eine bestimmte Gruppe von Leuten operationalisieren und Aussagen darüber treffen, die falsifiziert werden können. Beispiel: Es gibt keine Person innerhalb der Gesellschaft, die eine andere Religion hat als die Anderen. Wichtig ist es Restriktionen einzuführen, die bei Gültigkeit der Aussage keinesfalls auftreten dürfen.

    Aussagen lassen sich empirisch nie beweisen, nur falsifizieren. Aussagen die nicht falsifiziert werden können sind metaphysisch.

    Kommentar von MaNic22 MaNic22MaNic22

    Da habe ich aber schon andere Meinungen zu gehört. Denn Poppers Drei-Welten-Theorie soll metaphysisch sein und gleichzeitig (wie er es von allem selbst fordert) falsifizierbar, also quasi durch Argumente zu stützen oder zu widerlegen. Schließlich kann man ja auch rational falsifizieren: Platons metaphysische Ideenwelt enthält zwei Ideen des Gleichen Pferdes. Diese Aussage wäre dem restlichen kohärenten System nach widersprüchlich. Insofern bin ich mir bei deiner Definition unsicher.

    Und dass Psychologie eine Naturwissenschaft sein soll, kann ich mir bei aller öffentlichen Meinung dazu, nur im physiologisch-biologischen Bereich (also wissenschaftliche Erforschung des Gehirns) vorstellen. Wenn Freud vom Über-Ich spricht wirkt das auf mich mehr geisteswissenschaftlich.

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    Antwort von mha1213 mha1213

    Alle Fragen nach dem Grunde des Seienden sind metaphysisch. Alle Aussagen darüber ebenso. Die Metaphysik beschäftigt sich schließlich mit den "letzten Dingen" und wird daher häufig als spekulativ angesehen.

    Kommentar von MaNic22 MaNic22MaNic22

    Also ist alles, was die Physik nicht als Grund alles Seienden akzeptiert, metaphysisch?

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    Antwort von Gabel1953 Gabel1953

    Der Begriff Gesellschaft beinhaltet nur allgemein das Zusammenleben der Menschen, aber nicht den allgemeinen Sinn des Zusammenlebens in einer Gesellschaft.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysik

    Kommentar von MaNic22 MaNic22MaNic22

    Es geht mir auch nicht um den Sinn, sondern darum, dass das physische Objekt Gesellschaft nicht existiert, sondern bloß eine geistige Konstruktion ist und insofern womöglich transzendental...

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    Antwort von Realito Realito

    Metaphysik ist die maßlose Frage nach dem Ewigen, Grundlosen, in sich selbst Ruhenden, sich selbst Bejahenden, die Frage nach dem wahren Sein des Seienden, dem Absoluten.

    Kommentar von MaNic22 MaNic22MaNic22

    Ein wenig hilft deine Antwort, aber irgendwo verwirrt sie auch...

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    Antwort von noka666 noka666

    warum sollte überhaupt etwas metaphysisch sein ?

    Kommentar von MaNic22 MaNic22MaNic22

    Deine Frage ist sinnlos formuliert. Schließlich ist physische Existenz nicht von Moralität abhängig (vom sollen).

    Kommentar von noka666 noka666noka666

    okay :D

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