Ein Staat kann für sich alleine eigentlich nicht bankrott gehen, weil er die Hoheit über seine Finanzen und das Geld hat. D. h. er kann viel oder wenig Geld in Umlauf bringen, sich bei seinen Bürgern verschulden per Obligationen oder anderem und das immer wieder, so lange die Bürger diese kaufen. Dazu kann er natürlich auch den entsprechenden Zins festsetzen.
Durch die Internationalisierung der Wirtschaft, der Weltwirtschaft oder auch Globalisierung genannt haben aber die Anleger die Möglichkeit, sich auszusuchen, wo sie ihr Geld anlegen. Wenn sich dann niemand mehr findet, der sein Geld bei einem bestimmten Staat anlegen will und dieser Staat aber Verbindlichkeiten hat, also Zinszahlungen oder Rückzahlungen von Kredit, oder Bezahlung von Importen, dann ist der Staat bankrott, d. h. er ist nicht mehr in der Lage, seinen geldlichen Verpflichtungen nachzukommen. Dies hängt natürlich ab von der Wirtschaftskraft ebendieses Staates. Staaten mit potenter Wirtschaft können es sich leisten, sich hoch zu verschulden, Staaten mit nicht so potenter Wirtschaft weniger. Solche Staaten müssen für Staatspapiere wesentlich höhere Zinsen anbieten, um Anleger dazu zu bewegen, diese zu kaufen. Manchmal helfen keine hohen Zinsen, da Anleger zu sehr um die Sicherheit ihres Geldes fürchten, aber auch die Entwertung der fremden Währung in die Kalkulation miteinbeziehen.
Da nun die Weltwirtschaft zusammenhängt über Geldanlagen von z.B. deutschen Banken in Argentinien, kann dies Rückwirkungen eben auf diese Banken haben, wenn sie Geld abschreiben muss, weil es keine Zinsen mehr bringt und es auch nicht mehr zurückgezahlt werden kann. Das bringt bei gehäuftem Vorkommen diese Banken in Schwierigkeiten, heute sagt man in „Schieflage“, und natürlich auch befreundete Banken und damit das ganze Bankensystem.
Deshalb gibt es für solche Fälle die Weltbank, die für ev. notwendige Kredite garantiert, aber dafür verlangt, dass das so kreditierte Land die Regeln für die Wirtschaft so gestaltet, wie sie es vorschreibt, also z. B. die Lebensmittel für die Bevölkerung nicht mehr subventioniert oder auch sonst die Kosten senkt. Das bedeutet, dass die Regierung nicht mehr bestimmen kann, was in ihrer Wirtschaft passiert, sondern sich nach den Regeln der Weltbank bzw. des Internationalen Währungsfons (IWF) richten. Es verliert einen Teil seiner Souveränität.
Hä? Was soll denn das bedeuten? Kannst du das bitte näher ausführen?