Ab wann gilt ein Mensch bzw ein Elternhaus als bildungsfern?

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11 Antworten

Leider denken viele, dass "schlecht in der Schule (gewesen) sein" gleich bildungsfern bedeutet.

Bildung ist für mich aber wesentlich mehr als das, was in der Schule gepaukt und wieder hochgewürgt wird.

Bildung bedeutet vielseitiges Interesse an dem, was in der Welt passiert und was die Welt so zu bieten hat.
Oft sind das aber Themen, die - wenn überhaupt - nur am äußersten Rand des Schuluniversums zur Sprache kommt.
Dann meist nur, um einen vorgefertigten Lehrplan abzuhaken.

Ich kenne einige Freilerner, die vielleicht im Sinne der schulischen Bildung "bildungsfern" sein mögen - letztendlich um einiges mehr an Bildung genossen haben, als ihnen irgendeine Schule hätte anbieten können.

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@heimkind1: Du hast gefragt, ab wann man als "bildungsfern" gilt, nicht ab wann man bildungsfern ist. Dann solltest du dich nicht wundern, wenn vieles genannt wird, was man durchaus als Vorurteil ansehen kann.

"Bildungsfern" ist ein genauso problematischer Ausdruck wie "sozial schwach", weil dabei eine Diskriminierung empfunden wird, auch wenn sie vom Sprecher gar nicht gemeint ist. 

Angestrebt ist bei "bildungsfern" meist die Aussage, dass für die Personen, die das sind, der Zugang zu Bildungsmöglichkeiten verschiedenster Art erschwert ist. So war Aleksis Kivi, der Begründer der finnischen Prosadichtung, in dem Sinne bildungsfern, weil es zu seiner Zeit (1870) keine literarisches finnisches Prosaschrifttum gab. Um so etwas kennen zu lernen, musste er erst Schwedisch lernen. Fichte war bildungsfern, weil seine Eltern nie darauf gekommen wären, ihn auf eine weiterbildende Schule zu schicken.

Beide aber waren von ihrer Veranlagung her vermutlich besser für Bildung aufgeschlossen als 99% ihrer Zeitgenossen. Und kaum jemand wird bestreiten, dass man auch ganz ohne Zugang zu jeder Art von Schriftlichkeit hoch gebildet sein kann (zu denken wäre z.B. an die Aborigines). 

Du solltest dich also nicht wundern, wenn dir auf deine Frage geantwortet wird und nicht auf etwas, wonach du nicht gefragt hast. Aber da du vermutlich nur eine Diskussion anregen wolltest, weil du den Ausdruck "bildungsfern" als unpassend ansiehst, kann ich dir versichern: Das ist dir gut gelungen.

Dies Frageforum ist freilich an sich nicht dafür gedacht. 

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Bildungsnah würde heißen dass die Familienmitglieder eine abgeschlossene Schul- und Berufsausbildung haben.
Bildungsfern, wenn keiner auf der Schule war bzw einen Abschluss hat.  
Egal, ob die schulische Ausbildung jetzt eine super Aussagekraft über die Intelligenz der Familienmitglieder hat oder nicht.

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Kommentar von heimkid1
19.06.2016, 13:31

Jegliche Form der Schulbildung und Ausbildung?

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Kommentar von mexp123
19.06.2016, 13:37

Naja es gibt natürlich schon einen Unterschied, ob jemand nach der Hauptschule dann eine Ausbildung gemacht hat, oder ob einer Abitur, studiert und promoviert hat. Aber wenn alle in der Familie einen Abschluss von einer weiterführenden Schule haben (also Berufsschule, etc) dann würde ich sie auf jeden Fall nicht als bildungsfern bezeichnen.

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Kommentar von kiniro
20.06.2016, 09:37

Da machst du es dir ziemlich einfach mit deiner Aussage.

Ich empfehle dir mal, deinen puppenuntertassengroßen Horizont doch etwas zu erweitern.
Am besten mal etwas über Freilerner (Unschooler) lesen. Gibt es sogar Bücher darüber.

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Kommentar von mexp123
24.06.2016, 15:20

Vielen Dank für das Kompliment. Vielleicht wollte ich es mir ja einfach machen. Wenn man zB eine Studie durchführt, dann versucht man, möglichst einfach "bildungsnähe" zu messen. Und dann geht es um den höchsten akademischen Abschluss. Wenn man da anfangen würde jede freie Lehrform auch noch zu berücksichtigen, wär das echt kompliziert ... Außerdem kann man damit ja auch einen allgemeinen Abschluss machen (hoffe ich).
Solche Alternativen Lernmethoden sind bestimmt für manche was, aber ich weiß dann doch noch viele andere Themen, die mich vorher interessieren ;)

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Ich denke mal, ab dem Moment, wo die Sachzwänge verhindern sich zu bilden, weil man um das "Überleben" kämpfen muss.

In unserer Gesellschaft manifestiert sich das allerdings auf eine ganz andere Weise, als in einem sogenannten "Dritte Welt" Land. Dort können sich viele Menschen nicht bilden, weil sie erstmal was zu essen auf dem Tisch haben müssen. Da wird Schulbildung zweitrangig. Dort wird Bildung allerdings noch als hohes und erstrebenswetes Gut betrachtet, weil man dafür zahlen muss.

Bei uns ist der "Überlebenskampf" derart, dass die Menschen gefesselt durch Unzufriedenheit, Neid und "Habenwollen" (Unwort: Must Haves) sich nach dem Falschen, aber wirtschaftlich gewollten, "lang machen", und das Handy der neusten Generation wichtiger zu sein scheint, als sinnvolles und anwendbares Wissen.

Bildungsfern definiert sich deswegen für mich so: Jemand der lieber auf seinem (egal wie hohen) Wissens/Bildungsstand verharrt und nichts neues dazu lernen will. Und das trotz frei verfügbarem Material sich dieses aneignen zu können.

Kurz: Wozu sich bemühen, wenn einem doch alles in den A... geschoben wird?! Und dann auf hohem Niveau jammern!

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Kommentar von kiniro
20.06.2016, 09:38

Wieso denken so viele bei dem Wort "Bildung" an Schule?

Bildung findet überall statt.

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Ich sage mal so: Wo der Fernseher & die Spielkonsole die Rolle der Erziehungsberechtigten (Eltern) übernehmen, Probleme über Medienkonsum "geregelt" werden, niemand da ist der sich um die Kinder kümmert & z.B. kein Mittagessen gemacht wird, mit den Kindern nicht gelernt wird, die Eltern sich nicht viel um die Schule kümmern und wo die Kinder nach der Schule auf der Straße rumgammeln & zwar schlechte Noten, aber ein tolles Handy haben, kann man zumindest stark von bildungsfernen Hintergründen ausgehen.

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Kommentar von heimkid1
19.06.2016, 13:19

Aha also Eltern, die nicht erziehen können, sind gleich ungebildet. vollkommenes Vorurteil

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Kommentar von toomuchtrouble
19.06.2016, 16:50

Sorry, rotesand, Du verwechselt Ursache und Erscheinungsform.

Nach meiner Meinung ist ein nennenswerter Teil der Bevölkerung von jeglicher gesellschaftlicher Teilhabe abgekoppelt und dieser Prozess ist gewollt.

Einerseits dient diese Minderheit als Projektionsfläche für platte Urteile - in fast jedem Beitrag hier glänzend wiedergespiegelt -, andererseits ist sie ständiges Disziplinierungsinstrument für den kleiner werdenden Mittelstand.

Ob solche Leute über ihren Konsum einen bestimmten Restwert haben, ist unter Ökonomen umstritten. Auch die Diskussionen über bedingungsloses Grundeinkommen ist genauso Teil des Diskurses wie hemdsärmligere Maßnahmen.

Diese Zusammenhänge aufzubrechen, sich ein wenig gegen diese Hoffnungslosigkeit zu stemmen, haben sich einige Leute auf die Fahne geschrieben. Ich versuche - im Rahmen meiner Möglichkeiten - z.B. als Mitglied im Elternbeirat an der Schule meines Sohnes einen kleinen Beitrag zu leisten, z.B. Eltern beim Ausfüllen der Anträge für das Bildungs- und Teilhabepaket zu helfen, die weder von dessen Existenz wissen(können) noch sonst irgendetwas wahrnehmen.

Wie sieht Dein Beitrag aus?

Wenn nur eines von 100 Kindern dieser" failed families" einen Kurs an der Jugendmusikschule besucht, ist das der einzige Weg, das Elend zu beseitigen.

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Die Ausbildung der Eltern macht nur einen Teil davon aus. Schwerer wiegt, wie das Familienleben gestaltet wird.

In bildungsfernen Familien ist der Medienkonsum deutlich höher. Bildungsnahe findet man auch schon mal in einem Museum oder einem Konzert. Sie sehen im Kino nicht nur den neuesten Blockbuster, sondern auch andere Filme. Sie lesen Zeitungen und Bücher und sind vielseitig interessiert.

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Kommentar von dasheimkid
19.06.2016, 13:52

auch du bist offensichtlich sehr von deinem Vorurteilen geprägt.

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Kommentar von kiniro
20.06.2016, 09:41

Frage:

Was sind Eltern, die sich fürs Freilernen entschieden haben, ihren Kindern freien Zugang zu den Medien gewähren, Diskussionen mit den Kindern führen, unterwegs sind und auch diverse Museen sowie andere Orte gesehen haben?

Natürlich nicht unbedingt alles auf einmal.

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Ist schleichender Prozess. Wer nur RTL-Kram am Nachmittag schaut, Bild für echten Journalismus hält und sich nicht schlau mach, gilt gern als bildungsfern.

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Kommentar von heimkid1
19.06.2016, 13:20

Und reihst dich somit gleich in diese schublade mit ein

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Heidi Kabel sagt es Dir

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Das ist alles relativ zu betrachten. Wenn man von einem akademisch geprägten Elternhaus ausgeht, dann ist wohl Hauptschulabschluss schon Bildungsfern, wenn mann allerdings von einem Arbeiterhaushalt ausgeht wo die Eltern vielleicht eine abgeschlossene Ausbildung haben und eben auch einen Hauptschulabschluss, dann ist ein Elternhaus mit Hauptschulabschluss Bildungsfern, weil man es ja trotzdem zu etwas geschafft hat, in dem Fall wäre vielleicht überhaupt kein Schulabschluss Bildungsfern, also wenn man Schulabbrecher ist oder ähnliches.
Das liegt alles im Auge des Betrachters. Ganz grob gesehen könnte man vielleicht sagen das wenn die ganze family keinen Schulabschluss hat und die ganze Familie von Hartz IV lebt, daß dies dann schon allgemein hin als Bildungsfern gilt. Aber das kann man schwer verallgemeinern.
Gruß...

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Na, willste wieder diskutieren? Denn eine ernsthafte Antwort auf deine Frage interessiert dich ja offensichtlich nicht, weil du wieder jede Antwort in den Dreck ziehst und als falsch bezeichnest. Sag mal, gehts noch?

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Kommentar von heimkid1
19.06.2016, 13:29

ne eigentlich bin ich an einer sinnvollen Antwort interessiert, dass es manche Menschen Dinge nennen, die vollkommen daneben sind, kann ich nicht ändern

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Kommentar von dasheimkid
19.06.2016, 13:41

Ich denke nicht, dass das etwas mit der Erziehung oder dem Fernsehprogramm zu tun hat.

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Kommentar von Lycaa
19.06.2016, 13:44

Das war auch mein Gedanke

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Kommentar von dasheimkid
19.06.2016, 13:46

Mit der Bildung eines Menschen?!

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