circel1 am 18.01.2009 um 22:13 Uhr
Was ist zuerst da, das Denken oder das Sprechen?

Bereits das Gehirn des Embryos verarbeitet Eindrücke/Wahrnehmungen. Das Gehirn bildet nicht Nervenbahnen erst durch Denken aus, sondern das beanspruchte Gehirn bildet mehr Knotenpunkte zu wiederum anderen Nervenzellen aus als das weniger beanspruchte. Denn andernfalls müsste man sich ja für die Embryonalphase fragen: Was war zuerst - Huhn oder Ei? Ohne Gehirnzelle könnte der erste Gedanke nicht entstehen, der wiederum ursächlich die Entwicklung von Nervenzellen anstößt? Die Entwicklung der Nervenzellen ist grundsätzlich erst einmal genetisch angelegt.
Die Konsequenz eines stärker vernetzten Gehirns ist dann allerdings höhere Intelligenz (= Lernfähigkeit). Lernen ist ja z. B. auch freies Assoziieren und Abwägen, welche der Einfälle dann auch tatsächlich erfolgversprechend sind. Usw.
Zurück zur konkreten Frage: Denken ist nicht an Sprache gebunden! Aber: Sprache ist ein Hilfsmittel sowohl für analytisches Denken als auch für komplexe zwischenmenschliche Abläufe. Mit anderen Worten: Sprache ist ein Organisationsmittel.
Deine Sprache wird durch dein Denken determiniert und andersrum. Du kannst nur Sachen benennen die du auch "denken" kannst.
seregwen am 19. Januar 2009 11:16 wygotski würde dir wohl recht geben, piaget und whorf eher nicht...ich denke nicht, dass man eine solch pauschale aussage treffen kann, da um dieses thema durchaus noch gestritten wird
Ich glaub Whorf (gemeinsam mit Sapir) würd mir schon recht geben. Kernaussage wäre ja: Wir können nur das denken, was unsere Muttersprache uns erlaubt. Schöner Satz dabei -> "Wir sind Gefangene unserer Muttersprache." In deren Theorie ist das ganze einseitiger, wobei doch ersichtlich ist dass dort ein Wechselprinzip besteht. Da "und andersrum" wäre in Klammern vll sinnvoller gewesen, stimmt.^^
seregwen am 20. Januar 2009 10:12 du hast eine wechselwirkung postuliert, von der whorf und sapir eindeutig nicht ausgehen. der linguistische determinismus besagt ja eben, dass sprache durch das denken determiniert wird. diese beiden hypothesen kann man nicht gleichsetzen!
seregwen am 20. Januar 2009 10:15 verzeihung, ich meinte hier natürlich: das denken wird nach dem linguistischen determinsimus durch sprache determiniert
Das Denken. Erst dadurch entstehen die ganzen Nervenbahnen im Gehirn.