Frage von KundenTester, 103

Ab wann brauche ich beim Bogensport Stabis und wann Seitenstabis?

Antwort
von Bogenfreund, 88

Hallo KundenTester,

wenn hier verschiedentlich geschrieben wird das man sie nicht braucht, ist das einfach nur falsch weil zu pauschal. Wenn du im Gelände in einem Parcour unterwegs bist macht es evtl. Sinn, auf Stabis zu verzichten. Vielleicht sind sie in gewissen Situationen unhandlich. Auch passen sie nicht zu jeder Bogenklasse. Aber du schießt ja einen Sportbogen.

Bei bereits fortgeschrittener Technik, und das kann je nach Trainingshäufigkeit ab ca. 1/2 Jahr sein, werden Stabis deine Ergebnisse verbessern (wenn eine gute Technik mit einem erfahrenen Schützen oder Trainer vermittelt wurde). Das ist Fakt, 99,9 % aller olympischen Schützen können da nicht irren (und tun sie auch nicht). Auch ich habe das bei mir seiner Zeit feststellen können. Außerdem nehmen sie einen großen Teil des Handschocks auf, der Bogen wird leiser, gerade bei etwas höheren Zuggewichten macht das was aus.

Scheibenschützen werden i.d.R. mit Stabis schießen, hier verzichtet niemand freiwillig auf einen sinnvollen Helfer.

Aber auch beim Feldbogen-Turnieren werden durchaus Stabis geschossen. Weil mancher sich mit Extragewicht extra quälen will? Sicher nicht.

Bei konstanter Schießleistung können Stabis ca. 1-2 Ringe ausmachen. Natürlich darf man keine Wunder erwarten. Sollte bei dem einen oder anderen Schützen das nie eingetreten sein, müsste man nach den Gründen suchen, evtl. wurden sie einfach zu früh drangeschraubt oder es werden noch andere Fehler gemacht, die die positive Wirkung wieder aufheben.

Wenn dir der Sinn danach steht gibt es jedenfalls keinen Grund, es nicht zu probieren. Du brauchst auch nicht sehr viel Geld dafür auszugeben. Ein Monostabi im Bereich von ab ca. 50,-€ reicht erstmal völlig aus. Als Dämpfer wähle ein Gummi, was nicht zu weich ist und nicht mehr als 1-2 Gewichte. Wenn dein Schießstil einigermaßen konstant ist wirst du dein Wohlfühlgewicht mit der besten Trefferlage bald ermitteln.


Kommentar von KundenTester ,

Ich mache das ganze schon 2 Jahre mit einem Recurve in der Halle und auch draußen. 

Kommt halt auf das Wetter an. 

Ja, ich schieße auf Scheiben und betreibe das ganze mehr oder weniger als Sport ;)

Antwort
von Toxotes, 103

Wenn Deine Technik soweit stimmt, dass die Umstellung auf Fingerschlinge an der Reihe ist. Dein Trainer wird Dir sagen, wann es soweit ist. 


Wenn Du einen Holzlehrbogen mit Schraubwurfarmen schießt, dann sollte ein Langstabi reichen. Großartige Auswirkungen auf die Gruppierung sind eh nicht zu erwarten, da geht es nur um Deine Technik. Seitenstabis sehen da nur albern aus, wie Heckspoiler an 60-PS-Kleinwagen.


Wenn Du bereits ILF schießt, dann sehe ich keinen Grund, vorerst auf Kurzstabis zu verzichten.

Kommentar von KundenTester ,

Ich habe bereits einen Bogen mit Metalmittelstück und anderen Wurfarmen und benutze schon lange eine Fingerschlinge!

Kommentar von Toxotes ,

Äh, jetzt wird's aber spannend ...

Wozu brauchst Du denn die Fingerschlinge ohne Stabis?!

Kommentar von Bogenfreund ,

Hmm, was hat eine Fingerschlinge mit dem vorhanden sein von Stabis zu tun? Eine Das Schießen mit offener Hand ist sicher für alle Bögen zu empfehlen, einen Greifreflex kann niemand gebrauchen. Ohne Stabis ist nur kein Ausbalancieren des Systems zu erwarten, keine Absorbtion von Abschussschwingungen. Aber bereits im Anfängerstadium ab ca 4-5 mal Training ist die Verwendung einer Finger- oder Handgelenksschlinge zu empfehlen. So kann der Greifreflex sehr fühzeitig abgestellt werden. Natürlich kippt der Bogen anschließend leicht zurück, aber da ist der Pfeil bereits weg und wird nicht mehr beeinflusst.

Kommentar von Toxotes ,

Probier's mal aus, mit unveränderter Technik ohne Stabis zu schießen. Wenn Du die Nerven hast, nicht wegzuzucken, dann nimm ein Pflaster fürs Gesicht mit. :-)

Okay, das mag bei leichten Holzbögen mit schwacher Bogenstärke nicht so sein. Ich muss mal einem Anfänger seinen Ragim wegnehmen und das probieren.

Abgesehen davon halte ich es für wenig sinnvoll, dass sich Anfänger an das Gefühl gewöhnen, dass der Bogen nach hinten kippt. Was sollen die dabei lernen?

Ach so, und auf welchem Planeten wird die Benutzung einer Handgelenkschlinge empfohlen?! ;-) Wir sind doch keine Sonntagssschützen ...

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