Frage von debbilein, 65

(9 Monate gearbeitet, davor 1 Jahr Schule), Bekomme ich Arbeitslosengeld?

Hallo zusammen,

ich wurde am Freitag gefeuert, sehr plötzlich und ohne Vorwahnung. Die Frage ist ob ich Arbeitslosengeld bekommen. Ich habe letzes Jahr zum 28.10.15 begonnen vollzeit zu arbeiten bei der Firma über eine Zeitarbeitsfirma. Zum 1.5.2016 wurde ich übernommen, aber mir wurde eine neue Probezeit auferlegt. Da die Kündigungsfrist 2 Wochen beträgt und ohne Grund erfolgen darf wird der 23.07.2016 mein letzter Arbetstag sein. Ich habe also ca. 9 Monate bei dieser Firma gearbeitet 40 Stunden die Woche.

Vor der Beschäftigung hatte ich ein Jahr mein Abitur nachgeholt, also von 2014 bis 2015. 2014 hatte ich meine Ausbildung abgeschlossen und am 13.06.14 war mein letzer Arbeitstag gewesen. 3 Jahre Ausbildung vollzeit waren es. Dadurch hatte ich auch letztes Jahr in der Übergangszeit nach dem Abi und beginn der Beschäftigung Ende Oktober ALG1 erhalten. ca 62 meines Ausbildungsgehaltes bis 2014. Ist ja klar. Ca 2 Monate ca 450 Euro, September und Oktober.

Meine Befürchtung ist dass ich nun mit ALG1 nicht abgesichert bin, da doch die Regel gilt man muss in den letzen 24 Monaten mindestens 12 Monate vollzeit gearbeitet haben. Durch meine Schulzeit wird dies nicht erfüllt oder übersehe ich da etwas? Weiß jmnd bescheid womit ich nun rechnen muss?

Ich muss meine Wohnung irgendwie halten, bezahle 405,- warm für 55qm und mit harzt 4, wird das wohl nix. Bin grade erst eingezogen und kann das nicht sofort wieder aufgeben...

Danke für eure Hilfe!

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Arbeitsamt, 27

Durch deine neue Beschäftigung hast du die Anwartschaftszeiten noch nicht erfüllt,da hättest du wieder innerhalb von 2 Jahren min. 1 Jahr Versicherungspflicht nachweisen müssen !

Du könntest dann also nur noch einen Restanspruch aus deiner Ausbildung haben,den könntest du dann geltend machen und müsstest dann ALG - 2 zusätzlich beim Jobcenter beantragen.

Vorrangig wäre aber das Wohngeld,da brauchst du aber min. 80 % deines Bedarfes nach dem SGB - ll,also als Single würden das dann min. 404 € Regelsatz sein + 405 € Warmmiete = ca. 810 €,müsstest also auf ca. 650 € ALG - 1 kommen,wenn nicht kannst du gleich zusätzlich ALG - 2 beantragen.

Kommentar von debbilein ,

Danke für die Ausführliche Erklärung. Ich dachte allerdings mit hartz 4 hätte man eine Begrenzung bzgl der wohnsituation auf 45 m2 pro Kopf oder so oder liege ich da falsch? Allerdings kann ich mir auch nicht vorstellen dass Bei plötzlicher Arbeitslosigkeit man direkt aus seinem Wohnsitz gekickt wird. Ein Umzug ist ja auch keine Sache von 2 Minuten....  

Kommentar von isomatte ,

In der Regel steht einem Single ca. 50 qm an Wohnraum zu,ausschlaggebend ist am Ende aber die angemessene KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ohne den Abschlag für den normalen Haushaltsstrom ),die Wohnung könnte dann auch etwas größer sein !

Du kannst im Internet mal eingeben ,, Harald - Thome - örtliche - Richtlinien " oder ,, angemessene KDU " und den Namen deiner Stadt.

Da solltest du dann finden was bei dir als angemessen gilt.

Bei dir käme dann aber als Erstantragsteller hinzu,dass dir deine tatsächlichen KDU - in der Regel für weitere 6 Monate voll übernommen werden,auch wenn diese nicht angemessen sind.

Dann würdest du mit deinem Bewilligungsbescheid eine Aufforderung zur Kostensenkung bekommen,darin steht dann wie lange du deine derzeitige unangemessene KDU - noch gezahlt bekommst und was du dann nach diesen 6 Monaten noch max. bekommen würdest.

Du hast dann Zeit dir zu überlegen wie du deine Kosten senken könntest,also entweder mit dem Vermieter reden,ggf.etwas untervermieten,eine angemessene Wohnung suchen oder nach dieser Zeit die Differenz selber zuzahlen.

Das Jobcenter würde dich nur dann zum Umzug auffordern,wenn es auch wirtschaftlich wäre,dass bedeutet das Jobcenter würde hier berechnen wie viel du über der Angemessenheit liegst und das ganze dann mal 6 Monate Bezugszeitraum nehmen,dass würde dann mit evtl.anfallenden Kosten für den Umzug verglichen.

Denn wenn das Jobcenter dich zum Umzug auffordern würde,dann muss es auch alle damit verbunden Kosten übernehmen,also nicht nur ein Umzugsunternehmen zahlen,sondern auch Kaution / evtl.Zeitungen die du dir wegen Wohnungen kaufen müsstest / einen Makler den du mit der Suche beauftragen würdest usw.

Antwort
von DerHans, 32

Anspruch auf AlG 1 hast du noch nicht, da du noch keine 12 Pflichtbeiträge entrichtet hast.

Plötzliche Kündigung hört sich sehr nach verhaltensbedingter fristlosen Kündigung an. 

Da wirst du erst mal mit 3 Monaten Sanktion zu rechnen haben, WENN du überhaupt Anspruch auf AlG 2 hast. (Bedürftigkeitsprüfung)

Du solltest aber mit der zuständigen Gewerkschaft sprechen, ob eine weitere Probezeit überhaupt möglich war.

Kommentar von Familiengerd ,

Es handelt sich noch um die Probezeit mit einer Kündigungsfrist von 2 Wochen!

Kommentar von DerHans ,

Der AN ist aber bereits seit 9 Monaten im gleichen Unternehmen.

Die weitere Probezeit ist also zumindest zweifelhaft

Kommentar von Familiengerd ,

Er ist aber erst seit dem 01.05. Arbeitnehmer dieses Unternehmens: vorher war er dorthin als Arbeitnehmer einer Zeitarbeitsfirma ausgeliehen.

Die weitere Probezeit ist also zumindest zweifelhaft

Nein, sie ist nicht zweifelhaft, auch nicht "zumindest".

Da es sich um einen neuen Arbeitgeber handelt,l ist die Vereinbarung einer Probezeit - auch wenn er vorher schon als Leiharbeitnehmer dort gearbeitet hat - rechtlich nicht zu beanstanden!

Kommentar von debbilein ,

Wie im Unteren Kommentar geschrieben können Sie sehen warum ich gekündigt wurde. Wie kann denn sowas separiert werden ob verhaltensbedingt gekündigt oder aus welchen Gründen auch immer? Und Vorallem was bedeutet Sanktion? Ich habe nach wie vor meiner Meinung nach keinen Fehler gemacht, niemanden beleidigt oder was unverschämtes getan oder so. Es wurden Dinge vom mir erwartet die niemand in meiner Position erfüllen kann siehe mein Kommentar unten. 

Antwort
von Messkreisfehler, 30

Wie du richtig befürchtest erfüllst Du nicht die Voraussetzung um ALG1 zu beziehen.

Was war denn der Kündigungsgrund?

Ggfs kannst Du hiergegen vorgehen.

Kommentar von Familiengerd ,

Ggfs kannst Du hiergegen vorgehen.

Wohl kaum, da es sich um eine Probezeitkündigung handelt.

Und eine ausgesprochen willkürliche, sittenwidrige oder gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstoßende Kündigung dürfte kaum nachweisbar sein.

Kommentar von Messkreisfehler ,

Von einer Probezeitkündigung lese ich nichts in der Frage. Lediglich das eine neue Probezeit vereinbart wurde. Wie lange diese ist steht nicht in der Frage.

Kommentar von Familiengerd ,

Von einer Probezeitkündigung lese ich nichts in der Frage.

Aber selbstverständlich, denn das steht in der Frage:

ich wurde am Freitag gefeuert, sehr plötzlich und ohne Vorwahnung. [...] mir wurde eine neue Probezeit auferlegt. Da die Kündigungsfrist 2 Wochen beträgt und ohne Grund erfolgen darf wird der 23.07.2016 mein letzter Arbeitstag sein.

Kommentar von Messkreisfehler ,

Und das ein Tarifvertrag keine kürzere Kündigungsfrist vorschreibt entnimmst Du wo genau aus der Frage?

Der Begrif "Gegebenenfalls" in meiner Antwort ist dir ein Begriff, oder? !?!?

Kommentar von Familiengerd ,

Und das ein Tarifvertrag keine kürzere Kündigungsfrist vorschreibt entnimmst Du wo genau aus der Frage?

???

Sind die Aussagen des Fragestellers nicht klar genug??

Der Begrif "Gegebenenfalls" in meiner Antwort ist dir ein Begriff, oder? !?!?

Auch da muss ich drei Fragezeichen machen: "???", weil der Hinweis in diesem Zusammenhang ziemlich "sinnfrei" ist! Meine Erwiderung "wohl kaum" kollidiert jedenfalls nicht mit Deinem "gegebenenfalls"!

Ich wollte Dir nicht "auf den Schlips treten"!

Kommentar von debbilein ,

Ich wurde aus heiterem Himmel gefeuert. Nie ein Feedback bekommen, auf gut deutsch habe ich mir den Hintern aufgerissen für diese Firma. Es herrschte kaum vorhanden Kommunikation und ich war oft frustriert. Ixh bin Mediengestalterin und sollte nach der erneuten übernahmen Aufgaben übernehmen die eine ganze Marketingabteilung ersetzen als einzige Grade ausgelernte Person. Das Unternehmen ist geführt von Engländern die aus einer strengen Gemeinde kommen Plymouth brethren Christian Church. Keiner von denen hat eine Ausbildung, da diese Gemeinde exklusiv ist und das komplette Unternehmen ist meiner Meinung nach sehr unprofessionell geführt. Wie gesagt keine Kommunikation Kein Feedback.  

Kommentar von debbilein ,

Das Unternehmen ist nicht in einer Gewerkschaft. 

Kommentar von DerHans ,

Unternehmen sind auch selten in einer Gewerkschaft.

Aber wenn du dort schon 6 Monate über eine Zeitarbeitsfirma gearbeitet hast, warum unterschreibst du dann dort einen Vertrag?

Dann kanntest du doch deren Bedingungen

Antwort
von Purplez, 34

Du musst ein Jahr sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben, ansonsten Anspruch auf Harz 4. Du musst auch deine Wohnung nicht aufgeben, beantrage Wohngeld.

Kommentar von MancheAntwort ,

in den Harz kann man fahren.... aber nicht beantragen !

Kommentar von Purplez ,

wenn du meinst, man hier gibt es aber richtige Trolle. Ich dachte das man hier einen IQ haben muss um mitreden zu können.

Kommentar von DerHans ,

Beim Bezug von AlG 2 ist das Wohngeld bereits berücksichtigt, da ja die gesamten Kosten der Unterkunft geleistet werden.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community