Frage von Panazee, 95

75.-€ mehr Unterhalt, aber bei meinem Sohn kommt angeblich nichts an. Kann das sein?

Hallo,

mein Sohn ist vor kurzem 12 geworden und jetzt zahle ich 75.-€ mehr Unterhalt. Vorher 303,-€, jetzt nach Erhöhung und anderer Altersstufe 378.-€.

Nun behauptet seine Mutter, dass von diesen 75.-€ mehr bei ihr nichts ankommt, weil das vom Amt verrechnet wird. Laut meiner Recherche stehen meinem Sohn 269.-€ Hartz IV zu. Klar zahlt das Amt die nicht, wenn ich 378.-€ Unterhalt zahle, aber darf das Amt die 109.-€, die ich mehr zahle als der Hartz IV Satz wäre irgendwie vom Hartz IV seiner Mutter abziehen? Ich zahle den Unterhalt ja explizit an meinen Sohn. Seiner Mutter gegenüber bin ich nicht unterhaltspflichtig.

Diese 75.-€ mehr zahle ich ja, weil der Gesetzgeber festgelegt hat, dass mein Sohn mehr Geld benötigt, wenn er älter wird. Das sehe ich auch vollkommen ein, aber ich sehe es eigentlich nicht ein diese 75.-€ aufgrund dieser Begründung zu zahlen und dann hat mein Sohn am Ende genauso viel (oder wenig) Geld wie vorher und die 75.-€ wandern in die Staatskasse.

Könnte evtl. das Kindergeld eine Rolle spielen? Wird das vielleicht von dem Hartz IV seiner Mutter abgezogen?

Grüße Panazee

P.S.:

Das Thema kam auf, weil ich bei etwas für meinen Sohn dazu zahlen sollte und ich gemeint habe, dass ich das nicht mehr kann, aber sie ja jetzt 75.-€ mehr Unterhalt genau dafür von mir bekommt. Darauf kam ihre Ansage, dass sie das nicht wirklich bekommt und sie jetzt nicht mehr hat als zu der Zeit, als ich 75.-€ weniger Unterhalt gezahlt habe.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isomatte, Community-Experte für Hartz IV, 34

Deinem Sohn steht ab dem 6 - 13 Lebensjahr derzeit ein Regelsatz von 270 € zu,ab 14 - 17 würden es derzeit 306 € sein !

Dazu kommt aber dann noch der Kopfanteil der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ),dass ergibt dann sein Bedarf nach dem SGB - ll.

Wenn er also mit seiner Mutter alleine lebt,dann sind das 50 % der Warmmiete,deshalb hat er auch von deiner höheren Unterhaltszahlung nichts,weil diese zu 100 % auf seine Leistungen angerechnet wird.

Dann kommen zu deinen 378 € Unterhalt noch 190 € Kindergeld = 568 € pro Monat.

Von diesen 568 € gehen dann die 270 € Regelsatz ab,bleiben noch 298 € für sein Kopfanteil der KDU - übrig.

Zahlt deine Ex - dann z.B. nur 500 € für die KDU - dann würde der Kopfanteil bei nur 250 € liegen,dein Sohn würde nicht mehr zur BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) deiner Ex - gehören,weil er seinen Unterhaltsbedarf aus eigenem Einkommen sichern kann.

Es würden dann angenommen noch 48 € an Überschuss vorhanden sein,dieser würde dem Kindergeld zugerechnet und da er diesen Überschuss dann zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr benötigen würde,wird dieser dann wieder zum Einkommen des Kindergeldberechtigten,also deiner Ex.

Wenn sie noch keine Freibeträge auf Einkommen geltend machen würde,dann kann sie auf das sonstige Einkommen wie Kindergeld 30 € Versicherungspauschale ( ab 18 ) geltend machen,dann würden von den angenommenen 48 € nur 18 € als Einkommen auf ihren Bedarf angerechnet,also ihre Leistungen gekürzt.

Indirekt finanzierst du also durch den höheren Unterhalt den Lebensunterhalt deiner Ex - und dagegen kannst du nichts machen.

Kommentar von EstherNele ,

Indirekt finanzierst du also durch den höheren Unterhalt den Lebensunterhalt deiner Ex - und dagegen kannst du nichts machen

Naja, die Ex hat bloß nichts davon - außer vielleicht den 30 €, welche sie pauschal abrechnen kann für Versicherungen.

Denn die 18 €, die nach deiner Rechnung übrig bleiben von dem zu übertragenden Kindergeld, die werden ihr ja vom JC angerechnet. also wieder ein Nullsummenspiel.

Kommentar von isomatte ,

Sicher wird der Überschuss dann auf ihren Bedarf angerechnet,aber darum geht es ja nicht,sondern darum,dass das Kind nichts von dem höheren Unterhalt hat und er indirekt seine Ex - unterstützt,denn sonst würde die ihren Bedarf vom Staat bekommen !

Die Kürzung ihres Bedarfs wird dann ja nur durch die Zahlung des höheren Unterhalts möglich.

Kommentar von Menuett ,

Kindesunterhalt darf aber nicht auf den Bedarf der Mutter angerechnet werden.

Die Tochter meiner Schwester fiel durch den hohen Unterhalt aus der BG heraus. Da blieb dann tatsächlich mehr Geld übrig.

Kann natürlich sein, dass die Miete hier so hoch ist, dass die Erhöhung davon aufgefressen wird.

Kommentar von isomatte ,

Es hat ja auch keiner behauptet das Unterhalt bei der Mutter angerechnet werden darf !

Der höhere Unterhalt führt aber ggf.dazu,dass das Kind mit dem Kindergeld seinen eigenen Bedarf decken kann,somit aus der BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) der Mutter raus fällt und nicht mehr benötigtes Kindergeld,was das Kind zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr benötigt dann auf den Bedarf der Mutter angerechnet wird.

Es sind dann max. 30 € Versicherungspauschale auf sonstiges Einkommen absetzbar.

Das was hier also mehr bleiben würde,dass sind max. diese 30 €.

Denn auch wenn die Mutter dann für das Kind Wohngeld beantragen könnte,wenn es aus der BG - raus wäre,würde das im Endeffekt auch erst mal nichts bringen,denn durch das Wohngeld bräuchte das Kind wiederum weniger vom Kindergeld und das würde dann wieder bei der Mutter angerechnet.

Kommentar von Panazee ,

Danke für die ausführliche Antwort. Ich kann damit leben, dass ich mit meinem Unterhalt 108.-€ vom Mietanteil meines Sohnes übernehme. Ich will ja auch nicht, dass der Staat alles für ihn finanzieren muss. Es wäre mir zwar lieber, wenn diese 75.-€ mehr ihm direkt zur Verfügung stünden, aber im Grunde ist das dann schon korrekt so.

Kommentar von Panazee ,

P.S.:

Die Miete ist vermutlich relativ hoch. 50 Minuten mit dem Regionalzug von München entfernt. Sobald man in einem Bereich ist, von dem aus man München recht "bequem" erreichen kann, schießt die Miete in die Höhe.

Kommentar von isomatte ,

Dann hätte es sich mit der indirekten Unterstützung ja schon erledigt,wenn die KDU - mal angenommen bei 700 € liegen würde,denn dann läge der Bedarf für dein Kind ja schon bei ca.620 € pro Monat und dieser würde durch deine 378 € Unterhalt + 190 € Kindergeld = 568 € nicht gedeckt !

Es würde also selber noch staatliche Unterstützung bekommen.

Danke dir für deinen Stern !

Antwort
von Jewi14, 38

Wenn du es so hart ausdrücken willst und so sehen willst, dann hast du Recht.

Mutter und Kind leben offensichtlich von Hartz4. Der Gesetzgeber hat Regelsätze festgestellt, die ein Mensch zu Leben braucht (ob die zu gering sind, lassen wir mal außen vor). Einkünfte sei es Arbeit, Kindergeld oder eben Unterhaltszahlungen werden von diesem Regelsatz abgezogen und nur noch die Differenz wird überwiesen. Papa Staat bekommt also nicht die 75 Euro, die bleiben bei Mutter und Kind, sondern Papa Saat überweist weniger Hartz4.

PS: Ich will nicht anmassend sein, aber wenn das Kind 12 Jahre alt ist, so braucht es keine rund um die Uhr Betreuung und die Mutter könnte in Teilzeit arbeiten. Bei Lohn wird zwar auch ein Teil auf Hartz4 angerechnet, aber es gibt Freibeträge. Arbeitet die Mutter?

Kommentar von Panazee ,

Laut Aussage seiner Mutter ist sie nicht arbeitsfähig, weil sie einen Burn-Out durch die Erziehung unseres Sohnes hat. Ich wohne hier mit 2 Kindern meiner neuen Freundin und habe meinen Sohn die Hälfte der Ferien. Ich kann nicht einmal einen Anflug von Burn-Out verspüren.

Ich kann sie ja nicht zwingen arbeiten zu gehen. Was mich halt nervt ist, dass ich mir ständig Vorwürfe anhören muss. Ich soll mehr zahlen was mein Sohn an Kosten verursacht (Klassenfahrten, Schulmaterial, etc.) und jetzt habe ich ihn in den Ferien und bekomme den Vorwurf, dass ich mit ihm nicht in den Urlaub fahre. Ich habe einfach das Geld dafür nicht, aber das wird nicht geglaubt. Ich habe ihr sogar schon einmal die Zugangsdaten für mein Onlinebanking (ohne PINs) gegeben, damit sie jederzeit auf mein Konto schauen kann und sehen kann wo mein Geld hin geht. Das will sie aber nicht, weil sie ja in meine Privatsphäre eindringen würde.

Naja, ich könnte jetzt noch seitenweise jammern, aber eigentlich wollte ich nur die Frage beantwortet haben und nicht mein Leid klagen. ;-)

Danke für die Antwort.

Kommentar von EstherNele ,

Wenn der Sohn zur Klassenfahrt fährt, dann kann sie als Leistungsbezieherin die Kostenübernahme beantragen.

Für die Schulsachen bekommt sie pro Jahr 100 € vom Amt.

Schulbücher könnte sie als Leistungsbezieherin von der Schule als Leihgabe bekommen ...

Für die Kosten, die deine Ex dir hier vorhält, bezahlst du Unterhalt.

Sicher kann ein Kind, dessen Eltern(-teil) mit ALG II bezieht, nicht bei Klamotten/Ausstattung/Urlaub/Freizeit im oberen Preisniveau aufwachsen - aber man kriegt das schon so hin, dass das Kind alles hat, wenn auch nicht oder nicht immer Marke.

Wenn du deinen Sohn hast in den Ferien und du unternimmst etwas mit den Kindern, dann ist das doch okay.

Es gibt jede Menge Kinder, welche auch nicht in den Urlaub fahren.

Erzähl mal deiner Ex, dass im Regelsatz deines Sohnes ein bestimmter Betrag für Ernährung und für Freizeit vorgesehen ist.

Den könntest du verlangen, dass sie ihn dir aushändigt, denn während das Kind bei dir verpflegt wird, hast du Anspruch auf diesen Betrag. Deiner Unterhaltspflicht bist du nämlich schon mit Zahlung des Unterhalts nachgekommen.

Erkläre ihr mal, dass sie (siehe Post von isomatte zur Verschiebung des Kindergeldes) in der Summe dreißig Euro mehr hat, als eine ALG II-Empfängerin mit gleichaltrigem Kind und ohne Unterhaltszahlung vom Vater überhaupt hätte.

Wenn du den Unterhalt zahlst, den die Düsseldorfer Tabelle verlangt und du dein Kind auch noch in den Ferien holst, dann tust du mehr als so manch andere Vater.

Lass dich nicht kleinmachen von ihr, du machst nichts falsch. Und an deiner Stelle würde ich nie jemandem meine Kontodaten vorlegen, erst nicht einer Ex.

Und was hier die Meinung anbetrifft, du finanzierst deine Ex mit - stimmt ja auch nicht ganz. Maximal entlastet deine Unterhaltszahlung die Staatskasse, die sonst für das Kind aufkommen müsste. Und es ist ja in Ordnung, dass erst mal alle andere Einkommen (hier Unterhalt) zur Bedarfsdeckung benutzt werden. ---

Wenn deine Sohnemann auch in diesen Ferien bei dir ist, dann wünsche ich euch schöne gemeinsame Tage.

Antwort
von lindgren, 46

Du zahlst den Unterhalt nicht explizit an deinen 12-jährigen Sohn, sondern an die Mutter. Sie hat die Ausgaben für das Kind. Miete, Wasser, Strom, Essen, Trinken, Kleidung, Müllabfuhr et cetera. Diese Kosten trägt die Mutter für das Kind.

Und ja, es wird vom Amt angerechnet, auch das Kindergeld wird angerechnet.

Bei deinem Sohn kommt der Unterhalt nicht aufs Konto, sondern die Mutter hat den Anspruch für den Sohn.



Antwort
von petrapetra64, 5

Das ist richtig, der Unterhalt wird dem Sohn voll angerechnet und die Altersstufen beim H4 sind anders als beim Unterhalt. Daher bekommt die Mutter für den Sohn vom Amt nichts mehr. 

Der Sohn erhält ja seinen Bedarf nach H4 und er muss den halben Anteil von Miete und Heizkosten tragen (wenn die beiden alleine wohnen). Da wird der Unterhalt alleine wohl nicht ausreichen. Den Rest muss ja das Amt drauflegen.

Bleibt beim Sohn dann doch tatsächlich ein Plus (je nach Mietkosten), dann kann das Kindergeld, was ja der Mutter zusteht, wirklich auf ihren Bedarf angerechnet werden. Beim Unterhalt geht das nicht. 

Antwort
von gerd1011, 45

Dann soll sich die Mutter Deines Sohnes eine Arbeit suchen und kein Hartz4 mehr beziehen, dann hat sie die 75 Euro mehr. So ist das einzig ihr Problem, und dass dieser Betrag dann angerechnet wird, ist auch ok. 

Kommentar von lindgren ,

Uh....das ist wohl aus der Luft gegriffen. Die Mutter kann auch Arbeit haben und aufstockend Hartz IV erhalten.

Kommentar von gerd1011 ,

könnte sein, dann würden dem Sohn aber wohl keine 269 € Hartz4 zustehen.

Kommentar von Panazee ,

Die macht seit 12 Jahren keinen Strich und hat angeblich einen Burn-Out, weil die Erziehung unseres Sohnes sie an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit bringt.

1/5 - 1/4 des Jahres ist mein Sohn bei mir. Jedes 2te Wochenende und die Hälfte der Ferien.

Das ist ja im Grunde ihre Sache und da wo sie wohnen ist der Arbeitsmarkt auch nicht gerade üppig, aber ich habe eigentlich keine Lust das mit meinem Unterhalt für meinen Sohn zu finanzieren.

Kommentar von gerd1011 ,

schon mal darüber nachgedacht, dass Dein Sohn ganz bei Dir wohnen könnte, wenn die Mutter so überfordert ist?

Kommentar von Panazee ,

Ist problematisch. Zum einen will sie das nicht und würde alles tun um das zu verhindern und zum anderen wohne ich seit 3 Jahren mit meiner neuen Freundin zusammen, die auch zwei Kinder hat. Wir wohnen in einer 3-Zimmer Wohnung und er hätte dann kein eigenes Zimmer mehr, sondern müsste es sich mit seinem 3 Jahre älteren Halb-Bruder teilen und die beiden sind nicht unbedingt ein Herz und eine Seele.

Ich habe meinem Sohn in Absprache mit meiner neuen Freundin trotzdem schon angeboten, dass er evtl. auch bei mir wohnen könnte, wenn er wollen würde. Er will das aber nicht, weil er da wo er jetzt wohnt natürlich einen Freundeskreis hat und den nicht verlieren will.

Kommentar von gerd1011 ,

Ok, ist absolut verständlich.

Antwort
von Kandahar, 35

Das ist vollkommen richtig so. Jedwedes Einkommen wird auf die Hartz IV-Leistungen angerechnet.

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