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600.000 Deutsche können von ihrem Vollzeitjob nicht leben- spricht das für Mindestlohn?

gefragt von Villon11 am 17.08.2007 um 21:15 Uhr

Finde diese Zahl äußerst erschreckend und wüsste gern, ob es jetzt normal sein soll, dass man trotz 38,5 oder 40 Stunden Arbeit pro Woche auf HartzIV angewiesen ist? Wie seht Ihr das mit dem Mindestlohn?


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xyungeloest
beantwortet von xyungeloest am 17. August 2007 21:21
9x
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ich würde einen mindstlohn begrüßen, damit endlich dieser lohndumping aufhört.

die unternehmer bereichern sich und die arbeiter gehen zur arge, das muss aufhören.

wer arbeitet soll ordentlich bezahlt werden, so das er seine familie ohne hartz 4 ernähren kann.

Kommentar von lux23 am 17. August 2007 22:45

Damit hast so soweit Recht, wenn der Mindestlohn auch zu Leben gut ausreichen würde. Genau das ist aber nicht realistisch. Eher realistisch ist ein Mindestlohn, der nicht zum Leben reicht. Es kommt also nicht primär darauf an, OB es einen Mindestlohn gibt, sondern WIE HOCH der ist.

Kommentar von Simple_avatar10smallxyungeloest am 17. August 2007 23:13

natürlich müßte er so hoch sein um davon leben zu können, sonst bräuchten wir keinen mindestlohn und könnten die leute weiter zur arge schicken.

20 euro halte ich aber dann doch etwas überspitzt, das verdienen wenige heute die ohne mindestlohn sind.

Kommentar von lux23 am 17. August 2007 23:26

Ob wenige Leute das verdienen, halte ich für irrelevant, da dies nur auf der aktuellen Lage, nicht aber auf der wünschenswerten Lage beruht. Zur Erhaltung eines lebenswerten Lebens sind imo 20€/Std. der Mindestlohn.

Kommentar von Kaldex am 17. Dezember 2007 13:29

Wie kommst Du auf 20 €/h als Mindestlohn? Ist das deine persönliche Anforderung an ein "lebenswertes" Leben?

Kommentar von Kaldex am 17. Dezember 2007 13:30

Wie kommst Du auf 20 €/h als Mindestlohn? Ist das deine persönliche Anforderung an ein "lebenswertes" Leben?


Indy72
beantwortet von Indy72 am 17. August 2007 21:25
7x
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Diejenigen, die meinen, dieser Umstand spräche nicht für den Mindestlohn, gehen von einer postulierten Vertragsfreiheit aus, die wir in wirklichkeit nicht haben. Seit Hatz muss man jede angebotene Arbeit annehmen und der mieseste Lohn ist kein Kündigungsgrund noch darf man deshalb ein Arbeitsangebot ausschlagen. Wenn dann die "working poors" ergänzende Leistungen zum Lebensunterhalt oder sonstige Sozialtransfers beziehen, so ist es nur Ausbeutung der Sozialsysteme durch die Arbeitgeber, die ja auf ihre Profite nicht verzichten müssen. Wenn der "arbeitende Arme" seine Arbeitsleistung wegen gesetzlicher Vorschriften nicht verknappen darf, dann hat er keinen Einfluss auf die Lohngestaltung und ist gegen diese Ausbeutung wehrlos!

Kommentar von Kaldex am 17. Dezember 2007 13:34

Sehr gut, indy72. Ich hätte es nur ähnlich, aber nicht so treffend wie Du sagen können. Vor allem was die angebl. Vertragsfreiheit in diesem System angeht ...


jaguar4
beantwortet von jaguar4 am 17. August 2007 21:27
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ich hoffe auf einen mindestlohn. die menschen gehen arbeiten und müssen sich dennoch erniedrigen und um aufbesserung bitten, damit sie über dir runden kommen, ich finde das unfair. vor allem, wenn andere auch noch darunter leiden, wie zb kinder, die mit in die armut gezogen werden. ein schlechter start, der oftmals nicht einzuholen ist.


anonym
beantwortet von poetvl am 17. August 2007 22:09
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Mindestlohn muss sein, und zwar vernünftig, das der der arbeitet sich selber, und auch eine Familie ernähren kann. Ist doch eigentlich das normalste auf der Welt in einer kultivierten Volkswirtschaft und Demokratie. Das viele Arbeitgeber durch Gesetz zu einem vernünftigen Lohn gezwungen werden müssen, spottet ja eigentlich schon jeder Beschreibung. Es ist leider so, das diese durch die zahlung der Dunpinglöhne ihre Bilanz aufbessern, und den Rest zum Leben zahlt die Allgemeinheit durch die notwendigen Sozialleistungen. Würde mir zwar auch wünschen es ging ohne Gesetz, aber da sehe ich schwarz. Eine Republik ( Demokratie )wie Deutschland (eines der reichsten Länder der Erde.) sollte sich für einen Mindestlohn nicht zu schade sein. Vielleicht führt ja im Gegenzug einen Höchstlohn für Manager ein. Von der Differenz könnte man sicherlich tausende Mindestlöhne finanzieren. Aber jetzt höre ich auf, sonst hagelts Prügel.

Kommentar von Micha01 am 17. August 2007 22:14

Das kann man ruhig mal aussprechen ! So wie Sie denken Tausende. Nur bis ganz oben ist es offensichtlich noch nicht vorgedrungen.

Kommentar von poetvl am 17. August 2007 23:21

Die Rechnung ist relativ einfach. Würde man dem Vorstandsvorsitzendem der Deutschen Bank von den 13 Mill. Jahresverdienst eine Million lassen. ( Das müsste reichen, oder ?? )könnte man von den restlichen 12 Mill. 400 Jahresgehälter a 30000 Euro oder 300 Jahresgehälter a 40000 Euro bezahlen. Das wären die kompletten Gehälter einer grösseren , mittelständischen Firma mit 300 + 4oo Mitarbeitern. Das muss man sich mal überlegen.


anonym
beantwortet von lux23 am 17. August 2007 21:22
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  1. nein

  2. ob das so sein soll, hängt von der Perspektive des Betrachters ab. Ich finde es nicht normal sondern pervers.

  3. sehr kritisch, solange er nicht bei 20,- €/Std. liegt.




Kommentar von B0062c7fab7bf0da32f420f3b225d453smallNiklaus am 18. August 2007 23:10

So was von unrealistisch ist unglaublich. Ausserdem ist dies volkswirtschaftliche Nonsens. Denk nur an die Preise der Waren die durch diesen Lohn erzeugt werden.


Mismid
beantwortet von Mismid am 17. August 2007 22:15
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ich bin für einen Mindestlohn, aber ich denke der wird so niedrig angesetzt werden, falls er denn überhaupt kommt, daß man davon auch wieder nicht leben kann. Das schwierige ist aber die Höhe des Mindestlohnes festzulegen. Es gibt Leute die machen eigentlich nichts während der Arbeit und verdienen ganz gut, andere arbeiten sich fast zu tode und verdienen weniger als Sozialhilfeniveau. Außerdem befrüchte ich, daß viele Firmen sich dann am Mindestlohn orientieren, die zuvor über diesem Mindestlohn lagen und das Gehaltsgefüge dann nach unten rutscht.


anonym
beantwortet von kbra01 am 18. August 2007 15:20
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Es werden mehrere Annahmen gemacht: Erstens: Der lohnabhängige, nicht selbständige Arbeitnehmer muß arbeiten, um aus eigener Arbeitsleistung alles für seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Zweitens: Der Arbeitgeber benötigt Arbeitskräfte, um seine Geschäftsidee, die gewinnorientiert ist, durchführen zu können.

Drittens: In einer freien Marktwirtschaft müssen sich beide Dinge in Einklang bringen lassen.

Es nützt nichts, zu fordern, auf der einen Seite den Lebensstandard zu minimieren, um mit geringem Lohn "über die Runden" zu kommen, auf der anderen Seite kann ein Arbeitgeber keine Leute einstellen, wenn die Geschäftsidee nichts abwirft.

So wird ein staatlich verordneter "Mindestlohn" auch nur dann gezahlt werden können, wenn es die wirtschaftliche Situation zuläßt. Ansonsten überläßt man den Arbeitnehmer lieber vollends den staatlichen Subventions- und Transferleistungssystemen, die ja noch existieren und funktionieren.

Diese kommen auch nicht aus dem Nichts, sondern werden über Sozialabgaben der jetzt Beschäftigten rekrutiert, insofern arbeitet ein Arbeitnehmer nicht nur für seinen momentanen Lebensunterhalt, sondern er finanziert auch die Transferleistungssysteme mit.

Irgendwann ist dann der Super-Gau vorprogrammiert, weil es die gesamtwirtschaftliche Situation auf Dauer nicht zuläßt, einen Satz von ca. 40 Prozent und mehr Abzüge vom Bruttolohn durchzuhalten, ohne, daß Arbeit von ihrer Entlohnung her unattraktiv wird.

Im Endeffekt läuft dies auf Planwirtschaft hinaus, würde der Staat noch mehr, wie es jetzt schon der Fall ist, in die Betriebs- und Beschäftigungspolitik hineinfunken.

Es gibt aber auch noch den "zweiten", bzw. "dritten" Arbeitsmarkt. Ich meine hier vor allem die Zeitarbeitsunternehmen, die mit "Arbeitnehmerüberlassung" nicht unerhebliche Gewinne erwirtschaften.

Hier würde ich die Debatte über einen Mindestlohn für besonders gerechtfertigt halten. Denn, im Klartext, die Zeitarbeitsfirmen kassieren von den Unternehmen, denen sie Arbeitskräfte "überlassen", den Tariflohn und nicht selten noch mehr, geben diesen aber nicht in voller Höhe an diejenigen, die die Arbeit tatsächlich erbringen, weiter.


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