Frage von Lukastiger, 18

6 Sätze zur Kirche im Mittelalter?

Muss Hausaufgaben machen, und da bräuchte ich Hilfe. Frage steht oben.

Antwort
von Anthropos, 1

Die Kirche im Mittelalter war nict viel anders als heute. Die Messe wurde noch ein wenig anders gefeiert. Es gab da noch keine so ganz vorgeschriebenen Regeln in der Liturgie, weshalb einige Priester die Liturgie nicht ganz gewissenhaft und vorbildlich feierten.

Die Kirche im Mittelalter ist eine Kirche der Armen. Denn in dieser Zeit entstanden die beiden großen Bettelorden Franziskaner und Dominikaner. Diese Orden lebten freiwillig für Christus in Armut.

Die Kirche des Mittelalters ist eine Kirche des geistigen Aufbruchs. Man denke an die großen Theologen wie Thomas von Aquin oder Anselm von Canterbury. Der geistige Aufbruch war groß. Die Gedanken der Scholastik stammen aus dem Mittelalter. Durch die Inquisition, der Prozess der genauen Nachforschung, wurden Grundlagen für ein modernes Gerichtssystem geschaffen. Der friedliche Dialog mit anderen Religionen begann, auch wenn andere Religionen nicht immer friedlich geantwortet haben (man denke an die Ermordung von Franziskanern durch die Katharer).

Die Kirche des Mittelalters ist eine Kirche des Aufbruchs. Die Kreuzzüge führten die Christen in neue, unbekannte Länder. Sie vermischten die Kulturen. Der Papst rief zur Befreiung der unterdrückten Christen in den östlichen Ländern auf. Natürlich wurde da auch sehr viel schlimmes getan, wofür wir uns in Reue und Demut schämen müssen. Das wäre dann auch der nächste Punkt:

Die Kirche des Mittelalters ist eine Kirche der Sünder. Die Kirche war eine Kirche der Sünder, ist es heute noch und wird es auch immer sein. In allen Schichten der Kirche gab es Sünde. In der aller untersten Schicht, bei den Bauern, bei den Rittern durch rücksichtloses Plündern von Dörfern (übrigens auch von christlichen) und dann ganz oben bei einigen Priestern, Bischöfen und Päpsten. Es gab immerhin 8 Päpste, die Kinder hatten. Ein Großteil dieser Päpste gehört ins Mittelalter. Die von Gott gegebene Macht wurde an allen Stellen, wo es Menschen gab, missbraucht.

Aber gleichzeitig ist die Kirche des Mittelalters auch eine Kirche der Buße. In keiner Zeit wurde so viel gebeichtet wie im Mittelalter. Überall wo es Sünde gab, gab es auch Buße. Dies ist für den heutigen Menschen nicht mehr so ganz verständlich, da heute das Bußsakrament ja zunehmend an Bedeutung verloren hat und Heiden damit ja gar nichts anfangen können.

Alles in allem bin ich stolz darauf, mich in dieser Kirche der Jahrtausende geborgen fühlen zu dürfen. Natürlich - Fehler gibt es überall, eben auch in der Kirche. Gerade das macht ja die Kirche nicht etwa zu etwas unerreichbaren, sondern zu etwas, das auf Erden wandert (ecclesia militans), zu einer Gemeinschaft, in die jeder eingeladen ist. Und wir alle, wir armen Sünder, können dann versuchen, aus dieser Gemeinschaft heraus, die Herrlichkeit und Größe der Kirche zu zeigen. Und das Mittelalter hat unsere Kirche da sehr geprägt. Auch, wenn dort viele Klischees in unsere Zeit übergegangen sind, die von Leuten wie Dan Brown verbreitet wurden und werden.

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