Frage von Teikona, 82

6 Monate alter Hund legt seine Pfoten auf meine Schultern (Hundeexperten gefragt)?

Hey Community,

wir haben seit 4 Monaten einen Labrador Welpen (kam mit 8 Wochen zu uns), der ein

wenig problematisch ist.

Nun habe ich eine Frage zu seinem Verhalten, weil ich nicht weiß, ob ich es unterbinden

oder dulden soll.

Folgendes: Wenn ich mich zu ihm runterbücke (in die Hocke gehe) springt er mir ziemlich

häufig auf die Schultern und schlabbert mein Gesicht ab und knabbert mir in die Ohren.

Der Hund ist generell sehr rabiat, daher ist das knabbern hier und da auch eher mal ein

leichtes beißen. Zumindest empfinde ich es so.

Bevor er das macht schwänzelt er aber immer mit dem Schwanz, also gehe ich davon aus,

dass er das aus Freude macht (ich weiß, Schwanzwedeln bedeuted nicht immer Freude).

Vielleicht habt ihr schon mal ähnliches erlebt und es hat sich herausgestellt, dass der

Hund das gemacht hat, um zu beweisen, dass er der Ranghöhere ist?

Manchmal wenn ich mich zu ihm auf den Teppich lege kommt er auch und schmeißt sich

komplett auf mich. Mir persönlich macht das nichts, aber ich möchte jegliches negatives

Verhalten bestmöglich vermeiden, um eine mögliche Dominanzhaltung (vor allem in der

bald beginnenden "Pubertät") zu unterbinden. Denn nicht er, sondern ich bin Rudelführer!

Vielen Danke! :)

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Teikona,

Schau mal bitte hier:
Hund Welpen

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Hund, 15

Der Hund ist vermutlich ganz normal, nur ihr erzieht ihn nicht normal.

Hat er die Beisshemmung gelernt?

Das anspringen zu lassen, dauert auch ein paar Monate Training.

Er will auch nicht die Weltherrschaft übernehmen, sondern spielt mit dir so wie du es vorgibst.

Dein Hund reagiert nur auf das was du tust und du wirfst ihm vor schwierig zu sein? Der einzige der es hier schwer hat mit dem verstehen von Körpersprache ist der Hund, weil du zeigst ihm völlig falsche verhaltensweisen.

Wenn du nicht weist wie du den Hund erziehen sollst, dann hol dir Hilfe bei einem Hundetrainer.

Kommentar von Teikona ,

Es ging mir nur um die Sache mit dem auf die Schultern hüpfen und mir das Gesicht ablecken.

Beißhemmung hat er gelernt, allerdings haben wir das letzte Bisschen nicht entfernen können, sodass er hier und da doch noch mal knabbert, vor allem wenn er mit einem spielen will knabbert er in die Hände/Arme und quietscht ein bisschen vor sich hin.

Anspringen tut er uns nicht mehr.

Dass wir den Hund nicht normal erziehen halte ich vielleicht nicht für komplett falsch, aber sonderlich viel können wir auch nicht falsch machen. Wir hatten schon 14 Jahre lang einen Hund, der super erzogen war. Von der Erziehung habe ich als Sohn allerdings nicht sonderlich viel mitbekommen, da ich damals noch sehr jung war. Aber dieser Hund war wirklich sehr gut erzogen.

Trotzdem werden wir demnächst einen Hundetrainer aufsuchen, da uns dieser Hund um einiges mehr Schwierigkeiten bereitet, als unser erster Hund.

Danke

Kommentar von friesennarr ,

Jeder Hund hat einen anderen Charakter - manche sind einfach, manche sind schwer.

Kommentar von Teikona ,

So siehts aus

Antwort
von uwe4830, 3

Hallo,

Zuerst einmal deutet man Wangen lecken leichtes zwicken als Beweis dafür "ich mag dich" nun ist es in eurer Beziehung aber schon so weit fortgeschritten, dass dein Hund dich als Kumpel ansieht, er pöbelt dich schon an, und sieht dich nicht mehr als Rudelführer, Er ist respektlos dir gegenüber. Die artgerechteste Art den Rang wieder zu erlangen ist, packe ihn in den Nacken, schüttele ihn und stoß ihn weg und ignoriere ihn für kurze Zeit. Diese Art der Bestrafung hat er bereits als ganz junger Welp kennen gelernt. Es ist die einzige Art, die erlaubt sein sollte, denn alles andere funktioniert nicht.Gruß Uwe4830

Kommentar von Teikona ,

Hm, von in den Nacken packen und schütteln halte ich ehrlichgesagt nicht so viel. Aber was du davor geschrieben hast, scheint ziemlich gut hinzuhauen, so fühlt es sich an. Denkst du nur mit wegdrücken und ignorieren könnte die Sache auch funktionieren?

Kommentar von uwe4830 ,

ja, aber in den Nacken fassen und schütteln kennt er von Geburt an. Eigentlich ist zupacken halten und schütteln die symbolik eines anderen Hundes, also normale Hundesprache. Gruß Uwe4830

Antwort
von banane131, 31

Das ist austesten. Mit 6 Monaten kriegt er langsam Kraft und guckt jetzt, wie weit er gehen kann. Ich denke, das sollte möglichst schnell unterbunden werden, denn er wird sich steigern. Bald ist es ein festerer Biss, bald wird es Rempelei.... Ich habe meinen Hund ( nicht lachen,, uns beiden ist nichts passiert) mal zurückgebissen. Danach war es kein Thema mehr. Ich mußte auch mal fester zugreifen. Er hat schnell gelernt, ausgewachsen waren das 64 kg Hund. Er war durch klare, gute Erziehung 11,5 Jahre ein wunderbarer treuer Begleiter, der seine Kraft gut im Griff hatte.

Kommentar von Teikona ,

Gut, dann werde ich das unterbinden. Habe gedacht, dass er vielleicht einfach nur mein Gesicht abschlabbern will und sich deshalb auf Augenhöhe begibt. Das machen Welpen ja gerne

Antwort
von SusanneV, 33

Dein Hund checkt ab, wie weit er gehen darf. Du mußt ihm klar machen, dass er nicht über Dir steht, sonst nimmt er sich immer mehr raus. Geh mit ihm in eine Hundeschule. Sicherlich macht ihm dieses grobe spielen Freude und dagegen ist auch nichts einzuwenden, aber Du bestimmst wann Schluß ist und ob Du überhaupt Lust zum Spielen hast , sonst tanzt er Dir bald auf der Nase rum.

Kommentar von Teikona ,

Ok danke

Kommentar von SusanneV ,

Bitte gerne....

Antwort
von xttenere, 13

dieses Verhalten kenne ich.

Ist nicht schlimm, solange Du bestimmen kannst, wann es endet....d.h. Du bestimmst, wie lange dieses spiel dauert...nicht Dein Hund. 

Wenn ich am morgen aufwache, begrüsst mich Meiner auf diese Art und Weise, weil er wahnsinnig aufgeregt ist, dass endlich wieder was los ist.

Kurz dulde ich diese Art von Begrüssung, und dann kommt ein scharfes *fertig*. dabei hat er sich hinzulegen, und ich begrüsse jetzt meinen Hund...auf meine Weise.

Kommentar von Teikona ,

Okay super. Ja, unserer freut sich auch immer extrem morgens

Expertenantwort
von YarlungTsangpo, Community-Experte für Hund, 23

Wie wäre es wenn Du Dir grundlegendes Wissen zum Wesen und Verhalten der Hunde anlesen würdest?

Buchtipp: Mit dem Hund auf Du - Zum besseren Verständnis seines Wesens und Verhaltens (E.Trumler)

Dann lernst Du automatisch, daß es wohl Eurem Spielverhalten mit dem Hund geschuldet ist, dass er Dich wie ein Hundegeschwister behandelt und wie man einem Hund beibringt einen Menschen wie "ein rohes Ei" zu behandeln.

Zudem: Ein Ladrador ist ein Arbeitsspezialist unter dn Hunderassen - Er braucht eine Auslastung seiner Arbeitsveranlagung! 

Wende Dich bitte dringend an einen guten Hundetrainer. Unter dem Suchbegriff IBH-hundeschulen mit Deiner Postleitzahl findest Du solche in Deiner Nähe.

Die Sache mit Rudelführer und Dominanz ist aus dem Verhaltensbereich der Hominiden und Affen und sollte dringend vergessen werden. Man soll Hunde nicht vermenschlichen.

Dein Hund soll aber endlich lernen Dich nicht zu verhundlichen.

Kommentar von Teikona ,

Grundlegendes Wissen habe ich sowohl vom Verhalten, als auch von der Hunderasser. Ich kann das meiste Verhalten unseres Hundes deuten, bei manchen Sachen tu ich mich allerdings schwer, aber da sagt auch jeder etwas anderes. Vor allem beim Thema Dominanz und Rangordnung. Der Labrador ist einer aus der Showlinie, trotzdem liebt er natürlich apportieren. Das machen wir auch viel mit ihm.

Ich denke du hast recht, dass der Hund mich als Hundegeschwister sieht. Sonstige Tipps, wie ich das vermeiden kann? Soll ich weniger mit ihm auf dem Boden spielen?

Kommentar von Einafets2808 ,

Ich spiele auch mit meinem Hund auf Augen Höhe auf den Boden.nur hat er mich nicht anzuspringen und auch nicht zu zwicken , oder an zu knabbern. 

Kommentar von Teikona ,

Ok

Kommentar von YarlungTsangpo ,

Du solltest das vorgeschlagene Buch unbedingt lesen. Dann bist Du nicht mehr so einfach durch "da sagt jeder etwas anderes" zu beeinflussen und zu irritieren.

Dein Hund muss stressfrei lernen Dich wie ein rohes Ei zu behandeln. Das geht nicht wenn man ihn:

hart anpackt

runter drückt

auf den Rücken dreht

fixiert

anschreit

selbst wild wird

Zuerst einmal solltest Du jegliches Raufspiel einstellen und beginnen Intelligenzspiele, kurze Zergelspiele, Objektspiele, Suchspiele aufzubauen.

Bring Deinem Hund klettern, balancieren, schwimmen bei. Suchspiele und richtige Sucharbeit lasten Hunde körperlich und geistig aus, verbessern die Zusammenarbeit und Zusammenhalt mit dem Menschen.

Kommentar von Teikona ,

Na, ich meinte ja nur, dass in dem Buch vielleicht auch nicht alles der Wahrheit entspricht und eben jeder Hund auch ein wenig anders reagiert.

Aber das mit dem klettern, balancieren und co werde ich in nächster Zeit mehr machen, danke für den Tipp.

Also was ich gerade auf Amazon finde hört sich nicht so toll an:

"Ich hatte schon seit den Achtzigerjahren immer wieder von diesem Buch
gehört, aber nie geschafft, es mal zu lesen. Jetzt endlich kam ich dazu,
und ich war erstaunt, hier wirklich all die alten Hüte und Märchen über
die Hundeerziehung als geballte Ladung anzutreffen. DA kommt das also
alles her!

Nun will ich nicht ungerecht sein, das Buch ist 40
Jahre alt, und die Forschung hat inzwischen viele Fortschritte gemacht.
Wer sich heute einen Hund anschafft, wird (zumindest hoffe ich das
inständig!) sich nicht ausgerechnet ein Hundebuch aus den Siebzigern als
Erziehungsratgeber vornehmen.
Ich liste mal ein paar meiner Lieblingsmärchen aus diesem Buch auf:

-
Einen Welpen, der etwas anstellt, soll man am Nackenfell hochheben und
ordentlich durchschütteln. (Um Himmels Willen, bitte nicht! Hunde
schütteln nur Beutetiere, die sie töten wollen. Das Schütteln wird auch
ansatzweise im Spiel gezeigt, wenn Beutefangverhalten geübt wird. Ein
Welpe, der von seinem Menschen zur Strafe so behandelt wird, geht also
mit Sicherheit davon aus, dass man ihn töten will.)

- Einem Hund,
der jagt, soll man ein Stachelhalsband umlegen und daran eine
Schleppleine befestigen. (Der absolute Hammer! Das Tierschutzgesetz
lässt grüßen!)

- Eine Hündin soll mindestens einmal in ihrem
Leben einen Wurf haben, und jeder verantwortungsvolle Mensch soll mal
züchten. (Genau, damit die Tierheime immer voller und voller und voller
und voller werden...)

- Ein starker Hund unterwirft einen
schwächeren. (Nein, es ist umgekehrt: Der Schwächere unterwirft sich
freiwillig, wenn er befürchtet, von dem Stärkeren sonst eins
übergebraten zu bekommen. Deshalb ist es auch völlig unsinnig, wenn
Menschen geraten wird, ihren Hund zu unterwerfen. Ein Hund, der so
behandelt wird, versteht das als unverhältnismäßig rohe Gewalt und als
nichts anderes, und vermutlich wird sein Vertrauen in den Menschen um
einiges geringer.)

- Rüden setzen sich Hündinnen gegenüber immer durch, nur dann nicht, wenn die Hündin Welpen hat. (Ja sicher, wer's glaubt ...)

-
Wenn ein Hund eine Handlung, die er gern tut, nicht ausführen darf,
entsteht ein Triebstau. (Triebe, Triebstau, das waren in den 70ern sehr
populäre Begriffe, nicht nur in der Hundeausbildung. Inzwischen weiß
man, dass es so einfach nun doch nicht ist, und dass hier ein komplexes
Zusammenspiel von Handlungsbereitschaft, Erfahrung und persönlichen
Eigenschaften wirkt.)

Das sind nur die populärsten der
zahlreichen Irrtümer, die in diesem Buch verbreitet werden. Amüsant zu
lesen, wenn man bereits die neuere Literatur kennt. Aber verheerend wenn
nicht.
Vieles, was Trumler über das Verhalten von Wölfen schreibt
und auf das Verhalten der Hunde bezieht, leitet sich aus den damals
aktuellen Forschungsergebnissen an Gehegewölfen ab. Damals wusste man es
noch nicht besser. Heute weiß man, dass Gehegewölfe kein normales
Wolfsverhalten zeigen, weil sie als hochentwickelte soziale Lebewesen in
der für sie unnatürlichen engen Umgebung ihr normales Verhalten nicht
entwickeln können. Wolfsforschungen müssen im Freiland stattfinden, nur
dann liefern sie verlässliche Ergebnisse. Und so hat man in den letzten
Jahren herausgefunden, dass letzten Endes doch alles anders ist als man
bisher geglaubt hatte, und dass man beispielsweise die Vorstellung von
der strengen Rangordnung (von Alpha bis Omega) getrost wieder vergessen
darf.
Also bitte, liebe Leser, seht euch das Datum der
Erstveröffentlichung an, wenn ihr ein Sachbuch lest! Dieses Buch war
seinerzeit ein Standardwerk, aber heute ist es nur noch eines: überholt!" -snert2005 (amazon.de)

Trotzdem danke für die weiteren Vorschläge

Kommentar von YarlungTsangpo ,

Trotz einiger veralteter Anführungen immer noch das beste, verständlich und angenehm lesbare, geschriebene Buch zum Verstehen des artgerechten Verhalten der Hunde.

Am Internetbashing der Hundetrainerszene, die verstritten wie Teufel ist, beteilige ich mich nicht.

Also: Selber lesen und eigene Meinung bilden!

Das entbindet nicht davon sich weiterhin zeitgemäß zu informieren - über Hund und dessen Verhalten.

Antwort
von asta311, 42

Das ist zumindest sehr respektlos. Natürlich versuchen das alle jungen Hunde, die sich ja erstmal ihren Platz im Rudel sichern müssen. Ich habe da eine klare Unterscheidung mit meiner Süßen (DD,1,5J). Ich bin der Boss, sie muss hören, das ist viel Übung. Aber wenn ich mich auf ihre Höhe (ausschließlich der Fußboden) begebe, darf sie toben und drängeln, und nur da.

Kommentar von Teikona ,

Okay, ja ich gehe ja auch in die Hocke. Fühlt sich für mich immer so an, als ob er mir ein "Küsschen" geben will :D Wenn ich ganz normal stehe springt er uns schon länger nicht mehr an, nur am Anfang als wir ihn bekommen haben, aber das konnten wir ihm relativ schnell abgewöhnen

Kommentar von asta311 ,

Zieh deine eigenen Grenzen. Klar ist es süß, find ich ja auch.

Kommentar von Teikona ,

Okay, ich werde es unterbinden. Dankeschön

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