Frage von krzzr, 59

6 medikamente auf einmal?

meine Freundin war beim Neurologen und der hat folgende Medikamente aufgeschrieben für die Diagnose: diabetische Polyneuropathie und beginnende Parkinson. Daher meine Frage: ist es sinnvoll, diese Menge 1x morgens + 1x abends einzunehmen?

Sanguinara D6
Vitamin B Komplex
Amitriptylin 40mg - 3x3 Tropfen
Sulpirid 50mg
Rasagilin 1mg - nur morgens
Gabapentin 300mg

Der Arzt hat nichts zur Wirkungsweise (was für welche Erkrankung) gesagt, ebenso die Apotheke, doch mir kommt die Kombination sehr merkwürdig vor.

Ich wäre für eine kurze Info sehr dankbar.. Besten Dank im Voraus

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Nashota, 30

Der Arzt hat zu erklären, wie diese Medikamente eingenommen werden müssen. Denn es nützt herzlich wenig, wenn Medikamente ihre Wirkung untereinander aufheben oder nur halb ihre Wirkung entfalten, wenn sie nicht richtig eingenommen werden.

Geht also nochmal hin und fordert eine fachgerechte Aufklärung.

Kommentar von krzzr ,

is schon witzig '..der Arzt hat zu erklären..' - na wenn er's nicht gemacht hat?! Deshalb doch die Frage hier, möglicherweise ist ja der eine/andere pharmakologisch bewandert..

Denn genau das is es ja:  nicht nur, dass sich die Wirkungen aufheben/halbieren, bei 'rasagilin' steht, man soll es nicht mit einem AD zusammen nehmen, geschweige denn mit einem Neuroleptikum (Sulpirid), hinzu kommen die Nebenwirkungen bei Rasagilin wie möglicherweise 'schwarzer Hautkrebs' (um nur das heftigste zu nennen). Na da dank ich aber, meist nicht? 

Kommentar von Nashota ,

Es ist nicht witzig, sondern Fakt, dass Ärzte über ihre verschriebenen Medikamente aufzuklären haben. Wenn dieser Arzt das nicht gemacht hat, ist er entweder inkompetent oder er nimmt die Sache nicht ernst.

Ob du hier eine zielführende Antwort bekommst, wage ich jedenfalls zu bezweifeln.

Kommentar von krzzr ,

nochmal - wenn ers nicht gemacht hat, kann man doch nicht mit vorschriften kommen. soll ich ihn ihn anzeigen oder an die ärztekammer schreiben? na siehst..

aber ich sehe auch, dass es hier keine zielführende antwort geben wird. ich dachte halt..

Kommentar von Nashota ,

Du kannst und solltest ihn auf seine Aufklärungspflichten aufmerksam machen. Und ja, man kann sich auch mal an seine Krankenkasse wenden, was die dazu sagen, dass ein Medikamentencocktail ohne Aufklärung eingeworfen werden soll.

Dass ältere oder kranke Menschen auch mal mehrere Medikamente einnehmen müssen, ist normal. Aber einem Arzt, der helfen will, sollte auch klar sein, dass diese Medis nur richtig helfen können, wenn sie sich untereinander in ihrer Wirkung nicht aufheben oder behindern.

Ein Morgen beginnt wegen mir früh um 6 und dauert bis um 9 oder auch um 10. Und in dieser Zeitspanne sollten mehrere Medis auch zeitversetzt eingenommen werden.

Wenn zum Beispiel im Beipackzettel steht, vor dem Frühstück einnehmen, dann kann man das durchaus auch staffeln. Ich muss jetzt zum Beispiel wieder Eisentabletten nehmen, zuzüglich zu meiner Schildrüsentablette. Beide vor dem Frühstück.

Also nehme ich zuerst die Eisentablette, weil die eine Stunde vor dem Essen genommen werden soll, eine halbe oder dreiviertel Stunde später die SD-Tablette, weil die nur eine halbe Stunde vorher genommen werden soll.

Aber das sind nur 2 Tabletten.

Meine Mutter muss auch mehrere Tabletten nehmen. Sie war schon oft beim Arzt, weil sie bemerkt hat, dass sich ihre Medis nicht vertragen haben. Dann wurde auch mal was ausgewechselt.

Und was die Wechselwirkungen untereinander angeht, ist ein Laie mit den einzelnen Zusammensetzungen überfordert. Dafür gibt es ja dann die Ärzte und Apotheker, dass die einem das sagen können sollten.

Es gab im Fernsehen auch mal einen Test, inwiefern die Aufklärung auch hilfreich ist. In einigen Fällen hätten die Patienten sich gewundert, warum es ihnen nicht besser gegangen wäre. Eben weil sie was verschrieben bekamen, was sich nicht verträgt.

Kommentar von krzzr ,

natürlich sollte ein Arzt eigentlich selber soviel ethische Verantwortung haben, dass er 1. so eine Diagnose mit Parkinson etwas ausführlicher erklärt und es nicht so zwischen Tür+Angel hinwirft. und 2.  dass er diese Unmenge an Medis erklärt, warum, wozu, etc.. 
Freundin hatte angerufen und gefragt, ob das denn so richtig wär, weil es ja schon ne Menge Zeug ist. Rate mal, was zurück kam.

Ach so viel ist das nicht..

Ja klar - das ist nicht viel, aber sowieso.. Mal eben morgens so eine Handvoll Psychopillen rein und dann zum Tagwerk (einkaufen, kochen) übergehn, gell..#ironie..

in der Apotheke waren sie nur drauf bedacht, ob die KK mit den firmen einen 'Rabattvertrag' hat - kein Wort über die Wirkungsweise! 

Darauf ruft sie den 'Teledoc' der KK an und was sagt der? Rate wieder..  'das müssen sie mit ihrem arzt abklären'... Na super, da meint man, man hat einen minimalen Rückhalt und wenigstens die KK-Docs wüssten um die 'mörderische' Mischung - aber wieder gefehlt. 

Da steht sie nun mit einer Hand voll Pillen und alle 'morgens nach dem Essen'.. natürlich müssen all die Nebenwirkungen nicht eintreffen, ist klar - aber warum soll sie die in einem 'Blindversuch' erstmal testen?
Allein schon die angestrebte Wirkungsweise setzt jeden halbwegs gesunden Menschen ausser Gefecht, dann erst einen kranken.. 

Deshalb die Frage hier, weil es zumindest einige Menschen gibt, die wenigstens ansatzweise auch der Ansicht, dass das einfach zu viel Zeugs ist und mit Sicherheit nicht die gewünschte Wirkung erzielt, die eigentlich angedacht wäre. 

Kommentar von Nashota ,

Wie wäre es denn mit einer Zweitmeinung eines anderen Arztes?

http://www.diabetes-ratgeber.net/Neuropathie

Auch wenn insbesondere deine Freundin sicher schon viel über ihre Erkrankung weiß, lese ich in dem Link zum Beispiel das hier:

Bei der Behandlung einer Neuropathie stimmen sich die zuständigen Ärzte – Neurologen, Schmerztherapeuten, Diabetologe und Hausarzt – im Allgemeinen eng miteinander ab.

Deine Freundin sollte sich meiner Ansicht nach mit ihrem Medikamentencocktail mal zu ihren anderen behandelnden Ärzten begeben und die Sache dort besprechen, wenn der Neurologe für sich genommen eine Null ist.

Antwort
von dadamat, 14

Bis auf das erste Mittel (Sanguinara D6) sehe ich keine Notwendigkeit (ab D3 ist kein Wirkstoff mehr nachweisbar), ob du zwei Antidepressiva brauchst, zumal dabei Amitryptilin unterdosiert ist, muss der Arzt entscheiden.

Antwort
von FelixFoxx, 29

Informiere Dich in der Gebrauchsinformation (Packungsbeilage) über die Wirkung und die Wechselwirkungen. Im allgemeinen wissen Ärzte aber, was sie tun. Bei schweren Erkrankungen muss man häufig viele Medikamente nehmen.

Antwort
von 19danny13, 25

Rasagilin und Gabapentin sind die Medikamente gegen die Parkinsonkrankheit.
Sulpirid und Amitriptylin sind Antidepressiva (Depression ist Nebenwirkung von Rasagilin)

Vitamin B Komplex -> Vitamin Mangel
Das letzte fördert den Auswurf z.B. in den Lungen

Du siehst also 4 davon sind wirklich notwendig.
Wozu die anderen beiden verschrieben worden sind klärst du am Besten mit dem Arzt

Kommentar von aloisff ,

Zu Vitamin B Komplex: es gibt genügend (Doppelblind-)Studien die belegen, dass Vitamin B einen positiven Einfluss auf akute neurologische Schübe (MS, Rheuma, Parkinson) haben kann. Warum weiss man leider nicht, deshalb wird der Arzt das auch nicht wirklich erklären können.

Kommentar von krzzr ,



zitat 19danny13 - Wozu die anderen beiden verschrieben worden sind klärst du am Besten mit dem Arzt..

Das ist doch das Problem! Der Arzt hat lediglich ein EEG gemacht, sonst NICHTS! - und kommt zu der Diagnose, wie oben.  

Ich meine Parkinson ist eine viel zu schwerwiegende Erkrankung, als dass da ein simples EEG eine 100%ige Aussage festlegen kann. WEnn man sich durchliest/googelt, was 'rasagilin' für Nebenwirkungen hat - mein lieber Schorli! 

Und dann gleich 2 ADs, damits richtig knallt oder was.. da kann doch kein Mensch mehr aufrecht stehen, geschweige denn gehen!


Antwort
von Jenjka07, 13

Auf jeden Fall noch bitte was Magenschonendes mit einnehmen.. Natürlich abklären lassen..

Kommentar von krzzr ,

:-) stimmt - aber das hat er nicht aufgeschrieben.. 

aber er weiss ja, was er tut.. (ironie!)

Kommentar von Jenjka07 ,

Jaja, das wissen die immer.
In der Apotheke mal nachfragen.
Pantropazol oder Omep. Weiß nur gerade ehrlich gesagt nicht, ob die rezeptpflichtig sind 😅

Antwort
von Kathyli88, 26

In diesem forum sind hauptsächlich kinder undjugendliche unterwegs. Für mich persönlich ist die frage aber auch viel zu spezifisch im medizinischem bereich. Ich würde an deiner stelle den behandelnden arzt fragen, oder einen anderen neurologen. Ansonsten könntest du noch die einzelnen medikamente googeln um deren wirkungsweise herauszufinden. Gute besserung für deine freundin (auch wenn parkinson leider noch nicht heilbar ist)

Kommentar von krzzr ,

die Frage ist ja, ob diese Kombination sinnvoll ist oder ob da nicht mit den sprichwörtlichen 'Kanonen auf Spatzen' geschossen wird. Eine Aufklärung hat ja nicht stattgefunden..

der Arzt kam an: 'vorne kriegen sie den einnahmeplan'.. 

Antwort
von zivandivan, 26

Scheint mir nach etwas viel. Aber stutzig macht mich das der arzt keine auskunft gab über die wirkungsweise. Evtl noch einen anderen proffesionellen rat einholen

Antwort
von aloisff, 9

Deine Freundin ist sehr krank! Bevor ich ein Medikament 'nicht' nehmen würde weil es mir 'komisch' vorkommt würde ich versuchen nochmal Kontakt mit dem Arzt aufzunehmen und mir das nochmal genau erklären lassen. Vermutlich ist es tatsächlich die 'Holzhammermethode' um den akuten Krankheitsverlauf erst einmal zu stoppen. Es besteht die Gefahr bleibender Schäden!

Ich wünsch Deiner Freundin alles Gute.

Alois

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