Frage von Ever8deen, 63

5jähriger verliert schnell die Nerven - wie kann ich ihm das abgewöhnen/umerziehen?

Beispiel: Sind am See, er will mit dem Schlauchboot ins Wasser, ich muss mir aber noch die Schuhe ausziehen und sag ihm im normalen Tonfall, das wir gleich gehen und was ich grad machen muss (alles erklärt). Von jetzt auf gleich, fängt er aber mit wütenden Tränen an und schreit kurz auf. Wärs ein Erwachsener würde ich das so deuten, dass man kurz mal Dampf ablassen muss. Aber Erwachsene machen das ja kontrollierter und nicht immer. Er macht das aber ständig, wenn es nicht etwas nicht funktioniert oder nicht schnell genug geht. Da kann man noch so oft erklären. Bei seiner Mama steigert er sich richtig rein, bei mir (Tante) hört er gleich wieder auf, sobald ich ihn mit einem bösen Blick ankuck oder sag muss man da jetzt so rum plärren? Dann ist er wieder ruhig. Es hat in meinen Augen auch nichts mehr mit Grenzen Testen zu tun, da es schon ein Jahr lang so geht. Hab schon alles mögliche versucht, aber es ändert sich nix dran.

Bitte keine Belehrungen in der Art von du bist nicht die Mama, das muss sie machen...blablabla.. nur weil sich ein Kind bei der Mama nicht benehmen kann, kann er es aber bei anderen (wie man oft genug sieht). Ich hab ihn 3-4 mal die Woche am Nachmittag, die Ausrasterattacke ist aber das einzige was ich nicht in den Griff krieg. Und das es so nicht bleiben kann, versteht sich von selbst. Stellt euch mal vor, der ist als Erwachsener genauso, das er gleich immer einen Wutanfall kriegt.

Was könnte ich denn machen? Welche Methode könnt ihr mir so empfehlen?

Antwort
von Chriyovime, 41

Dein böser Blick ist ein guter Anfang.

Mit Wutausbrüchen gelangt er an sein Ziel. In deinem Bsp. fängt er an zu schreien und sieht, dass er so schneller ins Wasser kommt, da die Mutter sich umso mehr beeilt. Bei mir würde er dann überhaupt nicht Schlauchboot fahren an diesem Tag. Ein nächstes mal würde es nur geben, wenn er verspricht, dass es kein Rumgeschreie gibt.

Bei einem Wutausbruch würde er bei mir auf das verzichten müssen, was er gerade damit erreichen will und da wäre ich absolut konsequent.

Antwort
von Chrimileda, 15

Liebe ever8deen, es kann sein, dass Vater oder Mutter des kleinen Kerls ähnlich ungeduldig sind. Manchmal ist es uns gar nicht bewußt, in wie vielen Situation sie uns nachahmen. Es kann auch sein, dass er gewohnt ist, sehr schnell bedient zu werden. Es kann auch ein Problem mit der Frustrationstoleranz sein. Auf keinen Fall würde ich über ADS nachdenken....entschuldige bitte, aber das ist wirklich völliger Quatsch. ..unsere Frustrationstoleranz ist erlernt und kann deshalb trainiert werden. Kinder mit einer geringen Frustrationstoleranz können z.B. extrem schlecht verlieren und geraten dann ganz aus der Fassung. Auf dieser Seite findest Du einige Anregunhttp://www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/kind-stark-selbstbewusst/art/t...anz.html Anstrengend wird es, wenn Du konsequent daran arbeitest, er aber bei Mutter und Vater die Erfahrung macht, wenn ich schreie, erreiche ich schneller mein Ziel. Allerdings ist er so pfiffig, dass er schnell erkennt, wo sein Verhalten funktioniert und wo nicht. Es kann allerdings auch sein, dass es sozusagen seine persönliche Energie ist, impulsiv und vielleicht auch etwas provokativ zu sein, dann geht es um Grenzen setzen. Ich finde es super, dass Du als Tante Dir so viele Gedanken machst und die Erziehung des Jungen mit übernimmst. Es gibt einen alten Spruch, der lautet, zur Erziehung eines Kindes braucht es ein ganzes Dorf.....ja, ein Kind braucht eine Menge Rückmeldungen in seiner Entwicklung. Viele Mütter würden sich freuen, eine Tante wie Dich zu haben, die nicht nur meckert, was möglicherweise falsch läuft, sondern "zupackt". Ich wünsche Dir viel Spaß und natürlich viel Erfolg! Wenn es ganz schwierig würde - was sich in Deinen Zeilen nicht so anhört - dann gibt es Erziehungsberatungsstellen, die dann möglicherweise auch ein guter Ratgeber sein können. Ohne das Kind zu kennen, ist es etwas schwierig, genau zu sagen, was am besten zu tun ist. LG

Antwort
von Nadelwald75, 15

Hallo Ever8deen,

mal ein Versuch, da ich die Familie des 5jährigen nicht kenne.

Jedes Kind möchte anerkannt werden, sich durchsetzen und gewinnen. Es könnte sein, dass der Junge in seiner Familie die Erfahrung gemacht hat, dass das Ausrasten Beachtung und Erfolg bringt.

Wenn du nun sagst: "Muss man da jetzt so rumplärren?", dann erfährt er, dass er bei dir mit seiner Methode keinen Erfolg hat. Das ist also schon gut.

Vielleicht könntest du dann den bösen Blick auch lassen und statt dessen eine andere Lösung anbieten: "Jetzt sag noch mal ganz freundlich, was du willst....!"

Was noch geht: Das Plärren zunächst gar nicht beachten (das will er nämlich!). Dann aber deutlich werten, wenn er ruhig um etwas bittet.

Und wenn das, was er wünscht, dann möglich ist, könnte man dem sogar nachkommen nach dem Prinzip: "Warum soll er eigentlich nicht ....?"  Ich verweigere einem Kind seinen Wunsch nicht einfach aus dem Grund, weil es das jetzt möchte.

Er erfährt dann, dass man auf einem anderen Weg etwas erreicht.

Ist das, was er wünscht, aber nicht möglich, dann könntest du versuchen, ihn abzulenken und ihm einen anderen Vorschlag machen oder ihm erklären, warum das jetzt nicht geht.

Wichtig ist dann, dass das Kind deutlich merkt, dass es keine Erlaubnis gibt. Ein Kind wird nämlich so lange quängeln und meckern, so lange es noch einen Verhandlungsspielraum spürt..

Mit einem Fünfjährigen kann man das schon sehr gut besprechen. (Nach meiner Erfahrung gibt es auch Drei- bis Vierjährige, die dann mit "Na, gut!" reagieren.)

Zum Schluss: Es hat wohl keinen Zweck, die Mutter zu "belehren". Das kommt schlecht an. Aber vielleicht sehen die Eltern, wie das Kind sich bei dir verhält und warum.

Antwort
von DoRaOe, 24

Hallo Ever8deen, versuch es mal mit GfK - Gewaltfrei Kommunikation. Das hat so überhaupt nichts mit Gewalt zu tun, ist aber eine vielversprechende und bei uns in der Kita auch praxiserprobte Art zu kommunizieren. Wird hier zu lang es zu erklären, das Netz und der Buchhandel sind voll, das Buch hier, kann ich dir besonders empfehlen, damit haben wir in der Kita angefangen. Das schöne an der Methode ist, Kinder lernen erst ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, ja erst einmal zu merken, dass es Bedürfnisse gibt und später dann, und das ist in deiner kita mit einem Gruppenleben nicht unerheblich, Bedürfnisse anderer wahrzunehmen und zu achten. Und wie jedes Kinde, so hat auch jeder Erwachsene Bedürfnisse und es soll beiden gut gehen. Wie gesagt, probier's aus, es kann funktionieren, nicht von heute auf morgen, aber mit der Zeit und wenn du den Kleinen so oft hast, jeder Tag ist Gelegenheit es zu erprobenhttp://www.thalia.de/shop/home/rubrikartikel/ID19684439.html?ProvID=1100052300523 http://www.kinderladen-kupferhupfer.de/?Projekte_und_Aktionen___Giraffentraum___...ung Ich wünsch dir Geduld und ganz viel Herzenswärme, der Kleine hat ,von dem was du schreibst, kein ADS/ADHS, zuoft und zuschnell werden wilde/laute/"unartige" Kinder in diese Schublade gesteckt, die wenigsten von Ihnen sind es. Eine sichere Diagnose, ob das überhaupt geht?, geht erst Mitte der 1. Klasse, eher Ende der 1. Klasse, bis dahin sind es einfach mal Kinder

Antwort
von Caila, 31

Schonmal geschaut ob er ADS hat?  Mein Kind hat ADS und hat auch solche Wutanfälle.  

Geht etwas nicht gleich so wie es soll. Oder nicht nach seinem Willen. Oder eben nicht schnell genug dann bekommt er auch schnell einen Wutanfall.

Bsp. Wir waren Schlittschuh laufen und da er dicke Handschuhe anhatte wollte die Oma ihm ein Maoam auspacken und in den Mund stecken. Aber das wollte er nicht.
Er wollte es selbst machen, was mit den dicken Handschuhen aber nicht ging.

Erklärungen halfen nicht. Er bekam ein Ausraster so das wir sogar vom Eis mußten und einige Minuten da saßen bis er sich wieder beruhigt hatte.

Und bei ihm hilft auch kein gutes zureden, kein erklären, kein schimpfen...

Zuhause ignoriere ich es oder schaff ihn in sein Zimmer. Wo er sich dann beruhigen kann ohne mit äußeren Einflüßen konfrontiert zu werden.


So pauschal habe ich aber keine Idee, außer eben, wenn möglich ihn eben in sein Zimmer abzustellen bis er sich beruhigt hat. Und mit dem KA sprechen, bzw die Eltern dann.

Ich habe mal gehört das es Tabletten geben soll die dem Kind helfen etwas ausgeglichener zu werden so das sie ihre Gefühlsausbrüche besser händeln können.

Ausprobiert habe ich aber derartiges noch nicht. Zumal ich auch kein Freund von Medikamenten bin.


Kommentar von Menuett ,

Mit 5 kann man keine seriöse ADHS Diagnose stellen.

Mit 5 sind viele Dinge noch völlig altersgemäß, z.B. das Ausrasten.

Kommentar von Caila ,

Natürlich kann man in dem Alter schon ADS Diagnosen stellen. Bei ADHS wird es etwas schwieriger. 

Und extreme Ausraster bei kleinen Dingen sind MAL altersgemäß, aber nicht wenn sie  ständig passieren.

Wenn das Kind ständig ausrastet bei jeder Kleinigkeit oder diese Ausraster dann sogar Minutenlang andauern, egal was man als Erwachsener tut, ist das nicht mehr altersgemäß.

Antwort
von souvisou, 23

Frag ihn mal, was los ist bei ihm. Erkläre ihm, das es nicht immer so auf schnelle geht, und man kurz die schuhe anziehen muss, und wenn es wieder so ist, dass du dann nichts machst. Also gut ist, dass du ihm die wahl lässt. Also angenommen du bist eben am see sagst ihm, du musst schuhe anziehen, er hat ausraster, dann sagst du, entweder er hört auf, oder du gehst nicht mit ihm ins wasser. Wenn er aufhört kriegt er quasie die ,,belohnung'' und du gehst mit ihm ins wasser. Und sonst kannst du das auch mal lernen, indem er smiley aufkleben kann, wenn er einen tag keinen ausraster hatte, und bei drei smiley darf er sich was tolles wünschen (natürlich was machbars, da kann man z.B. aufschreiben was er sich wünschen darf, ein eis, einen film, süssigkeiten in die spielhalle oder was auch immer)

was halt auch ist, die mutter muss das vor allem mit ihm lernen, weil er das ja hauptsächlich bei der mutter kriegt. das ist ja wie man es kennt immer so. Ich hatte auch immer streit mit meiner mutter, während ich mit anderen darüber nicht stritt die mir das sagen hatten. Und wenn er es bei seiner Mutter in den Griff bekommt, wird es bei den anderen auch besser werden. Aber du kannst es ja genauso mit ihm lernen. Wichtig ist, keine Strafen, weil die bringen letztendlich nichts.

Eher so, dass er eben mit den Konsequenzen für sein Verhalten rechnen muss.

Ich wohnte mal bei meiner Cousine, und die hat ne kleine Tochter die war damals 1 1/2 Jahre alt. Dann beim Mittag oder Abendessen war sie halt schneller fertig, weil sie ja nicht so viel ass wie meine Cousine und ihr Mann. Dann durfte sie schon runter, aber sie musste jeder von uns in ruhe weiter essen lassen. Das gelang ihr nur schlecht, weil sie wollte immer spielen mit jemanden. So hat man ihr immer vorher gesagt ,,Wenn du jetzt runter vom tisch willst, dann wirst du noch alleine spielen müssen, bis mama papa oder deine cousie fertig mit dem essen ist ansonsten musst du hier sitzen bleiben'' kaum war sie unten wollte sie bei papa oder so auf die Schoss sitzten oder hat mich am Ärmel gezogen und wollte das ich spielen komme. So hab ich den Eltern gesagt, lässt sie weinen und machen, nimmt sie nicht hoch, ,,ignoiert'' sie, damit sie merkt, dass sie sich alleine beschäftigen muss. Und sobald sie dann von uns Weg ging und sachen aus der Spielkiste nahm um zu spielen, war quasie die Belohnung, dass wir danach mit ihr gespielt haben. Und das ging dann immer besser, bis sie eigentlich ganz gut so wenige minuten alleine spielen konnte.
Und wir haben ihr ja keine Strafen gegeben. Sie hatte die entscheidung, sie wollte runter, sie wollte mit jemanden von uns spielen, weil sie so ein theater machte und nicht wartete bis wir fertig sind, musste sie damit rechnen, dass wir sie ,,ignoiert'' haben (wir haben sie nicht wirklich ignoiert aber wenn sie an den ärmel gezogen haben die hand weg genommen oder ihr immer wieder gesagt das sie alleine spielen muss, aber wir sind nicht aufgestanden oder sowas) und wenn dann alles gut geworden ist haben wir gespielt.

Er muss das auch lernen. Akzeptieren wenn es mal kurz dauert, wenn er rum jammert und schreit, muss er damit rechnen, dass du dann auch keine lust hast mit ihm in den see zu gehen, wenn er sich beruhigt hat und in seinem alter auch entschuldigt hat, kommst du mit ihm in den see.
Wenn das nicht klappt oder nebenbei könnt ihr mit den Klebern beginnen.

Viel Glück und Entschuldige für den langen Text, aber es war mir irgendwie grad danach und wichtig ^^

Antwort
von Arethia, 34

Da gibts keine Methode, jedes Kind ist anders. Aber Du kannst ihn ja mal selber fragen, wenn er gerade gut drauf ist, was ihn denn eigentlich so furchtbar aufregt. Mit 5 kann man sich eigentlich schon ziemlich gut ausdrücken. Irgendwas liegt ihm jedenfalls quer, das gilt es herauszufinden. LG 

Antwort
von petrapetra64, 8

Wenn es bei dir besser läuft als bei der Mutter, dann merkst du schon, dass das Verhalten des Kindes mit dem Verhalten der Mutter zusammen hängt. Ich denke mal, mit seinem Theater kommt er schneller und besser zum Ziel bei seiner Mutter. Bei dir halt wohl nicht. Am besten ist es, ruhig zu bleiben, aber den Anfall so gut wie gar nicht beachten. 

Im Bootsfall heisst das, man macht ganz ruhig weiter mit dem Schuhe ausziehen und fertig machen und dem Beginn der Bootsfahrt. Wenn man dann bereit zur Fahrt ist, fragt man ruhig, ob es ihm jetzt besser ginge und er bereit ist zur Fahrt oder ob er lieber noch etwas warten möchte. 

Er merkt dann, dass sein Anfall das Vorhaben nicht beschleunigt, sondern eher verlangsamt. Und mehr Aufmerksamkeit bringt es ihm auch nicht. Wenn er aber lieb und umgänglich ist, sollte man um ein vielfaches auf ihn eingehen und ihn Aufmerksamkeit schenken. 

Wenn er tobt, dann eben nicht. 

Wenn das in der Öffentlichkeit zu viel Aufmerksamkeit ist, dann mit dem tobenden Kind etwas das Geschehen verlassen. Aber den Forderungen des Kindes nicht nachgeben, nur weil es tobt. Es muss lernen, dass man sich manchmal auch etwas gedulden muss und Theater machen da keinesfalls hilfreich ist. 

Kommentar von Caila ,

Sofern man das Geschehen verlassen kann. Ein fünfjähriges Kind kann man sich nicht mehr unbedingt einfach unter den Arm klemmen und gehen.

Antwort
von Menuett, 5

Kompliment an die Mama, bei ihr fühlt sich das Kind sicher und geborgen.

Das ist völlig normal in dem Alter.

Das geht auch wieder von alleine irgendwann vorüber. Zumindest wenn man es schafft, selbst ruhig zu bleiben und nicht bemüht ist, Wünsche möglichst schnell umzusetzen.


Antwort
von teafferman, 5

Konsequenzen aufzeigen. 

Bleiben wir beim See. 

Schon zuhause erklärst Du ihm, wenn er Theater macht, dann wird das Schlauchboot eben nicht benutzt. Und dann sei auch konsequent. 

Du sagst es ein einziges Mal an. Und dann ziehst Du durch. Keine langen Texte, ,keine Erklärungen mehr. 

Versuch es. Und erlebe: In vier Wochen dürfte spätestens Ruhe sein. :))))

Antwort
von BaltasiusDongus, 14

wird er öfter mit Gegenständen belohnt? mir kommt es so vor als ob beim Kind körperliche Belohnungen sprich Küsschen Umarmungen bei Erfolgserlebnissen etc mangeln

Kommentar von Ever8deen ,

bei der Mama hab ich das schon öfters beobachtet, ja, aber das hab ich ihr dann auch gesagt, das ihr Verhalten nicht ok ist, da sie zu 80% immer nur das schlechte anspricht, statt das gute zu bestärken. Bei mir gibt´s das nicht. Das mit dem Wutausbruch ist ja auch das einzige, was bei ihm - grob gesagt, aber ich hoffe du weißt was ich mein - nicht funktioniert

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