Frage von ertztutute1, 38

50€ für Auszug vor Ablauf der Mindestmietzeit?

Ich hätte eine Mindestmietzeit von 3 Jahren in meiner WG gehaben. Nun bin ich aber vorzeitig ausgezogen, was vom Vermieter auch akzeptiert wurde, da ein Nachmieter gefunden wurde. Nun hat er mir dafür aber im Nachhinein 50€ von meiner Kaution als "Kostenpauschale vorzeitige Kündigung vor Ablauf der Mindestmietzeit" abgezogen. Von einem entsprechendem Vertragsabschnitt weiß ich nichts. Ist das nun legal?

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Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 14

Willst Du weiter streiten? Es geht um 50 €. Für Dich viel Geld, aber wie schnell ist das verstritten? Sei froh. Ein anderer Vermieter hätte Dich gar nicht erst aus dem Mietvertrag raus gelassen. Da kommst Du so doch gut weg dabei.

Klar ist es blöd, wenn das nicht vorher vereinbart wurde. Dennoch: Nimm es hin und Du hast Ruhe.

Antwort
von Othetaler, 35

Nein. Die Kaution ist eine Kaution und davon darf er keine Abzüge machen.

Ob diese "Gebühr" an sich berechtigt ist, lässt sich so einfach nicht sagen. Ich denke eher nicht. Aber er hätte dich auch am langen Arm verhungern lassen können und hätte dich nicht aus dem Vertrag entlassen müssen.

Von daher sollte du wegen der 50 Euro nicht unbedingt einen Aufstand machen.

Kommentar von anitari ,

Nein. Die Kaution ist eine Kaution und davon darf er keine Abzüge machen.

Natürlich darf der Vermieter Forderungen aus dem Mietverhältnis mit der Kaution verrechnen. Dafür ist sie schließlich da.

Kommentar von Othetaler ,

Nein. Darf er nicht. Diese "Gebühr" betrifft ja keine Mietschulden oder Nebenkosten.

Kommentar von anitari ,

Das steht auf einem anderen Blatt.

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 3

Der Mietvertrag wurde aufgelöst, es erfolgte eine Abrechnung der Kaution.

Wenn der Vermieter nach Auszug des Mieters Mängel bei der Herausgabe der Mietsache an den Vermieter festgestellt hat, dann muss der Mieter aufgefordert werden innerhalb einer Frist diese Mängel zu beseitigen. Tut der Mieter das nicht, ist der Vermieter berechtigt eine Ersatzvornahme einzuleiten. Die Kosten kann der Vermieter von der Kaution abziehen. Dem Mieter wäre dann eine Schadensersatzforderung des Vermieters mit Rechnung eines Dritten in Kopie zu übergeben, wenn der Vermieter die Leistung nicht selbst ausgeführt hat.

Ob nun die 200€ Abzug berechtigt waren, magst du entscheiden.

Wurde die Vertragsauflösung schriftlich vereinbart? Wenn nein - dann wird der Vermieter behaupten, dass die 50€Gebühr vereinbart wurde.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 30

So eine Kostenpauschale/Gebühr ist nicht zulässig.

Aber, der Vermieter hätte auch auf die Einhaltung des Vertrages bestehen und jeden vorgeschlagenen Nachmieter ablehnen können.

Kommentar von ertztutute1 ,

Ich würde es ja akzeptieren, wenn er mich vorher darüber informiert hätte. Aber im Nachhinein einfach das Geld abziehen finde ich ein bisschen frech. Im vertrag wurde außerdem auch festgehalten, dass ich ausziehen darf, wenn ich einen willigen Nachmieter gefunden habe

Kommentar von TrudiMeier ,

Ich würde es ja akzeptieren, wenn er mich vorher darüber informiert hätte.

Genauso wie über die 200 € die er von der Kaution für ein nicht geweißtes Zimmer einfach einbehalten hat? 

Kommentar von ertztutute1 ,

Exakt. Es geht hier für meine Verhältnisse um eine Menge Geld. 

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Miete, Mietrecht, Vermieter, 5

Er hätte auch auf Erfüllung des Mietvertrages bestehen können.

Wahrscheinlich hatte er Besichtigungen und hat z.B. inseriert wodurch Kosten entstanden sind.

Zeit musste er auch investieren.

Da finde ich 50 € sogar ganz schön wenig.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 7

Bitte:  Stelle hier den exakten Wortlaut der angeblichen Kündigungsverzichtklausel ein! Nur wenn diese formell korrekt ist, können entsprechende nachfolgende Maßnahmen auch beurteilt werden.

Kommentar von ertztutute1 ,

Ich hab eine Rechnung mit den Abzügen von meiner Kaution (unter anderem mit den 200€ für das Streichen) bekommen. In der habe ich das erste mal davon gelesen, dass mein Vermieter diese Gebühr haben will. Der Wortlaut steht also oben in der Frage

Antwort
von DarthMario72, 30

Ich hätte eine Mindestmietzeit von 3 Jahren in meiner WG gehaben.

Also ein gegenseitiger Kündigungsverzicht?

Von einem entsprechendem Vertragsabschnitt weiß ich nichts. Ist das nun legal?

Wenn das nicht ausdrücklich bei eurem Aufhebungsvertrag so vereinbart wurde, ist es nicht zulässig, solche Kosten zu verlangen. Von der Kaution darf das ohnehin nicht einbehalten werden, da die nicht dafür gedacht ist.

Kommentar von ertztutute1 ,

ja genau. In wie fern der rechtens war, kann ich nicht sagen. Aber das ist mir auch relativ egal, da ich ja nun ausgezogen bin. Aber die 50€ hatten mich nun doch etwas überrascht, da nie davon die Rede war

Antwort
von DocFloppy, 36

Ohne Dir zu Nahe treten zu wollen: Sei froh das es nur 50 Euro sind. Das hätte Dich auch wesentlich teurer zu stehen kommen können. 

Aber: Nein, er kann, falls nicht im Mietvertrag so vereinbart, Dir nicht einfach Geld von Deiner Kaution abziehen mit der oben genannten Begründung. Dafür ist die Kaution nicht gedacht.

Aber: In der Praxis werden oftmals wesentlich höhere Forderungen von Vermietern gestellt. Mit entsprechenden Rechtsstreitigkeiten / Anwaltskosten, usw.

In sofern: Wenn keine weiteren Kosten auf Dich zukommen aus dem alten Mietverhältnis, bist Du vermutlich "ganz ok" damit gefahren. 

Antwort
von TrudiMeier, 17

50 €?  Vorhin waren es noch 200 € für ein nicht gestrichenes Zimmer. Und da war von einem Kündigungsverzicht für 3 Jahre, nicht mal ansatzweise die Rede.  Hier ist doch was oberfaul.....

Kommentar von ertztutute1 ,

Warum so misstrauisch? Ich versuche nur Geld wieder zu bekommen welches mir zusteht. Mindestmietzeit und 200€ für streichen hat nicht das geringste miteinander zu tun. 

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