Frage von Sonja66, 40

3D Drucker - was meint'n ihr so, wie das wohl werden wird?

Ich mein, da sind die ja in Sachen Entwicklung ganz schön dahinter, treiben sie voran, damit wir uns alle bald alles selbst zu Hause einfach ausdrucken können - oder wie? Irgendwann wird es dann auch alle Pläne für zu Hause geben - oder wie?

Naja, sicherlich verfolgen sie auch eigene Ziele...... ;-) Aber welche wohl?

Spannend finde ich das ja schon irgendwie..... ;-)

Derzeit ist das Ergebnis ja oft noch nicht so ausgereift, klar, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und dann? Was macht das mit uns? Wie wird es unser Leben verändern?

Firma WinSun aus China hat ein gleich ein ganzes Haus gebaut: http://www.swp.de/ulm/nachrichten/vermischtes/Neues-Bauverfahren-Luxusvilla-aus-...

Was alles wird diese neue Möglichkeit umkrempeln?

Der Automobilhersteller VW stellt im Fertigungswerk in Wolfsburg seit rund einem Jahr Werkzeuge und Montagehilfsmittel in 3D-Druckern selbst her.

Dauert sicherlich alles noch, aber was macht das mit Handel und Handwerk?

Und was, wenn ich gar nicht auf den Mond will, weil es mir hier so gut gefällt? ;-)

Die Europäische Weltraumorganisation ESA testet bereits den Einsatz von 3D-Druckern, um auf dem Mond eine Basis aus dem dort vorhandenen Material zu bauen. "Der 3D-Druck stellt eine potenzielle Möglichkeit dar, die von der Erde aus notwendige Logistik zu reduzieren und die Besiedlung des Mondes damit zu erleichtern", sagte Scott Hovland von der ESA.

Welche Erfahrungen habt ihr schon mit 3D-Druckern machen dürfen? Und wie ist eure Meinung so dazu? Vorteile / Nachteile?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von AstroSloth, 10
Ganz anders! 3D-Drucker werden ......

Konventionelle Produktion ist auf Masse ausgelegt. Spritzguss für ein paar Teile lohnt sich überhaupt nicht, erst bei großen Stückzahlen identischer Teile wird das Verfahren rentabel. 3D-Druck ist bei großen Stückzahlen wiederum extrem ineffizient und viel zu teuer, braucht man aber wenige Stück eines bestimmten Teils, das man vielleicht noch automatisiert anpassen möchte (das ist z.B. ein Thema in der Medizin), dann ist es oft das einzige praktikable Verfahren.

Ich denke, in diese Richtung wird das gehen. Die Qualität aktueller Metallsinter für den Einsatz in der Industrie ist schon extrem hoch, deswegen lassen sich Motorteile, Raketenteile, ... inzwischen binnen Stunden in einen Prototyp verwandeln und real testen. Für Firmen, die derartiges machen, ist das schon eine Revolution.

Der 3D-Drucker für Zuhause wird sich wohl nicht durchsetzen; ein flexibleres System, das auch Stoffe verarbeiten, Materialien kombinieren, ... kann, sowas vielleicht schon. Das ist dann aber mehr ein Robotikthema, und so ein Roboter hätte dann halt als eine seiner Funktionen auch 3D-Druck an Bord.

Ich hab selbst einen 3D-Drucker zum experimentieren zu Hause, einen Wanhao Duplicator 4S für ca. 800 Euro, mit dem man schon erstaunlich viel machen kann. Einen selbst designten Objektivadapter mit Fokussierung-Helical herstellen z.B., für ein Flohmarkt-Objektiv, für das es keine Adapter zu kaufen gibt, oder geometrische Strukturen, die mit Spritzguss gar nicht möglich wären (weil eine Gussform in dieser Topologie nicht funktionieren kann). Komponenten/Grundgerüste/Grundformen für Kunstwerke, die man dann weiterverarbeitet ... oder ähnlich wie bei Ikea, wo man oft ja auch eine Handvoll kleine Plastikteile hat, die aus MDF-Platten und -Leisten und allem ein (Billig-)Möbel machen, jene Puzzlestücke, die "konventionell" hergestellte Gegenstände stabiler, praktischer, intelligenter machen. Und natürlich Prototypen; etwa Gehäuse für irgendwelche Elektronikbastlereien, die gut aussehen und wirklich passen.

Wird eines Tages alles "gedruckt"? Wohl kaum. Massenproduktion hat ihren Platz und behält ihn. 3D-Druck wird denke ich da eingesetzt werden, wo Customization eine Rolle spielt – in der Mode, bei Schmuck, teuren Autos, in der Medizin für Prothesen und Implantate, natürlich im Prototyping, in der Gastronomie (Zuckerguss-"Druck"), im Baugewerbe (Beton-"Druck"), Ersatzteile für ausgelaufene Produkte (was Lagerflächen frei macht) ... und alle diese Märkte sind groß und lukrativ.

Die Kosten werden sich wohl zwischen Massenproduktion und Handarbeit einpendeln; einzelne Start-Ups experimentieren mit automatisierter Mode-nach-Maß (nur noch wenige kritische Arbeitsschritte werden tatsächlich vom Menschen gemacht, das meiste wird automatisiert zugeschnitten, vernäht, ...) – und in solche Prozesse fügt sich eine Technologie wie 3D-Druck nahtlos ein.

Also eher keine "große Revolution", aber eine große inkrementelle Verbesserung für Produktionsprozesse in vielfältigen Bereichen. Aktuell ist die Technik halt noch ganz am Anfang, so wie autonome Autos, universell einsetzbare Nähroboter, ...

Ich bin in jedem Fall gespannt.

Kommentar von Sonja66 ,

Interessante Antwort! Danke dir!

Antwort
von WesternCalimero, 5
Ganz anders! 3D-Drucker werden ......

billiger und feiner in der Auflösung. Damit sind sie nicht nur für das Rapid prototyping nützlich, sondern auch im Hobbybereich gut einzusetzen.

Ich habe selbst eine Replikator 2x, der preislich etwas höher angesiedelt ist, aber eben auch gute Ergebnisse bringt. Meine Anwendung ist irgendwo in der Mitte zwischen Rapid prototyping und Hobby. Im Hobbybereich hat man die Möglichkeit, nicht mehr beschaffbare Ersatzteile zu erstellen (von Zahnrädern bis zu Antriebsriemen aus Ninjaflex) oder nicht erhältliche bzw. nicht vorgesehene Teile für andere Hobbyaktivitäten zu erfinden. Beruflich kann man eben mal einen Druck von einem zukünftigen Spritzteil erzeugen, an dem man die eventuellen Unzulänglichkeiten sehr viel kostengünstiger ermitteln kann, als bei einer Spritzform. Selbst Kleinserien sind möglich.

Das größte Problem ist sicherlich die Konstruktion von Teilen. Es gibt eine Reihe von Freeware und billigen CAD Programmen. Ohne ein (sündhaft) teures CAD Programm bleibt das alles sehr unbefriedigend. Mit einem solchen Programm kann man sich auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich die eigentliche Konstruktion.

Des weiteren ist die eigentliche Konstruktion auch nicht jedermanns´ Sache, denn es gilt hier diverse Hindernisse zu umschiffen. Das geht los, bei der Wahl der Stützstrukturen über die günstigste Plazierung bis hin zu Maßkorrekturen, die für den jeweiligen Drucker spezifisch sind. Manchmal ist es sehr viel praktischer zwei ineinander steckbare Teile zu bauen, als sich mit der späteren Entfernung der Stützstrukturen herum zu ärgern.

Ein weiteres Problem ist das Hydroskopische Verhalten der Filamente. Die ersten Hersteller haben bereits darauf reagiert und bieten Kartuschen an, in denen das Filament trocken bleibt (man braucht schon so einige verschiedene Rollen, um nicht alles mit der gleichen Farbe drucken zu müssen.

Das o.a. gilt sinngemäß aber auch für die moderneren Drucker, mit denen man Metalle drucken kann.

Darum bin ich der Meinung, daß es in der nächsten Zeit weiter ein Nischenprodukt für Enthusiasten und das Prototyping bleiben wird. Langfristig gesehen ist das etwas anders zu bewerten. Durch vereinfachte Software könnte es durchaus möglich sein, daß es in Privathaushalte einzieht - da muss dann aber noch viel passieren -

LG Calimero

Antwort
von dan030, 7
Ganz anders! 3D-Drucker werden ......

... ihren festen Platz in einigen Nischen der Industrie finden, speziell wenn es um die Fertigung von Kleinserien geht. Flächige Verbreitung in der Form "wir drucken uns jetzt alles in Zukunft zu Hause selbst aus" wird es nicht geben.

Begründung:

Man kann die Physik nicht überlisten. Die Geräte arbeiten mit thermoplastischen Kunststoffen. Das bedeutet einerseits, dass die Druckgeschwindigkeit limitiert ist, zum anderen die hergestellten Werkstücke nur bedingt belastbar sind, speziell mit Blick eben auf die Einsatztemperatur.

So ein 3D-Drucker kann unglaublich praktisch sein, wenn es z. B. darum geht, dass 20 komplexe Formteile benötigt werden für eine kommerzielle Anwendung. Aber Großserien wird man damit nicht erzeugen, weil zu langsam und zu teuer. Und Privatleute werden auch nicht in großem Stil alles selbst zu Hause herstellen. Würde sich das nämlich zu einem Megatrend entwickeln, dann wären die Umwelt- und Gesundheitsschützer ganz schnell zur Stelle, da Limits zu setzen. Stichwort Raumluftbelastung durch erhitztes Filament usw. Man sollte auch immer im Hinterkopf behalten: so richtig gesund ist das alles nicht...

Antwort
von larry2010, 16
3D-Drucker werden sich eher als Hype heraus stellen, da.....

für mich sind 3 drucker nicht anders, als eine weiterentwicklung von den maschinen, die man bereits hat.

man nennt es 3d drucken, aber ist es nicht mehr ein spritzen? und diese technik hat man beriets, nur spritzt man den kunststoff nicht in eine form, sondern spritzt ihn in einem freien raum.

und das wissen, das dafür nötig ist, wird sich nicht jeder aneignen, auch wenn sie die computerprogramme dafür weiterentwickeln. das bleibt im handwerksbereich, der ausgebildet wird.

ansonsten würde bereits jeder zuhause eine fehlende mutter, ein zahnrad oder so aus metall sich zuhause selbst giessen.

ich geh davon aus, das es im vw werk noch immer schraubenschlüssel gibt, die erhitzt werden , um sie dann passend zu biegen, das man an einer bestimmten stelle damit arbeiten kann. da wird nicht nicht einer aus kunststoff gedruckt, nur weil man die maschinen hat.

aber es macht sich natürlich gut, wenn man die marke vw verkaufen will, allerdings ist es traurig, das vw das herausstellen muss, weil ihre teile von fremdfirmen hergestellt werden und nciht mehr von vw.

 

Antwort
von Borgler94, 8

ich habe seit 2 wochen einen prusa i3 von ebay... kostet 190€, also nicht soo viel

druckt super (sowei ich das beurteilen kann)
also vllt sind die Teile etwas schlechter als die die man bei youtube von den erfahrenen 3D druck-typen sieht... aber ist jetzt kein großer unterschied, und ich bin ja noch unerfahren

kosten für die teile sind auch nicht sehr hoch,1kg Filament kosten <20€ und man kann wirklich lange damit drucken, solange man die teile nicht komplett füllt, was man ja fast nie braucht

ich finds geil :)
habe auch schon mehrere teile repariert (autodchlüssel, fernbedienung, schere,...)
und einige figuren gedruckt, sehen echt gut aus :)

Antwort
von BTyker99, 17
3D-Drucker werden eher eine große Revolution bringen, da....

3D-Drucker werden meiner Meinung nach in einigen Jahren ein ganz selbstverständliches Werkzeug in vielen (Heimwerker-)Haushälten sein, genau wie Elektro-Bohrschrauber, Drehbänke und ähnliches.

Ich persönliche habe noch keinen, da ich mir bewußt bin, dass man damit viel Zeit verbringen würde und die aktuellen Modelle in kurzer Zeit von besseren Nachfolgern beerbt werden würden. Wenn ich den Eindruck haben sollte, dass die Technik weitgehend ausgereift sein sollte, würde ich mir eventuell auch einen günstigen zulegen. Bis dahin würde ich aber eher auf externe Dienstleister (z.B. Shapeways) zugreifen, was auch hinsichtlich der flexibleren Material-Auswahl sinnvoller ist. Die lange Zeit, bis das Produkt auf dem Postweg ankommt, ist dabei aber natürlich ärgerlich und der wichtigste Grund, einen eigenen Drucker zu besitzen.

Antwort
von DougundPizza, 16

Naja so ein 3D Druck dauert schon ordentlich lange und die Kosten sind gerade auch nicht ohne. Ich denke es wird noch eine Weile dauern bevor es für den privaten Bereich lukrativ wird...

Antwort
von Sonja66, 12
3D-Drucker werden eher eine große Revolution bringen, da....

....  es den Leuten mächtig Freude macht, interessant ist und sie vieles damit machen können.

....... vielleicht ja gibt ihnen der Drucker sogar ein Gefühl von Unabhängigkeit und Macht.

....  es ein neues schönes Spielzeug für Erwachsene ist?

....  es den Leuten gefällt, dass damit vieles schneller und einfacher geht.

Antwort
von Mefista, 14
3D-Drucker werden eher eine große Revolution bringen, da....

Denke, dass sie schon häufig gut ankommen, die Drucker.....

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