Frage von Hakalad, 49

3 Tage Probearbeit. Insgesammt ca. 32 Stunden. Jetzt meldet sich der potenzielle Arbeitgeber nicht mehr. Kann ich Lohn einfordern?

Über das Portal der Arbeitsagentur habe ich eine Stellenausschreibung einer Arbeitsvermittlung gefunden. Habe mich vorgestellt und wurde dann vom potenziellen Arbeitgeber zu einem 3-Tage Probearbeiten eingeladen. Vorher auch alles mit der ARGE abgesprochen wegen Fahrtkostenerstattung und so. Ich musste jeden Tag ab 09.oo Uhr bis ca. 19.30 oder länger VOLLZEIT arbeiten unter Anweisung. Ein Einfühlungsverhältnis lag somit nach Gesetz nicht mehr vor. Am letzte Tag fragte ich dann nach, was denn jetzt mit einem Arbeitsvertrag wäre. AG wollte sich einen tag später melden. Kein Anruf und ich rief selber an mit dem Hinweis man würde sich einen Tag später melden. Leider blieb dieser Anruf gänzlich aus. Kann ich also für die 3 Tage mit insgesamt ca. 32h Arbeitszeit Lohn einfordern? Weil ich habe nachweislich Vollzeit und unter Weisung und täglichem Erscheinen um 09.oo Uhr gearbeitet. Im Internet habe ich zwar einige juristische Seiten mit §§ gefunden wie §611, §612 BGB, aber so wirklich schlauer bin ich immer noch nicht.

Antwort
von Parhalia, 27

Ja, entsprechend Deiner Beschreibung des durch Dich erbrachten Tätigkeitsrahmens ( und Du verneinst in diesem Zuge auch ein "Einfühlungsverhältnis" ... also hast Du schon entsprechende Infos gefunden ) steht Dir für diese 3 Tage dann auch eine entsprechende Entlohnung in angemessener Höhe zu.

An diesem Anspruch ändert auch DER Umstand nichts, dass Du grundlegend noch im Bezug von ALG I oder ALG II stehen könntest. 

Denn Probearbeit ist kein Praktikum. Und wenn Du die 3 Tage komplett richtig mitarbeiten musstest, so liegt hier auch kein "Einfühlungverhältnis" mehr vor.

Antwort
von DanBam, 26

Dein derzeitiger "Arbeitgeber" ist bis zu Deiner Anstellung die Arge/Jobcenter. Wende Dich an den Sachbearbeiter, er wird Dir genaue Auskünfte zur rechtlichen Situation geben.

Kommentar von Hakalad ,

Ja, weil ich denke mal, dass auch die ARGE ein gewisses Interesse daran hat, ggf. die Fahrtkosten vom AG zurück zu bekommen. Ich werde die ARGE mal die Tage aufsuchen und hier dann berichten, was daraus geworden ist :)

Kommentar von DanBam ,

Die Arge wird dem Arbeitgeber "nett" erklären was Sache ist :-), da Du Arbeitslosengeld beziehst und voll mitarbeiten musstest, verstehen die Arge im Normalfall keinen Spaß mit solchen Unternehmen :-)))

Kommentar von Parhalia ,

Hat die ARGE die Fahrtkostenerstattung an Dich, oder den Arbeitgeber bezahlt ?

Aber grundlegend hast Du vollkommen recht damit, dass die ARGE dann genau wie Du ein berechtigtes Interesse daran haben, einen möglichen Kostenausgleich für Aufwendungen zur Teilnahme an dieser Probearbeit vom Arbeitgeber zu bekommen.

Aber Deine grundlegenden Ansprüche musst DU gegen den Arbeitgeber direkt erwirken. Und da es dann an Lohn für die 32 Stunden Probearbeit um einen Betrag von deutlich über 100 Euro geht, so haben beide Parteien ( Du und das Jobcenter ) etwas davon, wenn dieser Ausbeuter den zustehenden Lohn zahlen muss für die 32 nachweislichen Arbeitsstunden.

Daher lohnt es sich auf jeden Fall, in dieser Sache weiter nachzuhaken. ( auch mit Hilfe des Jobcenters )

Kommentar von Hakalad ,

Habe die ARGE angerufen. Die können selber auch nichts machen. Es liegt an mir, die Forderung dann auf dem Zivilrecht geltend zu machen. Fahrtkosten musste ich auslegen und bekomme diese erstattet (Antrag war vorab schon angefordert worden). Jetzt geht die Rennerei los :)

Kommentar von DanBam ,

Oh Mann, Du kannst einem Leid tun, diese Jobcenter...

Mit dieser Aussage: "Wir können nicht viel machen" hast Du wohl mit dem falschen Mitarbeiter gesprochen.

Das Jobcenter tritt als Vermittler auf. Es ist nicht nur in Richtung des Arbeitnehmers zu Amtermittlungsverfahren berechtigt, das Jobcenter kann sehr wohl Amtermittlungsverfahren gegen offensichtlich dubios arbeitende Arbeitgeber einleiten.

"Es können auch Dritte zur Mitwirkung verpflichtet sein, z. B. gem. §§ 315 ff. SGB III Arbeitgeber gegenüber der Bundesagentur für Arbeit oder gem. § 28a SGB IV Arbeitgeber und gem. §§ 28m, 28o SGB IV Beschäftigte gegenüber der Einzugsstelle für den Gesamtsozialversicherungsbeitrag."

Wenn diese sonderbare Firma auf diese fiese Tour durch Deutschland reist um an billige Arbeitskräfte bzw. Sozialversicherungsbeiträge zu sparen, dann ist die Arge sehr wohl verpflichtet diesem Treiben Einhalt zu gebieten. 

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