3. Reich: Wohlstand?

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6 Antworten

Das hat Goetz Aly schön gezeigt: Ja, der kleine Deutsche hat im Durchschnitt von der Nazi-Regierung profitiert (wenn er kein Dissident war und zu keiner diskriminierten Minderheit gehörte). Und man kann annehmen, dass die Nazis 1939 oder 1940, wenn Wahlen stattgefunden hätten, spielend eine Mehrheit gekriegt hätten...

Tatsächlich ist die Arbeitslosigkeit von 1933 bis 1940 stark zurückgegangen (zu Zeiten des Krieges herrschte dann ein Arbeitskräftemangel).

Das lag einerseits an den diskriminierenden Massnahmen, die das Regime ergriff (z.B. Beamtenerlass, der dazu führte dass alle jüdischen Beamten ihre Stelle verloren, wo dann "Arer" nachrücken konnten, sogar wenn sie weniger qualifiziert waren), dann an den grossen Infrastruktur- und Rüstungsprojekten des Staates (mit denen der Staat praktisch in die Pleite schlitterte, die er dann durch Eroberungskriege und Beutezüge zu verhindern suchte) und auch ganz allgemein an der illegetimen Bereicherung des Staates auf Kosten von Minderheiten (1938 mussten Juden 1 Milliarde Reichsmark "Strafe" für die Pogrome vom 11.11. bezahlen, Wohnungen wurden beschlagnahmt, mobiler Besitz auch, Auswanderer mussten alles zurücklassen und eine "Auswanderungssteuer" bezahlen) und eroberten Ländern (die Deutschen sackten als erstes jeweils die Nationalbank-Reserve des jeweiligen Landes ein, stahlen aber auch Kühe und Lebensmittel)

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Kommentar von Losloslosx3
16.03.2016, 10:12

entschuldigung: ich meinte pogrom vom 9.11.1938

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Wohlstand verglichen mit den Hungerjahren davor schon. Aber nur verglichen mit den Hungerjahren. Und Gewerkschaften wurden gleicgeschalet und die Arbeiter waren alles andere als frei z.B: bei der Wahl des Arbeitsplatzes und fern jeder Mitbestimmung. Den richtigen Wohlstand hat es den Industriellen gebract, die mit Rüstungs- und Bauaufträgen grosse Gewinne einfuhren. Das ar aber der klassische Fall von Kriegsroulette. Kurze, heftige Investitionenin Aufrüsung, und danach Roulette. Gewinnt man im Krieg, plündert man die Eroberten und die Investitionen zahlen sich aus. Verliert man, hat man das was man in 1945 in Deutschland hatte.

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zunächst mal lobe ich meine Vorredener: Arnoldbentheim - der darauf aufmerksam gemacht hat, dass die Wirtschaftspolitik der 30er auf gepumpten Geld beruhte - 1938/39 war Deutschland quasi pleite! Ich teile mit Losloslosx3 auch die Hochachtung vor Götz Alys Buch - das ist brillant! Dass ein 1. KLasse Historiker noch selbst in die Archive geht und solche Datenmengen zusammenträgt.....

Aber zu deiner Kernfrage: Im Vergleich zu NAchkriegshunger, Inflation, Massenarbeitlosigkeit der 20er und frühen 30er ging es der Arbeiterschaft besser! Die Arbeiterschaft wurde auch politisch aufgewertet im Diskurs.

Dennoch reichte auch unter den Nazis der Lohn eines Arbeiters nur für das Allernötigste (Essen, Kleidung). Extras wie Reisen, Kinderspielzeug, Elektrogeräte, gar ein KFZ blieben  für den Arbeiter unerschwinglich. Die Tarifautonomie war ausgehebelt, freie GEwerkschaften verboten. Die Reallöhne der Arbeiter stiegen weit schwächer als in der Weimarer Republik! (JEZBorg hat das schon gesagt)

Also ganz klare Antwort: Kein Wohlstand für die Arbeiter!!!  

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Man muss zwei Dinge unterscheiden:

1. Ja, es gab in den mittleren 1930er Jahren einen "wirtschaftlichen Aufschwung" in Deutschland. Er war aber durch Schulden, die Hitlers Regierung insbesondere wegen der Aufrüstungen für den geplanten Krieg machte, finanziert. Ohne den Krieg wäre Deutschland wohl rasch in eine finanzielle Staatspleite geraten.

2. Ja, die Arbeiter profitierten insoweit, als sie einen sehr bescheidenen Wohlstand errangen, der es ihnen ermöglichte, ihre Familien zu ernähren und an gesellschaftlchen Lustbarkeiten teilzunehmen. Wegen der Rüstungsanstrengungen wurde jedoch die Konsumgüterproduktion gedrosselt. Schließlich zahlten die Arbeit für ein wenig Wohlstand einen furchtbaren Preis: sie mussten im Krieg für das Naziregime mit ihrer Gesundheit und dem Leben bezahlen.

MfG

Arnold


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Kommentar von PatrickLassan
16.03.2016, 07:53

Er war aber durch Schulden, die Hitlers Regierung insbesondere wegen der Aufrüstungen für den geplanten Krieg machte, finanziert.

Deshalb war das Deutsche Reich bereits 1938 de facto bankrott.

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Um das mit einem Satz zu beantworten: er hat die Arbeitslosigkeit von 25 Prozent aif 0,5 Prozent gesenkt.

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das verfluchte 3. reich ist bis zum erbrechen dokumentiert. lesen bildet. und futter für neonazis gibs auch genug. hitler hat nichts anderes getan, als das deutsche reich hoch zu verschulden, um dann seinen perversen massenmörder- und weltherrschaftssachen nachgehen zu können. wer das immer noch nicht gecheckt hat der tut mir leid, bzw. sollte npd oder afd wählen


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