Frage von sammlergitte, 141

3 Abmahnungen innerhalb von 3Tagen! Ist das rechtens?

Guten Abend! Seid dem 08.09. bin ich krankgeschrieben und habe meine Krankmeldung immer gleich an den Arbeitgeber geschickt. Nun sagt dieser, meine Krankmeldung vom 14.11. - 21.11. wäre nicht angekommen und hat mir am 16.11. eine 1.Abmahnung und am 18.11. eine 2. + 3.Abmahnung in einem Brief geschickt. Alle 3 Abmahnungen habe ich heute erhalten und sofort reagiert. Ich habe in meiner Personalabteilung angerufen und gesagt, dass ich die Krankmeldung gleich am 14. verschickt habe. Anschließend habe ich die nicht angekommene und die neue per Fax zugeschickt. Jetzt habe ich jedoch das Gefühl, dass die Firma mich loswerden will. Ich bin 63 Jahre alt und seit fast 44 Jahren in dieser Firma. Leider klappt es in letzter Zeit nicht mehr so mit der Gesundheit. Meine Frage: Reichen die Abmahnungen für eine Kündigung? Mit freundlichem Gruß

Antwort
von Allexandra0809, 83

Warum bekommst Du immer noch Krankmeldungen, die Du zum Arbeitgeber schicken musst? Du bekommst doch inzwischen Krankengeld und da bekommt der Arbeitgeber keine Krankmeldung mehr. Es muss ja der Auszahlungsschein ausgefüllt werden.

Du hast 3 Abmahnungen für ein und dieselbe Sache bekommen? Das ist ja wohl ein Witz. Lass Dir nichts einreden, für eine Kündigung reicht das noch nicht aus.

Hast Du Dich schon mal bei der Rentenstelle beraten lassen, ob Du nicht schon jetzt in Rente gehen kannst?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 73

 Reichen die Abmahnungen für eine Kündigung?

Bestimmt nicht.

Drei Abmahnungen für ein und denselben Vorfall sind nicht möglich. Mit der ersten Abmahnung ist dieses "Vergehen" abgearbeitet und kann nicht mehr zu neuen Abmahnungen führen, geschweige denn zur Kündigung.

Davon mal ganz abgesehen: Was schickt Dir der Betrieb schon am 16.11. eine Abmahnung wenn Du erst am 14.11 vom Arzt eine AU-Bescheinigung bekommen hast? Was steht denn zur Nachweispflicht bei Krankheit im Arbeitsvertrag oder anwendbaren Tarifvertrag?

Wenn die gesetzliche Regelung nach § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz gilt, hast Du die AUB nach drei Krankheitstagen vorzulegen. Bei Berechnung dieser Frist werden die Regelungen der §§ 187 Abs. 1, 188 Abs. 1 und 193 BGB angewendet.

Das bedeutet, der erste Tag der Krankheit, bei Dir der Montag 14. November, wird nicht in die Drei-Tage-Frist gerechnet und Deine AUB muss spätestens am Freitag, den 19. November beim Arbeitgeber sein da dies der folgende Arbeitstag nach der Drei-Tage-Regel ist.

Sollte diese Regelung bei Dir also zutreffen, sind die ganzen Abmahnungen sowieso "für die Tonne" und absolut keine Grundlage für eine spätere Kündigung.

Ich empfehle Dir, solltest Du wieder einmal krank werden, die AUB mit einem Zeugen einzuwerfen oder per Einwurfeinschreiben sofort loszuschicken, damit sie auch rechtzeitig ankommt.

Hier sieht es in der Tat aus, als würde man verzweifelt nach einem Kündigungsgrund suchen und Dich verunsichern wollen.

 

Antwort
von skychecker, 80

Eine Abmahnung ist generell erst einmal eine Kündigungsvorbereitung.

Sie ist vom Tenor her als milderes Mittel vor der Kündigung zu werten.

Eine Abmahnung soll dafür sorgen, ein arbeitsrechtliches Fehlverhalten zu ahnden und zur Besserung zu bewegen.
Es soll eine Verhaltensänderung erzielt werden, bevor es dann wirklich zu einer Kündigung kommt.

Bei deinen 3 Abmahnung im Paket, ist eine solche erzieherische Maßnahme ad absurdum geführt. Eine Verhaltensänderung ist in dieser Form nicht herbei zu führen.

Ob hieraus eine Kündigung herbeigeführt werden kann, die auch vor Gericht Bestand hat, wage ich anzuzweifeln.

Antwort
von Aliha, 71

Wenn sich das abgemahnte Verhalten wiederholt, dann reicht eine Abmahnung für die Kündigung.

Antwort
von ducksheep, 40

Mein Nachbar hatte genau die Selbe Sizuation, als er 64 war. Er zog vor Gericht und bekam Recht. Weil ein weiterbestehen des Arbeitsverhältnisses allerding nicht mehr zumutbar war, nachdem man ihn so loswerden wollte, bekam er eine riesige Abfindung und eine Entschädigungszahlung (Baute davon ein Haus).

Also auf jeden Fall dagegen angehen.

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