Frage von samiia, 27

2.Vatikanum?

hallo Leute kann mich jemand über das 2.Vatikanum informieren, zu welcher Position gehört sie an (exklusivismus,inklusivismus oder pluralismus)???

was müsste ich grop für eine prüfung dafür wissen es kam sehr kurz bei uns in interreligiöser kultur vor ?

ich selber bin aus der islamischen Theologie.

Antwort
von Nadelwald75, 11

Hallo samila,

nach der Definition von Wikipedia:

D

er Inklusivismus ist eine Form der theologischen Beurteilung anderer Religionen. Er erkennt an, dass auch andere ReligionenHeilsbedeutsamkeit besitzen
können, dass aber diese Heilsbedeutsamkeiterst in der eigenen Religion
zu ihrer vollen Entfaltung und Bedeutung gelangt. Die eigene Religion
ist daher allen anderen überlegen.

Wenn ich also unter deinen drei Begriffen zu wählen hätte, ist das 2.Vatikanum mit

Inklusivismus

zu beschreiben. Es ist dabei selbstverständdlich, dass man seine eigene Religion für die wahre hält. Das 2. Vatikanum hat z.B. in den Teil "nostra

aetate" folgende Ausführungen:

Nichtchristliche Religionen 2. Von den ältesten Zeiten bis zu unseren Tagen findet sich bei den verschiedenen Völkern eine gewisse Wahrnehmung jener verborgenen Macht, die dem Lauf der Welt und den Ereignissen des menschlichen Lebens gegenwärtig ist, und nicht selten findet sich auch die Anerkenntnis einer höchsten Gottheit oder sogar eines Vaters……..

Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen
wahr und heilig ist. Mit aufrichtigem Ernst betrachtet sie jene Handlungs- und
Lebensweisen, jene Vor-schriften und Lehren, die zwar in manchem von dem
abweichen, was sie selber für wahr hält und lehrt, doch nicht selten einen
Strahl jener Wahrheit erkennen lassen, die alle Menschen er-leuchtet.
Unablässig aber verkündet sie und muß sie verkündigen Christus, der ist „der
Weg, die Wahrheit und das Leben" 00 -14, 6), in dem die Menschen die Fülle
des religiösen Lebens finden, in dem Gott alles mit sich versöhnt hat

3.. Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde5, der zu den Menschen
gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft. Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, und sie ehren seine jungfräuliche Mutter Maria, die sie bisweilen auch in Frömmigkeit anrufen.
Überdies erwarten sie den Tag des Gerichtes, an dem Gott alle Menschen:
auferweckt und ihnen vergilt. Deshalb legen sie Wert auf sittliche
Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten.

Kommentar von Waldfrosch10 ,

Dabei sollte man aber auch wissen dass, gerade dieser Text unter den meisten Theologen ("nostra aetate") äusserst umstritten ist und Bestrebungen im Gange sind diesen Text  wieder zu streichen.oder zu klären da er im Grunde doch dem Evangelium widerspricht .

Auch der Koran zeichnet ja ein gänzlich anders Gottesbild ,und polemisiert ja explizit das unserige Gottesbild ,fasst könnte man denken die Konzilsväter dieser  Textes hätten ,von Islamischer Theologie keine Ahnung gehabt ...



Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Waldfrosch10,

zunächst mal bezog sich die Frage des users auf das Vatikanum II. und nicht auf spätere Bestrebungen.

Es ist mir bekannt, dass es Bestrebungen gibt, Entwicklungen des Vatikanum II. zurückzudrehen (Marcel Levebvre, Piusbruderschaft, die Richtung Kardinal Müller, jüngere Theologen mit wenig Kontakt zum Vatikanum II).

Es ist mir unbekannt - und ich wage das zu bestreiten - dass nostra aetate unter den meisten Theologen äußerst umstritten ist.

Es ist mir unbekannt, dass nostra aetate im Grunde dem Evangelium widerspricht. Der Text wertet schließlich nicht Glaubenslehre anderer Religionen und des Islams speziell insgesamt, sondern beschreibt das Verhältnis der Kirche zu Punkten, die sie wahr und heilig nennt.

Grundsätzlich: Nicht die Texte Mt, Mk, Lk, Joh sind das Evangelium, sonder die Offenbarung ist Christus selbst, der das Evangelium verkündet. Und diesen Auftrag hat die Kirche. In den Texten, deren Verfasser letztlich die Kirche ist, steht das Evangelium zwar fixiert, aber nach katholischer Lehre hat Christus durch die Kirche den Vorrang vor dem Text.

Die Kirche drückt sich dann z.B. in den Konzilien (und ggf. im Dogma) unter Mitwirkung des Heiligen Geistes aus und nicht in "Bestrebungen" von Theologen, etwas abzuschaffen oder auch nur, es umzuinterpretieren..

Und so lange halte ich mich auch an das, was die katholische Kirche per Konzil formuliert hat.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Zu "Bestrebungen":..... und dann gibt es noch den tollen Fernsehsender KTV!

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