Frage von badyM, 58

2.Kreditnehmer mit 400 Euro Gehalt?

hallo,

meine Freundin hatte mit ihrem
Ex Mann einen Konsumenten Kredit aufgenommen. Dieser Kredit diente nur ihrem Ex Mann, sie hatte nix davon . Die Bank hat gemeint, dass die Konditionen besser sind wenn sie mit drin steht. nun ist es so, dass ihr Ex Mann den Kredit nicht mehr zahlt und die Bank es von meiner Freundin fordert! Ist es überhaupt zulässig jemand als 2. Kreditnehmer mit 350 Euro Gehalt mit rein zunehmen? Kreditbetrag sind 20000 Euro! Danke im Voraus für Antworten.

Antwort
von Havenari, 12

"Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs sind Bürgschaftsverträge zwischen Kreditinstituten und bürgenden oder mithaftenden Angehörigen des Kreditnehmers in der Regel unwirksam, wenn die Angehörigen hinsichtlich der Höhe der Haftung wirtschaftlich erkennbar überfordert sind".

https://www.rechtsanwalt.com/urteil/sittenwidrigkeit-einer-ehegattenbuergschaft-...

Antwort
von Jurius, 31

Als 2. Kreditnehmer haftet sie natürlich.

Ob sie real aktuell etwas zahlen kann/muss, hängt von ihrem aktuellen Einkommen ab. Wenn das nur 350,00 EUR beträgt (+ ggf. aufstockendes ALG II) ist sie nicht pfändbar und kann -solange sich das Einkommen nicht signifikant verbessert- nicht zur Zahlung gezwungen werden. Sie sollte sich an eine Schuldnerberatungsstelle (z.B. der Caritas oder der Diakonie) wenden und sich dort beraten lassen. Mglw. ist ein Privatinsolvenzverfahren sinnbringend. Das ist vor allem dann der Fall, wenn mehr oder weniger absehbar ist, dass sich das Einkommen mittelfristig (also in den nächsten paar Jahren) nicht erheblich erhöhen wird. Eine -seriöse- Schuldnerberatungsstelle in der Nähe findet man hier: http://www.schuldnerberatungen.org/

Von "miesen Tricks der Banken" kann hier übrigens nichts erkennen. Ein erwachsener Mensch, der als 2. Kreditnehmer unterschreibt sollte sich doch im Klaren darüber sein, was das im Zweifel bedeuten kann.

"Miese Tricks" hat hier -wenn dann- wohl offensichtlich der Ex-Gatte angewendet und die -sagen wir mal ....  "Gutmütigkeit"- der Ex-Gattin ausgenutzt.

Kommentar von fragenschleuder ,

Wenn das nur 350,00 EUR beträgt (+ ggf. aufstockendes ALG II) ist sie
nicht pfändbar und kann -solange sich das Einkommen nicht signifikant
verbessert- nicht zur Zahlung gezwungen werden.

Grundsätzlich richtig, hat der Schuldner aber kein P Konto, interessiert das die Bank wenig, wie hoch die Pfändungsfreigrenze ist, sie wird sich bedienen.

Antwort
von akkurat01, 30

Das sind die miesen Tricks der Banken.

Unbedingt einen Rechtsanwalt befragen. Sonst kommt Sie ganz schlecht raus, ...

Antwort
von Reanne, 32

Sie hat als Ehefrau mit unterschrieben, also haftet sie auch. Sie kann der Forderung schriftlich widersprechen mit dem Hinweis auf Zahlungsunfähigkeit wegen zu geringen Einkommens.

Antwort
von AnitaAn, 12

Wieso wurde dieser Kredit denn bei der Scheidung nicht mitgeregelt? Da werden normalerweise auch Vermögen und Schulden aufgeteilt und spätestens da wäre der Zeitpunkt gewesen zu klären, dass der Kredit nicht von ihr veranlasst war und auch nicht von ihr zurücvkgezahlt werden kann.

Antwort
von Cab09, 27

Sie haftet, dafür hat Sie schließlich unterschrieben. Allerdings bezweifle ich, dass Sie tatsächlich zahlen muss, da Sie mit Ihrem Einkommen unter dem Existenzminimum liegt und so nicht belangt werden kann. Besitzt Sie Vermögen, haftet Sie mit Ihrem Vermögen.

Antwort
von dresanne, 32

Deswegen sollte man es sich ganz genau überlegen, ehe man eine Bürgschaft gibt.

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