Frage von Druschba27, 120

26 Jahre Einheit - warum kamen uns die Russen so sehr entgegen?

Nun ist es 26 Jahre her, als die DDR der BRD beitrat. Ein knappes Jahr zuvor war der Mauerfall.

Ich habe mich da mal bißchen mit der Geschichte beschäftigt und festgestellt, daß ohne Rußland gar keine Wiedervereinigung möglich gewesen wäre. So sprach ja Ronald Reagan vorm Brandenburger Tor "please open this wall", das hätte ja Gorbatschow niemals machen müssen.

Gorbatschow tat es und man vereinbarte ja, daß dafür die NATO sich nicht weiter Richtung Osten ausdehnt. Aber warum haben die Russen das getan? Hatten sie schlicht und ergreifend gar nicht damit gerechnet, daß sich der Westen nicht an die Absprachen halten könnte?

Gingen sie da zu sehr von sich aus? Wenn ein Russe etwas sagt, hat das Wort ja Gewicht. Sie lieferten ja sogar im kalten Krieg Erdgas etc. an Westeuropa. Wort ist Wort.

Wußten die russischen Geheimdienste damals nicht, daß es der Westen nicht zu schätzen wissen wird, und im Gegenteil, nach einigen Jahren Übergangszeit die Hetzte gegen Rußland weiter befeuert?

Ich verstehe als Deutscher auch nicht, warum so wenige Leute das zu schätzen wissen. Warum ist das so?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Stellwerk, 51

Unter Gorbatschow hatte die russische Regierung schon einige Jahre zuvor einen etwas offeneren Kurs begonnen. Als es dann in allen Ostblockländern zu brodeln begann, hat Gorbatschow v.a. eine wesentliche Entscheidung getroffen: keine Panzer auf die Demonstranten zu hetzen. Er hat einfach kapiert und es zugelassen, dass man Menschen nicht auf Dauer unterdrücken kann.

Die Deutschen wissen Russlands Rolle in der Einheit SEHR zu schätzen - Gorbatschow genießt in Deutschland ein sehr hohes Ansehen, im Gegensatz zu Russland, wo er eher dafür verachtet wird, den Zerfall der großen Sowjetunion angestoßen zu haben.

Und was die NATO 30 Jahre später macht, das konnte Gorbatschow ja nun auch nicht voraussehen. Rückwirkend ist Geschichte immer leichter zu beurteilen als sie in dem aktuellen Moment zu machen.

Kommentar von voayager ,

Das Brodeln im Ostblock hat doch dieser Dilletant namens Gorbatschow erst hervorgerufen, ohne seiner hirnlosen Politik hätte es nicht gegärt. Vorher war das ja auch nicht so.

Kommentar von zetra ,

Er hat aber insoweit Recht, die Sowjetunion ging aufs Zahnfleisch, somit war, rette sich wer kann, angesagt. Fuer die DDR raechte sich jetzt die totale wirtschaftliche Abhaengigkeit von der Sowjetunion, mit den bekannten Folgen.

Kommentar von Interesierter ,

Das ist schlicht nicht wahr. Die SU hat sich beim Wettrüsten mächtig verhoben. Die SU konnte immer nur einen Bruchteil der US-Wirtschaftsleistung verbuchen. Daher war der Rüstungsanteil der SU schon zu Zeiten Chruschtschows gemessen am BIP viel höher, als in den USA.

Unter Breschnew hatte die SU bereits mit massiven Versorgungsengpässen zu kämpfen. Die Jahre unter Andropow und Tschernenko waren eine Katastrophe.

Deswegen ruhten alle Hoffnungen auf Gorbatschow. Dieser sollte den Karren aus dem Dreck ziehen. Er hat es nicht geschafft und ist gescheitert. Gorbatschow hat die Krise nicht herbeigeführt. Ja, er hat sie nicht bewältigt und ist daran gescheitert, aber er war nicht derjenige, der die Krise heraufbeschwor. Die war schon lange vor ihm da.

Kommentar von zetra ,

Man kann es nennen wie man will, ohne Gorbatschow haetten wir die deutsche Einheit nie und nimmer bekommen, somit bleibt der Verdienst bei ihm haengen basta.

Antwort
von Interesierter, 30

Russland steckte zu dieser Zeit in einer tiefen Krise. Russland hatte sich mit der Aufrüstung im kalten Krieg übernommen. In Russland herrschte grosser Mangel an Konsumgütern, speziell an Lebensmitteln.

Russland bekam Geld und Waren. Insgesamt rund 15 Milliarden DM. Faktisch hat Russland die DDR verkauft, um die Probleme im eigenen Land zu lösen.

Eine Zusicherung, die NATO würde nicht nach Osten ausgedehnt, gab es nie. Vielmehr war es die freie Entscheidung, der nach dem Zerfall souveränen Staaten, ihre eigenen Bündnisse einzugehen. Diese Entscheidungen gehen Russland schlicht nichts an.

Wenn ich in die Ukraine schaue, komme ich um die Erkenntnis nicht herum, dass die Staaten, die die Nähe der NATO gesucht haben, diejenigen, die die richtige Entscheidung getroffen haben. Die Ukraine hat dies versäumt und bezahlt heute einen hohen Preis für dieses Versäumnis.

Antwort
von Ontario, 31

Das ist ganz einfach zu verstehen, wie es zur Wiedervereinigung kommen konnte. Die DDR war wirtschaftlich und finanziell nicht mehr tragbar. Hätten Strauss und Kohl nicht Milliarden DM in die ehem. DDR transferiert, wäre die DDR schon einige Jahre früher pleite gewesen. Man hat Menschen willkürlich verhaftet und die BRD hat sie freigekauft. Das brachte zusätzlich Millionen DM in die Kasse der DDR. Dann der Zwangsumtausch DM gegen Ostmark. Es wurden alle Möglicheiten gesucht, wie man an Geld kommen kann. Gorbatschow hatte kein Interesse an diesem total maroden Staat und das war überwiegend der Grund, warum es zur Wiedervereinigung kam. Zudem war Gorbatschow ein Mensch der Wert auf eine gute Verständigung zwischen den Staaten legte. Anders als seine Vorgänger wie z. B.Crustchow, Molotow, Bulganin. Gorbatschow lag es eben daran, den "kalten Krieg" zu beenden, weil dieser keinem Land etwas brachte. Stetige Aufrüstung und ein Heer an Armeen zu halten kostet Unsummen. Für Gorbatschow war das schon ein Risiko sich so zu entscheiden wie er entschied, denn im Kreml gab es genug Gegener für eine Wiedervereinigung. Das waren eben die Hardliner.Aber Gorbatschow konnte sich durchsetzen und dafür erhielt er letztendlich den Friedensnobelpreis. Ein Mann der diesen Preis wirklich verdiente.

Dann kam Putin an die Macht. Ein gewievter Stratege. den viele unterschätzen. In der Folge berücksichtigte man Putin immer weniger, wenn es um politische Entscheidungen ging. Man liess ihn aussen vor und das war ein grosser Fehler . Dann kam die Annektion der Krim. Ich glaube, dass das eine "Trotzreaktion" Putins war. Obwohl ,aufregen darüber kann man sich im Grunde nicht, denn die Krim gehörte früher schon zu Russland. Der Westen hat sich militärisch in Richtung Osten orientiert. Basen in Polen errichtet und in den baltischen Staaten. Man befrüchtete eben, dass Putin in den baltischen Staaten genauso vorgehen wird, wie im Falle der Krim. Denn in den baltischen Staaten leben auch viele Russen. Dann kam das Problem mit der Ostukraine, das bis heute anhält. Die Merkel wollte die Ukraine in die EU aufnehmen, was für Putin einen weiteren Stich in seine Planungen bedeutet. Wollte Putin die Ostukraine wirklich seinem Staat einverleiben, wäre das militärisch überhaupt kein Problem. Doch die Ukraine ist wirtschaftlich ein total maroder Staat und ist deshalb für Putin derzeit nicht so interessant, da Russland selber wirtschaftlich zu kämpfen hat und die Ostukraine würde nur Kosten für Russland verursachen. Ich bin der Meinung, stünde Russland besser da, wäre nicht nur die Ostukraine, sondern die ganze Ukraine bereits wieder Teil von Russland. Hinzu kommen  die Sanktionen die der Westen gegen Russland verhängt hat. Vorallem Merkel hat sich dafür stark gemacht und das war ein grosser Fehler.Deutsche Firmen die gute Geschäftsbeziehungen mit Russland unterhielten dürfen heute nicht mehr nach Russland liefern. Wenn Russland Ersatzteile für Maschinen benötigt die von uns geliefert wurden, wird eben über Umwegen geliefert. Es hat zudem viele Bauern getroffen, die ihre Produkte nicht mehr nach Russland liefern dürfen. So gesehen, sind die Sanktionen ein Schuss ins eigene Bein und schaden uns mehr als den Russen. Diese Sanktionen werden die Russen veranlassen, ihre Agrawirtschaft und auch ihre technische Entwicklung voranzutreiben. Das wird zwar noch längere Zeit dauern, bis die Russen aufgeholt haben, aber es wird der Zeitpunkt kommen, wo es soweit ist und für uns könnte dann dieser Markt komplett abbrechen. Die Russen haben Erdöl, Erdgas und jede Menge anderer Bodenschätze, die wir nicht haben. Da wäre es doch vernünftiger, sich an einen Tisch zu setzen und Lösungen zu finden, anstatt Sanktionen zu beschliessen. Die Russen halten sich an ihr Wort welches sie geben. Sie beliefern uns weiterhin mit Gas, obwohl die Stimmung derzeit mehr als angespannt ist. Diesbezüglich sind sie vertragstreu. Doch Putin orientiert sich derzeit verstärkt in Richtung Osten. Indien, China sollen in Zukunft über Pipelines mit Öl und Gas von Russland versorgt werden. Doch die Verlegung von Pipelines dauert eben seine Zeit. Wenn das alles mal in trockenen Tüchern ist könnte es schon sein, dass Putin auch mal den Gashahn in Richtung Westen zudreht.

Wir brauchen eine Politik die Weitblick hat und versucht, die Wogen zu glätten und Einvernehmlichkeit mit Putin herstellt. Das aber wird mit unserer Regierung unter Merkel nicht der Fall sein. Die NATO wird sich verstärkt Richtung Osten etablieren. Putin will sicher keinen Krieg. Was der Westen derzeit an Strategien entwickelt könnte ein Spiel mit dem Feuer sein.

Kommentar von voayager ,

Die DDR war angeschlagen, aber nicht am Ende, das sind bloße geistige Ergüsse der hiesigen Bourgeoisie und ihres Staates.

Kommentar von Ontario ,

Wer sich mit Personen unterhält, die in der ehem. DDR wohnten, das System genau durchschauten und beurteilen können, die werden dir bestätigen, dass die DDR finanziell ohne die Milliarden aus dem Westen nicht überlebensfähig gewesen wäre. Selbst der Stacheldraht für die Grenzsicherung wurde teilweise im Westen produziert. Als die DDR noch bestand ,hatten wir Geschäftsbeziehungen mit einigen VEB?s. Wir bezogen massenweise Waren aus der ehem. DDR, die für Bewohner der DDR überhaupt nicht zu kaufen waren. Der Warenwert musste vor Leferung zu uns, auf eine Bank in Berlin überwiesen werden. Viele unserer Versandhäuser liessen die Artikel die sie in den Katalogen anboten, in der ehem DDR produzieren. Die Westkunden hatten davon überhaupt keine Ahnung, wo diese Artikel hergestellt  wurden. Hätte es diese Milliardentransfers und die Aufträge aus dem Westen für die DDR nicht gegeben, womit hätten die Geld erwirtschaften sollen ? In einem Möbelherstellungsbetrieb wurde z. B. ein Modell über Jahre hinweg  ( Schlafzimmerschrank) zu tausenden hergestellt und in die UdSSR geliefert. Die UdSSR zahlte bei weitem nicht die Preise, welche westdeutsche Unternehmen für Produkte aus der DDR bezahlten. Könnte die Liste noch weiter fortführen, womit die ehem. DDR Geld aus dem Westen verdiente. Für die Versandhäuser und andere Firmen bei uns, die Geschäftsbeziehungen mit VEB`s unterhielten, waren das sehr einträgliche Geschäfte. Aufschläge in der Kalkulation von 500 -800% auf den Einkaufspreis waren keine Seltenheit. Ich fuhr mehrmals nach Leipzig auf die Messe und konnte im Auftrag  meiner Firma Aufträge abschliessen. Weiss also, wie das Handling mit den VEB`s ablief. Weiss aber auch, wie lange der eine oder andere DDR Bewohner brauchte, um z. B. eine Garage zu erstellen, weil es an allem mangelte was man dazu brauchte. Mal gab es keine Steine, mal gab es Zement nur in geringen Mengen. Es wurde eben der Mangel verwaltet. Wenn man auf einen Trabi 15-20 Jahre lang warten musste, bis der geliefert werden konnte, so sind diese Erfahrungen sicher keine geistigen Ergüsse der hiesiegen Bourgeoasie und unseres Staates, sondern Tatsachen. Freilich gab es auch, wie überall solche, die direkten Zugang zu  Westprodukten hatten. Das war aber die Minderheit. Wie jede Medaille hatte auch die DDR zwei Seiten. Nicht alles war verkehrt, was dort gemacht wurde.

Kommentar von Interesierter ,

Die DDR war platt. Selbst die nötigsten Investitionen konnten nicht mehr durchgeführt werden.

Honnecker hat bei Gorbatschow um Hilfe gebettelt. Er hat keine bekommen, weil Russland genauso pleite war.

Wer sich die Bausubstanz der staatlichen Wohnungen und die Maschinenparks der volkseigenen Betriebe zur Zeit der Wende anschauen durfte, sah sofort dass dieser Staat aus dem letzten Loch pfeift.

Kommentar von zetra ,

Ein ausgewogener Artikel. Es fehlt dabei nur Jelzin, dessen Rolle mit der Maennerfreudschaft, war auch bedenklich. 

Antwort
von PeterKremsner, 51

Die Udssr war wirtschaftlich am Ende und konnte den Kalten Krieg nicht mehr lange mitmachen, also da gab es mehr Gründe seitens Gorbatschow als die Aussage von Reagan.

Dennoch war Gorbatschow für den Frieden und hat auch damit einen großen Verdienst erbracht.

1990 hat er dafür ja auch den Nobelpreis erhalten.

Für Putin ist aber die nichteinhaltung dieser Vereinbahrung ein Grund warum er momentan so handelt wie er handelt.

Russland sieht sich eben immer noch als Weltmacht und als kein Spielball der USA und die NATO Osterweiterung wird eben dadurch oft als politischer Angriff gegen Russland gewertet.

Kommentar von JBEZorg ,

Hast du schön die Propaganda im Westen verimnnerlicht.

Die Udssr war wirtschaftlich am Ende und konnte den Kalten Krieg nicht mehr lange mitmachen

Genau das wird immer und immer wieder nachgeplappert.

Dennoch war Gorbatschow für den Frieden und hat auch damit einen großen Verdienst erbracht.

Und die Interessen der Leute, die ihn gewählt haben brutal vernachlässigt.

1990 hat er dafür ja auch den Nobelpreis erhalten.

Diesen Schmierpreis kriegt doch heutzutage jeder Kriegstreiber.

Für Putin ist aber die nichteinhaltung dieser Vereinbahrung ein Grund warum er momentan so handelt wie er handelt.

Für Putin sind die o.g. Interessen der Leute, die ihn gewählt haben einfach wichtiger.

Kommentar von PeterKremsner ,

Lang lebe die USA....

Meine Antwort ist komplett wertfrei zu verstehen also weder für den Westen noch für den Osten, meine politische Einstellung spielt dabei keine Rolle.

Hast du schön die Propaganda im Westen verimnnerlicht.


Ob diese Aussagen Propaganda sind oder nicht kann ich nicht bestimmen, sie sind aber die, die eben momentan als Geschichtlich erwiesen gelten.

Kommentar von JBEZorg ,

Meine Antwort ist komplett wertfrei zu verstehen also weder für den Westen noch für den Osten, meine politische Einstellung spielt dabei keine Rolle.

Richtig. Nur deine Ansichten sind schon durch westliche Propaganda beeinflusst unabhängig davon ob es bewusst oder unbewusst geschah und davon ob du es gut findest oder nicht.

sie sind aber die, die eben momentan als Geschichtlich erwiesen gelten.

Das ist eben Propaganda. Bestimmte Sachverhalte für "erwiesen" zu erklären. Und als solche gelten sie eben nur im Westen bzw. bei Leuten, die diese Version annehmen und nicht ordentlich recherchieren.

Der kapitalistische Westen hat auch lauter Krisen hinter sich. Einige davon schwerwiegender als die wirtschaftliche Situation des Ostblocks Ende der 80er. Ist der Westen dran zerbrochen? Untergegangen?

Das ist ein westliches Narrativ über den Ostblock, der angeblich nicht in der Lage wäre weiterzumachen und soooo wirtschaftlich am Ende war. Die Gründe für das Zerbrechen des Ostblocks lagen woanders. Unter anderem bei der schwachen bis schwachsinnigen Politik Gorbatschows.

Kommentar von PeterKremsner ,

Nur deine Ansichten sind schon durch westliche Propaganda beeinflusst

Ich glaube du hast mich falsch verstanden, das sind nicht meine Ansichten...

Meine Ansichten haben in dieser Antwort nichts verloren denn es wurde nicht nach meiner Meinung gefragt.

Ich habe nur die derzeit als gegeben angenommen Fakten präsentiert.

Persönlich sehe ich die Sache ähnlich wie du, allerdings fehlen mir dazu die Quellen das zu beweisen, bzw habe ich dazu zu wenig recherchiert, von da her kann ich in einer Antwort nicht nur vermutungen meinerseits schreiben.

Meine Antwort stützt sich auf Dokumentationen und Wikipediaartikel, ich selbst habe hierzu aber keine Nachforschungen angestellt noch Dokumente gesichtet welche ein anderes Bild zeigen.

Problematisch an dieser Sache ist aber, dass westliche Quellen dieses Bild zeigen und östliche Quellen ein anderes, es kann aber davon ausgegangen werden, dass beide Quellen einer gewissen Propaganda unterworfen sind.

Kommentar von PeterKremsner ,

Ich persönlich glaube btw auch, dass vieles dabei Propaganda ist und nehme auch nicht alle Nachrichten so hin wie sie erzählt werden, immerhin wird auf beiden Seiten mit Propaganda gearbeitet.

Ich finde aber dass die Persönliche Meinung keinen Einfluss auf die Antwort haben sollte, es sei denn ich werde nach dieser gefragt.

Antwort
von tryanswer, 37

Was wäre die Alternative gewesen? Der Ostblock war praktisch Pleite und hat im Grunde nur noch von westlichen Devisen gelebt. Innere Konflikte hatten die Russen nicht mehr unter Kontrolle bekommen.

Kommentar von voayager ,

Der Ostblock war nicht pleite, wohl aber angeschlagen. Sinnvolle Maßnahmen, die leider unterblieben, hätten das Desaster beenden können. Gorbatschow war dafür indes völlig ungeeignet.

Kommentar von Interesierter ,

Dann schau einfach mal in die russischen Archive rein, wie dringend die Gelder und Warenlieferungen aus Deutschland in den Jahren 1989 und 1990 benötigt wurden.

Antwort
von findesciecle, 34

Du hast ein ziemlich einseitiges Geschichtsbild: Du hast Recht, dass es die friedliche Wiedervereinigung Deutschlands ohne Durchwinken der SU-Führung so schnell  nicht gegeben hätte - dafür wurde die SU von der Bundesrepublik großzügig entlohnt.

Aber Gorbatschow wurde als letzter Trumpf der SU gewählt, um die schon  faktische Staatspleite der SU und Bürgerkriege in der SU zu verhindert! Die SU-Führung hätte gar keine andere Option gehabt, als die DDR und die Völker Osteuropas in Selbstbestimmung zu überlassen: Ein gewaltsames Niederschlagen wie 53 oder in Ungarn oder Prag wäre für die Sowjetunion  gar nicht mehr möglich gewesen. DIe Russland war Ende der 80er, Anfang der 90 auf den Knien!!!!   

Kommentar von voayager ,

Die Staatspleite hat gewiß dieser Gorbatschow herbeigeführt, vorher kriselte es zwar, doch von Pleite kann keine Rede sein. Vernünftige Fachleute hätten den Karren wieder aus dem Sumpf gezogen, doch die waren nicht zur Stelle, stattdessen nur dieser Blender namens Gorbatschow.

Antwort
von wfwbinder, 22

Gorbatschow tat es und man vereinbarte ja, daß dafür die NATO sich nicht weiter Richtung Osten ausdehnt.

Genau, dass sich Bush nicht daran gehalten hat ist für mich eine der größten Schweinereien der Weltpolitik in den letzten 25 Jahren.

Es hat völlig ohne Not zu dem Ärger geführt, den wir heute mit Russland haben.

Kommentar von zetra ,

DE hat allerdings auch kein Rueckgrat, somit haben wir einen grossen Anteil am derzeitigen Desaster in Richtung Osten.

Kommentar von wfwbinder ,

Bei seinerzeit 16 Mitgliedern, die zu einem großen Teil von den USA abhängig waren ein einsamer Posten.

Kommentar von brainbugx ,

an was hätte sich busch halten sollen? .. an ein mündiches versprechen von einem DEUTSCHEN hampelmann der ohnehin nix zu melden hatte und einfach mal den mund aufmachen wollte?

Kommentar von wfwbinder ,

Er hätte sich an den Vertrag halten sollen, den er selbst unterschrieben hatte.

Kommentar von Interesierter ,

Und wo in einem schriftlich niedergelegten Verttrag steht das bitteschön?

Im 2+4-Vertrag steht es nicht drin. Wäre es aber genau so vereinbart gewesen, hätte die SU doch sicherlich darauf bestanden, dass es dort drin steht.

Antwort
von voayager, 27

Ja, so ist das eben mit diesen Bankrotteuren und Verrätern, wie es Gorbatschow einer halt ist. Er hat sein Land verraten, er hat aufs Gradewohl die DDR über Bord gekippt und all das noch nicht mal für ein bloßes Linsengericht, sondern für eine bloße Illusion, vom gemeionsamen Haus in Europa, wo alle friedlich miteinander wohnen.

Deutschland ist ein imperialistisches Land und je größer es wird, um so aggressiver tritt es auf. Das Land, die BRD, war zuvor von den westlichen Alliierten gedeckelt, so dass es den Anschein hatte, als wenn es friedfertig geworden wäre. Schon einmal gab es durch Chamberlain die Illusion Deutschland würde durch Zugeständnisse besänftigt werden, daher das bescheuerte Münchner Abkommen. Tatsächlich wurde so nur der "Flaschengeist aus der Flasche" herausgeholt. Auch jetzt ist er wieder außerhalb der "Flasche" mit allem Schrecken der dazu gehört.

Kommentar von Interesierter ,

Die SU war faktisch schon vor Gorbatschow platt. Gorbatschow hat die DDR praktisch verkauft. Erhalten hat er dafür zinslose Kredite, die letztlich grösstenteils erlassen wurden und Warenlieferungen im Gesamtwert von rund 15 Mrd. DM.

Das gemeinsame Haus Europa war Gorbatschow ziemlich egal. Der hatte ganz andere Sorgen. Gorbatschow war ein armes Schwein. Ihm fiel die Rolle als Konkursverwalter zu.

Deutschland legt keinen Imperialismus an den Tag.

Kommentar von voayager ,

Sagen wir mal so, dieser Stümper namens Breschnew hat fleißig daran gewirkt, dass es mit der SU abwärts ging, hinzukommend das wahrhaft irrsinnige Wettrüsten, dass der UdSSR aufgenötigt wurde.  Die Vorarbeit des Abwärtstrends leistete bereits Chruschtschow, auch so eine Pfeife, der der Tabak ausging. Dies hatte dann zur Folge, dass die SU angeschlagen, nicht aber Konkurs war. Daher glaubte die Staatsspitze und die Völker der UdSSR, dass die Karre wieder aus dem Dreck herausgezogen werden könne. Das wäre durchaus möglich gewesen, nicht jedoch mit solch einer Niete und Verräter wie es Gorbatschow nun m al ist. Ein bloßer Zwerg ist gewiß nicht geeignet, eine schwere Karre wieder anzuschieben, schon mal garnicht, wenn der Lilliputaner sufzend-hoffend zu den westlichen "Wertestaaten" hinschielte.

Der Imperialismus Deutschlands zeigt sich auf vielfältige Weise:

  • Bundeswehr beteiligte sich an 2 Kriegen
  • die Bundeswehr ist mittlerweile in noch anderen Ländern Afrikas stationiert
  • der deutsche Staat mischt sich zusehens in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten ein, all das unter dem Deckmantel angemahnter Menschenrechte. (moralische Zuchtmeisterei)
  • deutsche Truppen breiten sich in Osteuropa aus
  • demnächst wird der Wehretat auf sage und schreibe 60 Mrd. € aufgestockt
  • deutsche Konzerne sind weltweit massiv präsent
  • Deutschland ist mit einer der größten Waffenexporteure
Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte & Politik, 28

Über die Einheit Deutschlands haben insgesamt 6 Staaten entschieden: die damals existierenden zwei deutschen Staaten und die ehem. Sieger über das Naziregime: Frankreich, Großbritannien, Sovjetunion/Russland und USA.

Deutschland musste bei allen Siegermächten gewisse Widerstände überwinden, alle sind Deutschland für gewisse Zugeständnisse entgegengekommen, aber auch, weil sie fast ein halbes Jahrhundert nach Kriegsende dem deutschen Volk die Selbstbestimmung nicht länger verweigern konnten und ohnehin die Entspannung fortsetzen wollten!

In finanzieller Hinsicht hat Deutschland der Sovjetunion erhebliche Zugeständnisse gemacht, und die Sovjetunion erhoffte und erhielt in der Folgezeit erhebliche wirtschaftliche Unterstützung Deutschlands.

MfG

Arnold

Kommentar von voayager ,

Naja, was sind schon 15 Mrd. €, gemessen am Verscherbeln der DDR an die BRD!

Eigentlich wollten GB und Frankreich keinesfalls eine Wiedervereinigung. Frau Thatcher bekam einen Wutanfall darüber und warf einen ihrer Schuhe durch den Raum. Es war vielmehr der Druck der USA, die eine Weiedervereinigung wünschten, dass sie dann einlenkten.

Kommentar von wfwbinder ,

Nur leider waren praktisch alle DDR Betriebe marode. Entweder gab es so fortschrittliche Produkte wie den Trabant 601, oder umweltschäden wie in Bitterfeld, keine Rauchgasentschwefelung bei den Kraftwerken, Infrastruktur mit großen Schäden. Mag ja sein, das dies über 15 Mrd. Wert war, aber abzüglich 100 Mrd. Sanierungsbedarf.

Kommentar von Interesierter ,

Was war die DDR denn wirklich für die SU wert? Die DDR kostete jedes Jahr nur Geld. Honnecker widersetzte sich der Politik aus Moskau und Gorbatschow brauchte das Geld und die Waren.

Die USA wollten anfangs gar keine Wiedervereinigung, denn anfangs hiess es, dass Deutschland nur als blockfreier Staat vereinigt werden könne. Die USA lenkten erst ein, als Gorbatschows OK zur NATO-Mitgliedschaft des vereinigten Deutschlands kam.

Maggie Thatcher war sauer, weil sie verzockt hatte. Die USA bekamen das vereinigte Deutschland als NATO-Mitglied, Frankreich bekam den EURO, die SU bekam Geld und Waren und was bekam GB? NICHTS. Deswegen war Thatcher sauer. Nur, wenn die Stimmen unter den Besatzungsmächten 3:1 gegen sie standen, konnte sie nicht mehr viel dagegen machen.

Antwort
von X3rr0S, 44

meines wissens nach war der Mauerfall mehr oder weniger ein "versehen" das war mal wieder so ne stille post die dann beim derzeitigen Kanzler (mri fällt jetzt grade ums verrecken der name nicht ein) hat das dann eben bekannt gegeben und aus tonaufnahmen der Zeit merkt man auch wie unsicher er sich dabei ist.

Warum keiner den Osten zu schätzen weiss: Da gibts einfahc nicht viel. Das ist dünnbesiedeltes Gebiet kaum Wirtschaft keine Industrie. Im endeffekt zahtl deutschland nur für den osten (Länderfinanzausgleich, Soli) Aber das jetzt deutshcland traurig über die Wiedervereinigung ist würde ich jetzt nicht gerade sagen

Kommentar von X3rr0S ,

vergiss den ersten teil meiner antwort... ich weiss nicht wo ichs herhab aber das der anderen klingt plausibler

Kommentar von zetra ,

Der zweite Teil ist genauso bescheuert: Der laenderfinanzausgleich ist keineswegs ein Transver von West nach Ost, sondern innerhalb von ganz DE.

Der Soli, den kannst du auch Hundesteuer nennen, er wird von allen Laendern bezahlt, wie er eingesetzt wird, darueber kannst du selber bei Google suchen.

Also, bei Unwissenheit, bitte die Fuesse stillhalten. 

Kommentar von X3rr0S ,

ich weiss was der Länderfinanzausgleich ist, da gibts in ganz deutschland aber nur 3 Bundesländer die zahlen und da gehört der osten nunmal nicht dazu

Antwort
von musso, 46

Die DDR war Teil des Ostblocks, leider aber rettungslos pleite. Man hat es Deutschland überlassen, sie zu sanieren und die Kosten gescheut, zumal Gorbatschow den westlichen Weg nicht schlecht fand

Kommentar von X3rr0S ,

also doch gewillt? irgendwoher weiss ich / habe ich gehört das das ganze wohl mehr ein versehen war oo

Kommentar von musso ,

Ja, die Maueröffnung an jenem Tag schon. Die Öffnung gegenüber der BRD war geplant

Kommentar von voayager ,

Was heißt hier rettungslos pleite, pleite war vielmehr die bescheuerte Politik Honeckers und seiner clique, die als wahre Stümper der DDR großen Schaden zufügten.

Kommentar von Interesierter ,

Das kommt doch auf das selbe heraus. Die SED war die alleinige politische Macht in der DDR und Honnecker mit seiner Clique saß ganz oben lange fest im Sattel.

Klar waren das Stümper, aber sie waren eben an der Macht.

Antwort
von NickelPump, 30

Das System waren am Ende. Die Russen hatten sich übermannt, waren kein starker Bruder mehr. Ihre Zusammenhaltpropaganda funktionierte nicht mehr und viele erkannten das wahre Gesicht des realen Kommunismus. Gorbatschow tat es nicht aus Güte, sondern aus logische Konsequenz. Wieso sollten die Russen noch ein weiteres Land in den Abgrund ziehen? Lieber verkleinern und gut ist.

Kommentar von Yamato1001 ,

Kleine Korrektur: Sozialismus, nicht Kapitalismus

Kommentar von voayager ,

Das System war nicht am Ende, wohl aber angeschlagen. Am geistig-moralischen Ende war hingegen dieser Gorbatschow, das ganz sicherlich.

Antwort
von atzef, 12

Die Alternative?

Russische Panzer richten Massaker unter der ostdeutschen Bevölkerug an...? Wie das die Russen schon einmal1953 getan haben? Oder 56 in Ungarn, 68 in der CSSR und wiederholt in Polen?

Antwort
von theIfrit, 20

Nicht sonderlich informiert in Geschichte, muss ich sagen

Antwort
von SocialistRUSSlA, 19

Zum einen war es ein Missverständnis zw einer Aussage von Gorbachev und der Bevölkerung 

Zum anderen war es die Art des Sozialismus in der DDR und der UdSSR, es gab vieles was am Sozialismus der DDR gut war,  aber auch viele Punkte warum sie am Ende zerbrach 

Selbiges an der UdSSR,  doch das lag eher daran am viel zu konservativen Sozialismus drn die ultranationalisten von Anfang bis Ende durchziehen wollten und Gorbachevs gescheiterter Perestroika 

Antwort
von lupoklick, 2

Die SU war PLEITE, und Gorbatschow versuchte die verknöcherten Strukturen aufzubrechen     

  mit Glasnost und Perestroika, Leider fand er im eigenen Lande nicht viel Verständnis...

Die DDR war nur noch ein Klotz am Bein "Russlands"

Mit einem Super-Breshnew alias PUTIN gäbe es KEINE deutsche Einheit, sondern "Konflikte im Zarenreich"

. Da nützt auch seine  dümmste Propaganda nicht viel........

PS;;
"Ich verstehe als Deutscher auch nicht,,," - DEUTSCHER ? *** LACH ***

Antwort
von kreuzschule, 31

weil die DDR pleite war

Kommentar von voayager ,

Sie war weniger pleite als z.B. das jetzige Griechenland, sämtliche osteuropäische Staaten, Spanien und Italien.

Kommentar von Interesierter ,

Pleite ist man, wenn man nicht mehr zahlen kann. Die Höhe der Schulden ist dabei eher sekundär von Bedeutung.

Pleite bist du dann, wenn deine Ausgaben höher sind als deine Einnahmen und du niemanden mehr findest, der die Differenz finanziert. Genau an diesem Punkt waren 1989 sowohl die SU, als auch die DDR.

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