Frage von fred123123, 98

23 Jahre alt, nicht mehr Familienversichert bei der Krankenkasse bis August, erwarten mich rückwirkende Rechnungen?

Hallo,

ich bin letztens 23 geworden und bin nun nicht mehr bei meiner Krankenversicherung Familienversichert. Ich bin bis zu der 3. Woche des August Arbeitslos (auch nicht beim Amt gemeldet). Hier ist nun also eine Lücke von ca. 3 Monaten, in denen ich ausschließlich die Wahl zur freiwilligen Versicherung hätte. Problem dabei ist, dass ich derzeit keine Arbeit habe und auch nicht weiß, ob ich noch einen Platz bis zum August finde (insbesondere einen Platz für einen so kurzen Zeitraum).

Am Telefon wurde mir gesagt, dass ich "rückwirkend" versichert werden kann, wenn nun bis zum August irgendetwas vorstößt. Was erwartet mich denn nun? Wenn ich nun keine freiwillige Versicherung anfordere bis zum August, erwartet mich dann im August trotzdem eine Rechnung für die 3 Monate? Habe im Internet viel von solchen Fällen gelesen, bin mir aber nun unsicher.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht & Versicherung, 71

Du hast da keine WAHL. Die bist automatisch vorläufig freiwilliges Mitglied der bisherigen Kasse.

Wer hat dich denn daran gehindert, dich "arbeitssuchend" zu melden?

Hoffentlich hast du dich wenigstens mit deiner Krankenkasse in verbindung gesetzt. Wenn du nicht nachweisen kannst, dass du in der Zeit kein Einkommen hattest, musst du den Höchstbetrag bezahlen.

Mit Nachweis wird der Mindestbeitrag von Ca 170 €/Monat fällig. Die wirst du dann auf jeden Fall zahlen müssen.

Kommentar von fred123123 ,

Das habe ich nicht getan, da ich mir dachte, wenn ich für so einen kurzen Zeitraum arbeite, dann eh wahrscheinlich bei einem 450€ Job. Mit den Angeboten sah es dann aber eher schlechter als erwartet aus.

Wenn ich mich nun also beim Arbeitsamt noch als arbeitssuchend melde, werde ich versichert?

Kommentar von sassenach4u ,

Ja, aber erst ab Antragstellung, die entstandene Lücke darfst du mit freiwilligen Beiträgen selbst füllen. Kannst du ausrechnen, jeder Monat mit ca. 170,--Euro.

Antwort
von kevin1905, 50

Ob du eine freiwillige Versicherung beantragst oder nicht spielt keine Rolle, da du kraft Gesetzes (§ 188 Abs. 4 SGB V), automatisch freiwillig versichert wirst, wenn kein vorrangiger Versicherungsschutz besteht.

Am Nachzahlen der Beiträge führt also für dich kein Weg vorbei.

Der Beitragsbescheid wird ergehen inkl. Säumniszuschlag und dann folgt ggf. der Vollstreckungsversuch. Anspruch auf medizinische Versorgung wird eingestellt, mit Ausnahme von Notfällen und Schmerzbehandlung.

Antwort
von Apolon, 50

Es besteht in Deutschland eine Krankenversicherungspflicht.

Bedeutet, du bist verpflichtet mit deiner Krankenkasse Kontakt aufzunehmen und den Versicherungsschutz zu ändern.

Antwort
von oxygenium, 60

also beim Amt solltest du dich unbedingt arbeitssuchend melden,dann bist du auch versichert.

Für die rückwirkenden Leistungen der Krankenkasse, versuch es beim Sozialamt,die dir den Betrag evtl als Ratenzahlung gibt

Kommentar von SimonG30 ,

arbeitssuchend reicht nicht! Das "Amt" zahlt nur bei Leistungsbeziehern auch die Krankenkassenbeiträge.

Antwort
von Liesche, 55

Du wärest für 3 Monate nicht krankenversichert, würdest Du in dieser Zeit krank werden, müßtest Du alles selbst bezahlen! Geh zu Deiner Versicherung und laß Dich beraten.

Kommentar von kevin1905 ,

Nicht krankenversichert gibt es im deutschen Recht nicht.

Er ist freiwilliges Mitglied der letzten Kasse und deren Beitragsschuldner.

Kommentar von Liesche ,

Das stimmt so nicht, er war ja zuvor familienversichert, also noch nie selbst versichert, also auch kein Beitragsschuldner.

Kommentar von fred123123 ,

Ich schulde der Krankenkasse doch aber die Beiträge von meinem 23. Geburtstag bis zum Schulanfang (wiedereintritt mit Familienversicherung) im August oder nicht? Somit dann doch "Beitragsschuldner".

Kommentar von kevin1905 ,

§ 188 Abs. 4 SGB V gibt mir Recht.

Nennt sich obligatorische Anschlussversicherung. Er ist nun freiwilliges Mitglied kraft Gesetzes und da er niemanden hat der für ihn die Beiträge der freiwilligen Mitgliedschaft zahlt bzw. abführt (wie freiwillig versicherte Arbeitnehmer), ist er selber Beitragsschuldner.

Ich zitiere:


(4) Für Personen, deren Versicherungspflicht oder Familienversicherung endet, setzt sich die Versicherung mit dem Tag nach dem Ausscheiden aus der Versicherungspflicht oder mit dem Tag nach dem Ende der Familienversicherung als freiwillige Mitgliedschaft fort, es sei denn, das Mitglied erklärt innerhalb von zwei Wochen nach Hinweis der Krankenkasse über die Austrittsmöglichkeiten seinen Austritt. Der Austritt wird nur wirksam, wenn das Mitglied das Bestehen eines anderweitigen Anspruchs auf Absicherung im Krankheitsfall nachweist.


Kommentar von DerHans ,

Über die automatische Anschlussversicherung wurde auf jeden Fall der "Versorger" informiert. Wenn das in der Familie nicht weiter gegeben wird, liegt das nicht in der Verantwortung der Krankenkasse.

Dass in Deutschland Pflichtversicherung besteht, müsste sich langsam herum gesprochen haben.

Neue Gesetze werden eben nicht dem einzeln, zur Kenntnis gebracht

Antwort
von Stadtreinigung, 52

Na dann melde dich doch Arbeitslos

Kommentar von fred123123 ,

Wenn ich mich arbeitslos melde werde ich also kostenlos versichert?

Kommentar von kevin1905 ,

Leistungsbezieher sind versicherungspflichtig, das Amt übernimmt die Beiträge.

Kommentar von fred123123 ,

Ist zwar eine ganz andere Frage, aber da wird dann eventuell zum Problem fallen, dass ich noch bei meinen Eltern wohne, oder? Und sozialversicherungspflichtig habe ich in meinem Leben auch erst 1,5 Jahre gearbeitet. Habe ich trotzdem Anspruch auf ALG 2?

Ich denke ich werde einfach nochmal in weiterer Umgebung nach 450€ Jobs suchen. Auch da ich einfach persönliche schlechte Erfahrung mit dem Arbeitsamt gemacht habe. Schon diverse male hat sich die Arbeitssuche auf eigene Hand als fruchtbarer bewiesen.

Kommentar von kevin1905 ,

Primär wäre zu prüfen ob Anspruch auf ALG I vorliegt, da dies vorrangig vor ALG II ist.

Bis zum 25. Geburtstag lebst du mit deinen Eltern in einer Bedarfsgemeinschaft. Deren Einkommen ist zu berücksichtigen, wenn du einen Antrag stellst.

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