Es geht um ein Wohnhauskomplex in Hannover. Ursprünglich sollte es 1 Mio. kosten und am Ende kostete es 1,2 Mio. Nun sind demnächst Vorstandswahlen, wo sich zwei Kontrahenten gegenüberstehen. Der eine sagt: das ist zuviel und der andere sagt aufgrund gestiegener Energie- und Stahlpreise sind die Kosten in die Höhe gegangen. Kann man diese Frage überhaupt aufgrund dieser Aussage beurteilen? Und wenn, wer hat Recht?
20 % Baukostenüberschreitung normal?
Antworten (4)
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2Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom FragestellerAntwort von
HarterkampferHarterkampfer
Die entscheidende Frage ist, wie die Kosten zustand kommen, die als Ausgangspunkt des Vergleichs dienen.
Hier sind die zulässigen Abweichungen:
Stufe nach DIN276 Toleranzrahmen Kostenschätzung +/- 30%, Kostenberechnung +/- 20%, Kostenanschlag +/- 10%,
Korrekt wäre, den letzten Kostenstand, den Kostenanschlag beim Vergleich zu Grunde zu legen, dann wären 10% Mehr- oder Minderkosten zulässig. Allerdings: unter der Voraussetzung, die Ausführung weicht nicht von der Planung ab!
Ist im Rahmen der Ausführung ein Mehraufwand realisiert, dann -das ist nachvollziehbar und rechtlich klar- gilt die 10% zulässige Mehrkostenregelung nicht mehr!
Oft werden irgendwelche Zahlen aus der Anfangszeit des Projektes in den Raum gestellt (z.B. die Kostenschätzung), dann ist die Aussage, das sei eine soundsoviel prozentige Kostensteigerung, wertlos.
Daher empfehle ich dir, zu klären, welche Zahlen stehen am Anfang. Der Kostenanschlag ist diejenige der mehrstufigen Kostenermittlung, die sich nach Vorliegen aller Angebote ergibt!
Kommentar von
BorrmannBorrmann Dem ist wahrlich nichts hinzuzufügen, denn wo er Recht hat, hat er Recht.
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2Antwort von
mig112mig112
20% würde ich als normal bezeichnen - die meisten Bauherren, vor allem private, vergessen dafür einen Puffer einzukalkulieren...
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2Antwort von
Tommy23Tommy23
Ja wen die Kosten für die Materialien & sonstige Aufwände steigen wird das Gebäude im endeffekt teurer. 20% liegt allerdings an der Obergrenze!
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1Antwort von
TippseTippse
Eine Überschreitung der Kosten kommt meist dadurch zu Stande, dass die Bauherrn/Architekten während dem Bau noch auf etliche Dinge kommen, die sie dann doch haben möchten, welche in der Planungsphase jedoch gestrichen oder nicht berücksichtigt wurden. Mit den Preissteigerungen vom Material hat das meist eher wenig zu tun, weil meist Pauschalen oder Fixpreise bis Bauende vertraglich festgehalten werden. Kommt es zu einer erheblichen Verzögerung beim Bau, kann sich so ein Mehrpreis jedoch auch durchaus bei den Materialkosten anhäufen.
Vielen Dank, die Antwort war/ist sehr hilfreich!