Frage von eterber1990, 124

2 Kinder und depressive Freundin.Was soll ich tun?

Erstmal die Familiensituation: Ich 26; Vollzeit berufstätig Freundin 23;erwerbslos 2 süsse Töchter 1 1/2jahre und 8 Wochen

Zur Situation: Ich bin mit meiner Freundin jetzt seit 3 Jahren zusammen.Kurz nach der Geburt unserer ersten Tochter litt meine Freundin an Depressionen...diese gingen aber wieder vorbei.Zumindest dachte ich das...da wir immer 2 Kinder wollten folgte dieses Jahr unsere Kleine Maus...aber sofort sind die Depressionen wieder da... Sie ist jetzt auch deswegen in Behandlung mit psychologischen Gesprächen und auch mit Antidepressiva. Ich bin jetzt für 6wochen frei gestell von der Arbeit um ihr Sicherheit zu geben...

Ihr Verhalten: In beiden Schwangerschaften hat sie nichts mehr gemacht...ich hab nach meiner Arbeit abends dann noch den Haushalt gemacht...sie ist erwerbslos und immer zu Hause...ich hab mich nicht beschwert...ihre Argumente waren die Beschwerden der Schwangerschaft...nach der ersten Geburt kam sie alleine nicht mit dem Kind zurecht und wollte das ich immer wieder frei mache und abends und am Wochenende und in meinem Urlaub hatte ich dann Kind und Haushalt mit ihrem Dreck vom Tag... Das wurde dann aber besser umso älter das Kind wurde...aber dann wieder schwanger und kein Handschlag und dann die Geburt und wieder Depressionen...

Jeden Tag dann wieder morgens um 0500 aus dem Haus auf Arbeit...ständig anrufe und Nachrichten meiner Freundin dass sie es nicht schafft mit den Kindern und ich nach Hause kommen muss...Was ja nicht geht...dann so gegen 1800 1900 Uhr zu Hause große ins Bett bringen Wohnung putzen Essen kochen(sie kocht nie) und dann die kleine übernehmen wo die Nacht ich füttere...

Wegen ihrer Depressionen bin ich jetzt zu Hause um ihr Sicherheit zu geben bis die Tabletten wirken...aber Sie nutzt diese Zeit voll aus...keine Hausarbeit...die Kinder beschäftige meist nur ich...

Da es mir mittlerweile absolut reicht spreche ich es immer wieder verstärkt an....ich hab ihr gesagt der Haushalt wird aufgeteilt und jeder macht die Hälfte(obwohl sie mit ja ein paar Jahre Arbeit schuldet)...Reaktion war dass sie rumgebockt hat und es nicht eingesehen hat und im Endeffekt mach ich immer noch alles alleine weil's ja sonst liegen bleibt... Ich sag ihr wir wechseln ums mit der kleinen ab und beschäftigen die Grosse zusammen...Resultat...sie macht's einfach nicht und ich mach es für die Kinder...

Was mach ich denn jetzt? Ihr müsst mir nicht sagen dass ich mir hätte vorher überlegen sollen mit so einer Kinder zu machen...ist mir bewusst...aber die beiden Kinder sind ein Traum und deswegen würde ich die auch immer wieder machen... Die Frage ist wie soll es weitergehen? Abwarten dass die Therapie anschlägt oder Schluss machen und die Kinder werden so aufgeteilt dass es ihnen gut geht und an nichts fehlt...ich wäre diesen Schritt schon längst gegangen,aber sie redet dann immer davon sich was anzutun...

Hilfe!!!

Antwort
von Taaly, 52

Zunächst einmal: Toll, wie Sie sich engagieren. Vorbildlich!

Der Umgang mit Depressionen ist für Außenstehende und Partner immer schwer. Meist hilf es dabei die richtige Perspektive zu wahren:

Fragen sie sich selbst, ob die Situation für sie anders wäre, wenn ihre Frau an Krebs oder aufgrund eines Unfalls ihre Aufgaben nicht erfüllen könnte? Wenn ja, sollten Sie ihre Haltung überdenken...

Verbannen Sie alle Gedanken an einfache Faulheit. Depressive können das nichts tun nicht genießen, sie leiden! Nicht umsonst ist eine Depression eine behandlungswürdige Krankheit - statt das man dafür Vergnügungssteuer zahlen muss...    ;-)

Wie bei einer Krebsbehandlung auch versucht Ihre Frau wieder gesund zu werden - dass sollten Sie anerkennen und verstehen.

Natürlich ist die momentane Belastung für Sie kaum erträglich. Sie sollten sich beraten lassen/überlegen, ob z.B. eine Haushaltshilfe für Sie realisierbar ist.

Kommentar von eterber1990 ,

ich gehe mit der Depression sehr sensibel um.... ich verlange ja auch nicht sie soll alles alleine machen aber unter ihrer miesen Laune leiden die Kinder...wenn ich putze und koche muss die kleine irgendwas alleine spielen während ihre Mutter auf dem Sofa mit dem Handy sitzt

Kommentar von Taaly ,

Ich kann Ihren Frust durchaus verstehen. Leider ist die miese Laune aber nun mal ein Teil der Krankheit und nicht nur einfach eine lästige Angewohnheit oder eine Charakterschwäche. 

Sich darüber zu ärgern bringt leider nichts - es tut Ihnen nicht gut und der Druck auf Ihre Frau hilf auch nicht unbedingt bei der Gesundung. Der einzige sinnvolle und gangbare Weg ist es, so gut es eben geht, für Entlastung zu sorgen - für Sie und sie...

Antwort
von Ostsee1982, 22

Deine Freundin hatte also nach der Geburt eine postnatale Depression oder war das in der Vergangenheit auch schon ein Thema?

Sie war mit dem ersten Kind schon überfordert und wurde demnach ca. ein dreiviertel Jahr später wieder schwanger. Wie war da euer Plan? War das Kind so abgesprochen in der Situation? Warum habt ihr da keine Vorkehrungen getroffen wenn ihr beide wusstet wie die erste Schwangerschaft ablief? Wäre es nicht möglich gewesen mit einem zweiten Kind so lange zu warten, bis sie wieder auf die Beine kommt. sich an die Situation mit Kind gewöhnt hat oder besser gesagt ihr beide?! Ein Kind ist ein großer Einschnitt ins Beziehungsleben und so süß wie sie auch sein mögen ist es dennoch eine große Belastung. Dann wird dasselbe Verhalten in grün wiederholt mit doppelter "Belastung".


sie ist erwerbslos und immer zu Hause...ich hab mich nicht beschwert..

Was sollte sie auch anderes machen mit Depressionen, einem Säugling und einem Kleinkind die beide auf die Mutter angewiesen sind und versorgt werden müssen?

Das sie in dem Zustand zuhause nichts mehr macht löst keine große Verwunderung aus. Da muss man eher staunen, dass sie noch in der Lage war sich um zwei Kinder zu kümmern, während du nicht zuhause bist. Desweiteren behandeln sich Depressionen nicht mit Antidepressiva sondern mit Psychotherapie und das dauert... Monate...das geht nicht von heute auf morgen.

Ich glaube dir, dass die Situation sehr belastend ist aber finde auch, dass ihr beide euren Anteil dazu beigesteuert habt und die Lösung kann nicht sein, dass du dich jetzt raus ziehst die Kinder "aufgeteilt" werden wie ein Ware und dann geht jeder den "bequemen" Weg. Das ist eine schwere Zeit und da ist Beziehungsarbeit gefragt, Kompromisse eingehen, zurück stecken und das durchstehen. Davon laufen und den Kopf in den Sand stecken ist immer das einfachste. Du kannst ansuchen um eine Haushaltshilfe oder bei Eltern, Verwandten etc. nachfragen das ihr beide entlastet werdet.

Antwort
von elismana, 43

Sehr schwierige Situation.... Und ich kann beide Seiten verstehen. 

Dich kann ich dahingehend verstehen, dass du irgendwann (vielleicht sogar jetzt schon?) schlicht nicht mehr kannst. Die Kraft schwindet schnell, wenn man nach einem Vollzeitarbeitstag - tagein, tagaus - ohne Pause noch den Haushalt schmeißen und die Kinder bespaßen muss. 

Ich persönlich kann Faulheit nicht ertragen und würde irgendwann vermutlich genauso reagieren wie du und mehr oder weniger ausrasten (bitte, nicht vor den Kindern!).

Ich kann aber auch deine Frau verstehen - sie kann nichts für ihr Verhalten, sie ist einfach nicht faul, denn sie ist krank. Depressionen sind eine ernstzunehmende Erkrankung, die behandelt werden muss. Ich denke nicht, dass deine Frau das alles absichtlich macht. 

Für einen depressiven Menschen ist alleine das morgendliche Aufstehen schon eine extrem große Anstrengung - falls sie dieses überhaupt schaffen. Dann sollen sie noch den ganzen Tag werken, tun und machen? Das schaffen diese Menschen schlicht nicht. 

Eine Trennung halt ich im Moment - ohne alle Probleme genau zu kennen - für übertrieben. Ihr müsst erstmal beide mit der Situation zurecht kommen. Deine Frau ist bereits in Therapie. Was ist mit dir? Sprich zunächst mal mit deinem Hausarzt, er kann dir sicherlich sagen, an wen du dich wenden solltest. 

Antwort
von tanteemmi, 63

Rufe deine Krankenkasse an, und Frage nach, ob ihr eine Haushaltshilfe bekommt. Außerdem gibt es doch auch so eine Art Familienbetreuung. Info vielleicht vom Jugendamt.

Kommentar von eterber1990 ,

Nein der Haushalt wird ja gemacht und läuft...das Problem ist: nicht von ihr

Kommentar von tanteemmi ,

Ja, den Haushalt machst du!!! Dafür würde dann die Hilfe kommen, damit du mehr Zeit für deine Familie hast

Antwort
von Vrenu, 77

Hört sich nach Wochenbettdepression an. Bitte zu einem Psychotherapeuten gehen, hier brauchst du bzw sie dringend profesionelle Hilfe !

Kommentar von eterber1990 ,

Sie ist in Behandlung beim Therapeuten

Kommentar von eterber1990 ,

postpartale Depressionen plus Angststörungen

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