Frage von Tempelhof48, 17

2 Jahre Kindergeld bekommen, obwohl Ausbildung abgebrochen. Was nun?

Liebe User/Experten,

ich habe im Juli 2014 meine Ausbildung abgebrochen, dieses aber der Kindergeldkasse nicht mitgeteilt, weil ich einfach nicht wusste, dass man das machen muss.

Jetzt ist es so, das ich mit dem Arbeitsamt auch nie was zutun hatte und bis jetzt dann ganz normal gearbeitet hab. Nun fang ich im September eine neue 3 jährige Ausbildung an, meine alte wäre eigentlich bis Februar 2017 gegangen.

Habe jetzt letztens erst erfahren, dass ich das alles hätte mitteilen müssen aber denke, die ganzen Stellen (z.B. IHK, Kindergeldkasse und dort wo meine Steuern hingehen) arbeiten alle zusammen und teilen sich Änderungen mit.

Was sollte ich jetzt tun? Einfach gar nichts und ich bekomm ab nächsten März einfach kein Kindergeld mehr? Oder was anderes?

Bitte nur antworten, wer wirklich Ratschläge und bestenfalls sogar Erfahrungen gemacht hat! Danke :)

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Ausbildung & Kindergeld, 15

Wenn du es jetzt weißt,dann solltest du es der Familienkasse auch mitteilen und nachweisen bzw.der der den Antrag gestellt hat,in der Regel ein Elternteil !

Das wird zwar an einer Rückzahlung von zu unrecht bezogenem Kindergeld dann auch nichts mehr ändern,aber dann stellt man zumindest erst mal das Kindergeld vorläufig ein,damit dann nicht noch mehr Schulden entstehen.

Du kannst dann froh sein,wenn dann nicht noch eine Strafe dazu kommt.

Wenn du im September eine Ausbildung beginnst,dann würde zumindest spätestens ab da wieder Anspruch bestehen,wenn du noch Nachweise über die Suche nach einer Ausbildung hättest,dann könnten diese ggf.auch anerkannt werden und ein Anspruch bestehen,also auch Rückwirkend.

Solange du noch keine abgeschlossene Ausbildung / Studium hast,würde auch eine evtl.Vollzeitbeschäftigung keinen Einfluss auf den rückwirkenden Anspruch haben.

Es wird dann auf jeden Fall zu einer Rückforderung kommen,die Familienkasse hat auch die Möglichkeit die Schulden von einem laufenden Anspruch bis max. 50 % abzuziehen,diesen Vorschlag kannst du bzw.deine Eltern ja gleich machen.

Antwort
von Ifm001, 12

Die Ämter dürfen untereinander nicht "einfach so" Daten austauschen. Lediglich das Finanzamt kann inzwischen auf einen recht großen Informationspool zugreifen, darf aber nicht andere Ämter auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam machen.

Du wirst das zuviel erhaltene Geld zurückzahlen müssen. Ggf. lässt sich eine Ratenzahlung oder eine Verrechnung mit dem ggf. jetzt entstehenden Anspruch erreichen. Gehe auf das Amt zu, bevor es auf dich zugeht.

Kommentar von Tempelhof48 ,

Aber wenn du meinst, sie können untereinander nicht einfach Daten austauschen, wäre es nicht besser, es einfach zum Februar 2017 auslaufen zu lassen, sodass ich dann einfach ab dort an kein Kindergeld mehr bekomme?

Kommentar von Ifm001 ,

Mit so einer Logik gehst Du baden, falls es mal herauskommen sollte. Du müsstest dann nachweisen, dass Du später einen Anspruch gehabt hättest. Den hattest Du aber nicht, weil eine Voraussetzung gefehlt hatte: der Antrag.

Antwort
von 2602Janine, 10

Ich denke, dass du das zurück zahlen musst. Du wirst es denen mitteilen müssen und dann wirst du das zurück zahlen müssen, was du bekommen hast, obwohl du das Geld nicht hättest kriegen dürfen.

Kommentar von Tempelhof48 ,

Dann ist nur die Frage, wenn ich denen im Februar einfach sage ich habe die Ausbildung abgeschlossen, dann dürfte doch eigentlich nichts kommen, oder? Weil die haben ja bis jetzt auch nichts gesagt.

Kommentar von ellaluise ,

Sagen, das muß nachgewiesen werden. Die wollen ein Prüfungszeugnis sehen. Der große Knall kommt dann spätestens im Feb. 2017.

Aber, bis zum 25.Geb. bekommt man (bzw. die Eltern) Kindergeld wenn das Kind in Ausbildung ist oder nachweislich ausbildungssuchend u.a.

So, du hast Juli 2014 abgebrochen, warst dann weder arbeitslos noch ausbildungssuchend gemeldet? Anspruch bis einschl. Juli.

Ab wann warst du dann wieder ausbildungssuchend und kannst das mit Belegen nachweisen? Dann bestünde wieder Anspruch.

Wann wurde der neue Ausbildungsvertrag unterschrieben? Ab da besteht wieder Anspruch.

Es ist die Familienkasse mit der du dich bzw. deine Eltern jetzt auseinander setzen müssen.

Ggf. muss etwas zurück gezahlt werden. Aber für die neue Ausbildung wird dann ja auch wieder gezahlt, sofern du noch U25 bist.

Kommentar von Laury95 ,

wenn ich denen im Februar einfach sage ich habe die Ausbildung abgeschlossen, dann dürfte doch eigentlich nichts kommen, oder?

Das wäre Betrug. Und so dumm sind die nun auch wieder nicht.

Kommentar von isomatte ,

Mit sagen gibt sich die Familienkasse nicht zufrieden,da werden Nachweise über deinen Abschluss verlangt und wenn du die nicht hast,dann wird es zur Rückforderung kommen !

Warum sollte sich die Familienkasse vorher rühren ?

Deine Ausbildung würde ja normalerweise noch bis Februar 2017 gehen,spätestens dann würden deine Eltern / du angeschrieben und Nachweise verlangt.

Es ist die Pflicht des Antragstellers Veränderungen umgehend mitzuteilen,dafür wurden sie im Antrag aufgeklärt und sie haben diesen unterschrieben,da gibt es keine Ausrede das man das nicht wusste.

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