Frage von Critics 11.05.2011

2 Brief

  • Hilfreichste Antwort von Abundumzu 11.05.2011
    9 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

     

    Hallo Critics

    Hier zitiere ich Dir den Text noch einmal aus der NWÜ:

    „Denn dies wisst zuerst, dass keine Prophezeiung der Schrift irgendeiner privaten Auslegung entspringt.  Denn Prophetie wurde niemals durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern Menschen redeten von Gott aus, wie sie von heiligem Geist getrieben wurden. (2. Petrus 1:20-21)

    Bei objektiver Würdigung aller drei Übersetzungen bleibt im Tenor die Aussage: 

    Die Quelle biblischer Prophetie ist immer und in jedem Fall Gott  -  und infolgedessen fragte schon Joseph unter Inspiration zu Recht:  „Sind Deutungen nicht [ebenfalls] Sache Gottes?“  . . . (1. Mose 40:8)

    Um aber sicher herauszufinden, ob dieses Verständnis richtig ist, sollte man den Grundsatz aus Psalm 119:160  berücksichtigen, der da lautet:  „Die Summe deines Wortes ist Wahrheit“  -   und man sollte danach  Ausschau halten, was die Heilige Schrift im Kontext und an anderen Stellen noch zu diesem Thema sagt!

     

    Zunächst der Kontext:

    In den Versen davor (2. Petrus 1:18-19)  erinnert  der Apostel an die Umgestaltungsscene  aus Matthäus 17:1-9,  in der Jesus  den  „Petrus und Jakobus und dessen Bruder Johạnnes mit sich  . . .  auf einen hohen Berg hinauf nahm“     und eine Stimme aus der Wolke sprach: „Dieser ist mein [Gottes] Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; hört auf ihn!“

    Diese Erlebnis hatte sich dem Petrus unvergesslich eingeprägt und deshalb beginnt er Deinen Text (etwa 30 Jahre später) mit den Worten:  „Ja, diese Worte hörten wir vom Himmel her ergehen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren.  Demzufolge haben wir das prophetische Wort um so fester; und ihr tut gut daran, ihm Aufmerksamkeit zu schenken als einer Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und ein Tagesstern aufgeht, in eurem Herzen. . . . “   und danach kommt der von Dir zitierte Text.

    Logischerweise beziehen sich diese hinterfragte Textpassage, in der es gleichfalls um Prophetie geht,  ebenfalls auf den Ursprung oder die Quelle biblischer Prophetie, nämlich auf Gott.

     

    Sodann andere Texte, die zur Klarheit beitragen:

    Einen habe ich einleitend schon aus 1. Mose 40:8 zitiert.

    Ein weiterer findet sich in 2. Timotheus 3:16   „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Erziehung in [der] Gerechtigkeit“

    Wenn man demnach das Wort Gottes unter anderem auch zum Richtigstellen der Dinge nutzen sollte, dann bedeutet das ganz einfach, dass jede wie auch immer geartete Auslegung oder Interpretation mit der Gesamtaussage der Bibel übereinstimmen muss.  Nur dann kann man davon ausgehen, dass die Aussage „Gottes Wort“ ist!

    Diese wenigen Hinweise wiederholen sich direkt oder indirekt  noch Dutzende von Malen in der Bibel und man kommt deshalb bei der Suche nach dem richtigen Verständnis nicht umhin, so zu verfahren, wie es Sprüche 2:1-5 beschreibt: 

    „Mein Sohn, wenn du meine [Gottes] Reden annehmen und meine eigenen Gebote bei dir verwahren wirst, indem du der Weisheit dein Ohr leihst, so dass du dein Herz dem Unterscheidungsvermögen zuneigst,  wenn du überdies nach Verständnis selbst rufst und zum Unterscheidungsvermögen deine Stimme erhebst,  wenn du danach fortwährend wie nach Silber suchst und du wie nach verborgenen Schätzen ständig danach forschst, dann wirst du die Furcht Jehovas verstehen, und du wirst die wahre Erkenntnis Gottes finden.“ 



     

     

    Alle diese Überlegungen ändern jedoch nichts daran  „dass der einzelne Bibelleser besonderen Beistand braucht um die Bibel richtig zu verstehen“!

    Denn gleichwohl, wie Dein Text übersetzt ist,

    ob  „keine Weissagung der Schrift aus eigener Deutung“  (Luther) 

    oder  „Keine Weissagung der Schrift darf eigenmächtig ausgelegt werden“  (Einheitsübersetzung) 

    oder   „keine Prophezeiung der Schrift irgendeiner privaten Auslegung entspringt“  (NWÜ) 

    ergeht es jedem, der sich Gott naht genauso, wie es dem äthiopischen Staatsbeamten erging, den Philịppus fragte: „Verstehst du wirklich, was du liest?“  -  und obwohl der Gefragte eine gute Bildung hatte, musste er passen.  (Apostelgeschichte 8:30) . 

     

    Der Evangeliumsverkündiger Philịppus hat dann weitergeholfen  -  Details dazu siehe bitte hier: 

    http://www.gutefrage.net/frage/wie-missioniert-philippus#answer23857567

     

     

    Bei alledem sollte man im Sinn behalten:  „Das es vortrefflich und annehmbar in den Augen Gottes, unseres Retters ist, dessen Wille es ist, dass alle Arten von Menschen gerettet werden  und zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit kommen“   (1. Timotheus 2:3-5)

     

    Diese Zielsetzung Gottes schließt schlussendlich jede Art von Uneinigkeit im Bibelverständnis naturgemäß aus   -   denn sowohl eine genaue Erkenntnis als auch  Wahrheit sind in des Wortes wahrster Bedeutung einzigartig und nicht verhandelbar.

    Übrigens ist das auch der Grund für Jesu klare Aussage in Matthäus 7:13 und 14.

  • Antwort von jungeoma39 11.05.2011
    5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    (2. Petrus 1:21) Denn Prophetie wurde niemals durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern Menschen redeten von Gott aus, wie sie von heiligem Geist getrieben wurden. (Neue Weltübersetzung der Heiligen Schrift). Der Grund warum  diese Übersetzung die Beste ist, ist folgender:

    Neue-Welt-Übersetzung

    Definition:

    Eine Bibelübersetzung in modernem Deutsch, die nach der von einem Komitee gesalbter Zeugen Jehovas angefertigten englischen Wiedergabe und unter getreuer Berücksichtigung der hebräischen, aramäischen und griechischen Ursprache angefertigt wurde. Mit Bezug auf ihr Werk sagen die Glieder des Komitees: „Die Übersetzer dieses Werkes, die Gott, den Urheber der Heiligen Schrift, fürchten und lieben, fühlen sich ihm gegenüber besonders verantwortlich, seine Gedanken und Erklärungen so genau wie möglich zu übermitteln. Auch fühlen sie sich dem forschenden Leser gegenüber verantwortlich, der zu seiner ewigen Rettung auf eine Übersetzung des inspirierten Wortes Gottes, des Höchsten, angewiesen ist.“ Die englische Übersetzung wurde ursprünglich von 1950 bis 1960 in mehreren Teilen veröffentlicht. Wiedergaben in anderen Sprachen stützen sich auf die englische Übersetzung.

    Was ist die Grundlage der „Neuen-Welt-Übersetzung“?

    Beim Übersetzen der Hebräischen Schriften stützte man sich auf den Text der Biblia Hebraica von Rudolf Kittel, die Ausgaben von 1951 bis 1955. Bei der revidierten englischen Ausgabe der Neuen-Welt-Übersetzung aus dem Jahre 1984 machte man sich auch die Biblia Hebraica Stuttgartensia aus dem Jahre 1977 zunutze. Außerdem zog man die Schriftrollen vom Toten Meer und eine Vielzahl früher Übersetzungen in anderen Sprachen zu Rate. Für die Christlichen Griechischen Schriften verwandte man hauptsächlich den griechischen Standardtext von 1881, den Westcott und Hort herstellten, aber auch verschiedene andere Standardtexte und viele frühe Wiedergaben in anderen Sprachen wurden berücksichtigt.

    Wer waren die Übersetzer?

    Als das New World Bible Translation Committee seine Urheberrechte der Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania übergab, äußerte es den Wunsch, daß seine Mitglieder ungenannt blieben, und dieser Wunsch wurde respektiert. Die Übersetzer trachteten nicht nach Ruhm, sondern wollten dem göttlichen Autor der Heiligen Schrift die Ehre geben.

    Im Laufe der Zeit haben andere Bibelübersetzungskomitees einen ähnlichen Standpunkt vertreten. Auf dem Umschlag der 1971 mit Anmerkungen erschienenen Ausgabe der New American Standard Bible heißt es beispielsweise: „Wir haben darauf verzichtet, die Namen der Gelehrten als besondere Empfehlung zu erwähnen, weil wir glauben, daß sich Gottes Wort selbst empfiehlt.“

    Lg J.

     

  • Antwort von gamine 11.05.2011
    5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Wer das ganze Kapitel liest, bemerkt, dass es hier nicht darum geht, ob oder wie wir als Leser die Bibel auslegen, sondern der Autor dieses Briefes will den Leser versichern, dass die Weissagungen, die man in der Schrift lesen kann, nicht durch eines Menschen Willen und dessen persönlicher Auslegung produziert sind, sondern durch die Kraft des heiligen Geistes.

     

    Deine Schlussfolgerung trifft somit daneben - die unterschiedliche Auffassung von kath und ev kann mit dieser Stelle nicht belegt werden.

  • Antwort von quopiam 12.05.2011
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Wortwörtlich aus dem Griechischen gebe ich Dir mal den Vers im Zusammenhang mit seinen Nachbarn: 

    19 Und haben (also) wir als festeres das prophetische Wort, auf das achtend ihr gut tut, als auf an finsterem Ort scheinendes Licht, bis der Tag aufleuchtet und der lichtbringende Stern aufgeht in euren Herzen; 

    20 dies zuerst erkennend, daß jede Weissagung der Schrift nicht einer eigenen Auslegung angehört; 

    21 denn nicht durch den Willen eines Menschen wurde jemals eine Weissagung gebracht, sondern, vom heiligen Geist getrieben werdend, haben von Gott her die Menschen geredet.

    2,1 Es traten aber auf auch falsche Propheten im Volk, wie auch unter euch Irrlehrer sein werden, welche heimlich einführen werden Irrlehren des Verderbens, auch den Herrn verleugnend, der sie erkauft hat, sich selbst baldiges Verderben zuführend...

    Hilft Dir das weiter? Ich bin immer der Ansicht, in Übersetzungsfragen, sollte man den griechischen Text anschauen und möglichst danach urteilen. Gruß, q.

  • Antwort von wolfruprecht 14.05.2011

    Also zuerst versuche ich dir, eine möglichst genaue wörtliche Übersetzung von 1 Petr 1,21 zu geben. Die Minuszeichen markieren jeweils in der Übersetzung die griechischen Ausdrücke:


    denn - nicht - durch (den) Willen - eines Menschen - wurde gebracht - eine Weissagung - jemals - sondern - vom - heiligen - Geist - getrieben werdend - haben geredet - von - Gott (her) - Menschen

    (Quelle: Das NT Griechisch - Deutsch Interninearübersetzung, Neuhausen 1998)


    "durch (den) Willen eines Menschen" = auch: "durch / nach menschlichen/m Willen"

    Vor Willen steht kein bestimmter Artikel.

    "getrieben werdend" = modal oder kausal zu verstehen bzw. in unsere Sprache zu übertragen.

    die beiden Wörter "von" und "Gott" sind so richtig wiedergegeben: "von Gott her" (Das liegt an unserer grammatischen Strukturer unserer Sprache)


    Interessant ist sicher auch der lateinische Text:

    "Non enim voluntate humana allata est aliquando prophetia, sed Spiritu sancto inspirati locuti sunt sancti Dei homines."

    "nicht bei / für menschlichen Wille ist gebracht worden zu jeder Zeit Prophetie / Weissagung, sondern durch den Heiligen Geist inspiriert sprachen die Menschen Gottes / von Gott ."


    Ein gute und in einigen Abschnitten noch genauere Übertragung als die Interlinearübersetzung (betrifft z.B. die Wiedergabe von Ausdrücken mit bestimmten Artikel wie "Gott" >>> "der Gott" --- letzteres ist exakt, das speilt z. B. bei der Übersetzung von Joh 1,1-8 eine entscheidende Rolle) ist das "Münchener Neues Testament":

    "denn nicht durch Willen eines Menschen erging jemals eine Prophetie, sondern vom Heiligen Geist getragen redeten von Gott (her) Menschen."


    In einigen Kommentaren wurde die "Neue Welt Übersetzung" verwendet. Bei dieser Übersetzung handelt es sich um eine deutsche Übersetzung der Wachtturmgesellschaft aus einer englischen Übersetzung der Wachtturmgesellschaft. Also: Die deutsche Übersetzung der NWE wurde nicht direkt aus den griechischen Grundtexten übersetzt. Die englische "Übersetzung" wurde unter Berücksichtigung eines nur sehr kleinen Teils der griechischen und hebräischen Grundtexte und Formen übersetzt. Zudem zeigt diese Übersetzung viele nachweisbare Anpassungen im Sinne der Lehren der Wachtturmgesellschaft, aber das würde hier den Rhamen sprengen. Als Quelle für eine genaue Textbetrachtung ist sie jedenfalss nicht geeignet.


    Zu den Unterschieden Luther (Entstehungsursprung der Bibel) und katholische Kirche (Notwendigkeit einer Authorität bei der Schriftdeutung) kann ich jetzt nichts sagen. Aber zum besseren Verständnis der katholischen Position eines Bibellesers:

    Bei Streitfragen oder gegensätzlichen Bibelauslegungen fragt der (gläubige) Katholik weniger "Was sagt die Bibel genau dazu?", sondern er stellt die Frage: "Was sagt die Kirche dazu (verbindlich)?"

    Grundlage dazu ist, zumindest für das Neue Testament: Zuerst entstand die Kirche auf den Wurzeln des Judentums und damit der jüdischen Lehren, Glaubenspraxis und besonders den jüdischen Festen. Parallel dazu wurde sicher erste Aufzeichnungen gemacht, aber die Sammlung, Sortierung und Ordnung dieser Aufzeichnungen und letztlich die Abfassung der Evangelien, wie wir sie heute haben, fand erst Jahrzehnte später statt. Das heißt: Zuerst war die Kirche, dann erst das Neue Testament. Deshalb ist bei Bibelstellen, die verschieden interpretiert werden können, bei Streitfragen die Entscheidung der Kirche die letztverbindliche. Das stimmt letztendlich auch mit der Schrift selbst überein, wenn z.B. in 1 Tim 3,15 die Kirche (ekklesia = Gemeinde, Versammlung, Kirche) bezeichnet wird als Säule und Fundament der Wahrheit. Mit anderen Worten: Die Wahrheit erschließt sich nicht zuerst aus der Schrift, sondern aus der Kirche des lebendigen Gottes. Und auf diesem Fundament steht die Schrift, nicht umgekehrt.

    Wenn Zweifel bei Prophezeiungen bestehen, orientiert sich der gläubige Katholik  an der Lehre der Kirche. Das gilt für überlieferte Prophezeiungen in der Hl. Schrift genauso wie für neuere Prophezeiungen. Das NT ist Teil der apostolischen Überlieferung. Mathematisch ausgedrückt: "Die Hl. Schrift ist eine Teilmenge der apostolischen Überlieferung".

    Fazut: Im Zweifelsfalle nimmt der Katholik den Beistand der Kirche zum Lesen und zum Verständnis der Hl. Schrift an.

  • Antwort von Azizamasrya 12.05.2011

    Es hat schon seinen Grund, warum ich mir auf dem Flohmarkt eine Bibel von 1860 gekauft habe... (!)

  • Antwort von viktorel 11.05.2011

    2.Petr.1,20 in der Scofield - Bibel:"

    "Aus eigener Auslegung", kann gelesen werden: "keine Weissagung hat ihre eigene Auslegung"; d.h., die Auslegung ist nicht getrennt von dem, was die Schrift an anderer darüber Stelle sagt".

    Also "haben nur von Gott beauftragte Menschen die Schrift durch den Heiligen Geist so verfasst, wie Gott es wollte" (V.21).

  • Antwort von Divorio 11.05.2011

    Hier haben wir meiner Meinung nach wieder mal den klassischen Unterschied zwischen der katholischen und der protestantischen Kirche.

    Die Übersetzung von Luther ist mehr auf anti-autoritäre Erziehung ausgelegt. Verstehe, was ich dir sage, dann verstehst du, warum es nicht gut ist, das und jenes zu glauben.

    Die katholische Kirche wiederum legt nicht sonderlich großen Wer auf die persönliche und gedankliche Entwicklung ihrer Schafe und sagt: "Tu das, glaube jenes!"

    Was davon richtig ist, vermag ich nicht zu sagen.

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