Frage von Taahm, 110

2. A-Verstoß in der Probezeit begangen. Was nun?

Wurde am 04.06.15 außerorts mit über 21 kmh/ geblitzt und bekam am 29.10. die Anordnung zum Aufbauseminar. Beim Aufbau Seminar bin ich grad dabei. Nun ist mir leider 17.11. wieder etwas passiert. Und zwar bin ich nachts zusammen mit einem Kumpel durch die menschenleere Stadt gefahren bis sich an einer Ampelkreuzung ein Streifenwagen hinter uns gesetzt hat und ich angehalten wurde, mein Kumpel fuhr normal weiter, wir hatten aber die gleiche Geschwindigkeit drauf zwischen 70-80kmh. Die Beamten meinten laut Tacho wäre ich 120 gefahren!!! Nach Abzug Toleranz von 20% wären mir aber nur noch 96 bei erlaubten 50 vorwerfbar. Dazu sollte ich noch ein illegales Autorennen veranstaltet haben, was sie glaube ich aber nicht richtig beweisen konnten weil mein Kumpel weg war und ich denke wo kein Gegner da kein Rennen! Und was war wirklich kein Rennen! Nun kam der Bußgeldbescheid, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot, Geldbuße... Ist das einzige was mich erwartet das was auf dem Bußgeldbescheid steht oder kommt da in der nächsten Zeit wie beim ersten Fall noch weiteres auf mich zu? Ich überlege nun über einen Rechtsanwalt Einspruch einzulegen, da ich wirklich nicht so schnell war und kein Rennen veranstaltet wurde, zu dem ja vielleicht noch weitere Maßnahmen auf mich zu kommen. Sollte mich allerdings nur das Treffen was da im Bescheid drin steht akzeptiere ich das vielleicht und erspare mit den ganzen Stress...

Ich bitte euch nur zu antworten wenn ihr euch wirklich mit der Materie auskennt. Ich lese im Internet echt viel nur leider steht überall was anderes zu der Thematik.

Expertenantwort
von ginatilan, Community-Experte für Auto, 110

Hallo

erst wenn du dein Aufbauseminar absolviert hast können neue Probezeitmaßnahmen ergriffen werden

du hattest also diesmal Glück im Unglück:-)

das illegale Rennen konnten sie nicht nachweisen, sonst wäre die Strafe deutlich höher ausgefallen, und bei einem illegalen Rennen wird die MPU angeordnet

hier einmal eine grafische Übersicht bei Probezeitmaßnahmen

http://www.verkehrsportal.de/board/index.php?showtopic=3063

Antwort
von Gipfelstuermer, 60

Also bei der Frage fallen mir mehrere Dinge auf zum einen mal rein theoretisch:

Solltest du für das Rennen verurteilt werden, wäre garantiert eine MPU fällig mit einer empfindlichen Strafe in Sachen Führerschein Entzug. 

Aber auch bei nicht geeichten Messungen kann eine gültige Messung erfolgen jedoch sind Fehlertoleranzen von bis zu 20% nötig.

Deiner Beschreibung nach zu Urteilen sofern sie denn wahr ist trifft das alles nicht zu also wirkt es nach reiner Willkür, vielleicht war ja wirklich ein Autorennen dort und du warst der erste den sie dann mit überhöhter Geschwindigkeit gemessen haben und dachten sich den schnappen wir uns. 

Allerdings ist es ohne ein Beweis (Videoband) seitens der Polizei schwer diesen Beweis anzubringen. 

Aber als Tipp, da hier leider sehr viel Halbwissen rumgeistert und die Leute wenn sie etwas nicht wissen nicht einfach die Klappe halten sondern dann das falsche auch noch verbreiten weil sie denken es wäre richtig. Würde ich dir raten dich an anderer Stelle zu informieren. 

Als Tipp:

www.verkehrsportal.de

Antwort
von Bley1914, 2

Was nicht bewiesen werden kann, wird nicht geahndet. Ich hatte mal einen ähnlichen Fall mit Zivilauto nachgefahren. Angabe der Polizei "Unser Auto ist geeicht".. Ich habe geantwortet "Bitte sofort zeigen" Die haben sich geweigert. Habe mein Handy eingeschaltet die 110 Anrufen und gesagt "bitte zuhören" weil die sich nicht ausweisen wollten. Habe dann noch deren Kennzeichen durchgegeben. Nach ca 5 Min hin und her wurde ein Polizist angerufen. Die haben sich verabschiedet "sie müssten dringend zu einem Unfall" Das wurde alles bei der Leitstelle aufgezeichnet. Ich war mit Taxi Unterwegs. hatte nur vergessen das Taxi-Schild aufzusetzen. Taxen sind sind immer geeicht. Bei der Gelegenheit wurde mir von einem Rechts -Anwalt gesagt, bei nachfahren werden 40% abgezogen und die Nachfahrstrecke muss relativ lang  sein.

Die Polizeibeamten wurden beide versetzt.

mit freundlichem Gruß

Bley 1914

 

Antwort
von Antitroll1234, 90

Außer dem Bußgeld, Punkte und Fahrverbot kommt nichts weiteres auf dich zu.

Erst nach Abschluss der ersten Stufe der Probezeitmaßnahmen, also erst nach Abschluss des Aufbauseminares greift bei einem weiteren A- oder zwei B-Verstößen die zweite Stufe der probezeitrelevanten Maßnahmen.

Kommentar von Taahm ,

Das hört sich schonmal erleichternd an! Danke. 

Kommt zu dem angeblichen Rennen noch was gesondert oder hätte das da mit drin gestanden? 

Kommentar von Antitroll1234 ,

Da wird nichts weiter kommen.

Antwort
von loloft, 59

Soo.. Ein Streifenwagen kann dir keine Strafe wegen zu schnellem fahren aufdrücken nur weil sie hinterhergefahren sind.. erstens haben sie keine Geeichten Instrumente, noch Irgendwein Beweis. Selbst der Tacho eines KfZ ist nicht 100% genau.. Dieser hat eine gewollte Abweichung. Ich würde tatsächlich einspruch einklegen. Das ist nämlich so rein willkürlich und mit grob schätzen, wird das wohl kaum bestand haben.

Kommentar von ginatilan ,

Ein Streifenwagen kann dir keine Strafe wegen zu schnellem fahren aufdrücken nur weil sie hinterhergefahren sind..

leider falsch

Kommentar von loloft ,

Ja.. Theoretisch ist das Möglich, jedoch muss die Polizei einiges beachten... Als erstes die Messstrecke:

Die Messstrecke muss möglichst gerade und ausreichend lang sein. Dazu fordert die obergerichtliche Rechtsprechung folgende von der Geschwindigkeit abhängige Mindestlängen (siehe auch Jagusch/Hentschel, Straßenverkehrsrecht, 35. Aufl., § 3 StVO Rz. 62):

Bei 120 Km/h muss die Messtrecke 1000 Meter lang sein. 

Außerdem muss der Tacho geeicht sein:Die Rechtsprechung verlangt zum Ausgleich von Messungenauigkeiten und sonstigen Fehlerquellen einen Toleranzabzug von der ermittelten Geschwindigkeit. In welcher Höhe dieser zu machen ist, hängt davon, ob der Tachometer des Polizeifahrzeugs noch gültig geeicht oder nur justiert ist. Ein pauschaler Abzug, ohne hierzu entsprechende Feststellungen zu treffen, ist unzulässig (BayObLG VRS 61, 143)

Ist es denn bei euch in der stadt möglich 1000 Meter geradeaus zu fahren? 

Antwort
von Kleckerfrau, 57

Berate dich mit einem Anwalt. Es könnte sogar eine MPU auf dich zukommen. Das entscheidet aber die Führerscheinstelle.

Kommentar von Antitroll1234 ,

Berate dich mit einem Anwalt.

Völlig unnötig.

 Es könnte sogar eine MPU auf dich zukommen

Nein, ein Bußgeldbescheid über die vorgeworfene Tat hat der Fragesteller bekommen.

Das entscheidet aber die Führerscheinstelle

Die Behörde handelt entsprechend den Gesetzen und diese sind in diesem Fall sehr klar und eindeutig.

Kommentar von Taahm ,

Also doch MPU? Ich dachte die wird beim 2. A- Verstoß nur empfohlen? 

Kommentar von Antitroll1234 ,

Nein keine MPU, und auch in der zweiten Stufe ist keine MPU vorgesehen, die Empfehlung zur Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung ist a) keine MPU und b) Freiwillig.

Kommentar von ginatilan ,

Also doch MPU?

NEIN

Antwort
von LonelyBrain, 92

Was geschieht, wenn ein Fahranfänger während der Probezeit auffällig wird?

Bei Auffälligkeit während der Probezeit – jeweils ein Verstoß nach Katalog A oder zwei Verstöße nach Katalog B – sind insgesamt drei Maßnahmestufen vorgesehen.

Nach der ersten Auffälligkeit (1x A oder 2x B) wird die Teilnahme an einem Aufbauseminar angeordnet. Außerdem wird die Probezeit auf 4 Jahre verlängert.

Erfolgt nach der Teilnahme am Aufbauseminar eine weitere Auffälligkeit (1x A oder 2x B), so wird eine Verwarnung ausgesprochen und die freiwillige Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung empfohlen.
Verstöße, die noch vor dem Ende des Aufbauseminars begangen werden, führen noch nicht zu dieser Maßnahme. Denn zunächst soll abgewartet werden, ob sich durch die Teilnahme am Aufbauseminar das Verkehrsverhalten verbessert.

Kommt es nach Ablauf von 2 Monaten nach der Verwarnung zu einer weiteren Auffälligkeit (1x A oder 2x B), so wird die Fahrerlaubnis entzogen.

http://www.junges-fahren.de/asf/2.htm

Expertenantwort
von fuji415, Community-Experte für Auto, 34

Wer so oft so viel zu schnell war und schon ein Seminar hinter sich hat und noch immer zu schnell ist sollte sich die Führerscheinstelle mal fragen ob Du überhaupt geeignet und reif genug bist zum führen eines  Kraftfahrzeuges und dir den Schein erst mal für ein paar Jahre wegnimmt und nach der Zeit eine MPU anordnet die dich überprüft auf eine Tauglichkeit ein KFZ zu fahren  und dann den Schein ganz neu zu machen müssen . 

Das ist besser für dich und alle andren Verkehrsteilnehmer . 

Wahrscheinlich wird sich die Polizei um dich mehr kümmern müssen was an Kontrollen in deiner Gehend ansteigen wird . 

Kommentar von Taahm ,

Keine Ahnung über die Thematik, aber trotzdem Antwort verfassen.
Hauptsache seine unnützen Gedanken preisgeben wollen, weil der Drang danach unaufhaltsam ist. Hat mir echt weitergeholfen, sollte mehr von Ihnen hier auf der Plattform gehen. (Y)

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