Frage von berlina76, 103

2-3 Monatsgehälter Rücklage unüblich geworden?

Ich habe von meinen Eltern früher mitbekommen mir ein leicht erreichbares Polster in Höhe von 2-3 Monatsgehältern anzusparen(Tagesgeld). Dieses soll Geld zum überbrücken von kurzfristigen engpässen da sein und hat nichts mit dem Geld zu tun was man sonst noch spart oder auch nicht.

Was ich hier lese ist: ich zieh um und kann mir keine 2 Monate Übergangsmiete oder Kaution leisten / Meine Waschmaschiene ist kaputt kann mir keine neue Leisten / Mein Haustier ist Krank ich habe kein Geld für den Tierarzt / Das Amt zahlt zu spät(auch als H4 darf man ein kleines Sparguthaben haben) wer zahlt die Rückbuchung? / Habe selbst gekündigt und kriege kein Geld vom Amt-wovon leben. ...

Dabei kommt es mir nicht so vor als sind das immer unter 20jährige sondern auch Personen die aus der Jugendphase eigentlich raus sein sollten.

Ist dieser Tip meiner Eltern wirklich so unüblich?

Und ja ich habe auch nur ein Minimaleinkommen und lebe nicht auf großem Fuß dennoch habe ich diesen Sparrahmen und nutze ihn auch

Antwort
von Turbomann, 51

Glaube nicht, das deine Frage heute nicht mehr aktuell ist.

Dein letzter Satz ist sehr sinnvoll und wenn das mehr tun würden, dann hast du Recht, denn dann kämen nicht so viele Frage wie in deinem Posting beschrieben.

Viele können auch nicht mit Geld umgehen, kaufen schon Handys und alles nur auf Raten, anstatt zu sparen und dann zu kaufen, wenn sie das Geld bar auf der Kralle haben. Viele wollen auf eigenen Beinen stehen (Wohnung) und verlassen sich lieber auf die Allgemeinheit (Staat), der alles für sie finanziert.

Mit Ausnahmen von Menschen, denen vom Staat die Möglichkeit eingeräumt wird, dass sie Zuschüsse beantragen können.

Wie sollen die denn Rücklagen bilden?  Deine Eltern haben es anscheinend bei dir richtig gemacht, deshalb  legst du deine Prioritäten auch so, dass du immer einen kleinen finanziellen Rückhalt hast.

Kommentar von berlina76 ,

Ja ich habe diesen finanziellen Rückhalt und für mich selber dazu noch die Regel, das alles was unter 1000 € kostet aus der Hand bezahlt werden muß ohne Kredit. Also entweder weil ichs sofort brauch(Waschmaschiene um beim Beispiel zu bleiben) vom Ersparten oder zusätzlich angespart wird(Handy)

Antwort
von meinereiner100, 23

.Ich behaupte, eine solche Rücklage zu bilden, ist aktueller denn je.

Schnell können sich die persönlichen Bedingungen zum Negativen wenden. Die Zeiten, wo man schnell mal den Job gewechselt hat, um mehr zu verdienen, sind vorbei. Lange schon.

Es ist einfach entspannend, wenn man weis, wenn die Waschmaschine kaputt geht, einfach eine Neue kaufen zu können. Und dann nicht aus der Not heraus ein billiges Produkt nehmen zu müssen, weil das Geld nicht da ist. Nur um eine solche Rücklage zu bilden, bedarf es einer gewissen Selbstdisziplin.

Das Geld darf dann eben nur für entsprechende Notfälle ausgegeben werden. Mit: "ich hab da 5000 Euro .. ich fahr mal in die Karibik" wird es nichts.

Für Schüler und Studenten würde ich mind 1 Monatseinkommen anraten. Berufsanfängern 3. Und mit zunehmenden Alter dann pro Jahrzehnt ein Jahresnettoeinkommen. (das allerdings nicht als kurzfristiges Geld.

Meine Erfahrung: egal was man verdient: man muß damit auskommen. Das funktionierte als ich 2 Umschulungen hatte, genau so ohne Arbeit. Und wenn ich wenig habe und auch nur 50 Euro an die Seite lege, sind das schon 600 Euro im Jahr.

Zur Verdeutlichung mal anders:

Selbst wenn "notorische am finanziellen Limit lebende" morgen 300 Euro mehr verdienen würden, würde auch alles verballert werden. (kenn da genügend Beispiele - BMW, Reisen, Sky-man kanns sich leisten, beim Urlaub einen Stern mehr..) legen davon nichts zurück.

Und dann geht die Waschmaschine kaputt ... Hätten sie nicht diese 300 Euro bekommen - wärs auch gegangen ....

.

Antwort
von Jack98765, 32

Es gibt viele dieser Beispiel die du genannt hast.

Wir haben mal bei einem Kunden vergessen das SEPA-Mandat für die monatlichen Mietzahlungen zu aktivieren. Erst beim zweiten Mahnschreiben ist er dahinter gekommen, dass nichts bezahlt wurde. Vorher war dem Mieter alles egal. Das Problem wäre schnell behoben gewesen indem der offene Betrag unmittelbar vom Konto abgebucht worden wäre, nur hatte der Mieter das Geld für 3 Monatsmieten nicht mehr am Konto obwohl es ja aufgrund der fehlenden Zahlungen ja noch dort sein müsste.

Da fragt man sich auch, wie einem nicht auffallen kann, dass da monatlich 500 € zu viel am Konto sind und diese dann einfach mit vollen Händen ausgibt.

Da fehlt mir jedes Verständnis, denn ich fühle mich schon mit wenig gespartem Geld sehr unwohl wie ich nach dem Kauf meines Autos oder meiner Wohnung feststellen musste.

Antwort
von Charlybrown2802, 48

das ist heute immer noch so, dann  gibt es auch keine finaziellen engpässe. aber es kann auch nicht jeder mit Geld umgehen.

oder von heute auf morgen arbeitslos geworden, dann passt das auch nicht mehr

Kommentar von berlina76 ,

Von heute auf Morgen Arbeitslos zu werden dazu brauch es schon einen triftigen Grund. Ansonsten hat man mind. einen Monat Kündigungsfrist und unter normalen Umständen anschließend das Recht auf ALG1 oder 2. auch wenn diese Gelder eng bemessen sind.

Antwort
von Nube4618, 16

Das ist nach wie vor eine sehr sinvolle Strategie. Hat nicht nur den Vorteil, dass dich "Unvorhergesehens" nicht so leicht aus der Bahn wirft, sondern auch den, dass du nicht ständig überlegen musst, wie du dies oder jenes jetzt wieder bezahlen kannst. Kannst deine Gedanken sinnvolleren Dingen zuwenden. 

Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen viel Energie verschwenden, weil sie am finanziellen Limit leben und sie ständig finanzielle Engpässe managen müssen. Ich rede jetzt nicht von denen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, sondern von denen, die einfach nicht sinnvoll mit Geld umgehen können (oder wollen). 

Antwort
von Ralphus75, 39

Hey,

ich bin der Meinung vieler anderen hier. "Unüblich" ist deine Einstellung nicht, dafür sehr löblich ;-)

Man sieht hier eben nur Fragen von Leuten, die nicht wissen, wie es geht. Wieso sollte auch jemand eine Frage stellen, wenn es ihm mit seinen Rücklagen gut geht? ;-)

Wie überall gilt: Menschen melden sich meist beim Negativen, beim Positiven gibt es ja auch keinen Grund sich zu "beschweren".

(Ein anderes Beispielt sind Service-Hotlines: Dort melden sich zu 90%+ weil Sie ein Problem oder eine Beschwerde haben. Kaum einer ruft an und bedankt sich einfach nur für den Service und die tollen Produkte o.ä. ;-) )

Aber deine Frage ist durchaus berechtigt. In der heutigen Zeit ist es in der Tat nicht ganz einfach mit Geld umgehen zu können. Solche Tipps, wie von deinen Eltern, bekommen auch viele eben NICHT mit auf den Weg. Jedoch sollte jeder selbst seine Erfahrungen machen und früher oder später merken, dass etwas falsch läuft und dies auch so gut es geht ändern.

Grüße

Antwort
von MarioSchoenfeld, 30

Unüblich ja wenn die Finanzen dafür zu knapp sind. Dann ist indirekt immer ein Zustand wo man von den Rücklagen zehren sollte.


Antwort
von derhandkuss, 45

Ich gehöre der nicht gerade jüngeren Generation an. Meine Eltern haben mir dies ebenfalls noch mit auf den Lebensweg gegeben.

Antwort
von Peaceman223, 36

Man sollte nicht nur ein Notfallrücklage haben sondern auch einen gewissen prozentsatz jeden Monat sparen. Sparen auf die Bank oder Investieren

Kommentar von berlina76 ,

Weswegen ich schrieb "Dieses soll Geld zum überbrücken von kurzfristigen engpässen da sein und hat nichts mit dem Geld zu tun was man sonst noch spart oder auch nicht."

Antwort
von Norina78, 41

Natürlich ist es gut, sich etwas anzusparen. Und Du hast völlig recht, auch 10 oder 20 € sind ein Anfang - immerhin etwas.

Sparen will gelernt sein. Da müssen manche noch viel hinzulernen

Antwort
von Barolo88, 45

deine Eltern scheinen vernünftige Leute zu sein, wie kommt dann darauf  selber zu kündigen ohne eine neue Perspektive zu haben ?

Kommentar von Jack98765 ,

Gibt genug Fragen diesbezüglich hier. Genauso wie die ich habe keinen Cent, brauche aber einen Kredit für dies und das. Muss mir unbedingt das und das kaufen, was passiert wenn ich nicht zahle. Eigentlich fragt man sich oft, wie die Leute bisher überlebt haben.

Antwort
von ForTheAnimals, 35

Schon mal daran gedacht, dass viele nicht das Geld haben so viel zurückzulegen? Und viele Menschen sehr sehr wenig verdienen und so schon kaum über den Monat kommen? oder Azubis/Studenten sind.


Kommentar von berlina76 ,

Deswegen  schrieb ich ja

 "Dabei kommt es mir nicht so vor als sind das immer unter 20jährige sondern auch Personen die aus der Jugendphase eigentlich raus sein sollten."

Und auch mit 20 € im Monat kann man anfangen diesen Betrag zu ersparen. Du sollst ihn ja nicht von heut auf Morgen haben. Dazu kommt, das ein 2 Faches Gehalt bei einem Jugendlichen natürlich nicht so hoch ist wie bei einem voll arbeitendem Menschen. 

Diesen Sparamen- Schiebegeld wie ich es gerne nenne brauch  also zum Anfang also gar nicht so hoch sein. 

Kommentar von Ralphus75 ,

Schon mal die Frage ganz gelesen?

"Und ja ich habe auch nur ein Minimaleinkommen und lebe nicht auf großem Fuß dennoch habe ich diesen Sparrahmen und nutze ihn auch"
- Zitat vom Fragesteller.

Kommentar von ForTheAnimals ,

Ich weiß, ich habe die Frage gelesen. Als Student können die meisten nicht mal einen Cent zur Seite legen, sondern gehen sogar mit Schulden aus dem Studium. Demnach ist man dann so 25-27 Jahre alt und halt erst einmal Schulden abzuarbeiten. Das dauert sicherlich ein paar Jahre in denen man nichts zurücklegen kann.

Also wird man auch nicht mal eben 2-3 Monatsgehälter bei seite schaffen können.

Kommentar von berlina76 ,

Hat man während der Studienzeit Bafög bekommen so ist dieses erst 5 Jahre nach Beendigung des Studiums hälftig zurückzuzahlen in Raten, wobei die Höchstrate bei 165 € liegt und ansonsten angepasst ans Einkommen ist. Dabei kann man es bei geringem Gehalt auch Zinslos Stunden lassen. 

Auch für einen Studentenkredit gibt es gewisse Erleichterungen gegenüber einem normalen Kredit

Also nein es geht nicht das Ganze Einkommen zum Abzahlen der Studentenschulden drauf.

Kommentar von ForTheAnimals ,

Natürlich nicht. Aber lustigerweise muss man ja auch Miete zahlen. und etwas essen und etwas zum anziehen haben, Auto/Öffis... Natürlich muss man nicht mit dem ganzen Gehalt für die Schulden zahlen.

Der durchschnittliche Absolvent kriegt nicht 50k€, also viel bleibt da nicht. Zu Mal es im Jahr viele unreguläre Ausgaben gibt wie Geburtstage/ Weihnachten und so weiter.

Und wenn ich 10€ im Monat zurücklege, dann sind das 120€ im Jahr. Dafür kriegst du keine Waschmaschine, geschweige denn, dass du eine Monatsmiete davon zahlen kannst. Also kannst du ja überlegen wie viele Jahre es dauert, bis du deine 2-3 Monatseinkommen gespart hast, wenn du mit 25-27 damit anfängst. Und auch nur, wenn vorher keine ungeplanten Ausgaben in den Weg kamen.

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