Frage von Stephanwaf, 62

15 Monate im Knast gewesen, Kind 15 Jahre, zähle jetzt wieder Unterhalt, kann Ex für die Zeit im Knast Unterhalt nachfordern?

Antwort
von DFgen, 5

Gibt es über den Unterhalt einen Titel, so muss der nicht gezahlte Unterhalt nachgezahlt werden, wenn er regelmäßig (einmal jährlich) angemahnt wird. Der ausstehende Unterhalt könnte dann ggf. auch gepfändet werden (Verjährung nach 30 Jahren).

Gibt es zwar keinen Unterhaltstitel, der Unterhalt wurde aber schriftlich eingefordert, verjähren diese Forderungen nach drei Jahren.

Laufende Unterhaltszahlungen haben aber generell Vorrang vor der Rückzahlung von Unterhaltsschulden.

Antwort
von AndiRat, 6


Man muss unterscheiden:

1. Wenn deine Ex einen Titel hat (Urteil, Mahnbescheid, ..) dann musst du das zahlen, was da drin steht. Da gibt es keinen anderen Weg. Auch mit einer Verbraucherinsolvenz kommt man zumindest für neuere Forderungen nicht mehr heraus. Du solltest versuchen eine Ratenzahlung zu vereinbaren.

2. Wenn es noch keinen Titel gibt, dann besteht nach § 1613 BGB auch ein Anspruch, wenn sie dich damals zur Zahlung aufgefordert hat. Dann ist es sinnvoll auch über die Höhe zu verhandeln. Vielleicht könnt ihr eine einvernehmliche Einigung finden, die du zahlen kannst, und die für deine Ex auch O.K. wäre. Vielleicht kann dir jemand helfen, zu vermitteln, der auch deine Ex kennt. Eine einvernehmliche Lösung ist meistens für alle Seiten die beste . Sonst zahlt ihr blos einen Haufen Geld für Anwälte und Gerichte und das Kind hat nichts davon.

Du kannst aber nicht mehr tun, als möglich ist. Das wird deine Ex auch einsehen.

Viellicht hilft dir dabei, dass es auch dein Kind ist. Und es ist wichtig, dass es gut versorgt ist und einen guten Start ins Leben hat.

Ich wünsche Dir alles Gute!

 



Antwort
von EstherNele, 5

Zu Zahlung von Unterhalt ist der Kindsvater dann verpflichtet, wenn er leistungsfähig ist.
Das bedeutet, wenn sein Einkommen über dem so genannten Selbstbehalt liegt. Wenn ein unterhaltsverpflichteter Vater allerdings Einkommen unterhalb dieser Summe hat, dann muss kein Unterhalt gezahlt werden. Dann kann dieser auch später nicht nachverlangt werden.

Das trifft nur zu, wenn der Kindsvater trotz finanzieller Leistungsfähigkeit und Unterhaltstitel nicht zahlt.

Bei Unterhaltsvorschuss ist das anders, der kann vom Jugendamt noch 30 Jahre lang zurückverlangt werden.

Antwort
von Menuett, 4

Wenn sie einen Titel hat, dann kann sie das oder der Unterhalt gefordert wurde.

Wenn man unverschuldet keinen Unterhalt zahlen kann, dann kann man den Titel abändern lassen.

Und unverschuldet ist hier nicht drin.

Antwort
von glaubeesnicht, 3

Ja, kann sie! Sie hatte ja in dieser Zeit auch Ausgaben für das Kind!

Kommentar von Nettozahler ,

ist doch auch ihr kind, ist sie etwa zu geizig, das zu versorgen?

Kommentar von glaubeesnicht ,

Ja und? Sie hat es ja versorgt! Aber er hat dieselbe Verantwortung, der er sich nicht so einfach entziehen kann. Warum soll denn die Mutter die ganzen Kosten tragen?

Kommentar von Nettozahler ,

warum nicht, wenn das kind bei ihr ist, hat sie doch auch dne ganzen spass?

Kommentar von Menuett ,

Und den ganzen Ärger und die ganze Arbeit.

Kommentar von EstherNele ,

@ Nettozahler

Wäre schön einfach, mit der Erklärung aus der Angelegenheit "Unterhalt" rauszukommen. Ist aber nicht.

Der Vater hat entsprechend der Altersstufe und seinem Einkommen Unterhalt zu entrichten, und wenn die Kindsmutter 10mal so viel verdient und den Unterhalt gar nicht nötig hätte.

Die Kindsmutter entrichtet ihren Unterhalt unbar - also nicht als Geldleistung - als Betreuungs-, Versorgungs-, Erziehungs- und Beherbergungsleistung.

Das ist die Sicht des Gesetzgebers.

Die Kindsmutter darf gar nicht freiwillig auf Kindesunterhalt verzichten.

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