Frage von alisamrna, 284

1/3 Weihnachtsgeld zurückzahlen?

Hallo,

ich habe im September eine Ausbildung angefangen, bei welcher ich jedoch schnell merkte, dass diese nicht zu mir passt. Auf jeden Fall habe ich für November 1/3 meines Gehalts als Weihnachtsgeld ausgezahlt bekommen. Gegen Anfang Dezember kündigte ich das Ausbildungsverhältnis fristlos, da ich noch in der Probezeit war. Da mein Arbeitgeber darüber ziemlich erbost ist, fordert er nun das ganze ausgezahlte Weihnachtsgeld zurück. Darf er das denn? Ich meine es ist ja kein doppeltes Gehalt, sondern nur der Anteil für die Monate die ich dort schon gearbeitet habe oder?
Danke schonmal für die Antwort.

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Arbeitsrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von dadamat, 25

Die Sonderzahlungen muss nur gezahlt werden, wenn du mindestens bis zum Ende des Jahres, oft sogar bis Ende März des Folgejahres bei der Firma beschäftigt bist.

Antwort
von petrapetra64, 33

Das steht meist so in den Vertraegen, dass Weihnachtsgeld zurueckgezahlt werden muss. Mindestens muss man bis Ende Dezember im Betrieb bleiben. Bei freiwilliger Kuendigung sogar bis Ende Maerz.

Ich habe mal befristet im oeffentlichen Dienst gearbeitet und es gab fuer mich das halbe Weihnachtsgeld, da ich erst im Juni angefangen hatte zu arbeiten. Mein Vertrag lief dann Ende Dezember aus, ich konnte aber bis Ende Maerz noch mal verlaengern. Ende Januar schied ich dann auf eigenen Wunsch aus, weil ich woanders eine feste Stelle bekommen hatte. Haette ich den Vertrag nicht verlaengert und waere Ende Dezember ausgeschieden, haette ich das Weihnachtsgeld behalten koennen, weil der Vertrag aufgelaufen war. Da ich aber dann gekuendigt habe vor Ende Maerz, musste ich es komplett zurueck zahlen. Fand ich damals sehr aergerlich.

Antwort
von Ontario, 16

Du musst das Weihnachtsgeld zurückzahlen. Dein Chef hat dir schon Weihnachtsgeld gezahlt, obwohl du erst kurz in der Firma gewesen bist. Weihnachtsgeld ist immer, wenn vertraglich nicht anders geregelt, eine freiwillige Zahlung des Arbeitgebers. Auch wenn du schon monatelang in der Frma gewesen bist, ist der Chef nicht verpflichtet, Weihnachtsgeld zu zahlen. Manche sind jahrelang in einer Firma beschäftigt und erhalten kein Weihnachtsgeld. Leider musst du in den sauren Apfel beissen und das gezahlte Weihnachtsgeld an deinen Chef zurückzahlen.

Antwort
von Sonnenstern811, 158

Zahlt ein Arbeitgeber Weihnachtsgeld, so setzt er damit voraus, dass das Beschäftigungsverhältnis weiter bestehen bleibt. Ich bin mir völlig sicher, er darf es zurückfordern, weiß jetzt aber nicht mehr genau, was der Stichtag im nächsten Jahr ist, wo er es nicht mehr zurückfordern kann. Denke mal, mindestens das 1. Quartal hättest du weiter dort beschäftigt sein müssen.

Außerdem war es schon recht anständig, dir trotz deines späten Eintritts, überhaupt einen Anteil zu zahlen. Vielfach gibt es im ersten, angebrochenen Jahr nämlich gar nichts.

Kommentar von alisamrna ,

Ja ich wusste das auch sehr zu schätzen und habe eigentlich kein Problem damit das Geld zurückzahlen. Ich wollte lediglich wissen ob das rechtlich erlaubt ist. Danke aber für deine Antwort! :)

Kommentar von Familiengerd ,

@ Sonnenstern811:

Ich bin mir völlig sicher, er darf es zurückfordern, weiß jetzt aber nicht mehr genau, was der Stichtag im nächsten Jahr ist, wo er es nicht mehr zurückfordern kann.

Du kannst Dir nur dann "völlig sicher" sein, wenn es zu den Modalitäten der Weihnachtsgeldzahlung und der Rückforderungsmöglichkeit vertragliche Regelungen (Arbeits-/Ausbildungsvertrag, Tarifvertrag) gibt.

Ohne solche vertragliche Regelungen kann der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld nicht zurück fordern!

Antwort
von Allexandra0809, 145

Das macht Dein Arbeitgeber sicher nicht, weil er erbost ist, sondern weil es eine ganz normale Reaktion ist. Sieh mal in Deinen Vertrag, ob da wegen des Weihnachtsgeldes etwas steht.

Bei den meisten Betrieben ist es so, dass Du das Weihnachtsgeld zurückzahlen musst, wenn Du bis zum 31.3. des nächsten Jahres kündigst.

Kommentar von alisamrna ,

In dem Vertag steht nichts von freiwilligen Vergütungen. Also in dem Feld ist nichts ausgefüllt.

Kommentar von Familiengerd ,

Wenn es keine vertragliche Regelung zum Weihnachtsgeld gibt und darüber, unter welchen Voraussetzungen der Arbeitgeber eine Rückzahlung verlangen kann, dann musst Du auch nichts zurück zahlen!

Antwort
von KillerKroete95, 166

Soweit ich das sehe müsstest du garnichts zurückzahlen. Das ist eine Leistung die der Arbeitgeber nicht zahlen muss

Kommentar von alisamrna ,

Genau das dachte ich mir eben auch..

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist eine Leistung die der Arbeitgeber nicht zahlen muss

Das alleine ist aber nicht entscheidend; entscheidend ist, ob es eine vertragliche Regelung zur möglichen Rückforderung gibt: fehlt sie, darf der Arbeitgeber nicht zurück fordern!

Kommentar von alisamrna ,

Okay danke :)!

Antwort
von Carlystern, 77

Das Geld für das du gearbeitet hast,  hast du bereits bekommen.  Weihnachtsgeld ist eine einmalige freiwillige Leistung des Arbeitgebers und ja er kann es zurück verlangen.  Sag mal sorry jetzt aber wie kann man nur ? Warum kundigst  du nur weil der Beruf nichts für dich ist!  Ja und da petzt man den Hintern zusammen und zieht es durch.  Man kann heutzutage froh sein wenn nan überhaupt was bekommt.  

Nach dieser Ausbildung hättest du immer noch eine andere machen können.  Man ist nicht gebunden an seine erste Ausbildung.  Ich selber habe auch eine gemacht wo ich nie wollte. Ja ich wurde einfach reingesteckt.  Jetzt mache ich ab Sommer eine von meinen traumausbildungen. Die Arbeitgeber sehen nicht gerne wenn man null Disziplin und Durchhaltevermögen hat.  Ich jedenfalls kann dein Arbeitgeber sehr gut verstehen.  Er hat jetzt die ganze Arbeit.  Glückwunsch! 

Kommentar von Elvirus ,

Lieber gleich etwas suchen,was einem gefällt, statt dass es am Ende noch auf Depressionen und Burnout hinaus läuft.....

Kommentar von Familiengerd ,

@ Carlystern:

Weihnachtsgeld ist eine einmalige freiwillige Leistung des Arbeitgebers und ja er kann es zurück verlangen.

Alleine die "Freiwilligkeit" einer Leistung wie Weihnachtsgeld schließt eine Verpflichtung nicht aus!

Und zurück fordern kann der Arbeitgeber die Leistung nur, wenn es zu den Modalitäten der Weihnachtsgeldzahlung und/oder der Rückforderungsmöglichkeit vertragliche Regelungen (Arbeits-/Ausbildungsvertrag, Tarifvertrag) gibt.

Ohne solche vertragliche Regelungen kann der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld nicht zurück fordern!

Antwort
von nonamestar, 117

Er darf es zurück fordern.

Du hast keinen Anspruch darauf - Weihnachtsgeld ist eine freiwillige Leistung.

Kommentar von KillerKroete95 ,

Richtig
Die aber bereits erbracht wurde.
Das ist wie als würde ich jemanden Geld schenken und dann wieder wegnehmen.

Kommentar von nonamestar ,

Das Weihnachtsgeld wurde als Gegenleistung zusätzlich zum Lohn gezahlt WEIL der Arbeitnehmer seine Arbeit leistet.

Das hier aber keine Arbeitsleistung (nicht einmal bis zum Jahresende) erbracht wird, entfällt das.

In der Regel muss Weihnachtsgeld zurück gezahlt werden wenn man vor dem 31.3. des Folgejahres kündigt.

Kommentar von Familiengerd ,

Das alles gilt nur unter der Voraussetzung einer entsprechend getroffenen Vereinbarung.

Außerdem kann Weihnachtsgeld gedacht sein als zusätzliche "Belohnung" für in der Vergangenheit erbrachte Leistung oder aber in Erwartung zukünftiger Treue!

Kommentar von nonamestar ,

Der Fall des BAG: Zum 30. Sep­tem­ber auf­grund Ei­genkündi­gung aus­ge­schie­de­ner Ar­beit­neh­mer ver­langt zeit­an­tei­li­ges Weih­nachts­geld

Im Streit­fall ging es um ei­ne "Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on", die der Ar­beit­ge­ber seit Jah­ren in Höhe ei­nes vol­len Ge­halts im No­vem­ber aus­zahl­te. Gemäß ei­nem seit Jah­ren in­halt­lich gleich­lau­ten­den Be­gleit­schrei­ben, in dem die "Richt­li­ni­en" für die Gra­ti­fi­ka­ti­on erläutert wur­den, stand die­se un­ter der Be­din­gung, dass das Ar­beits­verhält­nis am 31. De­zem­ber un­gekündigt war. Die­ses Be­gleit­schrei­ben bzw. die Aus­zah­lungs­richt­li­ni­en gehörte zu den AGB des Ar­beit­ge­bers.

Die Aus­zah­lungs­richt­li­ni­en sa­hen wei­ter ei­nen zeit­an­tei­li­gen An­spruch auf die Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on für die­je­ni­gen Ar­beit­neh­mer vor, die im Ver­lauf ei­nes Jah­res in das Un­ter­neh­men ein­tra­ten. Wer da­her z.B. am 01. März oder am 01. Ju­li an­ge­fan­gen hat­te, be­kam die Gra­ti­fi­ka­ti­on zeit­an­tei­lig.

Sch­ließlich stand die Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on un­ter der wei­te­ren Vor­aus­set­zung, dass es im Ver­lauf des Jah­res zu kei­nen "un­be­zahl­ten Ar­beits­be­frei­un­gen" kam. Vor die­sem Hin­ter­grund war an­zu­neh­men, dass die Gra­ti­fi­ka­ti­on Misch­cha­rak­ter hat­te, d.h. dass der Ar­beit­ge­ber mit ihr nicht nur die Be­triebs­treue bzw. den un­gekündig­ten Be­stand ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses am Jah­res­en­de ho­no­rie­ren woll­te, son­dern dass er auch die (vollständi­ge re­guläre) Ar­beits­leis­tung be­zah­len woll­te.

Ei­ner der Ar­beit­neh­mer kündig­te das Ar­beits­verhält­nis zu En­de Sep­tem­ber 2010 und ver­lang­te für die­ses Jahr 9/12 der Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on. Das Ar­beits­ge­richt Frank­furt am Main (Ur­teil vom 06.07.2011, 2 Ca 7935/10) und das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) wie­sen die Kla­ge ab (Hes­si­sches LAG, Ur­teil vom 19.04.2012, 7 Sa 1232/11).

http://www.hensche.de/Weihnachtsgeld_Kuendigung_Weihnachtsgeld_bei_Kuendigung_an...

Kommentar von Familiengerd ,

@ nonamestar:

Und was soll dieses ellenlange Zitat jetzt? Was willst Du damit beweisen??

Das hat mit der vorliegenden Frage überhaupt nichts zu tun! Im zitierten Fall wurde genau geregelt, unter welchen Voraussetzungen die Gratifikation gezahlt wird und gegebenenfalls vom Arbeitgeber zurück gefordert werden kann (blöd, wenn der Kläger trotz eindeutiger Rechtslage bis zum BAG "marschiert" und Geld zum Fenster hinaus schmeißt).

Diese Regelungsvoraussetzungen gibt es im Fragefall aber überhaupt nicht, sodass der Arbeitgeber auch nichts zurück fordern kann!

Kommentar von Familiengerd ,

Erstens hat das mit Freiwilligkeit nichts zu tun - und auch eine "freiwillige" Leistung kann vertraglich verpflichtend sein!

Zweitens kann eine Rückforderung grundsätzlich nur erhoben werden, wenn eine entsprechende Vereinbarung dazu getroffen worden ist!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community