Frage von NewYork1988, 5

10 Monate alter Hund aggressiv. Was tun?

Hallo!

Ich habe eine 10 Monate alte Amerikanische Bulldogge. Neuerdings wird er anderen Hunden gegenüber aggressiv. Allerdings nur Hunden, die bellen und beim Besitzer an der Leine zerren. Otis wird dann total wild und zieht und zerrt an der Leine. Ich habe ihn dann nicht mehr unter Kontrolle. Ich habe sämtliche Tricks versucht, sei es mit Leckerlis ablenken, Sitz machen lassen, dass er sich beruhigt und ich ihn besser unter Kontrolle hätte, nichts hilft. Der ist außer Kontrolle. Mein Mann meinte, wenn das vorkommt soll ich ihn runter drücken und mich drauf setzen. Bevor er mich auf die Straße zerrt. Das habe ich heute getan und durfte mir von einer 17 jährigem anhören, dass ich doch meinen Hund umbringe und das aller letzte wäre. Hätte Otis ihren Jack Russel auseinander genommen, wäre es auch nicht ok gewesen. Ich bin absolut ratlos und weiß nicht was ich tun soll. Wir erwarten im Dezember ein Baby und ich habe wirklich vor dem Tag Angst, an dem ich mit Kinderwagen in so eine Situation gelange. Ich bin mit den Nerven am Ende. Er ist so ein lieber Hund, nur dreht er bei aggressiven Hunden total durch. Weiß jemand einen Rat was ich noch versuchen könnte?

Antwort
von TygerLylly, 3

Erstmal: Bitte keinen Leinenruck (das kann Wirbel schädigen) in in Gottes Namen schmeiß dich nicht auf den Hund!!!

Ihr trefft oft andere Hund lese ich in einem Kommentar (ich habe aber nicht alles gelesen). Aus Erfahrung behaupte ich mal, dass es wie folgt abläuft: Wiese oder Wald, man begegnet sich, Hunde von der Leine lassen,die spielen fröhlich und alles ist glücklich.

Ich versuche mich kurz zu fassen... Hunde spielen nicht in dem Sinn wie wir es meinen. Sobald ein Hund den anderen jagt, zwickt oder anknurrt ist immer ein gewisses Maß an Ernst dahinter. Was sagen solche Situationen eurem Hund? Ihr geht als Rudel durch Revier und trefft auf ein fremdes Rudel (alles was nicht gemeinsam frisst und schläft ist rudelfremd). Nun ist es Aufgabe des Rudelführers die Verantwortung für sein Rudel zu übernehmen und den ersten Kontakt aufzunehmen um abzuchecken, ob die friedlich sind oder schreddern wollen. Du leinst deinen Hund ab, er nimmt den Erstkontakt auf. Die Hunde preschen aufeinander zu, einer weicht aus, rennt mal wieder in die andere Richtung, gegenseitiges Umkreisen.

Nun passiert das Gleiche ohne, dass der Hund abgeleint wird. Er hat keine Möglichkeit sich seitlich zu nähern oder die Flucht zu ergreifen. Also vorsichtshalber auf dicke Hose machen und demonstrieren, dass man sich besser nicht nähern sollte.

Du lässt deinem Hund keine andere Wahl. Dein Hund ist unsicher und überfordert (wenn ich bei den Umständen richtig liege). Man sollte niemals einen Hund auf andere zuballern lassen.

BTW: Ich habe das früher genau so gemacht, als ich es nicht besser wusste. Bin selbst Mutter und dieses Verhalten hat mit einem Baby rein garnichts zu tun. Mein Sohn (11 Monate) hat heute versucht, die Nase von einem meiner Hunde in den Mund zu nehmen. Als Antwort wurde ihm quer übers Gesicht geleckt. An der Leine benehmen die sich teilweise anderen Hunden gegenüber auch assi, wobei es schon deutlich besser geworden ist. Mein Sohn hat aber Narrenfreiheit bei denen.

Was du machen kannst: Triffst du Bekannte, lasst die Hunde (alle) an der Leine und lauft gemeinsam. Keinen Kontakt zulassen, möglichst Hunde außen laufen lassen und Zweibeiner innen. Nach fünf Minuten interessieren sich die Hunde i.d.R. nicht mehr füreinander und ihr könnt die Hunde kommentarlos ableinen (kein "Lauf" oder so). Jeden Ansatz von "Spielen" sofort unterbinden. Da ihr selbst scheinbar zwei Hunde habt wisst ihr, dass Rumgeraufe nicht vorkommt (falls doch fängt euer Problem schon hier an). Wenn du einem anderen Hund begegnest und ihr nur aneinander vorbeigeht, dann nehme deinen Hund immer auf die Seite weg vom anderen Hund. Dein Hund ist nicht aggressiv, sondern unsicher. Versuche nicht, deinen Hund mit Worten zu beruhigen. Bei Angst oder Unsicherheit funktioniert das leider nicht, denn es bestärkt den Hund in seinem Verhalten ("das machst du fein" und "alles ist gut, brauchst keine Angst haben" deutet er gleich). Ist er verfressen? Wenn ja kannst du ihn anfangs zur Hilfe mit Futter ablenken (für den Zweck sind Frolic dann auch mal ok). Bereite das am besten zu hause schon vor: Mach ein Geräusch, das es im Alltag nicht gibt (schnalz mit der Zunge oder so) und gib deinem Hund sofort ein Leckerchen. Immer wieder. Wie beim Clickertraining (nur ohne Clicker). Wenn euch dann ein Hund begnet und der Hund läuft links an dir vorbei, nimmst du die Leine in die linke Hand, führst sie hinter dir lang (Höhe Oberschenkel) und hast deinen Hund rechts. SOLLTE er nach vorne preschen setzt du ein Bein vor, stehst stabil und die Hebelwirkung holt dich nicht von den Beinen. Passiert aber nicht, da du gut vorbereitet bist, dein Leckerchen in der linken Faust hast und diese dem Hund geschlossen vor die Nase hälst und schnalzt (oder fiepst oder auf welches Geräusch auch immer du den Hund konditioniert hast). Dein Hund sabbert und leckt an deiner Hund. Wenn es klappt kannst du ihn auch am Leckerchen nagen lassen. Das machst du bei jeder Begegnung, bis das 1000%ig klappt. Dann machst du nur noch dein Geräusch, wenn der andere Hund vorbei ist geht deine Hand in die Tasche und zaubert ein Leckerchen hervor. Irgendwann ersetzt du Leckerchen durch ein verbales Lob und ein Kopftätscheln und Leckerchen gibt es nur noch jedes zweite, zehnte, zwanzigste.... Mal. Damit konditionierst du deinen Hund im Prinzip erstmal nur um (Hunde verhalten sich oft in Situationen auf eine Art und Weise, weil sie es einfach immer so machen, die denken nicht jedes Mal neu nach).

Kurzfassen hat leider nicht geklappt - sorry ;)

Antwort
von germangirl32, 3

Oft flippen Hunde nicht aus Aggressivität, sondern aus Angst aus. Versuch, deinen Hund so gut es geht zu beruhigen. Vielleicht kennst du jemanden, mit einem Hund, der die Ausraster bei deinem Hund hervor ruft, den du fragen kannst ob er mit dir trainniert. 

Haltet erst einen großen Abstand von einander. Dann verringert den Abstand. Jedes Mal, wenn dein Hund anfängt, an der Leine zu ziehen bleibt ihr stehen, bis sich die Situation beruhigt. 

Was sehr gut bei meinem Hund geklappt hat, als er früher immer an der Leine gezogen hat, ist, der Leine ein Stück nachzugeben und sofort ruckartig daran zu ziehen (bitte nicht zu feste :D). So wird dein Hund eher aufmerksam und vielleicht auch ein wenig verwirrt, was ihn von seinem eigentlichen Problem ablenkt. 

Kommentar von NewYork1988 ,

Glaub mir, den interessiert es absolut gar nicht, wenn ich an der Leine rucke. In meiner beschriebenen Situation merkt der nichtmal, wenn ich ihm (so hart es klingt) am Ohr ziehe. 

Kommentar von germangirl32 ,

Oke. Das kenn ich von meinem Hund wenn er frisst. 😂

Probier es einfach mal aus. Du musst es nur schaffen, deinen Hund zu überraschen, damit er für kurze Zeit abgelenkt ist. In der Zeit kannst du versuchen, ihn unter Kontrolle zu bekommen. Geht bei meinem mit einem Schnauzgriff (einfach die Hand mit etwas Druck um das Maul legen), jedoch solltest du das lieber lassen, falls dein Hund dazu neigt, zu beißen

Kommentar von NewYork1988 ,

Das mit dem Schnauzgriff versuch ich mal!  Ich hab ihm auch schon die Leine nochmal extra um die Hüfte gebunden, dass wenn er zieht, sie sich zusammen zieht. Hat 1 Mal geklappt, da war er verwundert. Beim 2. Mal dachte ich er zieht sich gleich in 2 Teile 🙄

Kommentar von germangirl32 ,

Oh. Das ist dann nicht so gut. Such dir einfach was zum überraschen. Vielleicht musst du auch zwischen verschiedenen sachen wechseln. Pass aber beim schnauzgriff auf die finger auf. Ich hab das glück, dass mein Hund nicht zugebissen hat. Hoffe, ich konnte dir helfen

Antwort
von Biba85, 3

Aus der ferne schwer zu beurteilen! kennt er andere hunde aus der welpenschule oder ähnliches? Wie ist sonst sein gehorsam? 

Beginnt er zu bellen, oder der andere? Dann wäre es zwar eine verteidigungshaltung um dich zu beschützen, aber das wäre auch so die rolle des höchsten im rudel, was ja eigentlich du sein solltest.. Er hat "gar nix zu melden" wenn du den anderen ignorierst.. Wenn du darauf anspringst, ist das natürlich auch für ihn das zeichen, dass es gleich rund geht..

Kommentar von Biba85 ,

Und auf ratschläge zur erziehung, von anderen leuten, mit einer knutschkugel geb ich herzlich wenig, da sie in den meisten fällen leider ihre hundeerfahrung aus dem fernsehen haben und 5kg an der leine eben leichter zu kontrollieren sind als 30 oder mehr.. Also wegen der, würd ich mir keinen kopf machen.. Sorry für die ehrlichkeit..

Kommentar von NewYork1988 ,

Ja er kennt andere Hunde. Er selbst ist Zweithund und wir treffen im Bekanntenkreis oft andere Hunde. 

Er hört normalerweise super. Er kommt sofort, wenn man ihn ruft, macht Sitz, Platz, Kunststückchen etc. 

Nein, er bellt gar nicht. Er geht sofort drauf los. Ich wüsste ehrlich gesagt nicht was passieren würde. Mit dem verteidigen habe ich mir auch schon so gedacht, aber er macht das auch bei meinem Mann.

Wie meinst du das, dass ich darauf anspringe? Ich nehme ihn natürlich immer kürzer, wenn uns Leute oder Hunde entgegenkommen. Schon rein aus Respekt den anderen gegenüber. Wie gesagt macht er das ja nicht bei jedem Hund. 

Kommentar von Biba85 ,

Naja, wer ist denn bei euch der rudelführer? ^^

Evtl sieht sich dein hund auch über deinem mann :)

Ich meine damit.. Ihr kommt einem anderen hund entgegen,,

Du wirst angespannt, denn es könnte gleich los gehen. Die leine spannt leicht,, der hund merkt, mami oder papa is verunsichert.. Und dann gibts party... 

Im schutzdienst machst du das sperren an der leine übrigens um zusätzlich noch beutetrieb aufzubauen..

Kann er platz? Also nicht irgendwo herumgammeln oder so sondern platz = liegen und ruhe

Versuch mal, wenn dir ein hund entgegenkommt, den hund abzulegen, du stellst dich neben ihn hin, leine leicht durchhängend, aber schon in der hand und sobald er zu fixieren beginnt, kommt von dir ein klares "Nein!"  Kann auch ruhig etwas strenger angesprochen werden wenn er blödsinn bauen will!

Kommentar von NewYork1988 ,

Am Wochenende ist eindeutig mein Mann Rudelführer, unter der Woche ich (geh ich zumindest davon aus). 

Ja er kann Platz. Auch so richtig. Normalerweise lasse ich ihn Sitz machen und lenke ihn mit einem Leckerli ab, wenn uns ein Hund entgegen kommt. Wenn wir stehen habe ich ihn besser unter Kontrolle als beim Vorbeilaufen. In 95% der Fälle klappt das auch, nur halt nicht wenn auf der anderen Seite ein Kläffer vorbei geht. 

Kommentar von Biba85 ,

"geh ichzumindest davon aus" ist gut :)

Wie reagiert er denn, wenn du ihm während er frisst die futterschüssel wegnimmst?

Wenn andere pöbeln ist schwer... Weiergehen, "NEIN" ignorieren.. Wenn er wieder zu dir schaut, loben und leckerchen stopfen.. Aber wie gesagt, auf entfernung sehr schwer bis unmöglich einen hund zu beurteilen..

Kommentar von NewYork1988 ,

Naja wieviele denken sie seien Rudelführer, aber sind es nicht?! Und wie stellt man das zu 100% fest? Weist du wie ich meine? Er macht ja was er soll....

Man glaubt es kaum, aber er hört auch auf das Kommando "Friss". Ich stell ihm die Schüssel hin, ihm läuft die Sabber und ich gebe das Kommando sobald er fressen darf. Wegnehmen kann ich die Schüssel auch. Wie gesagt, eigentlich ist er ein super lieber, ruhiger und gehorsamer Hund. Nur manchmal out of control 😩 Aber dann halt richtig unangenehm. 

Das Problem ist, dass er in dem Moment gar nicht auf die Idee kommt zu mir zu schauen geschweige denn mein "Nein" oder "Schluss" überhaupt mitbekommt. 

Kommentar von Biba85 ,

Upps.. Übersehen..

Naja friss is gut :)

Lass ihn mal fressen und sag nein, dass er aufhört :)

Sonst versuch mal stehen zu bleiben, wenn er zu dir guckt leckerchen.. Und dann machst du das auch mal wenn sich ein anderer nähert.. Is mühsam, aber das wird!

Nimm dir was tolles dafür mit, wenn er das macht, was er sonst nicht bekommt.. 

Dass er eben lernt, wenn ein anderer bellt, und ich an der leine bin, gibts bei mama echt tolle sachen!

Weisst du was ich meine?

Mach platz, nicht sitz bei begegnungen! 

Kommentar von NewYork1988 ,

Also soll ich ihn vlt gar nicht kurz nehmen oder am besten in der Stadt einfach nicht mehr "lang" lassen?! Sodass er eigentlich keine Situationsveränderung mitbekommt? Bzw glaubt es hätte sich nichts verändert....

Kommentar von Biba85 ,

Jap zum beispiel..

Lerne ihm, 

bin ich schlimm, is mama enttäuscht und dann gibts kein leckerchen.. Bin ich brav, gibts was.. Nur wenn er bei einem anderen hund zu dir kommt LOBEN und belohnen! Nicht erst suchen müssen wo das leckerchen ist..er muss lernen: bellen bringt nix.. Klappe halten und zu mama gehen is toll, bei mama gibts was tolles!

Bin mir sicher du schaffst das!


Ps: beim loben gibts kein schamgefühl! Zeig ihm dass es toll ist wie er sich verhält! Is doch egal was andere denken!

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