Viele haben schon viel geschrieben. Ich möchte nur ein paar grundsätzl. Dinge beleuchten:
Ein Kind hat nichts weiter als ganz banale Grundbedürfnisse. Das eine ist Nahrung. Daraus resultiert auch Dreck, der für das Kind nicht immer, aber häufig unangenehm ist und daher auch eine "Meldung" erzeugen kann. Leider hat ein kleines Baby noch keine differenzierte Sprache zur Verfügung. Aber es ist auf jeden Fall so, dass ein Baby keine Absichten GEGEN Mutter, Vater, Eltern hat. Es hat keine "Hintergedanken" und es ist nicht "egoistisch". Sondern es ist vollkommen auf Hilfe von außen angewiesen, weil es sich selbst keinen Zugang zu Nahrungsquellen verschaffen kann, weil es nicht in der Lage ist, gewisse Bedürfnisse so zu erledigen, dass es nachher nicht im Dreck liegt usw. Also müssen diese Bedürfnisse umgehend befriedigt werden!
Werden diese Bedürfnisse nicht befriedigt, dann bedeutet das für das Baby eine unmittelbare Bedrohung der Überlebenschancen! Aus Sicht des vollkommen auf Hilfe von außen angewiesenen Babies ist es nichts weiter als genau das: Lebensbedrohung. Weil es für das Baby auch noch keinen Zukunftsbegriff gibt. Es gibt kein: "Es dauert nur 5 Minuten!" Sondern diese 5 Minuten sind eine Ewigkeit, weil das Ende des Mangels definitiv nicht absehbar ist!
Ein konstruktiver Zukunftsbegriff entsteht nur, indem das Baby Vertrauen in die Umwelt und in die Bedürfnisbefriedigung gewinnt! Alles andere ist Traumatisierung und erzeugt neurotische Spätfolgen! – Leider ist diese ganze verdammte Gesellschaft sich gar nicht darüber im Klaren, wie sehr sie durch verschiedenste neurotische Verhaltensmuster beeinträchtigt ist und auch noch darin verharrt, all die damit vorhandenen Blockaden zu zementieren durch gesellschaftliche Gepflogenheiten und sogar durch Gesetze!
Ein freies Kind besitzt Vertrauen da hinein, dass das Überleben nicht gefährdet ist! Und dieses Vertrauen muss erst entstehen! Und es muss FÜHLEN, dass diese Vertrauen auch berechtigt ist! Also lass das Kind niemals länger schreien, um dem Kind möglichst früh klar zu machen, dass es doch gar nicht vergessen werde, aber eben auch nicht stets die erste Geige spielen dürfe. Das wäre falsch, falsch, falsch. Und wenn Dir das gelingt, dann ist es auch nicht traumatisierend für das Kind, wenn Du dann mal mit Durchfall auf der Toilette festgehalten wirst… Ein Telefonat, ein Plausch mit der Nachbarin oder oder… sind aber niemals so wichtig, wie das Bedürfnis des Kindes!
Und nun noch ein ganz wichtiges Bedürfnis: Das nach NÄHE. Nähe bedeutet für das Kind Sicherheit. Und wenn es schreit, dann hat es nicht gleich ein körperliches Bedürfnis, sondern hat manchmal einfach Angst, dass es allein sei. Alleinsein aber ist (siehe oben) eine Lebensbedrohung. Diese Lebensbedrohung muss also ebenfall unmittelbar aufgehoben werden. Manchmal also schreit das Baby nach Rückversicherung in seine kleine Welt hinein. Oft hört ein Baby unmittelbar auf zu schreien, wenn Mutter oder Vater es ganz nah an sich nehmen, weil es dann weiß, dass es in seiner vertrauten Umgebung aufgehoben und sicher ist. Aber auch hier gilt: Die Vertrautheit muss auch tatsächlich passen. Hat die Mutter gerade aus irgendwelchen Gründen ein starkes Parfüm aufgetragen und riecht deshalb fremdartig, dann kann das Kind ggf. die engste Vertrauensperson gar nicht zuordnen: Es stellt sich nicht das Gefühl der Sicherheit ein. Wenn die Oma gerade in der Nähe ist und das Kind halten möchte, aber das Kind wird dann nicht ruhig, dann muss man das Kind nicht dazu zwingen, die Oma auszuhalten – das Kind lehnt nicht die Oma persönlich ab, sondern kann nur die notwendige Vertrautheit nicht finden.
Genug soweit zu den Grundbedürfnissen.
Daumen hoch!