Frage von NagasakiGG, 63

1 Jahr studieren dann Ausbildung?

Hallo,

Ich werde nächstes Jahr mein Abitur (mit aller Wahrscheinlichkeit) in der Tasche haben. Jedoch wollte ich nicht direkt in eine Ausbildung gehen, sondern erst 1 Jahr an der FH die Richtung die ich machen will Erfahrungen sammeln. Denkt ihr das kommt im Lebenslauf gut an? Oder kommt das für den Arbeitgeber eher an, "Der junge hat versagt" oder "Der wollte nur 1 Jahr chillen"?
Natürlich werde ich mich jetzt nicht irgendwo in Germanistik, Erziehung oder was weiß ich einschreiben(Ein auf Hauptsache irgendwas), sondern schon in Richtung Informatik, da ich da im Bereich später meine Ausbildung machen möchte.

Mit freundlichem Gruß  

Antwort
von oelbart, 11

Es gibt auch unter Personalern unterschiedliche Typen. Beispielsweise kenne ich einen, der die vielgelobten Auslandserfahrungen, die Abiturienten gern machen (ein soziales Jahr irgendwo in Afrika) für einen riesigen Nachteil hält. (Weil er den Leuten unterstellt, nicht zu wissen was sie wollen, und außerdem sagt, dass man mit solchen Aktionen - solange man noch nicht qualifiziert helfen kann - nur den Einheimischen die Arbeit wegnimmt, um sich selbst besser zu fühlen)

Es kann also durchaus sein, dass Du auf jemanden triffst, der Deine Argumentation nachvollziehen kann. Man könnte auch vermuten, dass Du entweder dem Studium nicht gewachsen warst oder aber grundsätzlich gern Sachen anfängst, ohne sie zu Ende zu führen.

Der erste Punkt ist in der Informatik vermutlich gar kein KO-Kriterium: Meiner Erfahrung nach brechen ziemlich viele das Studium ab und m.W. sind die meisten davon später in einer Ausbidlung untergekommen. Je nach dem, wann Eure Prüfungen sind (und wann Du Deine Bewerbungen schreiben willst) kannst Du diesen Verdacht vielleicht auch mit den Leistungen entkräften.

Der zweite Verdacht wiegt da schon schwerer, und wie man dem begegnen kann...weiß ich nicht. Vielleicht ist es besser, möglichst frühzeitig mit den Firmen in Kontakt zu treten, um klarzumachen, dass Dein Vorgehen geplant ist und Du nicht aus dem fahrenden Zug springst. Dazu müsstest Du das aber schon VOR der Vorlesungszeit machen, ansonsten könnte es wirken, dass Du schon nach der ersten Vorlesungswoche das Handtuch wirfst...

Du könntest auch mal gucken, ob es so etwas wie ein "Studium generale"/"General Studies" oder so gibt. Manche Universitäten bieten das mittlerweile an, dass man für ein oder zwei Semester komplett frei (oder frei mit gewissen Vorgaben) gucken kann, was einem so an Vorlesungen gefällt. Das wirkt dann schon eher wie "der hat sich informiert", außerdem könntest Du auch noch in ein paar andere Bereiche reinschnuppern um zu sehen, ob das nicht vielleicht sogar noch geeigneter wäre (oder zumindest, um rauszufinden, in welche Richtung der Informatik Du gehen willst, zb Endanwendersoftware, Technische Informatik, Systeme, Anwendungsentwicklung,...)

Antwort
von valvaris, 40

Ich hab genau das gemacht. Und wenn du im Bewerbungsgespräch vermitteln kannst, dass das Jahr nicht nur chillen, sondern ernsthafte Horizonterweiterung war, dann heißen es manche Arbeitgeber sogar gut, wenn man weiß, was man will und es dann auch tut.

Mir wurde gesagt, dass es nicht schlimm wäre, ein Studium abzubrechen, die Kenntnisse hat man trotzdem und wenn man realisiert, dass es nicht zuende durchgezogen wird, dann "verschwendet" man keine Zeit.

Alles ne Sache der Begründung.

Kommentar von NagasakiGG ,

Ich kann ja schon programmieren, habe auch ein großes Interesse bzw große Kenntnisse im Bereich der IT, also sollte es nicht sehr utopisch klingen, wenn ich meinen zuk. Arbeitgeber das vermitteln möchte :)

Danke für deine rasche Antwort!

Kommentar von valvaris ,

Oh vorsicht mit deiner Formulierung. "große Kenntnisse" in der IT hat heutzutage jeder jugendliche, der paar Rechner gebaut hat und mal 3-4 Jahre programmiert.

Ich hab auf einer Ausbildungsmesse voller Zuversicht mal mit einem Personalchef gesprochen, aber der hat mir fragen gestellt, die statt aus der IT auch hätten aus dem Chinesisch-Lignuistischen Bereich hätten stammen können. Und das lag nicht an der Worten, die er benutzt hat, sondern an der Technik die er damit beschrieben hat.

Bleib bescheiden und sag offen, dass du deinen Horizont mit dem Studium noch etwas erweitern möchtest, um dich auf die Ausbildung vorzubereiten, das ist ein legitimer Grund und klingt auch nicht nach faullenzen.

Antwort
von Petrasilie, 20

Erfahrung sammeln kannst du an der FH wahrscheinlich weniger als irgenwo draußen, meist werden die FSJ-ler als "lebenstauglicher" angesehen. Du könntest also ein BFD oder ein FSJ machen. Da gibts dann auch ein bisschen Geld und du bekommst weiterhin Kindergeld und kannst in die Arbeitswelt hineinschnuppern. Aber Möglichkeiten gibt es noch mehr. http://www.ef.de/nach-dem-abi/moeglichkeiten/ten/

Antwort
von DerHans, 37

Dann hast du jedenfalls ein "abgebrochenes Studium" in deiner Vita.

Gut sieht das auf keinen Fall aus.

Kommentar von valvaris ,

Doch klar.

Klingt jetzt etwas sarkastisch, ist aber durchaus ernst gemeint: Warum sollte es nicht gut aussehn, wenn man Kenntnisse aus einem Studium aufgeschnappt hat, aber nicht so hoch bezahlt werden muss wie ein fertig studierter ?

Kommentar von DerHans ,

Wer bereits im Vorfeld die Absicht zeigt, dass er gar nicht zu Ende studieren will, nimmt einem anderen den TEUREN Studienplatz weg.

Es bleibt bei einem Arbeitgeber der Eindruck, dass er sich noch ein Jahr einen "faulen Lenz" machen wollte.

Zumal die beiden ersten Semester (leider) dazu dienen, schulische Defizite auszugleichen.

Kommentar von oelbart ,

Das kommt halt ganz drauf an, wie die Prüfungen in diesem Jahr gelaufen sind. Wenn jemand die versemmelt oder gar nicht erst mitgeschrieben hat, würde ich als Personaler erstmal nicht davon ausgehen, dass derjenige sonderlich viel von den "Kenntnissen aus dem Studium aufgeschnappt hat".
Wenn jemand mit guten Noten abbricht, wäre das ganze natürlich etwas glaubwürdiger. Trotzdem wäre ich eventuell vorsichtig mit der Einstellung, da ich befürchten würde, dass er auch die Ausbildung an den Nagel hängt, wenn ihm wieder was besseres einfällt.

Es gibt da aber natürlich ganz unterschiedliche Typen von Menschen und Personalverantwortlichen.

Kommentar von DerHans ,

Es muss ihm nicht unbedingt "etwas besseres" einfallen. Ich würde davon ausgehen, dass ihm noch öfter "etwas anderes" einfällt.

Expertenantwort
von judgehotfudge, Community-Experte für Ausbildung, 10

Hallo NagasakiGG,

ich habe nicht verstanden, warum Du nicht direkt nach dem Schulabschluss mit der Ausbildung anfangen willst.

Kommentar von NagasakiGG ,

Hallo,

Ich fühle mich irgendwie noch nicht bereit dafür, und möchte doch lieber noch 1 Jahr an der Theorie teilnehmen und an der Praxis schnuppern. (Deshalb FH und nicht Uni)

Kommentar von judgehotfudge ,

Um an der Praxis zu schnuppern, wäre wohl ein Praktikum besser geeignet.

Kommentar von oelbart ,

Ich kenne persönlich keine FH, bei der man schon zu Beginn "an der Praxis schnuppert". Bei uns kam die erste Praxisphase nach dem vierten Fachsemester...

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