Frage von SalvaBustamante, 81

1 Jähriger Rüde kann nicht mit Kindern umgehen und fixiert sie auf der Straße, wie kann ich ihm den Umgang beibringen?

Hallöchen Leute :) Mein Dobi Rüde ist mittlerweile 1 Jahr alt und bringt stattliche 40kg auf die Wage. Er ist also ein ziemliches Koloss und bringt sehr, sehr viel Kraft und Größe mit sich. Schon mit 3 Monaten wurde er mit meinem Neffen konfrontiert, der damals gerade knapp 4 Jahre alt war und hat damals das welpentypische zwicken ausgeübt. Ich konnte ihm die Beißhemmung relativ schnell angewöhnen allerdings hat er nur selten mit meinem Neffen zu tun gehabt. Die kinder der Nachbarschaft finden ihn sehr interessant und haben vorher auch immer mit unseren Staffs gespielt, die sehr sanft und vorsichtig im Umgang mit Kindern waren (sind ja auch schon viel älter). Meinem Dobi aber kann ich das verhalten mit Kindern nicht an den Nachbars Kindern üben lassen. :D Heute wollte wieder einer Ball mit ihm spielen und obwohl er so Ballfixiert ist, wollte er ständig auf den Jungen los (so 6 Jahre alt) und wollte sogar zwicken. Ich habe ihm verdeutlicht das er Abstand zu halten hat doch er war dennoch die ganze Zeit aufgebracht und hatte bloß das kind im Auge. Auch auf der Straße fixiert er Kinder sofort und würde am Liebsten in die Leine rennen. Ich würde natürlich am Liebsten, dass er mit Kindern spielen kann aber das ist absolut kein Muss. Wichtiger ist mir, dass er lernt, nicht auf sie zu zu rennen. (selbst wenn sie bloß stehen, nicht einmal wenn sie weglaufen oder ähnliches, sie müssen nur anwesend sein). Wie habt ihr euren Hunden das beigebracht? Ich kann das auch nur mit ihm üben, wenn uns mal Kinder über den Weg laufen. Korrigieren? Ablenken? Das ganze so handhaben, wie wenn fremde Hunde an uns vorbei laufen? Ich befürchte, dass er ohne Leine trotzdem auf sie los gehen würde. (er läuft nirgends ohne Leine, sprich parks etc. Es geht darum dass er es einfach nicht tut, nicht darum dass ich ihn auf nem Spielplatz loslassen will) Er muss nicht mit Kindern klar kommen aber ich möchte ihm beibringen, nicht zwangsläufig auf sie los zu gehen. Es ist ja bekannt, das Kinder einfach anders sind, als Erwachsene. Mit Hunden und Erwachsenen kommt er gut klar und zeigt auch keine Eigenarten, auch wenn er sich von Fremden nur ungern anfassen lässt (muss er auch nicht) Ich freue mich auf freundliche Antworten :) Lg

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von brandon, 42

Das ist kein kleines Problem deshalb solltest Du, bevor es zu einem Unglück kommt, Dir Hilfe von einem guten Hundetrainer holen.

Ich bin froh das Du dieses Problem nicht auf die leichte Schulter nimmst.

 Zu oft lese ich hier derart kinderfeindliche Äußerungen das mir manchmal die Luft wegbleibt. Manche Hundehalter vertreten eher die Meinung das Eltern mit Kindern die Strassenseite wechseln sollen damit sich ihr Hund nicht belästigt fühlt.

Schön das Du da verantwortungsvoller denkst.

Danke dafür 🌷

Kommentar von SalvaBustamante ,

Also ich habe für eine so freundliche Antwort zu danken :) Und nein, keines wegs, ich bin mir völlig bewusst dass das zu einem großen Problem werden kann. Mit meinem Neffen spielt er, wenn sie sich sehen und im Garten sind, inzwischen sehr ruhig aber ich passe immer absolut aufmerksam auf weil es immer noch ein Tier ist und Kinder sich nunmal auch unerwarteter bewegen und verhalten. Ich denke ich ziehe sehr bald einen Trainer zu rat :) Danke

Kommentar von brandon ,

Gerne.

Kommentar von brandon ,

Vielen Dank für die gute Bewertung.🌷

Antwort
von Giustolisi, 31

Zuerst, hab keine zu hohen Erwartungen. Erwarte nicht, dass daraus ein absolut unproblematischer Hund wird. Das ist zwar möglich, aber rechne nicht damit. Rechne nicht damit, dass du den Hund unbesorgt mit Kindern spielen lassen können wirst.

Wie du vorgehen solltest, ist von Hund zu Hund verschieden.

Wichtig ist erst mal, dass der Hund nicht unerlaubt auf andere Leute zugehen sollte. Das kann man mit Familienmitgliedern und Bekannten ganz gut trainieren. Fuß bedeutet Fuß, auch wenn sich jemand nähert. Dabei geht es darum, dem Hund eine Alternative zu seiner bisherigen Handlungsweise zu bieten. Neben dir sitzen ist gut, wird belohnt und wird mit der Zeit automatisch gemacht, wenn Hund selbst nicht weiter weiß. Hund lernt so, das du nicht nur alle potenziellen Bedrohungen fern hältst und Probleme meisterst, erwünschtes Verhalten wird außerdem belohnt.

Disziplin, Korrektur und Ablenkung greifen da ineinander. Ist der Hund ballfixiert, bring ihm bei, dass der Ball erstens erst dann geworfen wird wenn er ruhig neben dir sitzt und  er erst auf Kommando los rennen darf, um den Ball zu holen. Traíning mit Futterdummys ist dabei auch sehr hilfreich. Es geht darum, dass der Hund lernt, den Impuls "auf das Objekt der Begierde zuzurennen" zu kontrollieren lernt. Das lässt sich bei verschiedensten Gelegenheiten trainieren und auch während dem Spaziergang immer wieder festigen auch ohne den Reizauslöser. Wirf zum Beispiel ein Leckerli und lass den Hund erst rennen, wenn das Kommando kommt, das du ausgesucht hast. Das nennt man Impulskontrolle. Das kann man auch kann dem Ball machen, dein Hund scheint ja darauf abzufahren. Später wird der Ball raus geholt wenn sich ein Kind nähert. Bleibt der Hund bei dir und beherrscht sich, bekommt er den Ball, hat also Erfolg durch erwünschtes Verhalten. Das geht bgei konsequentem Training soweit. dass der Hund ganz ohne Kommando in der entsprechenden Situation das gwünschte Verhalten zeigt, auch wenn es nicht jedes mal belohnt wird.

Kommentar von Berni74 ,

Wirf zum Beispiel ein Leckerli und lass den Hund erst rennen, wenn das Kommando kommt, das du ausgesucht hast.

Ich würde da noch etwas ergänzen - es macht sich immer gut, wenn der Hund nicht nur auf das Kommando warten, sondern idealerweise den Hundeführer dabei auch anschauen muß. So kannst Du sicher sein, daß er mit seinen Gedanken wirklich "bei Dir" ist.

Kommentar von Giustolisi ,

Mich muss mein Hund erst anschauen, also quasi fragen, bevor ich das Kommando OK gebe, das einfach nur das vorherige Kommando auflöst. Ich trainiere sowas immer wieder, man kann es ja auch gut in jeden Spaziergang einbauen, der so für mensch und Hund mehr Abwechslung bietet.

Kommentar von SalvaBustamante ,

Hey, zunächst einmal Danke für eine weitere freundliche Antwort :) Ich erwarte keineswegs das ich ihn einfach mit Kindern spielen lassen kann. Das muss er absolut nicht können ich möchte wirklich das er aufhört derart zu fixieren. Ich werde das Training auf jeden Fall erweitern und mir vermutlich auch einen Trainer dazu holen. Ich möchte ja möglichst alles richtig machen :) Danke 

Kommentar von Giustolisi ,

Die Frage ist ja, warum der Hund das macht. Klar kannst du den Hund nicht einfach auf die Kinder los lassen und schauen, was passiert. Geh zu einem Hundetrainer und lass den das mal anschauen. Die Ursache zu finden, ist oft schon ein Teil der Lösung. Gute Hundetrainer haben übrigens nicht viele Hunde gleichzeitig auf dem Platz, verwenden keine Würgehalsbänder und andere Foltermethoden, bilden sich regelmäßig weiter, machen auch Einzelstunden und Hausbesuche und sie hören dir zu, wenn du  deine Probleme schilderst. 

Antwort
von Liberty66, 13

Vielleicht könnte man einen Versuch machen, den Hund zum Thema Kinder zu "desensibilieren", indem man ihn möglichst häufig an Kindern vorbeiführt oder vor einer Grundschule auf Platz legt und er dort lernen muss, ruhig liegen zu bleiben, während die Kinder an ihm vorbeigehen oder aus der Schule stürmen. Natürlich müssen Sie darauf achten, dass Ihr Hund geschützt liegt und die Kinder nicht einfach unbedacht auf den Hund zugehen können, um ihn zu streicheln. Der Kontakt mit Kindern will geübt werden, aber natürlich mit Vorsicht und Sicherheitsvorkehrungen, die verhindern, dass er an ein Kind herankommt - oder umgekehrt. So kann er über einen häufigen Kontakt mit Kindern lernen, dass Kinder nichts ungewöhnliches oder bedrohliches sind. Eventuell wäre es auch hilfreich, dabei zu trainieren oder in der Nähe eines Spielplatzes den Hund einen Futterbeutel apportieren zu lassen oder mit einem anderen Spiel zu beschäftigen, der ihn von den Kindern ablenkt und seine Aufmerksamkeit dorthin lenkt, so dass er sich nach und nach einfach nicht mehr für Kinder interessiert, weil Sie und Ihr Spiel "spannender" sind.

Antwort
von Nadja2206, 16

Hallo, 

Ich hatte früher ein ähnliches Problem, wir haben einen Boxer Rüden und er ist zu Beginn auch sehr kritisch gegenüber Kindern gewesen und hat sie fixiert. Wir haben uns dann dazu entschieden eine Hundschule aufzusuchen, dort haben wir gelernt, dass du den Hund sofort disziplinieren musst und nicht erst warten. Eine gute Methode ist zum Beispiel ihm kurz in die Seite zu zwicken, damit er seine Afumerksamkeit auf dich richtet. Ein weiterer Tipp: Üben Üben Üben! Wir haben viel trainiert mit einem der Nachbarskinder. Bzw. wir haben geübt immer und immer wieder an dem Nachbarskind vorbei zu laufen, jedes mal wenn unser Hund eine Reaktion auf das Kind gezeigt hat, haben wir ihn diszipliniert und dann ging das ganze wieder von vorne los. Dazu gehört natürlich viel Geduld, aber mit viel Übung und Konsequenz wird alles bestimmt gut laufen. Ich drücke Dir die Daumen !

Antwort
von Thomas414, 37

Geh zu einem guten Hundetrainer, wir können hier nicht wirklich gute Antworten geben, wenn wir nicht dabei sind, wenn er dieses Verhalten zeigt. 

Besonders mit Kindern könnte das ganz schnell böse enden. Also bitte kein falscher Stolz und geh zu einem guten Hundetrainer.

Kommentar von SalvaBustamante ,

Was heißt denn bitte falscher Stolz. Ich habe bloß nach Rat gefragt und ersteres ist einer, dafür danke ich erst einmal. 

Kommentar von Thomas414 ,

Wollte dir jetzt nichts unterstellen, aber es gibt ja viele die sich beleidigt fühlen, oder denken dass sie irgendwie als Besitzer versagt haben, wenn man ihnen sagt dass sie besser einen Hundetrainer zur Hilfe holen sollten.

Kommentar von SalvaBustamante ,

Ach quatsch, nein ist ja völlig verständlich was du geschrieben hast :) Ich wollte nur mal wissen wie so eure Erfahrungen sind, ich hole auf jeden Fall einen Trainer dazu. Falscher Stolz wird mir spätestens dann nichts mehr bringen, wenn wirklich mal etwas passiert

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