Frage von KatyPerryLover, 94

1% der Weltbevölkerung hat mehr Geld als alle anderen, was ist wenn man deren Geld gerecht aufteilen würde?

Würde die Wirtschaft dann komplett zusammenbrechen?Denn wieso sollten Leute die für Hungerslohne arbeiten, noch weiter machen mit der selben bezahlung? Was denkt ihr?

http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-01/oxfam-armutsbericht-ein-prozent-der-weltbe...

Antwort
von Interesierter, 17

Die Wirtschaft würde zusammenbrechen. Dafür gibt es 4 Hauptgründe: 

1. Es handelt sich hier um "Vermögen" und nicht um Geld. Vermögen sind auch Immobilien, Aktien etc., eben alles, was einen Wert hat. Prinzipiell ist es so, dass reiche Menschen weniger zum Konsum und mehr zur Investition tendieren. Würden wir also den Reichen ihr Vermögen wegnehmen und es gleichmässig über die Bevölkerung verteilen, würden die Investitionen schlagartig einbrechen, während der Konsum schlagartig zunimmt. 

Damit kommen wir zu: 

2. Erhöhen wir die Kaufkraft der breiten Masse, steigt der Konsum und die Investitionen sinken. Löhne steigen, Preise steigen, Inflation macht sich breit. 

Damit kommen wir zu: 

3. Steigende Preise und hohe Inflation machen die Einkommenszuwächse sehr schnell zunichte und die breite Masse hat wiederum nichts gewonnen. 

Kommen wir wieder an den Anfang mit:

4. Als Ergebnis haben wir keine Investitionen, hohe Löhne und hohe Preise. Zunächst werden sich Einzelne, dann immer mehr Leute, die hohen Preise nicht mehr leisten können. Je mehr Leute, sich die hohen Preise nicht mehr leisten können, umso mehr Arme bekommen wir wieder. Je mehr Arme wir haben, umso geringer wird die Kaufkraft, wodurch die Arbeitsplätze wegbrechen und noch viel mehr Leute ihre Existenzgrundlage verlieren. 

Die Ungleichverteilung von Vermögen ist in der heutigen Zeit, zumindest in Deutschland überhaupt kein Problem mehr. Die Zinsen bewegen sich in etwa auf Höhe der Inflation. Folglich lässt sich mit Kapital alleine eigentlich kein Geld mehr verdienen. Dies ist nur über Investitionen möglich. Investitionen müssen sich aber irgendwie lohnen, sonst werden sie nicht getätigt. Durch Investitionen entstehen Arbeitsplätze und werden Güter auf die Märkte gebracht. Das hält wiederum die Wirtschaft in Schwung, was vor allem den kleinen Einkommensempfängern, die darauf angewiesen sind, zugute kommt. 

In jedem marktwirtschaftlichen System sind Einkommens- und Vermögensunterschiede normal. Man sollte von Ungleichheit auch nicht immer gleich auf Ungerechtigkeit schliessen. 

Um es einfach auszudrücken: Wenn ich 3000 € im Monat habe und damit auskomme, was kratzt es mich dann, ob mein Nachbar nichts oder 10 Millionen auf der Bank liegen hat?

Antwort
von berkersheim, 16

Nun schau mal hin - steht auch im Beitrag - wer Autor dieser Horrorzahlen ist! Es ist die britische Wohlfahrtsorganisation Oxfam. Nun frag mal den Vatikan, ob es in der Hölle kühl und lustig ist? Um es offen zu sagen, diese geschätzten Zahlen kann man vergessen. Sie sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind. In Griechenland gibt es z.B. kein Kataster, d.h. da ist gar nicht erfasst, welche Immobilienwerte etliche besitzen. Wenn das auf den Kopf der Griechen mit Null gerechnet wird, haben wir viele Arme, von denen alle nicht bewertetes Land, Häuser und Wirtschaftsimmobilien (Ferienwohnungen, kleine Hotels) besitzen. Mit Indien sieht es noch schlimmer aus. Was von den Ländereien ist dort erfasst z.B. ähnlich wie bei uns. Welche illegalen Lederfabriken werden als Produktionswerte geführt? Und erst Afrika! Wie bewertet man eine Dorfgemeinschaft, die trotz alledem ihr Leben gut im Griff haben? Und Fabriken wie VW, Opel, BMW oder Mercedes, willst Du die abreißen und den Armen in Indien verteilen? Indien ist ein 1.300 Millionen Volk, wir haben 80 Millionen. Wollen wir denen vorschreiben, wie sie ihre Wirtschaft organisieren sollen? Da machen ja noch nicht mal die Griechen mit. Was lassen die sich denn sagen, obwohl sie seit Jahren Milliarden bekommen?

Antwort
von voayager, 11

Ja, dann ging es eben der Bevölkerung so richtig gut, ein Art kleiner Garten Eden entstünde. Dabei wäre es allerdings nicht sinnvoll, das gesamte Geld nur weiterzureichen, sondern ein Teil ist für Gesundheit, Bildung und sonstige Sozialaufgaben zu verwenden.

Antwort
von Goodnight, 40

Das dauerte keine Stunde bis es wieder Leute mit viel und andere mit wenig Geld gäbe.

Antwort
von Heinrich45, 41

Ja, viel zu utopisch dieser Gedanke. Manchmal ist Gerechtigkeit eben Ungerecht. Aber auch wenn das mit 1% so ungerecht und kapitalistisch klingt. Wir, als deutsche, gehören auch zu den obersten 10%. Diese 1% zahlen außerdem die meisten Steuern. Wenn diese wegfallen würden, würden zuerst die Industrienationen den Bach runter gehen, und anschliessend die ärmeren Länder, die ja wirtschaftlich abhängig sind.

Antwort
von SoDoge, 31

Das würde nichts nutzen. Die einen hätten wieder z.B. tolle Produktideen (die andere nicht haben) und würden von haufenweise Leuten Geld bekommen und wären direkt wider reicher....das wäre im Handumdrehen genauso wie vorher.

Antwort
von paranomaly, 27

2014 hieß es einmal dass bald 1 % der Bevölkerung mehr Geld haben werden als der Rest. Wer viel Geld hat hat Macht.

Das kam letztes Jahr als gutes Beispiel mal in einer der Dokus auf N24 oder n-tv.

Dort kam es am Beispiel des Wahlkampfes in den USA. Die Kandidaten werden von Firmen gesponsert, von sehr reichen Firmen. Je mehr Geld eine Firma hatte um so mehr konnte er für seinen Kandidaten werden. Somit bestimmt die Menge an Geld auch den Wahlkampf, wer gewinnt.

Dieses 1 % besteht aus Banken, Politiker und den Reichen. Sie bestimmen auch das Weltgeschehen. Man müsste schon ihnen ihren Reichtum weg nehmen.

Der Rest hat die Wahl entweder er arbeitet für einen Hungerlohn und bekommt ein bisschen was oder gar nichts.

Kommentar von lesterb42 ,

Es gibt Abhängigkeiten zwischen "arm" und reich. In Deutschland leben wir in einer Zugewinngemeinschaft von Kapital und Arbeit und das ist gut so.

Antwort
von Nollendorf, 3

Der Kapitalismus ist darauf aufgebaut. Siehe: Core-Periphery Dependency Theory

Antwort
von Stkuber, 13

Das wäre Kommunismus.
Kommunismus hat aber noch nie geklappt.

Außerdem kannst du den reichen dass Geld nicht wegnehmen, davon abgesehen, dass die meisten eh extrem viel spenden

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