Frage von Rico9125, 41

Reicht ein einfaches Arbeitszeugnis wie im folgenden Bsp. für eine Bewerbung oder sollte ich ein qualifiziertes Zeugnis beantragen?

Mich würden Eure Erfahrungen ineressieren zu diesem Beispiel:

Ich habe vor kurzem mein Arbeitszeugnis von der Firma bekommen, für die ich ca 2.5 Jahre tätig war. Wie würdet Ihr es deuten? Eher positiv oder doch negativ?

Hier ein Ausschnitt meines Zeugnisses:

Herr xxx, geboren am 20. Feb. 1990, wohnhaft in Wien, Maxmustermanngasse, war von 15. Jänner 2012 bis 14. August 2014 in unsererm Unternehmen als

      Hardware Auslandsmonteur

im Bereich Montage/Inbetriebsetztung tätig.

Die Firma XXX GmbH ist im Bereich der automatisierten Lagerlogistik tätig. Das Unternehmen plant, entwickelt und produziert hochdynamische Förderanlagen für Behälter und Kartons, sowie automatische Kommissioniersysteme.

Zu seinen Tätigkeiten zählten:

  • weltweiter Aufbau, die Inbetriebnahme und Betreuung von Förder- und Kommissioniersystemen

  • Teilnahme an Baustellen- und Sicherheitsbesprechungen

  • Abstimmungen und Berichtswesen

Herr XXX, hat seine Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit selbstständig und gewissenhaft erledigt.

Wir danken Ihm für seine wertvolle Arbeit und wünschen ihm für die Zukunft weiterhin viel Erfolg und persönliche alles Gute.

Antwort
von rotreginak02, 15

Hallo,

ich kann die Antwort von "KevinJackowski" nur bestätigen. 

Bei einer 2,5 jährigen Tätigkeit mit Auslandseinsätzen ist ein qualifiziertes Zeugnis auf jeden Fall sinnvoll......und datiert auf den 14.August 2014.

Warum hat es denn solange gedauert, bis dir diese Firma überhaupt eins ausgestellt hat? 

Ist ja schon 2 Jahre her, dass das Arbeitsverhältnis beendet wurde.
Auffallend ist neben der Kürze des Zeugnisses auch das Weglassen der Beurteilung zum Sozialverhalten.
Gab es Differenzen?

Antwort
von wilees, 25


....zu unserer vollsten Zufriedenheit

Dieser Satzbaustein bescheinigt Dir sehr gute Leistungen. Trotzdem ist dieses Zeugnis bedauerlicherweise sehr kurz.

Andererseits wirst Du wahrscheinlich auch nach österreichischem Gesetz kein erweitertes Zeugnis mehr erlangen können.

Sehr gut ist auch der letzte Satz.

Kommentar von Rico9125 ,

Aus Sicht des potenziellen Arbeitgebers wirkt dies wahrscheinlich ziemlich konträr. Also der Gegensatz zwischen positiver Beurteilung und der Kürze. 

Kommentar von wilees ,

Nur die Kürze dieses Zeugnisses hättest Du wohl früher bemängeln müssen. Diesen Gegensatz sehe ich genauso.

Kommentar von rotreginak02 ,

@wilees: in Österreich gelten nicht die Fristen für Arbeitszeugnisse wie in der BRD..... und "sehr gute Leistungen" bedeutet ohne ein "stets" davor auch keine "sehr guten" Leistungen, nur gute.

Kommentar von Nightstick ,

NIcht nur deshalb - dieses Arbeitszeugnis ist alles Andere als "sehr gut".

@wilees, ich denke, du hast leider recht wenig Erfahrung in der Analyse von Arbeitszeugnissen.

Antwort
von KevinJackowski, 25

Unabhängig von einer möglichen Bewerbung sollte man stets die Möglichkeit nutzen ein qualitativ hochwertiges Zeugnis zu beantragen, vor allem wenn man mehrere Jahre für ein Unternehmen tätig war.

Selbst wenn es vielleicht "aktuell nicht gebraucht wird" dient es als wichtige Referenz für die Zukunft, daher sollten meiner Meinung nach die verschiedenen Aufgaben, Leistungen und Tätigkeiten möglichst ausführlich und umfangreich beschrieben und bewertet werden. Später kann sich das noch als äußerst sinnvoll erweisen und bei einer Bewerbung den entscheidenen Unterschied ausmachen.

Kommentar von Rico9125 ,

Ja da stimm ich Ihnen vollkommen zu. Wie würden Sie dieses Zeugnis beurteilen? 

Kommentar von KevinJackowski ,

Das kann letztendlich nur jemand aus dem Bereich "Human Resources" beurteilen, der auch in Ihrer Branche tätig ist, allerdings erkennt man an einigen Adjektiven und an der Wortwahl generell, dass man mit Ihrer Arbeit sehr zufrieden war.

Falls ich es mit einer Schulnote beurteilen sollte (persönliche Meinung), denke ich, dass es ein "Sehr gut" sein sollte, allerdings sollte das Zeugnis wie gesagt ausführlicher ausfallen.

Kommentar von Busverpasser ,

Problem ist eher, dass gerade kleinere Betriebe schon aus Zeitgründen, aber auch aus Gründen mangelnder Kompetenz sich eher scheuen, ausführliche Zeugnisse zu schreiben. Bei den gängigen Formulierungen muss man ja schon auch aufpassen, nicht versehentlich ein schlechteres Zeugnis als eig. gewollt auszustellen... :D

BTW: ich finde den Begriff "Human Resources" furchtbar. Der erinnert mich irgendwie an Matrix. Aber da können Sie ja nix für ... ist halt Zeitgeist...

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