Frage von TAMBOUR, 101

-Muss ich an REHA teilnehmen um EM-Rente zu bekommen -Wie REHA vermeiden ohne Sanktionen zu bekommen -Wie kann ich die Zeit bis REGELALTERSGRENZE überbrücken?

Hallo zur Information folgendes:

  • ich bin männlich und 64 Jahre alt
  • leide -andauernd- an schwerem burn-out und Depressionen
  • bin deshalb bereits seit 01.04.2015 krankgeschrieben
  • bin seit 26.09.2016 bei der Krankenkasse augesteuert
  • beziehe seit 27.09.2016 ÜBERGANGSGELD (bis max. 27.05.2017)
  • habe Antrag auf EM-Rente gestellt
  • war bereits beim Amtsarzt
  • habe eine REHA "bewilligt bekommen"
  • habe regelrecht Angst vor der REHA
  • und während dieser Zeit (Abwesenheit) meine Lebensgefährtin zu verlieren
  • meine REGEL-ALTERSRENTE bekomme ich ab 01. März 2018
Antwort
von Schnoofy, 66

Möglich, dass Du noch rechtlich fundierte Antworten bekommst.

 Ich versuche es einmal mit meiner persönlichen Interpretation Deiner Situation:

Erwerbsgemindert ist nicht, wer unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig sein kann (§ 43 SGB VI).

Diese Definition spricht für Dich. Als 64-jähriger auf dem Arbeitsmarkt noch ein Beschäftigung zu finden ist nach meiner Kenntnis nahezu ein Glücksfall.

Also würde ich gegen den Reha-Bescheid Widerspruch einlegen und ihn damit begründen, dass selbst eine erfolgreiche Reha nicht dazu führt, Dich wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern, da dieser aufgrund Deines Alters für Dich verschlossen ist.

 

Kommentar von TAMBOUR ,

Vielen Dank für Deine schnelle und hilfreiche Antwort. Du hast recht, ich habe schon eine lange Liste an Bewerbungen mit negativem Bescheid hinter mir aus der Zeit vor meiner Krankschreibung und das trotz Meisterbrief und sehr guten Zeugnissen (allerdings schon ca. 40 Jahre alt).

Auch ich glaube nicht mehr an eine halbwegs annehmbare Arbeitsstelle und auch das ist unter anderem Grund für die anhaltende Depression!

Da ich mich nicht traue, gegen den REHA-Bescheid Widerspruch einzulegen, weil ich mich rechtlich nicht absichern kann (kann mir keinen RA leisten) werde ich wohl demnächst beim VDK vorsprechen.

Vielen Dank nochmal!

Antwort
von Konrad Huber, 47

Hallo Tambour,

Sie schreiben unter anderem:

-Muss ich an REHA teilnehmen um EM-Rente zu bekommen -Wie REHA vermeiden ohne Sanktionen zu bekommen -Wie kann ich die Zeit bis REGELALTERSGRENZE überbrücken?

Antwort:

Mit der Pauschaldiagnose Burnout wird Ihnen die DRV bei der Beantragung der vollen Erwerbsminderungsrente ggf. das Leben schwer machen, denn Burnout sagt viel und gar nichts!

Bei der Beantragung der vollen Erwerbsminderungsrente geht es in erster Linie um den glasklaren und sehr detaillierten Nachweis in Ihrer eigenen Krankenakte, warum, weshalb und wie Ihre Leistungsfähigkeit ganz genau auf Dauer, auf unter 3 Stunden pro Arbeitstag, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt, abgesunken ist!

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publica...

Wenn Sie der Aufforderung, eine REHA-Maßnahme zu absolvieren, nicht nachkommen, verstoßen Sie ggf. gegen Ihre gesetzliche Mitwirkungspflicht!

Ausnahme.

Ihre Ärzte (Hausarzt) bescheinigen Ihnen ausführlich und schriftlich, warum und weshalb Sie nicht REHA-tauglich sind!  Diese Bescheinigung müßten Sie dann Ihrer zuständigen DRV-Rentenanstalt umgehend vorlegen!

Sofern Sie einen Schwerbehindertenausweis besitzen, könnten Sie ggf. an Stelle der Erwerbsminderungsrente eine vorgezogene Altersrente für schwerbehinderte Menschen beantragen!

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/258148/publica...

Unabhängig davon können Sie in der Regel davon ausgehen, daß die Beantragung einer vollen Erwerbsminderungsrente je nach Beweislage einer ziemlich langen Zeitraum in Anspruch nehmen wird!

Wenn das Krankengeld (78 Wochen) ausgeschöpft ist, bleibt in der Regel das ebenfalls zeitlich individuell befristete ALG 1!

Diese zeitliche Befristung des ALG 1 kann für die Dauer des Antargsverfahrens auf Erwerbsminderunsgrente ausgedehnt werden!

http://www.vdk.de/kv-thueringen-sued/ID57086

http://www.ra-buechner.de/newsarchiv/newsdetail/bsg-zur-nahtlosigkeitsregelung-d...

http://www.erwerbsminderungsrente.biz/ihre-hausaufgaben/fruehrente-beantragen-un...

In diesem Fall würde die Zeit für Sie arbeiten!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort
von HarryJasses, 56

Wenn du dich aufgrund deiner Depressionen nicht in der Lage fühlst eine Reha zu machen, hast du keine Sanktionen zu befürchten.

Evtl. wäre für dich die Mitgliedschaft in einem Sozialverband, wie z.B. die VDK, sinnvoll. Die unterstützen dich bei diversen Angelegenheiten, wie z. B. bei Antragsstellungen ect.

Kommentar von TAMBOUR ,

Vielen Dank für Deine schnelle Antwort und Deinen Zuspruch.

Auf was begründet sich Deine Aussage, daß ich, wenn ich mich wegen der Depression nicht in der Lage fühle eine Reha zu machen, keine Sanktionen befürchten muß?

Hast Du selbst eine solche Erfahrung gemacht?

Oder arbeitest Du in diesem Bereich / Bist Du Fachmann?

Grüsse

TAMBOUR

Kommentar von HarryJasses ,

Aus Erfahrung. Ausserdem habe eingebracht, dass ich nicht in der Lage bin öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen ;-)

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