Ich muss Wegen cannabis dealer vor gericht aussagen, was kommt auf mich zu Muss ich einen drogentest machen Bitte erklärt mir was da passieren wird?

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2 Antworten

Ich gehe bei der Antwort anhand der Fragestellung davon aus, dass Du als Zeuge geladen bist und nicht der Angeklagte in dem Fall bist:


Du erscheinst mind. eine 1/4 Stunde vor dem Termin vor dem Gerichtssaal, der in der Ladung steht, und wartest bis die Sache "aufgerufen" wird (idR. per Lautsprecherdurchsage: "Die Beteiligten in der Sache -Name des Angeklagten- bitte eintreten". Dann gehst Du mit den anderen Zeugen (falls es noch welche gibt) in den Saal.

Der Richter wird dann die Anwesenheit prüfen, also kurz prüfen, ob alle geladenen Zeugen anwesend sind. Der Richter wird also sagen: "Herr/Frau Ridehunter?", worauf Du mit "ja" oder "hier" antwortest.

Danach findet die Zeugenbelehrung statt, also dass man nicht aussagen muß, wenn der Angeklagter ein Angehöriger im Sinne des § 52 StPO ist und dass man die Antworten auf solche Fragen verweigern darf, die einen selbst oder einen Angehörigen einer Straftat belasten würden (§ 55 StPO). Weiterhin wird man -falls man aussagen muss, oder trotz mögl. Verweigerungsrecht will- auf seine Wahrheitspflicht hingewiesen und darauf, dass eine -auch bereits uneidliche- Falschaussage mit mindestens 3 Monaten Freiheitsstrafe bestraft wird. Wird man vereidigt und sagt falsch aus, ist die Mindeststrafe = 1 Jahr.

Danach werden alle Zeugen aus dem Saal geschickt und dann -etwas später- wieder einzeln hereingerufen ("Herr/Frau Ridehunter, bitte eintreten")

Man steht oder sitzt dann an dem für Zeugen vorgesehenen Platz (in der Regel zieml. in der Mitte des Raumes vis a vis zur Richterbank, wo der Richter und ggf. Beisitzer (wenn es eine gr. Strafkammer ist) und ggf. Schöffen sitzen, . Rechts davon (aus eigener Perspektive gesehen) sitzt der Sitzungsvertreter Staatsanwalt und Links der Angeklagte und ggf. sein Verteidiger.

Der vorsitzende Richter (und möglw. ggf. auch die Schöffen und/oder Beisitzer) stellen einem dann Fragen zu dem Fall, die man halt wahrheitsgemäß beantworten muß (es sei nochmal auf § 55 StPO hingewiesen). Evtl. fordert er einen auch auf, einen bestimmten Geschehensablauf aus eigener Sicht zusammenhängend zu schildern (z.B. "Wie war das denn, als Sie in die Wohnung des Angeklagten kamen, was passierte denn da als nächstes"?)

Wenn der Wissensdurst des Gerichts gestillt ist, wird man entlassen und kann sich ggf. noch die Bescheinigung über Verdienstausfall/Zeugengeld die der Ladung beiliegt vom Richter abzeichnen lassen und sich anschliessend sein Geld auf der Zahlstelle des Gerichts abholen ... und nach der ganzen Aufregung erst mal davon einen trinken gehen :)

Um es noch mal zu betonen: Das Vorstehende gilt nur dann, wenn Du als Zeuge in dem Verfahren geladen bist. Solltest Du der Anklagte sein, ist der Ablauf -soweit er Dich betrifft-  ein völlig anderer.


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Kommentar von Jurius
10.08.2016, 07:59

sitzt der Sitzungsvertreter Staatsanwalt

...der Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft ... sollte das heißen.

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Was genau passiert kann ich leider nicht sagen, aber es ist wichtig dass du ruhig bleibst!!! Und sei ehrlich! Lügen bringen wirklich nicht weiter! Je ehrlicher und detaillierter du bist, desto besser kommt es an! Ich hoffe es läuft gut für dich (:

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