Frage von musicfaen,

§ 172 StGB Doppelehe --> wie ist das wenn...?

wir haben Person A, Person B und Person C.

A ist mit B verheiratet. B fängt eine Affäre mit C an. C ahnt nichts davon dass B schon verheiratet ist, und macht ihm/ihr einen Antrag. B nimmt an.

Wer eine Ehe schließt, obwohl er verheiratet ist, oder wer mit einem Verheirateten eine Ehe schließt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Wird C dann auch bestraft nach dem Motto Unwissenheit schützt vor Strafe nicht oder wird lediglich B wegen Bigamie bestraft?

Antwort von FroggyK,
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Im Strafrecht ist der Vorsatz zwingendes Tatbestandsmerkmal (§ 15 StGB) der Verwirklichung einer Straftat. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Vorsatz_%28Deutschland%29

Antwort von ratzenlady,
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Vom angenommenen Antrag ist man noch nicht verheiratet. Spätestens, wenn B & C beim Standesamt das Aufgebot bestellen, fliegt die Tatsache auf, dass B schon mit A verheiratet ist.

Kommentar von musicfaen,

und wenn man dann z.B. nicht in der Heimatstadt von B heiratet? Oder er sich mit anderem Namen der Person C vorgestellt hat?

Kommentar von MarieTigger,

Dann trifft C keine Schuld, weswegen auch, konnte C ja nicht wissen! Und kann somit keiner Schuld bezichtigt werden, im Gegenteil, kann als Opfer klagen!

Kommentar von musicfaen,

aber es heißt ja auch :

oder wer mit einem Verheirateten eine Ehe schließt....

das tut C dann ja auch

Kommentar von MarieTigger,

Richtig so!

Kommentar von MarieTigger,

Richtig so bezieht sich auf die Klage als Opfer!

Kommentar von ratzenlady,

Man braucht offizielle Ausweisdokumente, um das Aufgebot bestellen zu können. Damit fällt der falsche Name weg.

Desweiteren muss man dem Standesbeamten einen Auszug aus dem Familienbuch vorlegen, was heißt, dass dort eine Ehe eingetragen wäre. Damit ist es völlig egal, auf welchem Standesamt man heiratet. Auch im (westlichen) Ausland bräuchte man entsprechende Dokumente.

Kommentar von MarieTigger,

Ja, aber wer das alles anders haben will, kann sich das auch mit viel Geld besorgen!

Kommentar von ratzenlady,

Dann wäre es eine ungültige Ehe und somit würde die Sache mit der Bigamie auch nicht greifen...

Sondern der Mensch würden wegen Betruges, Bestechung und/oder Urkundenfälschung belangt werden.

Kommentar von MarieTigger,

Darauf läuft es hinaus! Bigamie kommt aber noch dazu. Denn er oder sie ist wissentlich eine Zweitehe eingegangen.

Antwort von MimiJura,

Also StrafR liegt mir persönlich zwar nicht so, aber er macht sich gemäß § 172 StGB erst strafbar, wenn er eine zweite EHE eingeht, also nicht wenn er eine Verlobung schließt.

Wenn er beim Standesamt aber einen falschen Namen angibt, ist das dann eine Ordnungswidrigkeit gemäß § 111 Absatz 2 OWiG und wenn er mit einer Vermögensvorteilsabsicht handelt, z.B. wenn C reich ist, dann könnte man vielleicht Betrug anstreben.

Antwort von MarieTigger,

C ist ja nicht doppelt verheiratet. Dann ist C einem Heiratsschwindler aufgesessen und tja, weiter weiß ich nicht, was dann passiert. Aber C konnte es nicht wissen und hat außerdem keine Straftat begangen.

Kommentar von musicfaen,

und wieso heißts dann:

oder wer mit einem Verheirateten eine Ehe schließt

Kommentar von MarieTigger,

Dann muß C nachweisen, daß eine vorsätzliche Täuschung vorliegt.

Kommentar von musicfaen,

wie sollte man das hinkriegen?

Kommentar von MarieTigger,

Na wenn das Standesamt und Einwohnermeldeamt nicht raus findet, da´B schon verheiratet ist, wie will man bitteschön einem normal sterblichen C nachweisen, daß er es hätte wissen sollen????

Kommentar von FroggyK,

C muss nichts nachweisen, das Gericht muss beweisen das C wusste, dass B schon verheiratet ist

Kommentar von MarieTigger,

Stimmt! Aber ich wollte damit sagen, daß die Ämter es wissen müßten, nicht C! Ich geh von der Argwohnunbedarftheit von C aus. Also C hat nichts geahnt, C braucht sich keiner Schuld bewußt zu sein!

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