Frage von Ninjo85 21.06.2013

- Thema - Nachtabsenkung

  • Antwort von DietmarBakel 21.06.2013
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Hallo,

    fragst Du technisch oder in Bezug auf rechtliche Relevanz:

    1) technisch: Wenn Du selbst Deine Absenkung (nur für Dich bzw. Deine Wohnung) programmieren kannst, dann steht Dir alles offen - keine Vorschrift, DIN, etc. Wenn Du in Nachtschicht arbeitest und tagsüber schläfst, dann kannst Du auch tagsüber die "Nachtabsenkung" einschalten. Ich glaube aber, darum geht es Dir gar nicht.

    2) rechtlich: Für Tageszeit muss der Vermieter die Heizung so betreiben, dass eine bestimmte Mindesttemperatur erreicht wird. Die Gerichte sehen eine Temperatur von 20 bis 22°C als ausreichend an.

    Der Vermieter ist aber nicht verpflichtet, diese Temperatur über den ganzen Tag (24 Stunden) anzubieten. Vielmehr sehen es die die Gerichte als ausreichend an, wenn diese Mindesttemperatur von 6 bis 23 bzw. 24 Uhr erreicht wird.

    In der anderen Zeit von 23-24 bis 6 Uhr reichen 18°C (die sog. Nachtabsenkung der Heizung).

    Achtung: Klauseln im Mietvertrag, die etwas zum Nachteil des Mieters abweichend regeln, sind unwirksam.

    Gruß

  • Antwort von Goofy62 21.06.2013
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Es ist fraglich, ob die vielbeschworene Nachtabsenkung überhaupt eine Energieeinsparung bringt. Bei Sperrholzbarracken: ja. Aber beim isolierten Massivbau: eher nicht. Grund dafür ist die Physik der Thermodynamik, nämlich die Formel für den Wärmeübergang bei Festkörpern:

    Ek = ½ m * v²

    Das bedeutet: wenn man einen Festkörper (Wände, Decken, Böden...) auskühlen lässt und dann wieder aufheizt, dann wird hierzu (weil es nämlich ein dynamischer Vorgang ist) Energie zum Quadrat verbraucht.

    Mal ein Vergleich.

    Du fährst mit Deinem PKW von Frankfurt nach Stuttgart auf der Autobahn. Mal angenommen, das sei erlaubt: wenn Dein Auto auf 120 km/h beschleunigt hat, machst Du den Motor aus und wartest, bis der Wagen so weit ausgerollt ist, dass er auf 80 km/h runter ist. Dann machst Du den Motor wieder an und beschleunigst wieder auf 120 km/h. Dann wieder aus... und so weiter. Was glaubst Du, wann Du weniger Sprit verbrauchst: bei diesem Versuch, oder in einem Vergleich, wo Du konstant mit 120 km/h durchfährst?

    Richtig: bei letzterem. Hier leuchtet das auch ein. Wieder ist es ein dynamischer Vorgang, diesmal aus der Kinetik, und auch da steht dieses böse Quadrat in der Formel.

    Wenn die Heizung nachts runtergedreht wird, muss sie morgens mit hoher Leistung arbeiten, um die Räume wieder aufzuheizen, mit höherer Vorlauftemperatur.

    Die Schlafzimmer kann man mit dem Heizungsthermostat so regeln, dass sie immer etwas kälter sind als das Wohnzimmer, aber möglichst nie unter 16 Grad - sonst droht Schimmelbildung.

    Wenn das Haus eher nicht so gut isoliert ist, dann kann eine moderate Nachtabsenkung um 2 Grad vielleicht noch eine Einsparung bringen. Bei gut isolierten Massivbauten: Fehlanzeige, eher brauchst Du sogar noch mehr. (Meine Nachbarn konnten sich auch nie erklären, warum sie immer nachzahlen mussten und ich nicht. Bis ich ihnen den Zusammenhang erklärt habe.)

  • Antwort von gadus 21.06.2013
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Es gibt keine Vorschrift, die eine Nachtabsenkung vorsieht. Allerdings muss jede Heizung die Möglichkeit dazu vorsehen. In Miethäusern gibt es mitunter Streit, wenn die die Räume schon ab 22 Uhr kühler werden und die Nachteulen unter den Mietern frieren müssen.QUELLE:energieverbraucher.de LG gadus

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