Hello there,
die Antworten, die bereits gegeben wurden, sind mir entweder zu kurz, zu kompliziert oder inhaltlich falsch, daher schreibe ich mal was dazu:
Nachdem ein Brennelement, also das wo das Uran letztlich drin ist, verbraucht ist, muss es speziell und unter hohen Sicherheitsvorkehrungen weiterverarbeitet werden:
Schritt 1 - Direkt nach der Entfernung aus dem Reaktorkern
Da auch verbrauchte Brennelemente weiterhin Wärme produzieren und massiv Strahlung abgeben, müssen Sie zunächst einige Zeit lagern und die Emission von Wärme und Strahlung abklingen. Dazu gibt es sogenannte Abklingbecken, die sich in jedem Atomkraftwerk finden. Das is schlicht und ergreifend ein Wasserbecken (daher nennt man es auch Nasslager), wo die Brennelemente eingelagert werden. Eine mehrere Meter dick Wasserschicht schirmt einen Großteil der Strahlung ab. Natürlich muss auch das Abklingbecken ähnlich wie der Reaktor selbst gekühlt werden: http://www.allmystery.de/dateien/gw41529,1223922188,nuc01.jpg?bc
In der Regel verbleiben die verbrauchten Brennstäbe ca. 5 Jahre im Abklingbecken.
Schritt 2 - Nach der Abklingzeit
Letztendlich hat man nach der Abklingzeit mehrere Optionen der Weiterverarbeitung. Eine Option wäre die sogenannte Zwischenlagerung in einem Trockenlager. Jedes Kernkraftwerk hat ein solches Zwischenlager, in dem die verbrauchten Brennstäbe in Stahlfässern oder auch in Castorbehältern gelagert werden können. Es gibt auch Zwischenlager außerhalb von Kernkraftwerken, bei uns in Deutschland zum Beispiel in Gorleben.
Nach derzeitigem technologischen Stand ist es leider noch so, dass der Atommüll, also die verbrauchten Brennelemente nur begrenzt weiterverwendet werden kann, auf der anderen Seite aber noch Jahrtausende bis Jahrmillionen weiter gefährliche radioaktive Strahlung abgibt und Umwelt belasten und Lebewesen verstrahlen würde.
Schritt 3 - Wiederaufbereitung und Endlagerung
Da in einem Kernreaktor tonnenweise radioaktives Uran eingesetzt wird, entstehen auch große Mengen an radioaktivem Abfall. Eine Möglichkeit, das Abfallvolumen zu verringern, ist die sogenannte Wiederaufbereitung, die schon von den anderen erklärt wird. Das Prinzip ist, durch physikalische und chemische Verfahren alles das aus den Brennelementen abzutrennen, was man nach heutigem Stand noch nutzen könnte. Zum Beispiel enthalten auch verbrauchte Brennstäbe noch einen kleinen Anteil an Uran-235. Denn nur Uran-235 (also eine spezielle Uransorte) kann in Kernreaktoren verwendet werden. Dieses Uran-235 kann man abtrennen und zur Anreicherung von Uranpellets für neue Brennstäbe wiederverwenden. Leider ist aber der Atommüll, der nach so einer Wiederaufbereitung noch übrig ist, noch stärker radioaktiv als der normale Atommüll.
Da wie schon gesagt wurde, der Atommüll nach heutigen Erkenntnissen nicht effizient beseitigt werden kann, arbeitet man derzeit an dem Konzept der sogenannten Endlagerung. Das heißt, man sucht Orte auf unserem Planeten, wo der radioaktive Abfall Millionen Jahre lang sicher lagern kann, bis seine Radioaktivität so weit abgeklungen ist, dass er nicht mehr die Umwelt verseuchen kann. Dies ist ein schwieriges und teures Unterfangen. Man überlegt zum Beispiel bei uns in Deutschland einen Salzstock nahe des Zwischenlagers in Gorleben als Endlager zu nutzen. Dafür wurden bereits horrende Beträge im Milliardenbereich ausgegeben. Es gibt bisher auch weltweit noch kein geeignetes Endlager für hochradioaktive Abfälle, lediglich einige für schwach radioaktive Abfälle. Das Problem ist, dass das Endlager so konzipiert werden muss, dass zum Beispiel nicht durch Naturkatastrophen, durch die Strahlung des Abfalls selbst, durch Rost und Korrosion oder sonstige Umstände, radioaktive Belastung aus dem Endlager austreten kann. Für einige Jahre wie im Zwischenlager ist dies kein größeres Problem, aber wenn wir von Millionen Jahren reden, dann ist dies verdammt schwierig.
So das wars von mir vorerst, wenn ich dir helfen konnte, freu ich mich über nen Stern.
MfG
Alex
@ Alextoexplain: klingt alles sehr pathetisch und reißerisch von Dir, man könnte meinen, wenn man sich Deine Aussagen betrachtet (völlig ohne Relation zur aktuell technischen Realität), dass es nichts schlimmeres gibt als die Kernenergie. Deine Methode ist vergleichbar mit der von Politikern. Wenn man sich einer Technik zuwendet, gehört sie mit anderen Techniken verglichen . Alles andere ist Homöopathie :-).
So, nun zu Deiner Aussage zur Wiederaufbereitung " Da wie schon gesagt wurde, der Atommüll nach heutigen Erkenntnissen nicht effizient beseitigt werden kann, arbeitet man derzeit an dem Konzept der sogenannten Endlagerung. Das heißt, man sucht Orte auf unserem Planeten, wo der radioaktive Abfall Millionen Jahre lang sicher lagern kann " .
Du hast schön den Umstand vernachlässigt, aus Unwissenheit oder politischer Motivation, dass der Resultierende Müll der Wiederaufbereitung bei weitem nicht so lange gelagert werden muss, wie unbehandelt abgebrannte Brennelemente. Der Grund ist eben genau der Umstand, dass dieser resultierende auf konzentrierte Müll der Wiederaufbereitung hinterher eine höhere spezifische Radioaktivität (Kernzerfälle pro Zeit) hat als vor der Wiederaufbereitung/ nukleare Mülltrennung. Und ganz grundlegend ist eine Stoff-Menge (z.B. eine Tonne) mit höherer Radioaktivität in kürzerer Zeit wieder ungefährlich, als eine Stoff-Menge mit geringerer Radioaktivität. Denn die Aktivität ist die Anzahl der Kernzerfälle pro z.B. eine Sekunde. Daher ist des doch ganz klar, dass je größer die Anzahl von Kernzerfällen ist, je geringer ist die Halbwertszeit und desto schneller ist diese bestimmte Stoff-Menge wieder ungefährlich. Das ist genau das, was man bei der nuklearen Wiederaufbereitung macht, man trennt die hoch radioaktiven Stoff (hier die Spalt-Produkte) vom Uran und Plutonium ab. Auf diese Art reduziert sich die Lagerzeit auf 10000 Jahren. Sooo, nun kommt der Vergleich mit anderen Techniken, wie z.B. mit der chemischen Endlagerung (siehe unten oder im Netzt unter Herfa Neurode oder schau mal nach „Sondermüll Bergwerk“).
"Der nukleare Abfall aus aktuellen Wiederaufbereitungsanlagen (Sellafield, Le Hage) ist nach 10 000 Jahren auf dem radioaktiven Niveau von Pechblende abgeklungen. Durch das Abtrennen von Uran und Plutonium verbleiben nur noch die hoch radioaktiven Spalt-Produkte und die mittel-radioaktiven Minor-Actinoide (ohne U, Pu)."
@ alextoexplain: ich entschuldige mich, wenn ich etwas zu hart argumentiert habe. War nicht so gemeint :-)