Hello there,
die Frage ist etwas ungeschickt gestellt. Du willst wahrscheinlich eher wissen, wie lange man die (Neben)-Wirkungen von Neuroleptika noch hat, nachdem man sie abgesetzt hat oder?
Was man dir ja schon gesagt hat, haben Medikamente immer eine sogenannte Halbwertszeit. Die gibt aber nur an, wie lange es dauert, bis das Medikament im Körper abgebaut wurde. Also in dem Fall wie lange es dauert, bis nur noch die Hälfte der ursprünglichen Dosis da ist (daher der Name Halbwertszeit). Die meisten Psychopharmaka haben eine Halbwertszeit von wenigen Stunden (z.B. die meisten Benzodiazepine) bis zu einigen Tagen (einige Neuroleptika).
Um Entzugs- bzw Absetzerscheinungen zu vermeiden, sollte man, wenn möglich,Neuroleptika immer ausschleichen (Ausnahme sind einige gravierende mögliche Nebenwirkungen mancher Neuroleptika, die ein sofortiges Absetzen dringend erforderlich machen, z.B: eine Agranalutozytose unter Leponex oder ein Malignsches Neuroleptisches Syndrom). Wenn man nämlich die Medikamente abrupt absetzt ist es wie schon gesagt möglich, dass man eine Absetzpsychose, einen Rebound (siehe Wikipedia) oder andere psychische, bzw neurologische Symptome, wie Müdigkeit, Agitiertheit oder sonstiges riskiert.
Man kann nicht pauschal sagen, wie lange die Wirkungen von Neuroleptika anhalten. Typische Nebenwirkungen wie Extrapyramidale Symptome (dazu gehören so sachen wie Bewegungsunruhe, mit den Füßen trippeln) klingen in den meisten Fällen bereits wenige Wochen nach dem Absetzen des auslösenden Medikamentes wieder mehr oder weniger vollständig ab. Außerdem besteht hierbei die Möglichkeit, gegen diese Symptome den Wirkstoff Biperiden dazuzugeben, der unterbindet Bewegungsstörugen, die von Antipsychotika ausgelöst werden. Blickkrämpfe, motorische Störungen, Probleme beim Sprechen oder vegetative Störungen, wie Mundtrockenheit, Schwitzen, Heißhungerattacken und solche Sachen klingen in der Regel auch rasch wieder ab.
In sehr seltenen Fällen können Neuroleptika aber eine sogenannte Spätdyskinesie (http://de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A4tdyskinesie) verursachen, das ist sozusagen der "Worst Case", weil das oft nicht gut zu therapieren ist. Das liegt daran, dass Neuroleptika als Agonisten an bestimmten Dopaminrezeptoren im Gehirn wirken. Dopamin kommt aber auch an anderen Stellen im Nervensystem vor und steuert dort die Nervenfunktionen. Daher ist ein medikamentöser Eingriff auf Botenstoffe im Gehirn immer mit einem gewissen Risiko im Bezug auf Nebenwirkungen und Spätfolgen verbunden.
Ich könnte dir noch viel mehr schreiben, aber das wars vorerst von mir. Hoffe ich konnte dir helfen.
MfG
Alex
Ausserdem spielen Gewicht, Einnahme anderer Medikament und Substanzen, Gesundheitszustand, Länge der Einnahmezeit eine nicht unerhebliche Rolle.