Ja, meine Gute/Guter, das ist wirklich eine Entscheidung, bei der man nicht so recht weiss, was soll ich tun. Ich gebe Dir ein Beispiel: Als mein Vater im Sterben lag, was man vermutete, da habe ich still an seinem Bett im Krankenhaus gesessen u. seine Hand gehalten. Habe ihm gesagt, dass er - wenn er mich versteht - die Hand drücken sollte. Keine Reaktion. Am nächsten Tag lebte er nicht mehr. Ich war froh, ihm ohne zu reden meine Nähe habe spüren lassen zu können, denn es ist ein Abschied für´s Leben.
Nun habe ich meinen Mann verloren, der künstlich ernährt wurde, den ich 3 Jahre zu Hause gepflegt habe. Zu einer Routine-Untersuchung im Krankenhaus, geplant war eine Woche, und ich war mit meinem Sohn jeden Tag dort. An einem Samstag zuletzt u. Sonntag morgen kam der Anruf, dass er eingeschlafen war. Ich habe sehr darunter gelitten, in dem Moment nicht bei ihm gewesen zu sein, aber ich habe ihm mit meiner täglichen Anwesenheit ein gutes Gefühl gegeben.
Mit diesen Worten möchte ich Dir als junger Mensch vermitteln, dass keiner weiss, wie es in einem Menschen aussieht und was er empfindet, wenn er kurz davor ist, unsere schöne Welt zu verlassen. Ich denke, auch wenn der Anblick weh tut, dass man dem kranken Menschen einen grossen Dienst erweist, indem man ihn die Nähe spüren lässt, ein paar Worte spricht und damit sagt: i c h b i n b e i D i r. Es gibt viele Menschen und ich beneide sie um den Glauben, die denken, dass man nach dem Tod weiterlebt. Ich glaube es leider nicht.
Mein Rat: Wenn es noch möglich ist, dann gehe zu ihr, denn es ist vielleicht das letzte Mal.
6 monate?? Ich bin der spielmAcher