Hallo karasum60,
zur kurzen(?) Beantwortung Deiner Frage: Ein (1) epileptischer Anfall hat ab dem Zeitpunkt schwerwiegendere Folgen, wenn das Gehirn durch den beständigen Anfall nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Dazu besteht zusätzlich noch die Möglichkeit von Verletzungen durch Stürze etc. Mehrere Anfälle in Reihung, die zu einem sogenannten status epilepticus führen, sind etwas anderes, aber davon bist Du weit davon entfernt (Abstände von Sekunden bis wenige Minuten zwischen den Anfällen über mehrere Stunden hinweg)
Das, was Du beschreibst ist aber kein Hirnschaden, sondern sind schlicht und einfach die Nachwirkungen Deiner Anfälle. Dazu musst Du eines wissen, mit jedem Anfall hat Dein Körper und Dein Geist Arbeiten/Leistungen vollbracht, die Du Dir nie vorstellen kannst, dass Du dazu in der Lage bist. Das dauert ein paar Tage/Wochen und Du bist zumindest körperlich wieder fit.
Die EEG´s und anderen Tests müssen übrigens nicht zwingend etwas anzeigen, um von Epilepsie sprechen zu können, also setze Deinen Maßstab nicht daran.
Was gute Ärzte angeht, meine dringende Empfehlung, geh zu einem Epileptologen. Wenn Du im Netz keinen findest, geht zur Not auch ein Neurologe, aber sieh dann zu, dass Du so schnell wie möglich zu Experten kommst!
Mit Experten meine ich die EpilepsieKliniken Bethel, Kehl-Kork, Erlangen etc. in deren Umfeld/Netzauftritt kann man auch Epileptologen finden.
Was schwierig werden kann und wird ist mehr die Art und Weise, wie Du mit Deiner Krankheit, die Dich Dein ganzes Leben begleiten wird, umgehst. Deine Frage, ob Du mit Tabletten wieder normal, wie früher werden wirst, kann man nur mit einem klaren NEIN beantworten. Dazu sind alleine die Wirkungen der Tabletten und die Dinge, die Du bedenken musst, was Du tun und lassen kannst, ein Hindernis.
Wenn es aber darum geht, ob Du mit Deiner Krankheit ein fast ganz normales Leben führen kannst, zwar ein bisschen eingeschränkt durch die Epilepsie und den Einschränkungen die damit empfohlen werden, dann ist die Antwort ein klares JA.
Es geht hier auch nicht darum, nach hinten zu blicken und sich zu wünschen, es wäre nie passiert und sich im schlimmsten Fall aufzugeben. Das bringt es zum einen nicht und macht es zum anderen nicht besser.
Meine Empfehlung lautet einfach nur: Akzeptiere Dich, Deinen Körper, Deine Epilepsie. Mach Dich schlau über die Krankheit und was Du machen und nicht machen kannst/darfst. Auch die Geschichte der an Epilepsie erkrankten Menschen ist interessant zu verfolgen. Nur als Beispiel:
Wir wären in den letzten Jahrhunderten als
Heilige, Seher und Druiden verehrt worden
Hexer verbrannt
vom Teufel besessen exorziert oder als
wahnsinnig bezeichnet in die Irrenanstalt gekommen
mit als erste vergast worden
und bis in die 1970er als geistig krank angesehen worden, in manchen ländlichen Gegenden ist das heute noch so
Es gab Genies unter uns und auch ein paar wirklich wahnsinnige Typen, aber jeder von denen hat es irgendwie geschafft, mit seiner Krankheit zurechtzukommen.
Und das musst Du auch schaffen, ich wünsche es Dir!
Ich sage mir immer, ich bin zwar an Epilepsie erkrankt, aber andere stehen dafür auf Volksmusik. Wer ist hier krank oder behindert?
In diesem Sinne
Alles Gute!
Hart, aber wahr !
Das Leben ist Hart, da hast du recht. Manchmal muß man Menschen Hart anfassen, damit sie aufwachen.