Hallo,
da ich nicht weis was ihr überhaupt schon alles so habt, erzähle ich einfach mal von meiner Bestatterzeit.
Dieser Beruf benötigt nicht nur Courage sondern Leidenschaft, Gefühl und ganz viel Herz! Ich habe mir dieses immer zur Aufgabe gemacht. Egal welchen Alters ein Mensch verstorben ist.
Der tot gehört zum Leben und jeder guter Bestatter versucht sein bestes zu geben. 24 Stunden Bereitschaft das 7 Tage die Woche 365 Tage im Jahr und das zu jeder Tages und Nacht zeit.
Der Bestatter ist in den meisten Fällen der erste Ansprechpartner und sollte dann für die Angehörigen immer ansprechbar sein.
Hier 2 Beispiele:
Jemand klingelt an der Tür der Ruf wird mir aufs Handy geleitet da ich mich auf dem Friedhof befand, ich melde mich Bestattungen ….+meinen Namen.
Eine weinende junge Stimme sagt unser Sohn ist verstorben wir benötigen Ihre Hilfe.
Ich bat Sie zu warten da ich in 5 Minuten am Büro wäre.
In meinem Kopf ratterte es, Gedanken und Betroffenheit machten sich breit oh mein Gott ist es ein Kind, wie gehe ich damit um.
Ich bat das Pärchen ins Büro und bat Sie mir alles zu schildern. Ein kl. Junge 22 Monate der Sonnenschein der Eltern das einigste Kind was sie kriegen konnten. Ich bekam einen Kloß im Hals.
Wir sind am bauen unser Sonnenschein war immer mit am Bau, die Haustür war eingesetzt rechts wurde eine große Metallplatte verklebt diese hielt nicht und begrub unseren Sonnenschein unter sich und starb dabei. Mir liefen die Tränen auch als Bestatterin denn auch dieses sind nur Menschen und haben Gefühle. Ich funktionierte wie ein Uhrwerk, Karte ausgesucht, Text dazu und dann ein Probelesen der Eltern.
Als ich aber den Ausgesuchten Text fertig hatte und mich gefangen, rief ich die Eltern an und teilte Ihnen mit das dieses alles nicht passt und ich mir wenn es Ihnen Recht ist Gedanken mache und die Karte neu fertige. Ich bekam Ihr Einverständnis!
Drei Zigaretten, einen Kaffee und einigermaßen gefasst und das ganze noch mal. Es dauerte einige Zeit aber dann war der Endwurf fertig. Ja so sollte es sein so ist es für den kleinen Sonnenschein richtig, wenn auch der Tod des kleinen nicht gerechtfertigt war.
Der kl. Sonnenschein war in der Gerichtsmedizin und von dort holte mein Kollege Ihn ab. Ich hatte mir von den Eltern Kleidung geben lassen und den Endschluss gefasst den kl. Sonnenschein selber zu versorgen. Ich entkleidete Ihn ganz vorsichtig, wusch Ihn, cremte Ihn ein wickelte Ihn und zog Ihn behutsam an. Wären dessen sprach ich mit Ihm auch wenn es sich für manche bescheuert anhört. Nahm Ihn in den Arm, kämmte seine blonden Locken und setzte ihm seine Mütze auf. Legte Ihn behutsam in den kleinen Kiefernden Sarg und gab Ihm sein Kuscheltier dazu. Den Eltern sagte ich dass Sie zu jeder Tages und auch Nachtzeit egal wann immer sie zu Ihm möchten ich zur Stelle wäre und Ihnen die Türen öffnen würde. Ich bin 24 Stunden für Sie da.
Der Tag der Beerdigung!
Den Pastor hatte ich spezifisch ausgewählt da er es für mich am einfühlsamsten gestalten würde. Die Kapelle ein kl. Kiefernder Sarg mit seinem Namen in Holzbuschstaben darauf geklebt. Ich hatte in der ganzen Kapelle Stofftiere, hunderte von Teelichtern und einzelne rote Rosen verteilt. Die Organistin spielte Kinderlieder und zum Abschluss ein Gitarrist der La Le Lu nur der Mann im Mond… spielte. Die Kapelle war mit Menschen übersät, die Tränen liefen bei allen, (Pastor, Organistin, Gitarrist und auch mir blieb es nicht vorbehalten.
Wenn man von schön sprechen kann ja dann hatte der kleine Sonnenschein einen Einfühlsamen und Liebevollen Abschied. Die Eltern besuchen Ihn jeden Tag haben sein kleines Grab mit Bauklötzen aus Granit verziert. Auf denen Steht unser H…. unser Sonnensein.
Ich wohne seid einigen Jahren nicht mehr dort, aber wann immer ich vor Ort bin besuche ich den kleinen Sonnenschein. Ich werde Ihn und eine Eltern nie vergessen!!!
Und ab dem Tage habe ich mir selber gesagt ein Kind zu beerdigen ist das schlimmste auch für einen Bestatter. Aber wenn dieses wieder einmal vorkommen sollte würde ich es immer wieder tun, denn ich weiss dass ich dieses mit Pietät, Gefühl und ganz viel Herz begleite.
Das 2 Beispiel werde ich euch gerne noch nieder schreiben wenn ihr es möchtet aber hier an dieser Stelle denke ich ist erstmal genug.
Solltet Ihr noch Fragen haben stehe ich euch gerne zur Seite.
Grüße Karin
"Salafismus": http://www.youtube.com/watch?v=QOGU9GLyuTk