Das Pferd hat mit ziemlicher Sicherheit durch die Eisen gesundheitliche Probleme bekommen, denn einer der Nachteile des Beschlags (die man eben für den Abriebschutz in Kauf nimmt) ist, dass die Hufe eine lange nach vorne geschobene Zehe bilden und die Trachten verkümmern. Dadurch wird der Huf quasi flacher und das Hufbein folgt dieser Entwicklung, d.h. es gibt einen Knick zwischen der Achse des Fesselbeins und der des Hufbeins. Auf Dauer führt diese Knick zu Arthrosen und Beschwerden der tiefen Beugesehne.
Es ist heute so üblich, Pferde zu beschlagen, obwohl diese den Beschlag gar nicht brauchen. Der wurde mal erfunden, weil man nicht genug Pferde hatte, um oft genug Pferde zu tauschen, wenn eine Postkutsche oder ein Bote oder das Militär durch das ganze Land unterwegs war und somit mussten die sehr, sehr viel unter Last laufen, was eben mehr Abrieb brachte, als die Hufe wachsen konnten. Heute hätte man sowohl das Wissen, wie man einen Huf bearbeiten muss, sodass das Wachstum besser ist als auch Tierschutzregeln, die verhindern, dass ein Pferd 14 bis 16 Stunden am Tag arbeiten muss, sodass heute kein Pferd mehr Beschlag haben müsste. Allerdings haben das Wissen um den guten Barhuf nicht die Schmiede, Hufpfleger und Huftechniker. Die bearbeiten einen Barhuf so als wäre er beschlagen und müssen aus der Not heraus, dass ihre Bearbeitung nicht immer funktioniert, häufig zu Beschlag greifen.
Wenn ein guter Huforthopäde (www.difho.de) die Umstellung auf Barhuf vornimmt, kann er durch wieder erreichen einer guten Hufstellung die Gefahren dieser Veränderung bannen. Macht es ein Beschlagsexperte, so wird er den Huf so bearbeiten, dass es mit ziemlicher Sicherheit daneben geht (beobachte ich bei ca. 75% der von Schmieden, Hufpflegern und Huftechnikern bearbeiteten Barhufe), während die DIfHO-Pferde alle langfristig gesund und konstant barhuf laufen. Je nachdem, wie sehr der Huforthopäde den Huf bearbeiten muss, um ihn vor Arthrosen und anderen Hufkrankheiten zu bewahren, wie die Hufsubstanz ist etc. kann man anfangs, wenn das Pferd noch nicht trainiert ist, mit der neuen Situation klarzukommen, zu Schuhen greifen. Das ist hundertmal gesünder als Beschlag, weil es die Durchblutung im Bein erhält. Deshalb laufen Pferde mit Beschlägen, grade auch Spezialbeschlägen, erstmal besser, denn sie spüren einfach nicht mehr, was in ihren Hufen und Beinen schon alles kaputt ist. Nur schade, dass sie im Alter oft wegen Beinproblemen in Rente geschickt oder sogar eingeschläfert werden, nur weil man die Probleme lange genug unter Beschlag versteckt hat. Dadurch dass das Pferd plötzlich etwas spürt, muss es fast ein bisschen "neu laufen lernen", denn es muss lernen, mit Bodenunebenheiten umzugehen, wofür es nun Jahre lang kein Gefühl hatte. Aber das kann man mit Spazieren gehen üben und dann ist das Pferd wieder viel gesünder. Und wenn man weiter reiten möchte, als das Pferd schon geübt hat, steckt man es eben schnell mal in Schuhe.
Ach die Hand hälst du auf dem Muskel, um frühzeitig zu spühren, ob sie treten will....
Dann kannst du das nämlich so früh erkennen, daß die Stute glaubt, du würdest ihre Gedanken lesen..., das beeindruckt Pferde wesentlich nachhaltiger als jede Tracht Prügel!
Und wenn du erkennst, daß sie sich für einen Tritt bereit macht, dann verschiebst du die Hinterhand, du läßt sie vor dir weichen, das alte wer bewegt wenn Spielchen!
Pferde, die auf der Weide ausweichen, sind rangniedriger..., also kannst du sie dir mit ganz sanften Methoden "unterwerfen", wirklich einfach nur dadurch, daß sie dir weichen muß...
Das wäre aus meiner Sicht eine "Bestrafung" für den Versuch zu treten!
sehr schöne Antwort - ich wünschte ich hätt an paar Sätze davon selbst gedacht :-)