Hallo ironicjo,
zunächst ein paar Anmerkungen:
- viele Kirchenmitglieder sind nicht gläubig, genau wie es viele Gläubige gibt, die keiner Kirche angehören.
- gerade die evangelische Kirche hat ihre Sichtweise auf lesbische Paare in den letzten Jahren stark geändert. Vielerorts können sich homosexuelle Paare mittlerweile segnen lassen.
- Die Kirche gibt ein Großteil des Geldes für die klassische Gemeindearbeit (Gottesdienste, Seelsorge, Konfirmationen, Gebäudeunterhalt, Jugendgruppen etc.) aus, nur ein kleiner Teil des Geldes (ca. 20 %) fließt in "nichtkirchliche" Aufgaben wie Kindergärten, Beratungsstellen, Hospize etc., also das was man landläufig als soziale Projekte bezeichnet.
Ich würde Dir folgendes raten: Mach die Entscheidung nicht daran fest, ob Du selber in die Kirche gehst oder ihre Angebote nutzt. Das ist egal. Man kann auch in den Gottesdienst gehen, ohne Kirchenmitglied zu sein. Stell Dir stattdessen die Frage, ob Du das, was die Kirche macht (Gottesdienste, Beerdigungen, Jugendarbeit etc.), gut findest und ob die Kirche in ihrer heutigen Form weiterhin existieren soll oder ob Du Dir auch eine Gesellschaft ohne Kirche vorstellen könntest oder gar besser finden würdest. Letztlich führt der Austritt vieler Leute dazu, dass sich die Kirche immer mehr aus der Fläche zurückzieht, Kirchen geschlossen werden, Pfarrstellen nicht neu besetzt werden und kirchliche Angebote zurückgeschraubt werden. Es ist daher letztlich die Frage, ob Du das möchtest, ja gar befürwortest oder ob Du Dir sagst, auch wenn ich die Kirche (zurzeit) nicht brauche, brauchen sie andere vielleicht.
Ca. 5-10 % der Kirchensteuer fließt in die Verwaltung. Der Großteil fließt in die Gemeindearbeit.