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Nur, weil ein paar Leute durchdrehen, gleich ganz Deutschland als kinderfeindlich hinzustellen, das ist die übliche Verallgemeinerung.

Im Prinzip habt Ihr recht, wenn Ihr meint, die lärmempfindlichen Nachbarn sollten sich mal zurücknehmen.
Aaaaaaber -seht es auch mal aus deren Sicht: die Wahrnehmung von Lärm bzw die Lärmschwelle bei unseren Kindern wird von Jahr zu Jahr höher (bedingt durch unsere laute Umwelt/Lebensweise). Das was für Kinder, für 20 und 30jährige "normal" Lautstärke ist, kann u.U. für jemanden der 50,60 oder 70 ist auf die dauer als unerträglich empfunden werden, weil sich deren Lärmempfindlichkeit mit den Jahren NICHT auch dem allgemeinen Lärmpegel angepasst haben. Fakt ist auch, das durch unsere Lebensweise Kinder immer mehr Schwierigkeiten haben, Ruhe und Stille zu empfiinden, sie zu erkennen und sie auch schätzen zu wissen - immer muss "Action" sein - wer am lautesten ist, hat Recht und ist der Stärkste/Beste...
Im Lauf der der letzten 10-15 Jahre habe ich auch die Wahrnehmung gemacht, das z.B. auf Schulhöfen das einfache Herumkreischen ohne Grund sehr stark zugenommen hat und auch immer lauter wird - Kinder schaukeln sich da sehr schnell auf Lautstärken hoch, die erstaunlich sind!
Ich will nur damit sagen, das da beide Seiten gesehen werden müssen - es kann ja auch von "Alten" nicht erwartet werden, das sie von dort wegziehen, wo sie jahrelang gewohnt haben. Oder einfach festlegen, das es für sie kein recht auf Ruhe/Stille geben muss. Ich selber habe von 1976 - 1981 direkt neben einem Kindergarten gewohnt und hatte keine Schwierigkeiten damit, auch wenn ich des Morgens schlafen wollte - da war die Lärmschwelle nicht so hoch und auch das Schreien/Kämpfen/Spielen war im ohrenfreundlichen Rahmen, es klang auch noch fröhlicher als heute, nicht so agressiv und gewollt stark - heute würde ich bezweifeln, ob ich das noch könnte - ich erfahre durch meine tägliche Arbeit in Kindergärten und Schulen, das ich auf die Dauer damit leider -wegen der vielfach höheren Lautstärke- da wohl heutzutage auch meine Schwierigkeiten hätte...

Deutschland ist nicht kinderfeindlich.
Leider können viel Eltern ihr Kinder nicht erziehen. Das ist ein Problem. Da sitzen die Mütter stundenlang in einem Cafe und ratschen mit einer Freundin und die Kinder toben im Cafe herum. Wenn eine Kellnerin was sagt wird sie gleich dumm angesprochen ob sie Kinder habe.
Ich frage mich nur was passiert, wenn ein Kind ein volle Tasse heißen Kaffee abbekommt, weil die Kellnerin über das tobende Kind stürzt.

Herbert grönemeyer singt doch Kinder an die Macht

Bei uns musste ein Spielplatz komplett abgebaut und 50 Meter!!! weiter wurde er wieder aufgebaut.
In der Nähe alles Eigenheimbesitzer und einer!!! ist bis vor Gericht gegangen, er fühlte sich in seiner Ruhe gestört. Unfassbar.

Manchmal zeigt sich Kinderfeindlichkeit auch bei gutefrage.net:
Kinder und Jugendliche, die es hier wagen Fragen zu stellen, die irgendwie in Zusammenhang mit dem Lehrstoff an der Schule stehen, werden regelmäßig weggeekelt.
Das ist auch nicht schön.
Man sollte gerade für Kinder eine Extra-Portion Toleranz und Geduld haben.