Du musst unterscheiden in Kampfsport, Kampfkunst und Selbstverteidigung. Im Kampfsport finden Wettbewerbe statt. Bekanntestes Beispiel, fast jeder macht es mal als Kind, ist Judo. Bei einer Kampfkunst sind die angewandten Techniken teils so gefährlich, dass Wettbewerbe nicht zu verantworten wären. Beispielsweise Ninjutsu oder Aikido. Die Grenzen zur Selbstverteidigung (bloßes Ziel: Angreifer ausschalten) sind fließend, da Kampfkünste eigentlich auch der japanischen Kriegskunst (bloßes Ziel: Gegner ausschalten) entsprangen. Bei japanischen Disziplinen redet auch niemand von Selbstverteidigung, jedoch grenzt sich z.B. das israelische Krav Maga, ein enorm auf Effizienz getrimmtes System, von Kampfkünsten ab und behauptet für sich, pure Selbstverteidigung zu sein.
Wer ist nun der gefährlichste? Jeder behauptet von sich, am effizientesten zu sein.
Bei den Kampfsportarten ist es so, dass die Bekanntesten, Judo und Karate, Einzeldisziplinen aus dem Jiu Jitsu sind. Judo ist alles mit Hebel- und Wurftechniken und Karate alles mit Schlägen. In Deutschland(!) wurde ein Best of Jiu Jitsu, Judo und Karate dann wieder zu Ju Jutsu zusammengesetzt. Grundsätzlich sind Jiu Jitsu und Ju Jutsu so effektiv, dass diese Kampfsportarten auch zur Selbstverteidigungsausbildung der Polizei und (neben Krav Maga) auch der Bundeswehr gehören.
Bei den Kampfkünsten sind Ninjutsu und Aikido dominant. Aikido stammt von der Kriegskunst der Samurai ab. Und auch wenn das Ende der Samurai ziemlich bitter war, als sie nur mit ihren Schwertern und ihrer Ehre bewaffnet im ersten Weltkrieg an mehreren Fronten einer bewaffneten Infantrie mit Schusswaffen entgegenstanden, konnten sie sich in der Zeit davor doch sehr gut mit ihren Techniken behaupten. Klassisches Ninjutsu wird so eigentlich nicht mehr unterrichtet. Der letzte Großmeister (japanisch Soke) der klassischen Ninjutsu Ryu, Dr. Masaaki Hatsumi, hat diese drei Ninjutsu Ryu mit weiteren drei japanischen und drei chinesischen Samurai Ryu verbunden im neuen Verband Bujinkan. Die Disziplin heißt nun Bujinkan Budo Taijutsu. Leider wird im Bujinkan nur noch der Aspekt Kampf trainiert. Was Ninjutsu so effizient machte, die Kunst der Shinobi Iri, was auch Techniken wie Anschleichen, Tarnen (sowohl möglichst unauffällig in Alltagskleidung unter das Volk mischen, alsauch Tarnen im Wald und der legendäre schwarze Ninja der mit dem Dunkel der Nacht verschmilzt - oder der weiße Ninja, der im Schnee unsichtbar ist), Klettern an Bäumen, Felswänden und Burgmauern, ... wird leider kaum mehr oder garnicht mehr unterrichtet. Zudem hast du hier in Deutschland Einschränkungen im Waffenrecht, da Nunchakus und Shuriken (Wurfsterne - die Disziplin Shuriken-Jutsu wird trotzdem noch unterrichtet, da das auch erlaubte Wurfklingen wie Messer und die stiftförmigen Bo-Shuriken umfasst) absolutem Besitzverbot unterliegen. Über den Sinn, warum man Schusswaffen unter Auflagen besitzen darf, wo sie selbst in ungeübten Händen geeignet sind, gezielt oder wahllos zu töten, Shuriken und Nunchakus aber ausnahmslos verboten sind, wobei man mit denen gut umgehen können muss, um überhaupt jemanden damit ernsthaft verletzen zu können, darüber kann man streiten. Aber als jemand, der in Schützentracht einer redlichen deutschen Waffenkunst nachgeht, hat man in Deutschland wohl immer noch eine größere Lobby in der Politik, als jemand, der in schwarzer Vermummung einer unredlichen nicht-deutschen Waffenkunst nachgeht.
Insgesamt würde ich sagen, wem ich am wenigsten im Dunkeln begegnen will, ist ein voll ausgebildeter Ninja, der klassisches Ninjutsu gelernt hat. Zwar ist Ninjutsu durch seine Vielfalt (Schlag- und Tritttechniken, Wurf- und Hebeltechniken, Waffentraining mit Bo (1,80m Stück), Hanbo (Halbstock, 90cm), Bokken (Holzschwert, Holzausführung vom Katana, wer das beherrscht, beherrscht auch ein echtes Katana), Kampffächer, ... Ausweichtechniken von regelrecht akrobatischen Ausmaßen (Radschlag, Handsprung, Wände hochlaufen), und je nach Dojo auch Vermittlung einiger Künste der Shinobi Iri, inkusive etwas "Schauspiel" zur Deeskalation einer gefährlichen Situation oder schlicht und ergreifend zur Verwirrung des Gegners, immer noch hocheffizient. Allerdings braucht man viel länger, um die Techniken auch effizient zur Verteidigung einsetzen zu können, wie z.B. im Krav Maga. Als voll ausgebildeter "Ninja" ist man aber immer noch eine "Ein-Mann-Spezialeinheit" für alle Fälle.
O.O ich bin beeindruckt, über die Infos =O,
ich Danke dir vielmals >_< !
Die Erklärung über Aikido stimmt aber nicht! Aikido stammt nicht von den kriegerischen Samurai, sondern ist im Gegenteil eine sehr friedliche Kampfkunst, die erst im 20. Jh. von einem einzelnen Menschen namens Ueshiba Morihei entwickelt wurde. Schau mal hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Aikid%C5%8D