Natürlich ist das Vorgehen deines Arbeitgebers nicht OK. Aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass es ein kleiner Betrieb ist. Stell dir mal vor, du hast 4 Handwerker, davon sind immer 2 auf einer Baustelle. Ein "richtiger" und ein Lehrling. Nun fällt einer in dem ersten halben Jahr gefühlt 1/4 davon aus. Das kann einen Betrieb an den Rande des Ruin führen. Neben den Zahlungen an dich (Lohn) entstehen ja auch Verzögerungen, der "übrige" kann nicht richtig arbeiten, weil manche Sachen brauchen eben 4 statt 2 Hände, u.s.w. ... also wahrscheinlich hat ihn deine Krankheit paar 1000 Euro gekostet, die ihn selber ziemlich an den Rand des Ruin getrieben haben. (Oder ähnlich, keine Ahnung in welchem Bereich du bist)
Ich will dir jetzt keine Vorwürfe machen, denn natürlich ist es NICHT deine Schuld und schon gar nicht dein Wunsch, dass du krank wurdest. Aber ich will das Verständnis für deinen Chef herstellen.
Jetzt musste er erst mal Dampf ablassen und seinen Ärger loswerden.
Ich würde vorschlagen, geh morgen noch mal zu ihm, zeige Verständnis (erwähne ruhig, dass deine Krankheit wahrscheinlich ziemlich schlecht in den Plan gepasst hat) und probiere ihm zu zeigen, dass Du den Betrieb eigentlich magst und dem garantiert nicht vorsätzlich Schaden würdest. Vielleicht kommt er dann schon in eine bessere Stimmung und ihr findet einen gemeinsammen Nenner.
Einen Anwalt würde ich erst einschalten, wenn der wirklich Fakten schaffen will. Also wenn du was schriftliches hast. So ein Anwalt ist nicht umsonst, dein Chef bessert seine Stimmung bestimmt nicht, wenn du einen Anwalt gegen ihn einschaltest (klar bist du im Recht, aber selbst wenn du die Klage gewinnst, wird er dann sein Recht voll ausnutzen, z.B. dich für die miesesten Jobs einteilen.... also unter dem Strich hast du dann auch nichts gewonnen)
Verständnis und vernünftige Gespräche bringen meist mehr, als irgendwelche Paragraphenvertreter. Wobei ich bei "Verständnis" meine, dass du deinem Chef zwar zeigst, dass du seine Situation nachvollziehen kannst, aber natürlich trotzdem in deinen Bedürfnissen nicht (zumindest nicht übermäßig) nachgibst. 1 Stunde pro Tag mehr geht gar nicht, aber wenn alle halbe Jahr mal eine Messe am Samstag ist, dann finde ich, kann man das schon machen.
Bist du Anwältin und machst Werbung für deinen Job?
Es gibt 1000 außergerichtliche Wege....
Bei dieser Situation wohl kaum!!!